Am Wochenende besuchte ich einmal wieder meine Heimatstadt. Der Besuch galt nicht dem Stadtteil meiner Kindheit, sondern dem meiner Jugend. Und weil in meiner Jungend Melancholie eine respektierliche Eigenschaft war, spüre ich sie dann auch immer.Melancholie. Und viele Fragen. Erinnerungen steigen auf. Beispielsweise das Zelten am Bodensee mit einem Freund, der schon vor längerer Zeit gestorben ist. Es muss 1990 oder `91 gewesen sein. Wir hatten Bekanntschaften - Elli mit ihrer Freundin Doro. Die Adresse der einen hatte er, und damit auch den Nachnamen. Und mit ihm ist dieser Kontakt unwiederbringlich verloren gegangen.Hier kann auch keines der modernen sozialen Netzwerke helfen.Und so stehe ich da - oben am Berg, wo die alten Villen stehen. Ein perfektes melancholisches Panorama. Und ich spüre, wie wohltuend sie ist. So habe ich sie schon immer empfunden, weil ich weiß, dass ich sie wieder verlassen kann.
In seinem neuen Roman erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans spielt - und erschafft so zugleich eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns
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