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Guten Morgen!
Wieder so ein netter Beitrag von dir, der wohl nicht nur mir, sondern vielen anderen aus der Seele spricht. Schön, dass du dir die Zeit nimmst, das so in Worte zu fassen. Als voll berufstätiger Mensch, der noch dazu mitunter in der Woche gar nicht daheim sein kann, weil viel auf Reisen (daher auch der Nick), kann ich deine Situation sehr gut nachvollziehen. Kommt frau dann am Wochenende nachhause, kann von Erholung und Entspannung kaum die Rede sein. Der Haushalt ist meist komplett liegen geblieben, Die komplette familiäre Wochenendplanung bleibt an mir hängen. Auf die Frage, was ich denn für Mann und Kinder am Wochenende kochen soll, bekomme ich nur ein Schulterzucken oder ein "Egal!" zur Antwort. Damit bin ich dann schon zum ersten Mal überfordert, weil es für mich keinen Anhaltspunkt gibt. Aber schließlich muss ich ja irgendetwas einkaufen. Frische Klamotten brauch ich, für die nächste Woche. Meine Jungs übrigens auch. Der Bürokram meines Mannes stapelt sich und wartet darauf, von mir erledigt zu werden. Er ist freiberuflich tätig und ich seine Sekretärin unter freiwilligem Zwang. Dann sind da noch meine Unterrichtsvorbereitungen für die kommende Woche zu machen, Unterrichtsmaterial zusammenzustellen. Jetzt bloß nix vergessen! Bevor frau dann irgendwann mal dazu kommt Luft zu holen, isses auch schon wieder Sonntagabend. Damit ist das Wochenende komplett vorbei, denn am nächsten Morgen, so gegen halb fünf, klingelt schon wieder der Wecker. Aber ich will nicht jammern. Darum geht es mir in diesem Kommentar nicht. Ich habe für mich eine Strategie gefunden, wie ich doch noch etwas Zeit am Wochenende für mich gewinnen kann. Im Privatbereich delegiere ich jetzt einige Aufgaben wenn ich der Meinung bin, dass das nicht unbedingt an mir hängen bleiben muss. Und wenn diese Aufgaben dann nicht erledigt werden, dann bleiben sie eben liegen. Ich habe es mir abgewöhnt, immer nur perfekt sein zu wollen - das hab ich im Job. Ich bin aber auch nur ein Mensch, der das Abschalten und Erholungsphasen braucht wie jeder andere auch. Und ich rechtfertige mich gar nicht mehr dafür, wenn sich die Welt auch mal ohne mich dreht - so wie heute. Heute habe ich frei! Ich genieße es! Ich sitze mit einer Tasse Kaffee vor dem Rechner, beobachte, wie das kleine Örtchen, in dem ich zuhause bin, so ganz allmählich erwacht unter seinem weißen Wintermäntelchen, und stöbere im Freitag. Ich will mich nicht stressen lassen. Ich muss mich um einige Kleinigkeiten kümmern, einige Telefonate führen. Aber das muss jetzt noch nicht sein. Ich bin noch im Standby-Modus. Hochfahren ist später! Ich wünsche dir eine restliche schöne Arbeitswoche! Denk mal darüber nach, ob der meiste Stress, den wir im Alltag haben, nicht doch zum Großteil hausgemacht ist!?! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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