Die Linkspartei (bzw. PDS) arbeitet(e) seit Jahren ihre Vergangenheit auf. Das fing Ende 1989 u.a. mit dem Schumann-Referat an ("Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System!") und hörte nicht mit der Kritik an unkritischen DKP-Kandidaturen auf.
Aus einem Bericht der historischen Kommission: "(...)die PDS (...) zog aus dem missglückten Experiment des Staatssozialismus, aus seinen Fehlleistungen und Verbrechen die Folgerung, dass sozialistische Ziele ausschließlich mit demokratischen Mitteln, nur durch das Handeln von Mehrheiten erreicht werden können."
Es gibt viele weitere Belege für die oft auch schmerzliche Aufarbeitung, die man bitte zur Kenntnis nehmen sollte, z.B. die Präambel zum Berliner Koalitionsvertrag zwischen SPD und PDS aus dem AJhr 2001.
Aufarbeiten bedeutet aber nicht, frühere SED-Funktionäre pauschal als Sündenböcke zu verurteilen. Wer sich mit der Geschichte der SED und der DDR beschäftigt weiß, dass es da kein schwarz-weiß gibt. Das gleiche gilt für Inoffizielle oder offizielle Mitarbeiter der Stasi.
Die Frage ist also vollkommen falsch gestellt, denn die Linkspartei arbeitet ihre Gechichte seit Jahren auf. Besser als andere Parteien.
Bis heute hat kein verantwortlicher Funktionär versucht, das Scheitern des Systems im Detail zu analysieren. Natürlich hat keiner Selbstmord begangen, weil ja alles nur Lüge und Phrase war. Keiner von ihnen hat Konsequenzen gezogen aus einem geriatrischen Staat der Volksversklavung. Keiner war dankbar, dass man ihn nicht an die Wand gestellt hat. Die PDS hat das Erbe dieser Partei der Kollaborateure angetreten. Was hat sie unternommen, um die Schuld dieser Männer abzutragen, die unter uns lebten? Zu wenig, denke ich. Noch immer sind die Sünden eine Ulbricht wie die Sprengung von Kirchen nicht ungeschehen gemacht. Noch immer dominiert Rechtfertigung über Abrechnung. Noch immer ist der Sozialismus der PDS kleinbürgerlich reaktionär statt progressiv.
permalinkzelotti, könntest Du mal bitte ein paar belege für deine meinung bringen? es gibt haufenweise literatur dazu. selbstmorde gab es wirklich http://www.remote.org/frederik/culture/berlin/hk-13-11-01-02-full.gif wie soll man die sprenung einer kirche "ungeschehen" machen? das geht nur symbolisch. wenn man keine kenntnisse hat, wie die pds mit ihrem erbe umgeht, ist es logisch dass man das was sie tut für "zu wenig" hält. Abrechnung ist der falsche Terminus, es geht um Aufarbeitung.
Bis heute hat kein verantwortlicher Funktionär versucht, das Scheitern des Systems im Detail zu analysieren. Natürlich hat keiner Selbstmord begangen, weil ja alles nur Lüge und Phrase war. Keiner von ihnen hat Konsequenzen gezogen aus einem geriatrischen Staat der Volksversklavung. Keiner war dankbar, dass man ihn nicht an die Wand gestellt hat. Die PDS hat das Erbe dieser Partei der Kollaborateure angetreten. Was hat sie unternommen, um die Schuld dieser Männer abzutragen, die unter uns lebten? Zu wenig, denke ich. Noch immer sind die Sünden eine Ulbricht wie die Sprengung von Kirchen nicht ungeschehen gemacht. Noch immer dominiert Rechtfertigung über Abrechnung. Noch immer ist der Sozialismus der PDS kleinbürgerlich reaktionär statt progressiv.
permalinkzelotti, könntest Du mal bitte ein paar belege für deine meinung bringen? es gibt haufenweise literatur dazu. selbstmorde gab es wirklich http://www.remote.org/frederik/culture/berlin/hk-13-11-01-02-full.gif wie soll man die sprenung einer kirche "ungeschehen" machen? das geht nur symbolisch. wenn man keine kenntnisse hat, wie die pds mit ihrem erbe umgeht, ist es logisch dass man das was sie tut für "zu wenig" hält. Abrechnung ist der falsche Terminus, es geht um Aufarbeitung.
Ich gebe Olaf Dudek recht. Aber ich ziehe einen anderen Schluss, bezogen auf die Frage: Denn aufarbeiten bedeutet nicht unbedingt distanzieren, sondern kann auch genauso das Propagieren besagter Einsicht, dass der realexistierende Sozialismus ein unfreies und menschenverachtendes System war, bedeuten. Zu dieser Einsicht gehört meines Erachtens aber auch eine Entschuldigung bei denen, die unter diesem System gelitten haben.
Die CDU sollte übrigens nicht nur aufarbeiten, was sie nach '45 gemacht hat, sondern auch ihre DDR-Vergangenheit.
Die Linkspartei (bzw. PDS) arbeitet(e) seit Jahren ihre Vergangenheit auf. Das fing Ende 1989 u.a. mit dem Schumann-Referat an ("Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System!") und hörte nicht mit der Kritik an unkritischen DKP-Kandidaturen auf.
Aus einem Bericht der historischen Kommission: "(...)die PDS (...) zog aus dem missglückten Experiment des Staatssozialismus, aus seinen Fehlleistungen und Verbrechen die Folgerung, dass sozialistische Ziele ausschließlich mit demokratischen Mitteln, nur durch das Handeln von Mehrheiten erreicht werden können."
Es gibt viele weitere Belege für die oft auch schmerzliche Aufarbeitung, die man bitte zur Kenntnis nehmen sollte, z.B. die Präambel zum Berliner Koalitionsvertrag zwischen SPD und PDS aus dem AJhr 2001.
Aufarbeiten bedeutet aber nicht, frühere SED-Funktionäre pauschal als Sündenböcke zu verurteilen. Wer sich mit der Geschichte der SED und der DDR beschäftigt weiß, dass es da kein schwarz-weiß gibt. Das gleiche gilt für Inoffizielle oder offizielle Mitarbeiter der Stasi.
Die Frage ist also vollkommen falsch gestellt, denn die Linkspartei arbeitet ihre Gechichte seit Jahren auf. Besser als andere Parteien.
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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