spartaner

Blog von spartaner

16.02.2010 | 19:38

Hartz 4, oder selbst Schuld?

Wenn man die Diskussion über das ganze Gezeter zu Hartz 4 so liest, muss man folgendes feststellen.

Die großen Medien schreiben meist über den "Schmarotzer Hartz 4".

In den meist etwas linken Blocks und Kommentare der Internet- Community, herrscht große Aufregung und Empörung über die Äußerungen diverser Politiker dazu, allen voran GW.

Um nicht missverstanden zu werden, auch ich empfinde die gegenwärtige Diskussion unerträglich, allerdings vermisse ich etwas Entscheidendes.

Wo bleibt der Aufschrei der direkt betroffenen? (auch von den Gewerkschaften ist kaum zu hören)

Kann es vielleicht sein, das die Mehrzahl der Hartz4 Empfänger einen nicht unerheblichen Teil der Nichtwähler gestellt hat? Ich kenne solche Meinungen auch aus meinem Umfeld und komischerweise auch gerade von Niedriglohnbeschäftigten mit prekären Arbeitsverhältnissen.

Zum Beispiel:

-          ich kann doch sowieso nichts dran ändern!

-          Die machen doch sowieso was sie wollen

-          Die Parteien sind doch alle gleich, wen soll man denn da wählen

-          Oder noch besser und vielleicht sogar der Klassiker, „Ich hatte keine Zeit, bzw. was anderes vor“

Ist es da vermessen zu behaupten, wenn den Leistungsbeziehern EGAL ist wer regiert, dann ist auch den Regierenden das Schicksal der Leistungsbeziehern EGAL oder? Insofern haben sie es doch eigentlich nicht anders verdient, wenn auch wir, die noch in ordentlichen Jobs verbleibenden, dies dann mit zukünftig prekären Jobs ausbaden müssen.

Ich finde diesen Aspekt darf man nicht übersehen.

 
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Kommentare
carlfatal schrieb am 16.02.2010 um 21:17
Wieso sollten gerade die, die von allen Seiten gezeigt bekommen, wie wenig sie wert sind, wieso sollten ausgerechnet die das nötige Bewußtsein an den Tag legen, für die es am schwersten zu erreichen ist, deren Zeit für anderes drauf geht, weil das tägliche Überleben nämlich für Arme weitaus mehr Rennerei und Zeitaufwand bedeuten als für Leuts mit Geld. von allen anderen als Versager und Verlierer gebrandmarkt stellt sich der Hartz4-empfänger natürlich vor die Menge und fordert und klärt auf. Da hören dann auch alle zu, und alle wählen dann die Partei, die es nicht gibt, weil sie Hartz4 und die asozialen Folgen dieser Politik wieder abschafft, wenn sie an die regierung kommt. Schließlich ist dies hier ja eine Demokratie, da ist jeder einzelne gefragt, Seinen Politiker entsorechend zu entlohnen.
Ich frag schon mal nach, vielleicht kriegen "wir" Hartz4- Empfänger genug Kohle zusammen, um eine schlagfertige Lobby aufzubauen, denn Solidarität von denen, denen "wir" freundlicherweise ihre Arbeit, von der es ohnehin nicht mehr genug für alle gibt, lassen, und nicht bloß das, nein auch den Lohn, Solidarität erfahren "wir" so gut wie keine.
Aber das ist ja auch ein vollkommen antiquierter Begriff, aus dem letzten Jahrtausend, schon irgendwie römisch dekadent. Aber so sind "wir" halt: Cheeseburger und Bier aus Plastikflaschen, und schon ist die welt wieder schön, EGAL, wer regiert, das könn´ "wir" dir flüstern.
Und außerdem gibt´s ja noch die große Mehrheit von "uns" Hartz4ern, die, weil diese Menschen sich nicht andauernd beschimpfen und beschämen lassen wollen dumm genug ist, ihre Arbeitskraft für 4 bis 7 Euro die Stunde zu verkaufen, um dann trotzdem nicht über die Runden zu kommen. Viele haben vielleicht einfach nicht mehr die Kraft, nach einem Tag voller Arbeit erstmal Politik zu gestalten und auch noch das Allgemeinwohl zu retten.
Sowas führt zwangsläufig in die Dekadenz, aber nu...
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weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Uwe Theel hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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