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Ja, ich bin für Frauenquoten - aber eigentlich hasse ich sie. Ich fange hier gar nicht erst an mit dem Rattenschwanz an Problemen, Unsinnigkeiten und Ungerechtigkeit, der durch Frauenquoten entsteht. Lesen Sie das in der Debatte nach.
Was ich hier schreiben möchte, ist, dass man zumindest hoffen kann, dass Frauenquoten irgendwann überflüssig werden. Wenn ich Diskussionen miterlebe von Menschen der "Generation 68 und später", erlebe ich immer wieder ein Bild von vermeintlichen Geschlchterrollen, "realen" Geschlechterrollen und Gleichberechtigung, das auf meine Generation (ich bin btw 19) überhaupt nicht mehr zutrifft. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster zu sagen, dass meine Generation sich im Vergleich weiterentwickelt hat.
Natürlich, auch bei uns gibt es "echte Sexisten", auch unsere Generation hat Lernbedarf. Was Sie aber kaum noch erleben werden, ist die Idee, eine Frau wäre ungeeignet für einen wirtschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Kernberuf, weil sie eine Frau ist. Auch Leute, die man in unserer Generation als Machos bezeichnen würde, haben meist kaum solche Vorstellungen. Solange "unsere" Frauen noch von den Chefetagen der vorhergehenden Generation eingestellt werden, hilft das herzlich wenig - darum ja auch die Frauenquoten. Doch ich glaube aufrichtig, dass die zukünftigen Manager und Managerinnen in zwanzig Jahren kaum noch auf das Geschlecht als Merkmal beim Bewerbungsgespräch achten werden.
Wie schon erwähnt, Lernbedarf besteht noch. Ich erlebe es jedenfalls immer wieder, dass in meiner Generation Diskussionen über Gleichberechtigung im Beruf immer an der selben Stelle hängen bleiben: Was machen, wenn frau schwanger wird? Der Fakt, dass ja Frauen die Babies kriegen, wird manchmal schon als bemitleidenswertes natürliches Handycap verstanden. Die paar Monate, die frau ausfällt "wegen hochschwanger" sind dabei gar nicht das Problem - die Beschäftigungsverhältnisse, die auf uns zukommen, zwingen eh zu so viel unbezahlten Überstunden, da sind drei Monate Hochschwangerschaft eine willkommene Gelegenheit zum Abfeiern. Aber sie muss das Kind ja auch großziehen.
Der Gedankenschritt, der hier immer fehlt: Was ist eigentlich mit dem Vater? Dass auch Männer zumindest nach den ersten paar Monaten ihre Kinder genauso gut erziehen können, kommt immer noch den Wenigsten. Als ich einmal erwähnte, ich könnte mir auch ein Leben als Hausmann vorstellen, sahen mich nicht nur die Männer in der Runde schief an. Dieser Gedanke ist es, denvielleicht die jetzigen Fünf- oder Zehnjährigen entwickeln müssen.
Trotzdem: Man sollte bei allen Diskussionen um Frauenquoten, Gleichberechtigung und allgemein die Situation der Gesellschaft nicht vergessen, dass gewisse Zustände nur die Zeit, diese aber umso besser behebt. Unsere Generation kann nicht nur Komasaufen - oder um es mal mit einem Zitat aus dem viel gehassten schuelerVZ zu sagen:
Früher konnten Mädchen kochen wie Mutti, heute saufen sie wie Vati
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ich find frauenquoten unsozial. hier werden oftmals schlechtqualifizierte frauen der reinen quote wegen in ämter gehoben. siehe merkel und ulla.
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Sehen Sie verehrter MH120480,
Sie dürfen irgendwelche unsachlichen Anmerkungen machen, niemand wird Ihnen einen Vortrag halten, zum Beispiel darüber, dass Sie sich sachlich äußern und an den Argumenten orientieren sollen. Das ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen noch heute. Wenn man eine scherzhafte Quotenforderung aufstellen wollte, könnte man verlangen, dass sich mindestens genau soviele Frauen so anmaßend, arrogant und stieselig äußern dürfen wie Sie. Da wäre auch schon eine Gerechtigkeit hergestellt. Aber, die würde tatsächlich das Niveau nach unten regulieren. Darum belasse ichs mal beim Rhetorischen. |
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Danke für den Einblick in die Sicht deiner Generation. Was ich herauslese ist dass sich das Schubladendenken Mann/Frau verflüchtigt. Wunderbar! Übrigens auch stilistisch ein schöner Blog-Post.
Katja |
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Sowas liest man gerne. Dennoch muss ich sagen, dass ich Frauenquoten nicht mal als notwendiges Übel betrachten kann. Ich habe mal miterlebt, dass eine Frau wegen der Quote für einen IT-Beruf ausgewählt wurde, obwohl sie wirklich keinen blassen Schimmer hatte. Zum Glück ist sie vorher abgesprungen, was jedoch nichts daran ändert, dass ich mich für meine Geschlechtsgenossinnen furchtbar geschämt habe. Seither bin ich der Ansicht, dass Leistung und viel Ausdauer wohl der bessere, wenn auch nicht der angenehmere, Weg sind, mit diesem Missstand umzugehen, bis die nächsten Generationen ihn vielleicht ganz beseitigen können.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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