Szenario 2020 – das mobile Internet
10 Uhr morgens. Mitten in der Nacht. Das Device blökt zum dritten Mal den Standardalarmton. Graaaaah. Vertikale Position annehmen. Von Aufwachen kann noch nicht die Rede sein.
Schädel brummt. Kaffee kocht. Sonne brennt in den Augen.
Das Device blökt zum vierten Mal. Wer, for fuck’s sake, hat es da denn so eilig?
Blick auf den Screen - Anonyme Email: “Spinne, ich hab nen Job für dich! Call +86 0511 1605”. ... Okay, da will mich jemand verarschen. Arbeit gibt es schon lange nicht mehr genug für alle, und schon gar nicht für abgewrackte Gonzo-Journalie. Aber mal gucken, wer mir da einen reindrücken will - “Call number” - klick.
“Spinne hier. Willst du mich verarschen?”
“Herr Alkutz! Guten Morgen. Wir hätten da ein interessantes Arbeitsangebot für Sie!”
Verfickte Scheisse, ein Call Center. Die werd ich nie wieder los.
“Sehr witzig. Wer hat sie beauftragt? Was lässt er sich die Belästigung kosten?”
“Herr Alkutz, ich versichere Ihnen dies ist ein ernstgemeintes Angebot! Wir würden Sie gerne für eine Reportage engagieren.”
“Pffft, dann spiel ich halt mal mit... Um was geht’s?”
“Wir hätten gerne Berichte von der re:publica 2020. Und wir haben da eine neue innovative Zahlungsmodalität im Auge.”
Mein Bullshit Detektor klingelt mit 180dB.
“Ja?”
“Ja! Sie, und viele andere, schreiben einfach mal ein paar Berichte und schicken uns die. Und dann verlosen wir ein Päckchen Kaugummi unter allen Einsendern!”
...
“Sehr witzig.”
*klick*
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