sputnik-suedstern

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07.09.2010 | 08:35

Aktion "Straßen Blick"

Es lebt sich nicht leicht im Sozialismus. Dort, wo die Mächtigen sagen, was gemacht wird. In anderen Zeiten klang sowohl die Wendung: "Führer befiehl, wir folgen dir." mit hindurch und verdeutlicht, wie alleine es "da oben" wohl sein muss.

Aber das sind andere, historisch bewiesene Geschichten. Geschichten des Grauens und des Unheils. Der Sozialismus, der macht uns nur alle gleich. Gleicher als die anderen. - Eine bisher historisch nicht aufgearbeitete Tatsache. Insbesondere auf der freien Seite des damaligen Vorhangs.

Vielleicht ist es nur ein Scherz, ein schlechter wohlgemerkt. Ein Automobil, bewaffnet mit Kameraausrüstung durchkämt die ganze Republik. Und "filmt" oder "fotografiert" alles, was rechts und links des Wegerand steht. - Sicherlich, der amerikanische Sozialismus ist eine besondere Form. Emotionalisiert könnte man von der Ausgeburt des Bösen sprechen. Das Verständnis von Freiheit, die ich "dem anderen" erst erklären muss. - Aber bleiben wir doch bei der Dokumentation der Welt. Der ganzen, wohlgemerkt.

Personalifiziert kann ich widersprechen. Das ist ein Merkmal unserer heutigen Gesellschaft. - Individualisierung als Richterspruch, wo kein Richter gesprochen hat. Und eigenverantwortlich, dort, wo niemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. - Ja, richtig. Das Problem des starken Staates. Dort wo eine Kanzlerin das Parlament beherrscht. Wie schön, das Kohl ausgerechnet diese Partei zur Einheitspartei hat werden lassen. Er war zumindest der einzige, dessen Staatssicherheitsakte noch nicht zugänglich gemacht werden durfte.

Über den Schutz der Privatsphäre gibt es keinen Konsens. Jeder schützt sich selbst? Vor wem? Vor einem Auto? - Eben, genau damit soll das Volk, soll die Öffentlichkeit sich beschäftigen. Kaputt reglementiert wird dabei die Freiheit. Entstehen tut Datenmüll. Und Müll gehört nicht zu mir, sondern dem Dualen System. Andererseits ist die "Form" der Politik jene, die sich von einem solidarischen Gesellschaftsmodell unlängst verabschiedet haben mag.

Niemand wünscht sich sehnlicher eine Sicherheit, die nicht durch (Video)-Kameras aufgezeichnet wird. Niemand mag Schlagworte wie "Biometrie", die die Unvollkommenheit (je)des Menschen festschreibt und kaum jemand wünscht sich die Bestimmung des Alltags durch Technologie an sich, die subjektive Freiheit zu einem allgemeinen Unterhaltungsprogramm zerfallen lässt. 

Gibt es in der medialisierten Gesellschaft eine Haltung gegenüber der Technologie? Der Technologie, die zusehends gegen den Menschen eingesetzt wird, vermeintlich legitimiert durch "Wissenschaft", die durch Industrie und Eliten bestimmt werden soll? Gibt es eine Vorstellung davon, wie es ohne Technologie sein könnte?

Keiner widerspricht, wenn Funktionäre entschieden haben und still halten. Um zu warten, ob die demokratische Bürokratie Fehler begangen haben mag. Ob das Vok jenseits des Schreibtisches aufmuckt. Selbstkritik als nachträgliche Revision wäre eine Form des Vorgehens. Stattdessen vergeht man sich an der Demokratie und stellt sie ad absurdum. Zehn, fünfzehn Jahre noch, spricht die Vorsitzende der Partei. Was eben noch "Recht" war, wird anschließend abgelehnt, widersprochen und die Knitterfalte ausgebügelt.

In der DDR kennt, kannte man sich aus. Wie Obrigkeiten den Sozialismus laufen lassen. Trotzdem schade drum. Hinterher ist man schlauer. Vorher sollte man nachdenken.

Schönen Tag noch, auf Wiedersehen.

 
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