Info macht Spaß. Ist kein Problem. - Klar.
Alles ganz einfach. Nur den Finger bewegen, schon können alle Teil haben. Und der Gedanken-vermüllende Seelenschrott, die Bedenken und politisch-individuellen Diskrepanzen landen auf einem beliebigen Server. So wie hier. Beim Bloggen ist das nicht anders, als beim Chatten oder gar beim SMS-Schreiben.
Ganze Kunstgattungen entstehen so. Gemeinsames Problem oder übergreifendes Merkmal... Wer die Ethik aufrichtigen, verantwortungsvollen Handelns hoch oben trägt (dieser Tage angesichts des ehemaligen Bundesbankmitglieds und seiner Rotte etwas zweischneidig), unterschreibt mit seinem Namen.
So wie ich neulich so doof war, einen Artikel mit meinem bürgerlichen Namen selbst zu unterschreiben. Ich hätte eine Durchschrift an die Stasibehörden weiterleiten sollen. (jaja, Stasi gibt es gar nicht mehr, schon klar. Und, stimmt, wenn, dann bedient sich ein solcher Apparat selbst...)
Nein, die Stasi war eine Krabbelgruppe gegenüber der Informalität, die das sogenannte Internet und seine Teilbereiche darstellt. Was zunächst wirtschaftlichen Interessen diente, erhob sich als nette Spielerei, die auch der Kommunikation dienlich sein konnte. Dann kamen sogenannte Soziale Netzwerke hinzu. Inzwischen geht es um: Info, Werbung (was ähnlich ist und sich gegenseitig disqualifiziert) und Individualisierung.
Darin besteht der Schlüsselbegriff. Ich weiß, was du gestern getan hast. Oder als Frage: Was hast du gestern getan? Angesichts einer durch Party und Konsum ersetzten, schwindenden kritischen, politischen Öffentlichkeit (damit sind Bürger gemeint und keine BundeskanzlerInnen) trägt sich das Informelle in das gesellschfatliche Verhalten selbst hinein. Gesellschaft prägt sich, wird geprägt. Populismen, Massenideologie, Verschlagwortung. Wann haben sie denn das letzte mal auf der Außenterrasse einer Innenstadtkneipe "agitiert"?
Damit sind wir schon beim nächsten Punkt. - Kontrolle findet statt. Davon ist nicht nur auszugehen, sondern das ist einfach so. Wo erreicht man noch den klaren Menschenverstand? Vor dem Counter einer Burger-Braterei? An der Kasse eines Kaufhauses? Im Foyer des heimschen Opernhauses? Du bist BLÖD. - So heißt es doch. Die kühle Nüchternheit der Netzaffinen steht der Emotionalität der Massenkultur entgegen. Die Durchpsychologisierung des Alltags wird durch die Soziologisierung des Umgangs ergänzt. Und Christian Klar sitzt immer noch.
Sicher, Zynismus wird groß geschrieben, aber klein verkauft. - In diesem Sinne verkommt (...) die erste Frau im Staate zum Hausgott. Denn, "sie wird entscheiden".
Rationalität und sein Alter Ego. So prasselt die Tagespolitik auf den Menschenverstand hernieder wie Laufzeitverlängerungen und "parlamentarische" Entscheidungsfindungen. Meinungsfindung wird zum Glücksspiel, doch woher kommen die Einsätze?
Die Mediengesellschaft hat ein Problem: Ihre eigene Nichtigkeit in Anbetracht der Wirklichkeit und ihrer tatsächlichen Probleme und die Realität des Individualismus und der damit einhergehenden Emanzipation. Das Netz ist ein Teil davon. Aber nicht von mir. Selbsterkenntnis darf nicht pathologisiert werden, solange Atomenergie, ehemalige Bundesbanker und die Bild-Zeitung die Meinung beherrschen.
In diesem Sinne. Die eigene Akte liegt schon bereit. Sie ist selbstgemacht und die Bundesagenturen sorgen für den investigativen Umgang. Darunter ein Stempel von der SPD und ein Schwarzgeldkonto für mögliche Sozialversicherungsbeiträge. Du bist Asse. Ich bin die Irrationalität.
Einen schönen Tag noch, auf Wiedersehen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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