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Im Endeffekt könntest du höchstens jede Stimme einzelnd codieren und mit einem individuellen Passwort die Einsicht auf die eigene Wahl ermöglichen. Aber auch damit ginge dann wahrscheinlich zuviel Sicherheit flöten.
Ausserdem, wo ist der Vorteil eines Computers, wenn er die Arbeit eines Menschen nicht deutlich besser oder zuverlässiger verrichten kann? Was ist mit Stromausfällen? Und liegen dann schneller Ergebnisse vor? Es ist ja nun auch nicht so, dass ein Wahlhelfer so viel Geld bekommt, dass der Computer wirtschaftlicher wäre oder? Und überhaupt, wie langweilig wären die Wahlpartys am abend, wenn die Ergebnisse gleich feststehen?? ;) -->http://tinyurl.com/b64lj5 |
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Das Bundesverfassungsgericht hat den Wahlcomputer für verfassungswidrig erklärt, damit hat sich woll das Thema erledigt.
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NePo hat dazu ein interview:
http://netzpolitik.org/2009/wahlcomputer-interview-mit-andreas-bogk-vom-ccc/ klar wird offen zugegeben, das es ein solches verfahren nicht gibt. aber das kann sich ja ändern. das gute an der geschichte: ersteinmal sind die lobbyisten vom tisch. |
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Warum alles mit dem Computer machen? Der Wähler erhält eine Wahlkarte und die wird von der Maschine eingezogen. Dann wählt er am Bildschirm, die Wahlkarte wird für den Benutzer deutlich sichtbar gestanzt, überprüft und dann mit einem Hebel mechanisch in die Urne befördert. Die fabelhafte Deutsche Ingenieurskunst sollte sowas zustande bringen.
Das Ergebnis liegt dann elektronisch und physisch vor, wobei im Überprüfungsfall (zufällige Stichprobe oder Wählerantrag) die physiche Stimme die elektronische schlägt. |
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Michael Moore hat in seinem letzten Buch zur US-Präsidentenwahl 2008 "Yes, we can", geschrieben :
"Bei Stimmzetteln aus Papier liegt die Fehlerquote bei 0%,bei elektronischen Wahlmaschienen bei 2,2 %, bei optischen Scannern bei 1,6% und mit Lochkarten (siehe die US-Wahlen 2000 in Florida) bei 2.6%" Wie man sieht, ist die altbewährte Form der Wahl die Sicherste. |
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Man muß es schon richtig machen. Die Lochkarten in Florida waren die berüchtigten butterfly ballots. Die waren zum einen so geordnet, daß man nicht genau wusste, wen man da eigentlich wählt. Zum anderen sollte der Wähler die vorgeprägten Löcher mit einem Stift selbst stanzen, was nur bei ausreichender Dexterität des Benutzers einen fehlerfrei gelochten Wahlzettel erzeugt. Bei den Fehlerfällen hingen dann noch Papiereste am Loch oder das Loch war einfach irgendwo. Wahlmaschinen die die Löcher durch eine Mechanik stanzen lassen weisen diese Fehler nicht auf, insbesonere wenn eine Wahlentscheidung redundant gestanzt wird.
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Die Entscheidung des BVerfG ist richtig. Nach dem Auskippen aus der Urne schaut die Öffentlichkeit zu, die auszählenden Wahlhelfer haben verschiedene Parteipräferenzen und kontrollieren sich dabei gegenseitig. So ist das Ganze neben dem politischen auch ein soziales Ereignis, es kommen Leute zusammen, deren gemeinsamer Nenner unsere Wahlen sind. Seit Jahren erlebe ich beim Wahlhelfen und Auszählen Engagement und Spannung. Und bin gut vorbereitet darauf, Wahlen auch in einer Gesellschaft mit weniger Strom aus der Steckdose durchführen zu können. Der Einsatz der Wahlcomputer zerstört eine Möglichkeit der politischen Kommunikation und ich wette, alles hier genannte steht auch im Urteil. Schön.
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Unabhängig von der Frage der Manipulierbarkeit, sollte man auch mal nach der Notwendigkeit von Wahlcomputern fragen. Ist die Erleichterung und Beschleunigung die Wahlcomputer versprechen tatsächlich so groß?
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Die Wahl 2002 hat 62 Millionen gekostet, darin sind Pauschalen für die Reinigung und Herrichtung der Wahllokale, Entschädigungen für Wahlhelfer, Porto und Materialkosten für Stimmzettel enthalten. Rechnet man da jetzt noch Kommunal und Landtagswahlen dazu, dann komme ich überschlagmäßig auf 40-50 Millionen Demokratiekosten pro Jahr. Da kann man natürlich versuchen durch Wahlcomputer was einzusparen.
Kann das gehen? Ein Wahltag dauert 10 Stunden, geben wir jedem Wahlberechtigten 30 Sekunden, dann kann eine Wahlmaschine allerhöchstens 1200 Stimmen erfassen. Nehmen wir mal 800 als realistischen Wert. 62 Millionen Wahlberechtigte, davon wählen 2/3 = 40 Millionen. Dann bräuchten wir 40*10^6/800=50.000 Wahlmaschinen. Bei einem Stückpreis von 4500 Euro müssten also einmalig 225 Millionen bereitgestellt werden. Bei einer Lebensdauer von 20 Jahren (so die Hersteller), kosten die Computer also über'n Daumen gepeilt >10 Millionen/Jahr. Der Computereinsatz müsste die sonstigen Kosten also um mindestens 20-25% senken um überhaupt vernünftig zu sein und selbst wenn diese Kosten halbiert würden, sparten wir läppische 10 Millionen/Jahr ein und tickern dafür unsere Stimme in eine black-box. Kein Wunder, daß die Beispielrechnungen nur dann funktionieren, wenn sie von Wahlmaschinenherstellern gemacht werden. Wahlcomputer lohnen sich also eigentlich nur, wenn mehr Wahlen durchgeführt werden, man z.B. regelmäßig über Volksbgehren abstimmen könnte, mehr Basisdemokratie stattfände. Ob das ansteht (oder zugelassen wird) ist eigentlich die spannende Frage. Da sich ja einige hier irgendeine Form der demokratischen Kontrolle von Produktion Finanzwirtschaft vorstellen, die nicht in Stamokap bedeutet, wäre die Neuorganisation der Demokratischen Prozeduren natürlich eine interessantes Unterproblem. |
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Ich erhielt heute eine interessante Mail von David Chaum, in der er auf sein bereits vor Jahren entwickeltes multimodales Wahlsystem Scantegrity hinwies, das durchaus transparent und sicher zugleich ist. Richard Sietmann hatte darüber vor einiger Zeit in der c't berichtet (http://www.heise.de/ct/07/19/084/). Es scheint, als wären die Richter (und nicht nur sie, sondern zuvor auch die Behörden) einfach nicht gut beraten gewesen - und als wäre dies leider ein technikfeindliches Urteil, da es bestehende wie künftige Weiterentwicklungen per se durch eine zu enge Interpretation des Begriffs Transparenz ausschließt.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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