Stefan Höltgen

FreiSpiel

22.09.2010 | 06:54

Shooter?

Folgende interessante Pressemeldung erreicht mich gerade:

Am 3. Oktober 2010, dem 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, hat das Computerspiel „1378(km)“ von Jens M. Stober an der HfG Karlsruhe Premiere.

„1378(km)“ bietet als 3D-Online-Multiplayer-Game eine eine interaktive Zeitreise in das Jahr 1976 an unterschiedliche innerdeutsche Grenzabschnitte. Dabei haben die Spieler die Wahl, ob sie an den 1378 Kilometer langen Grenzanlagen, die sich quer durch Deutschland zogen, als Grenzsoldat der DDR oder als Republikflüchtling agieren möchten.

Durch die persönliche Identifikation als Republikflüchtling oder Grenzsoldat und das intensive Kennenlernen der Grenzorte soll auf neue Art und Weise bei der jungen Generation das Interesse zur Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte geweckt werden: Themen wie Todesstreifen, Schießbefehl, Selbstschussanlagen, Republikflucht und die Verurteilung von Grenzsoldaten nach dem „Fall der Mauer“ werden nicht ausgelassen.

Jens M. Stober, 1986 geboren und seit 2007 Student an der HfG Karlsruhe, hat auch das Spiel „FRONTIERS – An der Grenze Europas“ mitentwickelt, über das am 10. März 2010 Tagesschau und Tagesthemen berichteten.

Weitere Informationen im Internet: www.1378km.de

Es ist vielleicht gar nicht so schwer vorstellbar, dass man in der Rolle des DDR-Grenzsoldaten einen First-Person-Shooter zu spielen hat. Den "Bösewicht" als Spieler zu übernehmen ist in Spielen der letzten Zeit ja nicht ungewöhnlich. Dsa Video zu "1378(km)" hält sich - bis auf eine Andeutung zum Schluss - noch bedeckt:

 

 

 

 
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Kommentare
luggi schrieb am 22.09.2010 um 08:18
Wie wäre es mal mit einem Spiel "Mensch ärgere dich nicht in einer Leiharbeitsfirma"? Scheint aber wohl doch ernste Realität zu sein.

Zwotens: Ein quasi Egoshooter-Spiel als Mittel zur Geschichtsaufarbeitung? Hilfe!
Stefan Höltgen schrieb am 22.09.2010 um 08:25
Wäre abzuwarten, ob das Spiel wirklich in dieses Genre gehört. Allerdings sehe ich das nicht nur negativ (etwa auch am Beispiel des oben verlinkten "Medal of Honor"): Sich in die Perspektive des vermeintlich Bösen hinein versetzen zu müssen um dessen Strategien und vielleicht sogar Emotionen nachzuvollziehen, kann einem komplexeren Blick auf gewaltsame Konflikte nicht schaden. Nur, dass die Algorithmen, nach denen dieses "Böse" im Spiel agiert, auch wiederum vom "Guten" programmiert wurden, darf man bei aller Dialektik dann auch nicht vergessen.
goedzak schrieb am 22.09.2010 um 13:48
Dann wär's natürlich besser, ein Mauertote-Rache-Spiel draus zu machen und dem Spieler die Möglichkeit geben, so viele DDR-Grenzer abzuschießen wie möglich. Als Identifikationsfigur bietet sich Werner Weinhold an.
Stefan Höltgen schrieb am 01.10.2010 um 09:15
www.heise.de/tp/blogs/6/148484

Na Bitte, die Öffentlichkeit reagiert erwartungsgemäß und ich hefte mir das Auguren-Emblem an.
Stefan Höltgen
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