S. Steinebach

So oder so

23.08.2011 | 10:19

Hexenwerk

Des Nachts und fern vom Wege,
bemüht die Hexe ihre Säge.
Ritsch ratsch, so geht ganz leise
ein Mistelzweig auf seine Reise.

 Bei Vollmond wird der Trank gebraut.
Der schwarze Kater laut miaut.
Die Hex‘ spricht leise Zaubersprüche,
es dampft und brodelt in der Küche.

In Hexens  guter Stube Dunkel
sitzt Albert Freiherr von der Runkel.
Er hat sich das Getränk bestellt,
derweil sein Hund da draußen bellt.

Die Hex‘ lacht leise vor sich hin,
dem Freiherrn schwindet fast der Sinn,
als mit dampfend Gebräu gefüllt,
Die Hex‘ den Becher nun enthüllt.

Es knotet sich des Freiherrns Magen,
doch hilft kein Zaudern und kein Zagen,
denn bei der Hex‘ den Trank bestellt,
heißt trinken, hilft nicht Macht, noch Geld.

Der Freiherr schluckt‘s und schüttelt sich,
wird kurz zum argen Wüterich
und ist dann voller Tatendrang,
der Weg nach Hause wird ihm lang.

Daheim, da wartet schon sein Weib,
so schön und blond mit jungem Leib,
des Freiherrn Manneskraft erwacht,
nun kann es werden Hochzeitsnacht.

Die Hex‘ nimmt auch noch einen Trunk,
wird davon wieder rank und jung
und geht zum tapf‘ren Edelmann,
der alles ohne Tränke kann.

Oh  Hexenwerk, oh Teufelssaft,
falsch Jugend und falsch Manneskraft!
Doch, was soll ich Euch nur sagen,
das gibt es auch in uns’ren Tagen!

 

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 23.08.2011 um 11:17
Wenn das mal nicht Viagra ist? :)
bambulie schrieb am 23.08.2011 um 14:04
Die Befreiung

Und ewig lockt das Weib
Doch ich bin wie befreit.
Mich freuet meine Impotenz
Mach mir einen faulen Lenz.

Muss nicht mehr mich zum Narren machen
Und andauernd über blöde Witze lachen.
Muss nicht mehr gieren nach dem Weibe
Mein Glück liegt nicht in einer Scheide.

Drum freue sich wer impotent
Und ganz alleine glücklich pennt.

Der Sexus geht mir nun am Arsch vorbei
Und die Weiber sind mir endlich einerlei!
S. Steinebach schrieb am 23.08.2011 um 14:41
Nana, mein lieber Toni! Wie sagte ein Freund von mir erst neulich, als er den kastrierten Kater auf der Katze sah?

"Kater ist man zwischen den Ohren"

:-)
bambulie schrieb am 23.08.2011 um 20:59
Stimmt, das Programm zwischen den Ohren geht im Normalfall nicht verloren.
Jedoch der Mensch kann im Unterschied zum Tier durchaus wechseln sein Pläsier.

Fazit:
Achte auf deine Gedanken, denn du bist das was du denkst!

Vivekananda
paulart schrieb am 23.08.2011 um 15:00
Sehr Schön, S. Steinebach!

Handelt es sich etwa um Peniscillin?

;-)
Corina Wagner schrieb am 24.08.2011 um 08:34
Liebe Sigrid,

zum Loben haben mich die Zeilen animiert, hab’ mich beim Lesen amüsiert. ;-)
Fünfmal x Lob = Bravo

Am Deckel, dem Schraubverschluss der Verpackung, erkennt man, ob der Inhalt für den Placeboeffekt genutzt wird und gerade deswegen trotz alledem sündhaft, ja eher unanständig teuer ist…
Deshalb heißt es vermutlich auch so oft, wenn Frauen sich über Männer unterhalten: „ Weißt Du…(Kunstpause)für mich zählen nur die inneren Werte eines Mannes…(Kunstpause) und sein Vermögen!“

Gruß
Corina =)
S. Steinebach
„Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“ Konrad Adenauer
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Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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