S. Steinebach

So oder so

16.09.2011 | 14:46

Skurrile Suche…

Stellen Sie sich vor, Sie fahren zu einem weit entfernten Flughafen, um von dort in den Urlaub zu fliegen. Natürlich möchten Sie auf die teuren Flughafengebühren verzichten, also parken Sie mithilfe Ihres Navis in der Nähe in einem Wohngebiet und fahren anschließend mit dem Taxi zum Flieger. Soweit nichts Besonderes. Alltägliche Praxis.

Kurios wird das Ganze jedoch, wenn der Zettel weg ist, auf dem Sie den Standort des Autos vermerkt hatten und auch sonst nur noch eine diffuse Erinnerung an den Parkplatz, weil es dunkel und regnerisch war und Sie obendrein auch noch müde. Denn dann müssen Sie feststellen: Sie wissen nicht, wo Ihr Auto steht. Unsinn? Mitnichten. So geschehen einer jungen Frau aus Sömmerda. Sie war der festen Überzeugung, Ihr Auto stehe in Hattersheim und verbrachte nach Ihrer Landung drei Tage in diesem beschaulichen Ort Nähe Frankfurt, um nach dem vermissten Untersatz zu suchen. Sie schaltete die Polizei und die Ordnungsbehörde ein. Alles ohne Erfolg. Das Auto war einfach nicht auffindbar. Langsam dämmerte es der jungen Frau, das Auto konnte sie nicht in Hattersheim abgestellt haben. Aber was tun? Die einzige verlässliche Information, die ihr noch zur Verfügung stand, war der Preis des Taxis, das sie zum Flughafen gebracht hatte: 35 Euro, also ca. 20 – 25 km Entfernung rund um den Frankfurter Flughafen. Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen begann. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich schließlich an einen hessischen Radiosender, der zwei Tage nach dem Auto suchen ließ. Mit Erfolg. Es wurde unversehrt in einer Wohnsiedlung am Dornbusch in Frankfurt gefunden und die junge Frau ist nun überglücklich. Wie es allerdings zu einer Verwechslung zwischen Hattersheim im Westen und Frankfurt-Dornbusch im Osten des Flughafens kommen konnte, weiß wohl nur der gute Geist aller Navigationssysteme. Ich bin übrigens sicher, das Parken am Flughafen – trotz horrender Preise – wäre unterm Strich für die junge Frau dann doch günstiger gewesen.

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 16.09.2011 um 20:30
Danke für das Blog. Gerne gelesen. Das Leben schreibt schon die unmöglichsten Gesichten, aber in der Regel sind sie sehr interessant.

Herzliche Grüße

por
paulart schrieb am 17.09.2011 um 00:57
Parkallee. Nähe Flughafen.
Sehr schön beschrieben, S. Steinebach!
Vielleicht ist die Autobesitzerin gläubig und vermutete den Dornbusch in Hattersheim? Die Gedanken sind frei...
de.wikipedia.org/wiki/Der_brennende_Dornbusch
S. Steinebach schrieb am 19.09.2011 um 10:09
Manchmal kommt es anders und immer als man denkt. Ich habe im Frankfurter Flughafen auch mal nach meinem Auto gesucht. Hatte vergessen, in welchem Parkhaus ich stand. Meine Verzweiflung wich erst, als mich ein freundlicher Zeitgenosse darauf aufmerksam machte, dass Parkhaus und Stellplatz auf dem Parkticket vermerkt sind. :-)

Danke Euch beiden für Eure Kommentare.
S. Steinebach
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