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(Verschwörungstheoretikerfutter ;)
Dieser Text ist eine längere Überlegung zu einem Kommentar von JA, komplett nachzulesen unter: Journalismus gegen Geld, JA im 3sat "Kulturzeit"- Gespräch
Ich zitiere JA und skizziere passend dazu meine Überlegungen. Wenn es gerade gut passt, reiße ich die Zitate auch aus dem Zusammenhang um meine Meinung zu untermauern, Journalismus lässt grüßen.
JA: Sehen Sie, ich kann auch nicht in die Zukunft gucken. Ich habe nur meine Vorstellung, meine Ahnung. Und die sieht so aus, dass sich im Netz neben der Umsonstkultur auch eine Bezahlkultur etablieren wird.
In die Zukunft schauen ist ein fehlerträchtiges Unterfangen. Allerdings sind Strategie und Vorgehensweise konservativer Interessengruppen relativ einfach zu prognostizieren, eben weil sie konservativ sind. Erfolgreiche Vorgehensweisen werden von ihnen gerne beibehalten.
JA: Weil weder Sie noch ich das in der Hand haben. Da sind aufseiten der Verlage sehr mächtige Interessen am Werk und aufseiten der Leser vermutlich eine Menge Trägheit ...
Was die Blogger heute für selbstverständlich halten, kann morgen obsolet sein. Wir wissen nicht, wie die großen Verlage ihre Marktmacht ausüben werden, ihre Verfügungsmacht über die News - denn die haben sie ja.
Mächtige Interessen? Was könnte obsolet sein?
Schauen wir uns doch mal einige konservative Speerspitzen an:
Bush, Berlusconi, Morduch, Sarkozy, STOP
Sarkozy nehme ich.
Sarkozy will in guter konservativer Manier das Rad der Zeit zurückdrehen. Nicht nur die 68er sollen abgewickelt werden, nein, das ist keine angemessene Aufgabe für einen Sarkozy. Er will mehr. Es muss schon die Französische Revolution sein.
Gut. Ein Anhaltspunkt. Schauen wir mal nach, ob wir dort fündig werden. Und siehe da, ja, es passt.
Im Laufe der Revolution hatten gerade die Zeitungen eine beachtliche Mobilisierungsfunktion. Nach Schätzungen sind in der Zeit von 1789 bis 1800 mehr als 1350 Zeitungen erschienen. Alleine in Paris entstanden zwischen Februar und Mai 1848 200 Journale und 450 Klubs.
Es ist ein Augenblick, in dem "auch die kleinsten politischen Zusammenschlüsse" je über ihre eigene Zeitung verfügen können [Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, S. 202].
Der Zugang zu diesen "Medien" war angesichts der niedrigen Produktionskosten und des handwerklichen Zustands von Verlags- und Druckwesen recht mühelos. Das konnte nicht lange gut gehen. Die mediale Entwaffnung der Volksklassen erfolgte durch Instrumente der Verflechtung von Politik und Ökonomie. Man höre und staune.
Bei Registrierung eines Presseorgans musste eine Kaution hinterlegt werden. Das Gesetz vom 9. Juni 1819 staffelt die Höhe der Kaution nach Erscheinungsrhythmus und Erscheinungsort. Die höchste Summe wird den Zeitungen auferlegt, die häufiger als dreimal pro Woche erscheinen und in Paris oder den angrenzenden Departements gedruckt werden.
Was bedeutet das? Es sollten die Blätter getroffen werden, die fähig sind die Volksmassen "aufzuhetzen" besonders die von Paris.
Die Kaution ersetzt nach und nach sogar das Instrument der Zensur.
(Da wir uns in einem irgendwie linken Forum befinden, zitiere ich Karl Marx)
"Das Wahlgesetz bedurfte noch einer Vervollständigung, eines neuen Pressgesetzes. Dies ließ nicht lange auf sich warten. Ein Vorschlag der Regierung, vielfach verschärft durch Amendements der Ordnungspartei, erhöhte die Kautionen, setzte einen Extrastempel auf die Feuilletonromane (Antwort auf die Wahl von Eugène Sue), besteuerte alle in wöchentlichen oder monatlichen Lieferungen erscheinenden Schriften bis zu einer gewissen Bogenzahl und verfügte schließlich, dass jeder Artikel eines Journals mit der Unterschrift des Verfassers versehen sein müsse.
Die Bestimmungen über die Kaution töteten die sog. revolutionäre Presse; das Volk betrachtete ihren Untergang als eine Genugtuung für die Abschaffung des allgemeinen Wahlrechts. Indes erstreckte sich weder die Tendenz noch die Wirkung des neuen Gesetzes allein auf diesen Teil der Presse. Solange die Zeitungspresse anonym war, erschien sie als Organ der zahl- und namenlosen öffentlichen Meinung; sie war die dritte Macht im Staate.
Durch die Unterzeichnung jedes Artikels wurde eine Zeitung zu einer bloßen Sammlung von schriftstellerischen Beiträgen mehr oder minder bekannter Individuen. Jeder Artikel sank zu einer Annonce herab. "
Weiterhin wurden als Garantie für das Besitzermonopol Normen erlassen, die für jeden Verstoß gegen die Pressegesetze "enorme Geldstrafen" vorsahen.
Das Ergebnis:
"1. Die Freiheit der Presse. Durch die Gesetze vom 11. August 1848 und vom 27. Juli 1849 wurden nicht nur wieder Kautionen für Zeitungen verlangt, sondern alle Beschränkungen, die vom Kaiser Napoleon und seitdem verfügt worden waren, erneuert und verschärft.
Das Gesetz vom 16. Juli 1850 erhöht die Kautionen und dehnt sie auf alle Wochenschriften, Magazine, Zeitschriften usw. aus. Darüber hinaus verlangt es, dass jeder Artikel mit dem Namen des Verfassers unterzeichnet sei, und führt wieder den Stempel für Zeitungen ein. Damit nicht genug fordert es sogar für den Unterhaltungsroman und die rein literarische Broschüre einen Stempel und erzwingt dies alles durch Androhung enormer Geldstrafen!
Nach der Annahme des letztgenannten Gesetzes verschwand die revolutionäre Presse ganz und gar. Sie hatte lange gegen die Verfolgung gekämpft: Woche für Woche wurden Zeitung auf Zeitung und Broschüre auf Broschüre unter Anklage gestellt, bestraft, unterdrückt. Die Bourgeoisie saß auf der Geschworenenbank und vernichtete die Arbeiterpresse.
Der Höhepunkt dieses Systems wurde mit dem Gesetz vom 30. Juli 1850 erreicht, dass die Zensur über das Drama wiederherstellte. Damit wurde die Meinungsfreiheit aus ihrer letzten literarischen Zuflucht vertrieben."
Puh, einmal tief durchgeatmet, den geschichtlichen Staub vom Touchpad gepustet und weiter im Text.
Der alte, neue Fahrplan ist gefunden. Die Konservative Restauration (nicht Revolution).
JA: Wenn ich von der Dankbarkeit spreche, die "wir alle" empfinden sollten, da haben Sie Recht, meine ich nicht die Blogger. Sondern die Journalisten und Verlage, die Murdochs Entschluss einen Schritt näher zu einer wirtschaftlich gesicherten Zukunft bringt.
Der Grund für die Dankbarkeit nimmt Gestalt an.
Eine Welle von Prozessen wird durch die Bloggerszene schwappen. Blogger werden Gesetzen unterworfen, die es ihnen verunmöglicht so weiterzumachen wie bisher. Ihr Status wird massiv geändert, die Kosten drastisch erhöht. Gesetze, beschlossen hinter verschlossenen Türen, wie gehabt. (Leistungsschutzrecht für Verlage, Persönlichkeitsrecht für Unternehmen; Verwertungsgesellschaft Presse/Online, Presserecht für Blogger...)
Das öffentliche Feld wird sich lichten. Ziel ist es Bloggerwildwuchs auszureißen, damit Zeitungspflanzen wieder in altbekannter Pracht erblühen. Verleger freuen sich und machen den verbliebenen Bloggern ein Angebot, zu dem diese kaum Nein sagen können.
Verlage bieten Bloggern Unterschlupf, rechtliche Sicherheit. Das ist zwar etwas zynisch aber realistisch.
Kleine Bloggerküken finden Unterschluft bei Henne Zeitung. Sie dürfen von diesem flauschigen Plätzchen aus zwar nicht mehr nach Herzenslust schreiben, aber nette kleine Wunschlisten der Redaktion abarbeiten kann auch Freude bereiten.
JA: Und letztlich auch die Leser - denn die profitieren davon, wenn sich Qualitätsangebote im Netz auch auf Dauer halten.
Wir sind nun innerhalb kürzester Zeit auf die Strategie gestoßen, die den Verlagen momentan bestimmt für viel Geld als revolutionär und neu verkauft wird.
Nüchtern betrachtet könnte man zum Schluss kommen: Gegenwehr sinnlos. Zu ungleich sind die Waffen. Rettung von Politikern wird nicht kommen, gerade die letzten Jahre haben gezeigt, was das Volk von seinen Vertretern zu erwarten hat. Eine Allianz der Berufe mit dem geringsten Ansehen in der Öffentlichkeit (Politiker, Werbefachleute, Journalisten, Winkeladvokaten) bildet sich, um massiv gegen Interessen der Bürger vorzugehen.
Aber riskieren wir einen zweiten Blick.
Wenn so eine Aktion erst einmal angelaufen ist, lässt sie sich nicht so schnell wieder stoppen. Naturgemäß gibt es Kolateralschäden und Bereiche werden in Mitleidenschaft gezogen, an die vorher niemand gedacht hat.
Wie sieht die Welt nach der Attacke aus? Öd und leer. Nur vereinzelte Verlage und ihre Zeitungen verschandeln die Gegend. Demokratische Strukturen sind massiv beschädigt.
Das ruft Gegenkräfte auf den Plan. Welche? In welchem Ring der Macht befinden wir uns eigentlich?
Die vorgestellte Aktion wird vom inneren Ring angestoßen und von den äußeren Ringen realisiert. Allerdings gibt es eine Interessenkollision im inneren Ring der Macht. Grundsätzlich unterschiedliche Ansichten geraten in Konflikt.
JA: Es geht darum, dass er als Einzelfigur einen Schritt getan hat, der für die Branche als Signal bedeutsam ist. Alle scharren mit den Hufen, keiner traut sich und dann geht der alte Mann eben voran. Ich kann einfach nicht glauben, dass Ihnen die Bedeutsamkeit dieser Handlung entgangen ist - ich meine auch die Symbolik, die darin liegt, dass in dieser konzernbeherrschten Welt am Ende in so einer wichtige Frage ein einzelner Greis eine so wichtige Entscheidung fällen und umsetzen kann ...
Wie könnte die Front verlaufen, wer vertritt möglicherweise die Position der Bürgerjournalisten gegen die Prärogative mächtiger Greise?
Werfen wir auch hier einen Blick in die Vergangenheit. Ein anderes Land, eine andere Zeit.
Sir Edward Coke war der einflussreichste Interpret des Common Law unter Königin Elisabeth und den frühen Stuartkönigen. Er war Kronanwalt und Oberrichter des Common Pleas und des Gerichtshofs des Königs zwischen 1592 und 1616, bis er überraschend von Jakob I. entlassen wurde. Anschließend war er im Parlament aktiv und spielte die Schlüsselrolle bei der Petition of Right von 1628.
Die Königstreuen argumentierten, dass die oberste Prärogative des Königs ein uraltes Recht bilde, Coke stützte seine Argumente für das Common Law auf die alte Verfassung.
Die Vertreter des Common Law neigten dazu, die Diskussion zugunsten des Parlaments zu verlagern. Das Common Law, synonym mit Gewohnheitsrecht gebraucht, beruhte auf richterlichen Entscheidungen und spiegelte die Weisheit des Volkes wider.
Gesetztes Recht stammt aus der Weisheit eines einzelnen Menschen oder einer einzigen Generation, während die Gewohnheit die Weisheit unzähliger Generationen umfasst und ihre Beibehaltung ihre Weisheit und Nützlichkeit beweist. So kommt Coke zu dem Schluss, dass "niemand es auf sich nehmen soll, weiser zu sein als die Gesetze."
Die Gewohnheit war mit dem Fundamentalrecht, dem alten Recht, der Zustimmung des Volkes, mit Vernunft und Wahrheit verbunden.
"Denn eine wahrhaftig uralte Verfassung könne keinem Souverän unterworfen sein: Da kein König bekannt ist, der es ursprünglich begründet hätte, könnte der heute regierende König keinen Anspruch erheben, Rechte zu widerrufen, die im Willen eines Vorfahren ihren Ursprung haben."
Diese Argumentation führte Coke während der Unruhen, die zur Petition of Right (1628) führten, mit großem Erfolg an.
Aller Wahrscheinlichkeit wird die Rettung der Bürgerpublizisten aus dem gleichen Kreis angestoßen, von dem auch der Angriff ausgeht. Die dortigen Personen verfügen über genug Power um ein offenes, alternatives Umfeld zu etablieren, während sich Linke immer noch darüber streiten ob und überhaupt.
Das wäre auch eine Überlegung bei der Frage, wo man sich positioniert. Irgendwie bedeutet, das Bein auf beiden Seiten zu haben, um jederzeit ins stärkere Lager wechseln zu können.
Meiner Meinung nach ist das Lager der freien Bürger und des Bürgerjournalismus langfristig das stärke Lager. Bis es soweit ist, steht uns allerdings noch ein wahrer Sturm bevor. Schott dicht.
Nachträgliche Ergänzung
Verlage rechnen mit Gesetzentwurf für Leistungsschutzrecht noch in diesem Jahr
In dem Gutachten wird unterstrichen, dass die Einführung eines neuen Rechts an immateriellen Gütern einen Vorteil für die Allgemeinheit mit sich bringen müsste.
Siehe auch bei iRights.info:
Exklusiv: Bundestag-Gutachten zum Leistungsschutzrecht
Der Redaktion von iRights.info wurde ein bislang unveröffentlichtes Gutachten zum Leistungsschutzrecht für Verlage zugespielt
Vom Leistungsschutz zum Link-Verbrechen
In der Zeitungskrise wird der Ruf der Verleger nach Schutz ihrer Geschäftsmodelle durch den Staat zunehmend lauter. In Deutschland diskutiert man daher die Einführung eines Leistungsschutzrechts auf Texte. Diese Pläne könnten tiefgreifende Verschlechterungen für Wissenschaftler, Blogger und Journalisten mit sich bringen. Christiane Schulzki-Haddouti analysiert fünf mögliche Optionen.
NEU NEU NEU NEU NEU NEU NEU!!!
Vom Leistungsschutzrecht zur Abmahnwelle
Von Peter Mühlbauer
Warum neue Monopolrechte für Verleger nicht Google, sondern vor allem Blogger treffen dürften
...
Als Beispiel für solche Bezahlinhalte nannte er das ebenfalls zu seinem Medienimperium gehörige Wall Street Journal. Genau das jedoch spendiert Google einen kostenlosen Zugang zu seinen kostenpflichtigen Artikeln - und zwar nicht nur für einen kurzen Anriss, wie Murdoch suggerierte, sondern zum kompletten Text.
Das hat gute Gründe: Laut Hitwise kommt zusammengerechnet etwa 27 Prozent des Traffics auf WSJ.com von Google: 12 Prozent von Google News und weitere 15 Prozent von Google-Suchen.
...
Was also werden die deutschen Zeitungsverleger mit ihren neuen Monopolrechten anfangen, wenn sie sie nicht gegen Google einsetzen? Die Situation ist strukturell ähnlich wie bei Patenten: Zwischen Verlagsmedien würde es aufgrund eines "Gleichgewichts des Schreckens" wahrscheinlich einen Waffenstillstand geben. Und unseriöse Anwälte dürften sich schnell auf den einzig denkbaren Fall stürzen, der bleibt: Abmahnungen gegen Blogger. Bis die Rechtsprechung ein wahrscheinlich sehr unscharf formulierte Gesetz verfassungsgemäß zurechtstutzt, dürften Jahre vergehen, in denen praktisch Alles beansprucht und für Vieles gezahlt werden wird.
Mandelson als Lord of the Files
Von Michael Hörz
In Großbritannien will Wirtschaftsminister Mandelson Gesetze schaffen, die ihm eine ungeahnte Machtfülle verschaffen - gegen Filesharer, zugunsten der Rechteinhaber
Als Spielkind habe ich auch noch eine Sprachversion des Textes erstellt. Gelesen von einer freundlichen Roboterstimme.
Teil 1
Teil 2
Fehlerkorrektur: erwünscht
(Änderungen vorbehalten)
[Dieser Text ist ein persönliches Werturteil]

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Lieber Streifzug!
Stark! Ich habe es eben nur überflogen! Nachher lese ich gründlich und antworte dann auch! Danke!!! Ihr JA (Wir machen nächste Woche ein Wochenthema zu dem ganzen Disput. Ich muss den Aufmacher schreiben. Ich werde mich - klar - hemmunglos aus unserer Debatte bedienen!!) Ich sage Ihnen: Die Kombination aus Blogger-Power und instituionalisiertem Journalismus, die wirds machen!! Es kommen gute Zeiten! Ihr JA |
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JA,
schön :) Ich freue mich drauf. |
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JA,
institutionalisierter Journalismus (mit oder ohne Blogger?) ist ein spannendes Thema. |
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„Die Kombination aus Blogger-Power und institutionalisiertem Journalismus, die wirds machen!!“
Da stimme ich zu. Und „institutionalisierter Journalismus“, das ist es, was ich mit meinem „Plädoyer für öffentlich-rechtliche Multi-Medien-Anstalten“ auch gemeint habe (www.freitag.de/community/blogs/hest/-plaedoyer-fuer-oeffentlich-rechtliche-multi-medien-anstalten). Gewiss sind für „Institutionen“ und „Anstalten“ moderner Prägung die Rahmenbedingungen und Vorgaben zu ändern, etwa hinsichtlich Werbung in öffentlich-rechtlichen Medien, doch genau darum gilt es zu ringen. Denn neben der Schlacht auf dem Markt wird auch die die der Medienpolitik gefochten: Urheberrecht, Privatkopie, Leistungsschutzrecht. Hier gilt es, sehr, sehr wachsam zu sein. |
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He, Streifzug, Du hast Dich selbst übertroffen! - Aber pass' ein bisschen auf mit dem Denkwerkzeug Marx. Die einen sagen: stumpf! Die anderen sagen: viel zu scharf! Wenn die Recht haben, besteht Verletzungsgefahr!
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Mit stumpfen Werkzeugen verletzt man eher andere, mit scharfem sich selber. Außer man kann damit umgehen :-)
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naja meisterfalk - dies risiko darf er ruhig mal eingehen
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Danke für die Blumen :)
Marx war in dem Fall ja nur ein harmloser alter Begleiter bei der Reise in die Vergangenheit ;) |
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Wenn sich Geschichte wiederholen würde,
wäre ich viel schlauer...... Leider können wir ohne Erinnerung nichts lernen, spannend wäre eine Geschichtsschreibung der Koalitionen, zu setzen gegen ein Verzeichnis der Verluste..... Vielen Dank für die kenntnisreiche Lektüre! |
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@archinaut,
wie war das noch? "Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce." Was meinst du wohl, wer das geschrieben hat ;) |
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@streifzug "..als Farce." ...ich habe es mal gelesen, gewusst, gemerkt, vergessen dann....jetzt denke ich einfach mal, es ist doch von Dir? 'Tschuldigung, hab mein Gedächtnis bei Google geparkt......
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schrieb am
17.11.2009 um 22:02
Der '18. Brumaire...', so eine meiner Lieblingsstellen.
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@Streifzug
Ich bin schwer beeindruckt, lieber Streifzug! Und da Du im 1. Absatz zu einem Beitrag von mir verlinkst, erlaube ich mir an dieser Stelle zu einem weiteren Artikel von mir zu verlinken, der sich ausführlich mit den sog. "Internet-Communities" befasst, Link: www.freitag.de/community/blogs/sexpower/internet-communities Ich wünsche einen schönen Restsonntag! SP |
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Hallo SexPower,
eine etwas ausführlichere Stellungnahme wäre schon interessant. Sonst hast du doch auch keine Angst vor längeren Kommentaren ;) |
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Streifzug, Mensch, so was am Sonntagmorgen...
Selbst dem meisterfalk hats wohl trotz Kaffee ein paar Falten auf die Stirn getrieben. Klar, mit dem ollen Charly is das so eine Sache. Klein Sarko der Revision der Revolution zu beschuldigen heisst ihn zu überschätzen, - der hat so eine Art Obama-Komplex und ich bin nicht sicher ob die Ségolène Royal nicht das grössere Übel gewesen wäre. Jedenfalls, weil uns mediale Manipulationen der "Aufklärung" der Informationsvielfalt im Internet überschwemmen gibt es wenig Möglichkeiten eine politische und wirtschaftliche Machtkonzentration zu verhindern (Ausnahmen werden diese Regel bestättien, siehe Hufflinton vs Springer) Wie auch immer, Charly jedenfalls hatte nicht die Möglichkeit zur Erkenntnis, wie Horkheimer und Adorno es in ihrer Dialektik der Aufklärung zeigten, nämlich das die Aufklärung ständig Gefahr ist sich in ihr eigenes Gegenteil zu verwandeln. "Überinformation" (oft Propaganda) kann so eine Art mythisches Weltbild erzeuen (für mich hatten die Fotos von der Dominozeremonie am Tor etwas Speer-Artiges). Die Massenmedien sind ja nicht erst seit Goebbels, dank moderner Technologien (Radio & TV), als Waffe zur Erhaltung von militärischen und machterhaltenden Zielen eingesetzt worden. Das ganze 20igste Jahrhundert leidete seit seinem Beinn zunehmend an den Konsequenzen der nie endenden Aufklärung und die Welt mit endlosen Kriegen überzogen. Nenn' es "Gegenaufklärung", die durch massive Berichterstattung über gesellschaftlichen "Fortschritt" so massiv "informiert", das das Individuum diese zentral kontrollierten Informationskanäle heute nur noch durch die "wire-services" verfolgen kann (Reuter- / AP- TV, Photo Text); alles etwas redaktionell aufggemotzt und dem Mikroklima einer Region angepasst. Nicht umsonst gehört z.B. die DPA deutschen Verlagshäusern. Und deren langweiligen "neutralen" Berichtstil findest Du eben überall in Variationen. Was fehlt sind Analysen. Wer eine kleine linke Zeitung hat erkannt das ganz genau und fängt garantiert keinen Krieg gegen Blogger an. Was Du meinst in Bezug "nette kleine Wunschlisten der Redaktion abarbeiten kann auch Freude bereiten" ist bei der Zeit-Online schon vor deren Relunch eine Art Standard gewesen, aber das hat sich eben seit dem Relunch als Fehler erwiesen. Die Zeit-Online Community ist zu einer Wüste verkommen. |
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puh, ganz schön viel schreibfehler, button fuer nach-bearbeitung waere echt geil sachichma
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lieber sachichma, bitte nie wieder die aufklärung beschuldigen, propaganda oder sowas zu sein oder zu werden! das verrät einen deutschen begriff von aufklärung, das heißt, keinen.
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@sachichma,
Zeit-Online ist ein interessantes Beispeil wie man es aus Sicht der Blogger nicht machen sollte, wohin aber andererseits der Zug aus Sicht der Verlage fahrt. |
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"... button fuer nach-bearbeitung waere echt geil sachichma"
Ich warte auch schon lange auf diesen Gordot. Wo bleibt der nur? |
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Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um Ihren Artikel ernst zu nehmen. Die Realität ist doch längst schon da, siehe dazu :
Internet-Foren werden offenbar von professionellen Firmen manipuliert, um das Image des Forenbetreibers zu kontrollieren. www.nachdenkseiten.de/?p=3981 und Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda auf den Foren im Netz kann man sich gegen Geld organisieren lassen www.nachdenkseiten.de/?p=3944 |
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schrieb am
16.11.2009 um 06:34
Danke für die Links.
Die Mechanismen des www und die Möglichkeiten diese für sich persönlich zu nutzen, sind doch der Sinn des www. Die Werbe-Branche ( incl. Medien- und Meinungsforschern u.s.w.) ermöglicht uns allen die kostenlose Nutzung des www. Handel & Dienstleistungen im www sind ein existentieller Baustein. Es sind MMEntwickler, die diese Seite hier sichtbar & interaktiv gemacht haben. Der Sinn eines Studiums in diesem Bereich ist Kommunikation. Der Sinn der MM- / KommunikationsBranche ist umsatzorientiert. Es sind Auftragsarbeiten. Am Beispiel der Bahn ist zu erkennen, wie simpel ge-fakte Postings zu enttarnen sind. Wenn man will. |
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schrieb am
16.11.2009 um 06:37
Peinliche Rechtschreibfehler... Entschuldigung.
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Hallo Margareth Gorges,
gerade die NachDenkSeiten haben sich durch ihre Art der Aufklärung mächtige Feinde gemacht. Vielleicht wäre es ratsam, von dort aus auf die sich anbahnenden rechtlichen Veränderungen verstärkt aufmerksam zu machen. |
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Lieber Streifzug,
klasse. Ein Blog von dem , der doch recht viel darüber weiß, wo es mit den Bloggern und den Zeitungen lang gehen wird! Respekt und Hochachtung für die Präsentation der historischen Wurzeln und die brilliante Analyse! Danke, Lieber streifzug! Herzliche Grüße por |
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Hallo poor on ruhr,
wissen tu ich wenig, befürchten in dem Fall doch recht viel. |
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lieber streifzug, danke für deine sonntagsbußpredigt!
aber vergiss nicht, dass wir im netz über das netz verhandeln. das netz ist weiter als irgendein blatt. im netz haben wir blogger die absolute mehrheit. und die wahlfreiheit. mit marx und engels hat unsere globale situation wohl wenig zu tun. prognosen gehen beim wetter noch regelmäßig daneben, obschon das böoß (komplizierte) naturwissenschaft ist. die geschichte der menschheit vorauszusehen, wenn auch nur sektorenweise, ist wesentlich schwieriger, also fehlerhafter. JA will mit uns bloggern einen versuch starten. schön. warum nicht? wenn uns der versuch nicht passt, zieht die karawane weiter. das world wide web bietet viele freie räume. nichts gegen deine schüsse vor diesen und jenen bug. die finde ich so musikalisch wie peitschenknall und paukenschlag. da werden manche hellhörig oder doch wenigstens wach. eine bestimmte art von journalismus lebt nur von sowas. |
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Hallo h.yuren,
es geht nicht um Marx, sondern um die strukturelle Vergleichbarkeit der Situationen. Die geplanten und jetzt schon ergriffenen Maßnahmen untermauern das. Manchmal hab ich die Befürchtung, Blogger überschätzen ihre Freiheitsgrade und werden etwas leichsinnig. Dieser Artikel soll weniger ein Schuss vor einen Bug sein, vielmehr komme ich mir wie ein Nachtwächter vor der ruft: "Liebe Leute lasst Euch sagen, die Uhr hat schon halb Zwölf geschlagen." |
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schrieb am
15.11.2009 um 22:13
Ich find das immer lustig, wie Leute immer die Nase rümpfen, auf die eine oder andere Art, wenn der Name Marx fällt. Bedenkenswerte Argumente kriegt man zwar nicht zu hören. Aber es ist eben Konsens: Marx ist Ur-Opa. "mit marx und engels hat unsere globale situation wohl wenig zu tun" - dafür mehr mit Voltaire, Rousseau und Kant, ja? Oh, da gibt's auch Leute, die die Nase rümpfen. Und irgendwann sind wir dann bei Sloti...
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Also die Grafik ist mal klasse. Elegantes Grau-Weiß mit Aussagekraft (vgl. redaktionelle Sloti-Debatte-Grafik). Nur, Marx/Engels hätte ich noch irgendwo plaziert. Als richtungsweisend aus dem Kreis heraus.
Das mal fürs erste. |
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Tja,
Marx und Engels diese Bengels |
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Ich habe ein schönes Zitat gefunden. "Passt" auf Helders Einschätzung zu M/E und aktuell zum 9.11. und Schabowski "Heldentat".
Der große Fehler bei den Deutschen ist, sich die Revolution als ein über Nacht abzumachendes Ding vorzustellen. In der Tat ist sie ein mehrjähriger Entwicklungsprozeß der Massen unter beschleunigenden Umständen. ![]() |
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Leider sind die beschleunigenden Umstände ziemlich langsam, finde ich, so daß der Entwicklungsprozeß nun nihct nur mehrjähig verlaufen ist, sondern mehrjahrzehntig.
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Die Grenze zwischen arm und reich haben wir. Jetzt fehlt nur noch der neuzeitliche Schabowski der dann sagt, "...die Grenzen zu den Reichtümern sind geöffnet. Nach meiner Information tritt das unverzüglich in Kraft."
Nur halt Po-Falla als Schabowski? Ich bin doch nicht so bekrenzt, dass ich meinen eigenen Stuss glaube :)) |
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Naja, luggi, Jenosse Schabowski hattet ja leicht jehabt mit seinen 6-Punkte-Plan.
1.Pressekonferenz orjanisieren 2.Frage bestellen 3.Zettel vorlesen 4.Weiße Fahne hoch 5.Türen uff 6.Den jroßen Lümmel loofen lassen Punkt 1 bis 4 könnten sofort wiederholt werden. Punkt 5 aber ist ein Propplehm. Welche Türen? Wie weit öffnen? Und für wen? Und vor allem: Was dann? Nochmal Jünti mitn Zettel ranlassen? |
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h.yuren legt den Finger in die richtige Wunde: Globalisierung
Der Artikel von Streifzug ist stark, sehr stark, aber die Freiheit des Netzes ist eine globale Angelegenheit und nicht mehr über die z.B. Pariser Stadtgrenzen einschränkbar. Die Informationskanäle des Internet sind global relativ ausfallsicher. |
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Ich bin da nicht ganz so beruhigt. Der Angriff auf die Freiheit des Netzes erfolgt global abgestimmt.
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Pardon,
m 1 Ich bin da nicht ganz so beruhigt. Der Angriff auf die Freiheit des Netzes erfolgt global abgestimmt. |
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schrieb am
16.11.2009 um 15:05
Wo steht denn bei Streifzug, dass er sich das Internet wie die Stadtzeitung von Paris vorstellt?
Das Internet ist übrigens auch keine Weltzeitung, eher die Summe aller Stadtzeitungen (und mehr als die Summe, sebstredend). |
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@meisterfalk,
den Sloti gibt es doch nicht mehr, wie haben nun den Euro. Oder meinst du den Schriftstelle Zloty? |
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@luggi,
Revolution in Deutschland ist Oxymoron. |
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@ streifzug:
Noch nie etwas vom Europa der zewei Geschwindigkeiten gehört? Das war mal so 'ne komische Idee, de facto haben wir es aber. Polen hat immer noch den Zloty, und die Polen bauchen dogar eine Visum, wenn sie nach Deutschland einreisen wollen. Wg. der gleichen Lebensgrundlagen und der Freizügigkeit, weißt Du? So macht man Demokratrie! |
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meisterfalk schrieb am 15.11.2009 um 22:13:
"Und irgendwann sind wir dann bei Sloti..." Oh nein, bitte nicht! :-) Gruß hh |
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@I.D.A: Wo du Recht hast, hast du Recht. Es geht viel zu langsam...
@Streifzug: Ich gebe dir eindeutig Recht. Mit der Möglichkeit sich zu "verlagern" kann man heute nicht mehr rechnen, zu sehr sind solche global-wirtschaftlichen Interessen aufeinander abgestimmt. Wäre das wirklich Politik im Sinne des Volkes würde das viel schleppender laufen... |
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Eine stabiles rechtliches und finanzelles Fundament. Institutionalisiertes Bloggen :)
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Mensch, streifzug, was für ein wundervoller Streifzug durch die Geschichte der Presse- und Meinungsfreiheit.
Ich glaube, h.yuren hat recht, daß die Karawane weiterzieht, wenn es ihr in den Blogs zu eng wird. Menschen haben sich schon immer Möglichkeiten gesucht, wo und wie sie ihre Meinungen äußern und verbreiten können. Vielleicht ist ein Schritt zum zeitungsabhängigen bzw. verlagsabhängigen Blog auch der Schritt hin zum Ende der Bloggerei im 'trditionellen' Sinne. |
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Es kommt darauf an, ob die Karawane noch genug Oasen findet um überleben zu können. Zeitungs- bzw. verlagsabhängige Bloggerei wäre keine Bloggerei mehr.
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Lieber Streifzug,
wissen Sie was, es ist ja unsinnig, hier zu antworten und gleichzeitig, diesen Aufmacher schreiben zu müssen. Ich schreibe den Aufmacher sozusagen als Antwort - es ist ja ein Thema. Und beziehe mich dann auf Ihren Blog. Wenn es fertig ist, stelle ich es ins Netz. (So fängt dann Print und Online tatsächlich an, sich sinnvoll zu überschneiden) ((Wenn wir jetzt noch Geld damit verdienen würden, wären wir nicht nur konzeptionell ganz weit vorn sondern auch wirtschaftlich lebensfähig)) JA |
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JA,
wirtschaftlich lebensfähig wäre diese Kombination meiner Meinung nach, wenn sie genügend Menschen dabei hilft Gewinn zu generieren. |
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Das ist eben das Konzeptproblem. Der sich darin befindliche Widerspruch, mit etwas Geld zu verdienen, dass im System funktionieren muss, welches irgendwie angreift. Je mehr Menschen darin sind, um so unwahrscheinlicher ist der materielle Gewinn, eben weil zum Ertragsproblem generell dann noch das Verteilungsproblem speziell kommt. Die oben angedeutete Funktionsweise in der Grafik wird halt nur eine mikroskopische Verkleinerung.
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Ach bitte nicht dieses Wort: Gewinn.
Mein Unwort des Jahres, kommt gleich nach Humankapital... |
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Also schon die Überschrift zeigt mir, mein lieber Streifzug, dass Du - auch wenn man sicher mal verschärft polemisieren darf - zu wenig Beziehung zu Worten hast. Sowas schmälert den Glauben an die Ernsthaftigkeit Deiner Überlegungen massiv.
Die Geschichte ist eine prima Lehrmeisterin, allerdings sollte man sie nicht als argumentatives Ersatzteillager verwenden. "Wenn es gerade gut passt, reiße ich die Zitate auch aus dem Zusammenhang um meine Meinung zu untermauern, Journalismus lässt grüßen." Man sollte auch nicht pauschal einen ganzen Berufsstand diskreditieren. Ich weiß nicht, als was Du Dich siehst, aber auch Blogger haben sehr unterschiedliche Motivationen und es gibt sehr unterschiedliche Grade an Seriosität. Also: Du bedienst Dich mit politischen und historischen Personen, Daten Ereignissen und Erkenntnissen, als sei die Historie eine Ansammlung von Jokern, mit denen man die jeweils vorhandene Leerstelle füllen kann. Leerstelle Sarkozy: "Sarkozy will in guter konservativer Manier das Rad der Zeit zurückdrehen. Nicht nur die 68er sollen abgewickelt werden, nein, das ist keine angemessene Aufgabe für einen Sarkozy. Er will mehr. Es muss schon die Französische Revolution sein. " Was will Sarkozy denn an der französischen Revolution zurückdrehen? Die Guillotine abschaffen oder ist die schon abgeschafft oder will er etwa die revolutionären Schnellgerichte wieder einführen, oder wie oder was. Reichlich wenig bietest Du an. Politische Analyse-Fehlanzeige. Du schreibst von der Verflechtung von Politik und Ökonomie - das ist ja alles richtig und bekannt. Nur: Auch in Ländern, wo dies nicht so verflochten ist, gibt es massive Einschränkungen der Pressefreiheit. Also ich finde den Bogen zu weit gespannt, um eine Debatte der Gegenwart zu führen. Und die geht darum, wie man Inhalte im Netz finanziert. Niemand hindert politische Menschen, sich zu Bloggerportalen zusammenzuschließen, das gibt es doch auch. Es gibt massenweise Angebote wie twoday.net oder Blogspot oder wie oder was. Es gibt eigene Homepages in Massen. Alles Blogger. Warum ist nun ausgerechnet "der Freitag" verantwortlich für das Wohl und Wehe von Bloggern? Verstehe ich nicht. Wenn Du das so verknüpfst, dann kriegt diese kleine Zeitung hier eine Macht und Bedeutung bis zur Decke. Viele Blogger leben von einer Gegnerschaft mit großen verlegerischen Schlachtschiffen. Der Bildblog lebt von BILD, der Spiegelfechter hat den Spiegel im Visier. Das machen die ja nicht nur wegen der Kritik, sondern auch wegen der Aufmerksamkeit, die damit verbunden ist. Willst Du der Freitagswatcher werden oder wie? Was willst Du? Ich bin hier gelandet, weil mir die Ausrichtung gefällt, die allerdings durchaus immer wieder und zu Recht in Kritik gerät. Ich bin hier, weil sich hier Aufmerksamkeit erzielen lässt. Und - seit wir alle eine Weile hier sind - liebe ich auch die Community. Was willst also Du? Das kann irgendwann was kosten. Wie und in welcher Form, darüber geht es die ganze Zeit. Und am Schluss schreibst Du noch: "Meiner Meinung nach ist das Lager der freien Bürger und des Bürgerjournalismus langfristig das stärke Lager. Bis es soweit ist, steht uns allerdings noch ein wahrer Sturm bevor. Schott dicht." Tja, also die freien Bürger und die Bürgerjournalisten - ist das nicht die vielbeschworene neue Mitte? Warum willst Du denn zu denen? Es ist reichlich kraus was Du schreibst. Du holst - wie ich denke - viel zu weit aus und führst an den Stellen eng,die Dir in den Kram passen. Da helfen auch Marx und Engels nicht, weil hinlänglich bekannt, wie alles funktioniert. Gruß Magda |
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Man könnte natürlich mal kritisch nachfragen, ob Herr Augstein - ähnlich wie andere Global Player - Staatshilfen in Anspruch genommen hat, die er jetzt in seinen Garten steckt, um die dortigen Löwen zu finanzieren, damit sie nicht als Bettvorleger enden. Weiß man das?
Pardon - dies ist ein persönlicher Scherz von mir. |
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schön, dass ich mit meiner nicht formulierten ansicht da nicht alleine stehe. ich frag mich grad, was uns das über den freitag sagt, dass JA meint darauf im print eingehen zu müssen!?
mir selbst wars die antwort nicht wert, da zu hanebüchen. aber es könnte auch linker boulevard sein, den kann ich auch heute noch nicht so recht identifizieren. mfg mh |
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Lieber MH - danke für den Kommentar. Sie werden meinen Beitrag nämlich - wie immer - einfach nicht beachten. Sie sind von dieser Mischung aus Parteilehrjahr und Marx für Arme alle so begeistert, dass ich mich darüber ärgere - übrigens - eben weil ich mich für Links halte.
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Achso, noch eine Frage an Streifzug:
Du schreibst - "Verlage bieten Bloggern Unterschlupf, rechtliche Sicherheit. Das ist zwar etwas zynisch aber realistisch. Kleine Bloggerküken finden Unterschluft bei Henne Zeitung. Sie dürfen von diesem flauschigen Plätzchen aus zwar nicht mehr nach Herzenslust schreiben, aber nette kleine Wunschlisten der Redaktion abarbeiten kann auch Freude bereiten." Warum willst Du denn dann unbedingt beim "der Freitag" sein, das ist doch auch eine Henne? Verstehe ich nicht. |
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"ie werden meinen Beitrag nämlich - wie immer - einfach nicht beachten. Sie sind von dieser Mischung aus Parteilehrjahr und Marx für Arme alle so begeistert, dass ich mich darüber ärgere - übrigens - eben weil ich mich für Links halte."
vielen dank für den hinweis, wie ich meine beiträge künftig aufwerten kann. ein zitat, also da lässt sich doch immer was passendes finden. selbst bei marx! mfg mh |
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Hallo Magda,
man sollte nicht zu oft in der Kommunikation verwenden ;) DerFreitag kommt im Artikel nicht vor. Ein praktisches Beispiel. Du magst doch die NachDenkSeiten. Was glaubst du wohl, welche Auswirkungen das geplante Leistungsschutzrecht auf die NachDenkSeiten hätte? Das Leistungsschutzrecht will das Recht auf Zitate aushebeln. Ähnlich wie bei Musik soll das Anspielen von journalistischen Texten, ja, sogar nur das der Überschrift eines Artikels, nun schöpferische Höhe aufweisen und damit zustimmungspflichtig sein und/oder schlicht Geld kosten. Dann müssten die NachDenkSeiten alle ehemaligen Zitate bezahlen. Interessant ist auch, ob sogar die Vergangenheit einbezogen werden könnte. Archivierte Artikel waren zwar im Entstehungszeitraum rechtens, aber da man sie jederzeit wieder aufrufen kann, würden sie in dann unter geltendes neues Recht fallen. Also würde dann auch das Archiv gesperrt werden müssen. Wenn aus den genannten Gründen die Betreiber der NachDenkSeiten verkünden würden, dass sie unter den dann gegebenen Umständen das Portal schließen müssen - erscheint dir dann meine Überschrift immer noch so harsch und der geschichtliche Vergleich so fern? Auch die Ansammlungen von Bloggern tanzen auf dünnem Eis. Wenn ihnen rechtlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird, ist es nicht weit, bis man sie in entsprechenden Medien einfach Räuberbande nennt. |
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Man sollte sollte nicht zu oft in der Kommunikation verwenden ;)
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und wenn wir dann noch festhalten, dass beim leistungsschutzrecht um gewerblich genutzte inhalte gehen soll, dann sieht die welt schon wieder anders aus, auch für blogger.
mir ist übrigens aufgefallen, dass ich die alle nicht wirklich zitieren muss. kann ich verlinken und denen dann meine meinung geigen. soll ruhig jeder selbst lesen, was für blödsinn die schreiben. teilzitate sind ohne zusammenhang und haben etwas willkürliches. ein leistungsschutzrecht sorgt schlimmstenfalls dafür, dass wir uns wieder mit den sichtweisen beschäftigen müssen und nicht nur blöde den veriss durch blogs konsumieren. davon ab, wirds eh nicht so schlimm kommen und so wie du es darstellst ohnehin hin. wo ist der punkt? mfg mh |
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@MH,
es ist ein Denkmodell, ein Analogiemodell, weniger ein Skalenmodell. |
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@MH,
ganz so einfach läuft es auch nicht. Das geplante Leistungsschutzrecht kommt ja nicht alleine daher. Die Statusänderung durch das Presserecht für Blogger soll verhindern, dass du einfach mal so zu allen Themen schreibst. |
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Magda,
eine politische Analyse von Sarkozy und seinen Plänen war wirklich nicht das Thema. In welchen Ländern gibt es keine Verflechtung von Politik und Ökonomie? Die Debatte der Gegenwart geht aus Sicht der Verlage darum, wie man Inhalte im Netz finanziert. Aus Sicht der Blogger geht es um andere Dinge, meiner Meinung nach auch darum zu überleben, wie beschrieben. "Warum ist nun ausgerechnet "der Freitag" verantwortlich für das Wohl und Wehe von Bloggern?" das steht nicht im Text. Wie gesagt steht zum Freitag nichts im Text. |
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@Magda,
Warum willst Du denn dann unbedingt beim "der Freitag" sein, das ist doch auch eine Henne? Verstehe ich nicht. Ich schreibe hier, unterhalte mich mit netten Menschen, streite ein wenig. Das ist nicht zwangsläufig an den Freitag gekoppelt. Das tue ich, solange es mir hier gefällt. Ich unterstütze das Projekt, wenn auch ab und an kritisch. |
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Liebe Magda, warum hauen Sie so auf Streifzug ein? Er hat zu wenig Beziehung zu Worten? Meinen Sie das wirklich, warum kreiden Sie ausgerechnet Streifzug diesen Mangel an? Ihre Vehemenz und Ihre Wortwahl bei Ihrer Attacke auf Streifzug kommt mir der Verdacht - dass es Ihnen hier nicht um diesen Blog geht.
Marx für Arme - was meinen Sie eigentlich damit? Und wen? Welchen Marx haben denn Sie? Oder Parteilehrjahr - gab es das auch bei Flöten und für Fötistinnnen? (Sie nennen sich selbst gern so, deshalb erlaube ich mir diese Formulierung ausnahmsweise.) Auch ich bin sehr gern beim Freitag und an Streifzugs Engagement in dieser Community sehe ich, dass auch er sich hier wohlfühlt. Sehr herzliche Grüße weinsztein |
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"Fötistinnnen" - na herrlich.
Davon abgesehen. Alles, was ich dazu sagen wollte, ist oben in dem ersten posting von mir. Da ist alles halbwegs erklärt. Aber wenn jemand einen Begriff wie die "geplante Vernichtung der Blogger" verwendet, dann hat er kein Gefühl für die Konnotation die damit verbunden ist. Alles andere habe ich erklärt. Wenn Streifzug jetzt sagt, er habe gar nicht den Freitag gemeint, denn kann ich nur fragen, warum er dann den Augstein -Beitrag zum Anlass nimmt. "Ihre Vehemenz und Ihre Wortwahl bei Ihrer Attacke auf Streifzug kommt mir der Verdacht - dass es Ihnen hier nicht um diesen Blog geht. " Es geht mir nur um diesen Blog. Nur... Gruß Magda |
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@ streifzug
"DerFreitag kommt im Artikel nicht vor." Jaja, Du willst den Leuten die Welt erklären, aber es kommt meisten so, dass Du dann Deinen Beitrag nochmal erklären willst. Dieser Alarmismus aber ärgert mich, diese absolute Art, die Dinge passend zu machen. Das ist einfach aber mir manchmal ärgerlich. Mehr ist das nicht bei mir, als eine Abwehr gegen einfache Wahrheiten. Gruß Magda |
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@ gleich noch hiermal ran:
"Das Leistungsschutzrecht will das Recht auf Zitate aushebeln. Ähnlich wie bei Musik soll das Anspielen von journalistischen Texten, ja, sogar nur das der Überschrift eines Artikels, nun schöpferische Höhe aufweisen und damit zustimmungspflichtig sein und/oder schlicht Geld kosten" Dann schreib darüber, das versteht man dann. |
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Magda,
och nö. Du hast die Freiheit es auf deine Weise zu sehen und ich habe die Freiheit es auf meine Weise zu schreiben. Ganz einfach. Mehr sag ich jetzt auch nicht dazu. |
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Ich habe jetzt nachträglich oben im Artikel einige Links zu Artikeln eingefügt, aus denen deutlich hervorgeht, welch gravierende Konsequenzen die geplanten Gesetze haben können/werden.
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schrieb am
17.11.2009 um 22:16
Also, ich werd nie verstehen, warum gerade Marx-Zitate immer so einen Aufruhr machen, so überempfindlich kommentiert werden, während man sonst Kant, Nietzsche, ..., dingsbums, Rühmkorf und alle relativ ungeschoren zitieren kann. Das heißt, ich verstehe es sehr wohl, an anderer Stelle.
Was Streifzug hier gemacht hat, ist darauf hinzuweisen, dass es mit Presse-, Meinungsfreiheit und Demokratie nicht so ideal bestellt ist, wie die Meinungsführer uns andauernd erzählen. Und das machst Du doch auch des öfteren, Magda. |
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Hallo Magda,
jetzt, da eh keiner mehr guckt, noch eine kleine Anmerkung. Stell dir mal vor, in den 70igern hätte dir jemand gesagt: " Es ist das erklärte Ziel bestimmter Konservativer die DDR zu vernichten. Sie werden sich das Vermögen aneignen, die Strukturen zerschlagen und als Zeichen des Erfolgs den "Palast der Republik" abreißen und an seine Stelle drei barocke Schlossfassaden stellen. Kanzler der Einheit wird natürlich auch ein Konservativer." Weniger unwahrscheinlich? |
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Na, da hast Du aber "Glück", dass ich überhaupt noch hier rumgeisterte.
Über Deine Frage denke ich nach. Ein bisschen macht Deine Frage aber auch die Problematik mit der Geschichte deutlich. Denn: Genau so haben uns die Mächtigen in der DDR andauernd die Absichten des Gegners erklärt. Den ersten Satz haben sie ständig und ständig wiederholt, bis keine Sau das noch hören wollte. Noch dazu, wo sie sich mit diesen angeblichen Verbrechern auch noch ständig selbst trafen. Dazu kommt noch, dass das Verhalten der DDR-Regierung - der letzten also unter de Maiziere - im Grunde eine Einladung bzw. gesetzliche Ermächtigung zu diesem Tun war. Dass sich der Kapitalismus in enthemmter Form und ohne Konkurrenz dann so verhält, wie jetzt erlebt - und zwar im Westen und im Osten - hätte ich nicht erwartet. Und warum? Weil die uns das in der DDR, wie weiter oben gesagt andauernd und andauernd eintrichtern wollten. Und manchmal auch mit etwas kurzschlüssigen und zusammengeholten Argumenten, bei denen immer rauskommen musste, dass die Kapitalisten Schweine sind. Dabei kam mir der Westen einfach manchmal ziviler vor, als die im Osten. Davon abgesehen: Du denkst von mir, ich glaube nicht an die Absichten der Mächtigen, wenn es um die Zurückdrängung der Blogosphäre und überhaupt mehr Kontrolle und so weiter geht. Das ist nicht mein Problem. Mir ging es nur um die Form , in die Du Deinen Alarm gekleidet hast. Und dann noch die Zitate von der hiesigen Obersten Heeresleitung verwendest, dann aber sagst, um den Freitag geht es nicht and so on... Mir gehts nur um nicht schlüssige Beweisführung. Und nun begraben wir das Kriegsbeil. Du hast sicher Recht, wenn es um die Bestrebungen der Gegenwart geht. Das kann man jetzt allenthalben wieder verfolgen. Da bin ich selbst gerade dabei mich ein bisschen sachkundiger zu machen. Gruß |
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@sachichma,
noch gibt es uns ja :) |
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Jenau
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"Ich schreibe hier, unterhalte mich mit netten Menschen, streite ein wenig. Das ist nicht zwangsläufig an den Freitag gekoppelt. Das tue ich, solange es mir hier gefällt. Ich unterstütze das Projekt, wenn auch ab und an kritisch." Ich finde das sehr klug und praktikabel, weil: Mein Vater konnte noch 44 Jahre Metaller sein bei Klöckner mit allem Milieu drum und dran, und ernstgemeint; so was gibts nirgendwo mehr, an nichts ist man gekoppelt, Unterstützung ist situativ. Das ist die Lage. In dieser Lage kämpfen und lachen wir. Miteinander. Zur Not und Einsicht haben wir noch blaue Bände ...
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Hallo Streifzug,
guter Artikel, trifft den Kern der Auseinandersetzung. JA sollte davon wesentliche Teile im Print bringen und nicht nur für sich alles als Steigbügelhalter nutzen. Bei Leistungsschutzrechten, beim krampfhaften Festhalten am Urheberrecht (wenn möglich noch verschärfen für alle Text- und Bildsorten)zeigt sich die wahre Botschaft der selbstgezimmerten "Freiheit in Verantwortung". Da kann ich nur sagen: Ahoi, Piraten - wachst schnell, segelt gegen diesen politischen Wind. Ansonsten: weiter so, auch im Freitag. Gruß BW |
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> JA sollte davon wesentliche Teile im Print bringen und nicht nur für sich alles als Steigbügelhalter nutzen.<
dann täte er etwas von dem seine Kollegen träumen. Ist ein steiniger Weg, aber als Gärtner kennt er sich aus mit all dem was so auf dem Weg wächst. Wege im Garten festlegen ist wie heiraten, den Schotter wirst Du so einfach nicht mehr los. Also im Print muss das dann ein echter Hingucker sein. |
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Lieber Streifzug,
feurig geschrieben, bravo! Ob es so schnell so schlimm kommt, wie Sie es beschreiben, wer weiß; die Absicht, das Netz an die Kandare zu nehmen, ist aber sicher mächtig; Ihr vehementes Warnen davor birgt daher einen Wert an sich. Bei den "Piraten" sehe ich bisher nur wenig intellektuelles Potential, und deren Konzepte, insonderheit zum Urheberrecht, erscheinen mir bestenfalls naiv. Vielleicht bringen Sie da ja mal den richtigen frischen Wind rein. |
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Liebe Magda,
gestern habe ich mich nicht getraut, ganz ehrlich, denn Frauen wie Sie klariter zu kritisieren, das unterlässt der vermeintlich intelligente Mann in einem linken Forum doch lieber. Meine Schande. Da Sie selbst aber an Giftigem nicht zu sparen pflegen, erhebe ich mich jetzt aus meiner selbst emaskulierten Feigheit inalsoweit, dass ich Sie frage, weshalb Ihnen (Dir?) so wenig freier Humor eignet, zumal gegenüber Männern. Ich halte nichts vom Geschlechterkrieg, nehme diesen aber genau deshalb im Zweifelsfalle an. Die Anwürfe gegen Streifzug waren schlicht zickig; Sie haben mehr drauf. |
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schrieb am
18.11.2009 um 21:50
Jetzt mussickse doch ma in Schutz nehm, MAGDA IS KEENE ZICKE!!! - Willste Dresche?!
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@meisterfalk - nein, mein lieber meisterfalk, nicht wirklich. Ich tu nur manchmal so.
@ Magnus Göllner "Die Anwürfe gegen Streifzug waren schlicht zickig; Sie haben mehr drauf." Nur schlicht zickig? Schlicht nur? Das ist ein Vorwurf, den kann ich nicht auf mir sitzenlassen. Und es stimmt, ich habe mehr drauf. Ich fordere Dich auf, diesen ungeheuerlichen Vorwurf zurückzunehmen. Denn ich bin - wenn überhaupt - gehoben zickig. Zickig in der gehobenen Premiumvariante. Ansonsten: Liebe Kinder. Frieden. Ich räume ein, ich war etwas ...gut gut. Aber streifzug ist aber auch immer...kurzerhand er ist Schuld... :-)) Hochachtungsvoll Magda, Zicke im Schlichtdienst (Ach herrlich nach zwei Bier bin ich immer richtig gut) |
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Die Blogger und auch die Verleger /
sind in diesen Zeiten reger / als Beamten und Kunstlehrer / die nur irgendwie integer. / Wir leben gern im Gegensatz / jetzt ab: die Matz / jeder hat Interesse / für seine Messe. / Widersprüche hier und da: / Karneval mit Tralala. / |
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Auch solche Nicht-ganz-Dichtungen /
sind oftmals botschaftlich gelungen. / |
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Bald darf man sich in Deutschland nur noch erzählen, was man persönlich erlebt hat. An allen anderen "Inhalten" hat irgend jemand Rechte.
Wir haben nicht in Jahrhunderten gegenüber dem Staat und der Obrigkeit demokratische Freiheiten erkämpft, um sie nun im Digitalzeitalter an die Privatwirtschaft zu verlieren. |
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@rolfmueller,
auf den Punkt gebracht. Für diese demokratischen Freiheiten lohnt es sich zu kämpfen. Manche erliegen mittlerweile dem Trugschluss, diese Freiheiten wären unantastbar oder Gottgegeben. |
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@rolfmueller
Auf dein "persönlich Erlebtes" haben bald andere ein Copyright. Ein Verleger meint: ihre Buchstaben gehören mir! |
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nicht nur die Buchstaben, vor ein paar Monaten erhielt ein Kollege einen Vertrag für eine Auftragsarbeit zugesandt in dem zu lesen stand das ALLE Fotos, die im Rahmen dieses Auftrag entstünden, in das Eigentum des Verlags übergehen würden und abzuliefern seien. Das ist so als müssten alle handschriftlichen Notizen zu einen Text für eine Reportage gleich mit abgeliefert werden.
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Hugo Egon Balder war seiner Zeit weit voraus:
"Auch andernorts bewiesen die beiden Sinn für Humor, etwa als sie versuchten, bei der Gema die Urheberrechte für eine Tonleiter und die musikalische Pause anzumelden." |
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urheberrechte und verwertungsgesellschaften sind nicht neu. verlage und von ihnen abhängige schreiber/innen auch nicht.
blogger/innen sind herrenlose schreiber/innen. gut so. dass den regierenden dieser zustand bei wachsendem einfluss auf die öffentliche meinung nicht gefallen kann, ist mehr als klar. von der seite ist unrat zu erwarten wie eh und je. großer vorteil für die seite der blogger/innen: das netz macht nicht an herrschaftsgrenzen halt. und: die regierenden sind sich noch nie einig gewesen. das liegt in der natur der sache. netzwiderstand ist übrigens schneller und einfacher hergestellt als alle parteiproteste. drum: lasst uns froh und munter sein! |
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"Die geplante Vernichtung der Blogger" kann unterm Strich nur über zwei Wege funktionieren, die wahrscheinlich einen bedeuteten: Die absolute Weltdiktatur und die Abschaltung des Weltnetzes.
Die neuen Urheberrechtsverrenkungen, welche von Verlagen, Google und anderen versucht werden, fallen auch auf deren Leute und Aktivitäten zurück, solange diese Kräfte keine diktatorische Deutungshoheit darüber erlangen; die Masse der Blogger wird, solange das nicht geschieht, einfach schneller sein. 100 Millionen Köpfe, die für kein Geld arbeiten, müssen weder dümmer noch langsamer noch ineffektiver sein als zwei Millionen, die zum Behufe deren Vernichtung gekauft werden. Vor den verquasten Urheberrechtsvorstellungen der Piraten warne ich allerdings noch einmal; die sind wahrscheinlich gutwillig, aber in jedem Falle naiv, zumindest bisher, wenn nicht längst unterwandert. Eine Partei oder Gruppierung, die sich nur ein Thema auf die Fahnen schreibt, dieses dann behandelt gleich einem verstörten Kinde, ist mindestens unreif. |
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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