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Wir schreiben das Jahr 1999. Der Frühling beginnt. Die Rot-Grüne Koalition soll frischen Wind bringen. Oskar Lafontaine, Gerhard Schröder und Joschka Fischer stehen dafür.
Es ist Zeit sich zu verabschieden. Nächste Woche beginnt das 10 jährige Projekt Weltraum. Ich ziehe in eine simulierte Umwelt, wie sie auf dem Mars herrscht. Zehn Jahre werde ich dort leben, völlig von der Umwelt abgeschirmt. Keine Nachrichten, keine Informationen darüber, was draußen vor sich geht.
Wir schreiben das Jahr 2009.
Das Experiment ist erfolgreich abgeschlossen. Meine Isolation ist beendet. Ich fange an mich mit den neusten Geschehnissen auseinanderzusetzen.
Die SPD in einer Großen Koalition mit der CDU. Die SPD bei ~ 20%. Lafontaine hat eine neue Partei mitgegründet. Sie wird medial fast völlig unterdrückt. Die Weltwirtschaft in der Krise.
Was ist passiert. Vor allem, was ist mit der SPD passiert? Ich beiße mich durch alte Informationen. Krieg, Sozialabbau, Steuererleichterungen für Konzerne, Heuschrecken eingeladen, Zerstörung des Sozialstaates, Renten gekürzt, bürgerliche Freiheiten beschnitten ... Es nimmt kein Ende.
Momentan wird die Staatskasse geplündert. Banken, Konzerne, Unternehmen haben sich gnadenlos verzockt. Ihnen wird Geld ohne Überlegung und Bedenken hinterhergekippt, welches vorher angeblich bei Kindergärten, Schulen, Armen, Arbeitslosen, Familien ... fehlte.
Auch die Zerstörung des Sozialstaates war sinnlos. Krisenfest sollte er angeblich danach sein, bricht aber bei der ersten zusammen. Es werden höhere Arbeitslosenzahlen erwartet als vor Beginn der Zerstörung.
Ratlos fasse ich mir an die Stirn. Meine Bekannten können meine Fassungslosigkeit nicht verstehen. Sie haben sich wohl schleichend an die radikalen Veränderungen gewöhnt. Die SPD, wie ich sie kannte, gibt es nicht mehr.
Zerstört, obwohl mit Müntefering ein alter Haudegen an ihrer Spitze steht. Doch was ist aus ihm geworden. Wie ein Sektenmitglied spult er die immer gleichen Phrasen runter. Dabei war er bekannt dafür, Schaden von der SPD zu wenden.
Was für ein Schaden kann größer sein als das, was praktiziert wird und zu solch desaströsen Ergebnissen führt?
Ich lege mich zurück und lasse einige Geschehnisse im Geist ablaufen. CDU, Kohl, Spendenaffäre, Stasi, Kohls Stasi-Akten bleiben unter Verschluss.
Auch momentan sind die Nachrichten überfüllt mit Stasi Enthüllungen. Ich recherchiere. Nein, wesentliche Leute der SPD sind nicht betroffen.
Beim Spaziergang mit dem Hund durch den Wald konnte ich beobachten, wie ein großer Baum gefällt wird: Zuerst wurden die dicken Äste abgeschnitten. Dann folgten die kleinen Äste. Zuletzt wurde der Baum gefällt. Danach wird er in handliche Stücke geschnitten und kann weiterverwertet werden. Die Tiere des Baumes suchen sich ein neues Zuhause.
Passiert genau das mit der SPD? Die dicken Äste sind ihre Kernbereiche. Die sind jetzt alle ab. Fehlen nur noch ein paar kleine Äste und der letzte Schnitt.
Ist es denkbar, dass die SPD mit der Enthüllung von Stasiakten erpresst wird? Oder dass sie einen ähnlichen Schwachpunkt hat, einen Brandpilz, der sie innerlich zerstört? Dass sie nun Stück um Stück ihre Identität preisgibt, in der Illusion es würde helfen.
Dabei dröhnt die Kettensäge schon für den letzten, großen Schnitt.
Nachtrag:
Als letzte Konsequenz wird unser jetziges System Wahlsystem in ein präsidiales Mehrheitswahlrecht angelsächsischer Prägung umgewandelt. Damit wird der immer stärker werdende Protest "eingehegt".
Daher wäre es meiner Meinung nach sinnvoll eine zu starke Zersplitterung der Parteien zu vermeiden und eine wirkliche Alternative aufzubauen.
[Der Artikel ist ein persönliches Werturteil]
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Kernbereiche der SPD? Von so etwas habe ich tatsächlich ca. 10 Jahre nichts mehr gehört. zumindest nichts sinnvolles. ;)
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Oder liest es sich besser so: Alles Spitzel außer Oskar :)
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Hallo Streifzug,
ich habe noch so mit den Nachwirkungen meiner Migräne zu tun, glaubst du wirklich, ich ertrage schon einen Artikel zur Lage der SPD? Gruß Titta |
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Ach du Schreck - bleib bloß weg davon.
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Ich war jetzt erst mal an der Männerfront aktiv (friedlands neuer Blogbeitrag), nicht, daß sich hier auch nun alle anfangen, die Brust zu rasieren, wär ja fürchterlich.
So jetzt taste ich mich mal vor ... |
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Hä? Also ich bin wirklich noch nicht fit, also nochmal.
Ich war noch an der Männerfront aktiv (friedlands neuer Blogbeitrag), nicht, daß sich hier nun auch alle anfangen, die Brust zu rasieren, wär ja schade drum. Nun werde ich mich mal ganz langsam an die alte Tante vorwagen ... |
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Ooooooooooooooooh, die Technik! und ich!
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Nö, ich mach doch grad Kleinholz aus ihr :)
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Wo ist eigentlich der Rest vom Schützenfest?
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Keine Ahnung. Vielleicht weint meisterfalk schon in die Kissen. Da hat er sich soviel Mühe gegeben mit seinem Blogbeitrag, und dann wird er einfach aus dem Ranking genommen.
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Und wie ist das jetzt eigentlich? Wenn ich hier eine dumme Bemerkung zu viel mache, fliegst du dann auch raus?
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Wie dumm?
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Streifzug, nur für dich:
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Wer ist Karl-Heinz?
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Du bist ein Schatz :)
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Tja, die Männer wollen halt immer nur das eine von mir...
Ich weiß jetzt übrigens, wo der Rest ist. Bei dem schönen Wetter in der Republik sind die natürlich alle draußen, im Biergarten, am Badesee... Nur hier in Ostwestfalen, da ist das Wetter halt schietig wie immer. Naja, ein bißchen scheint sogar die Sonne. Aber was hilft mir das mit meinem Schädel. |
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ich bin auch draussen.
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Siehst du draußen noch was auf deinem Laptop?
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Ich tippe völlig im Dunklen :)
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schrieb am
17.06.2009 um 19:52
@ Titta
KARL-HEINZ gibt ERNST, der etwas JÜNGER ist, einen BOHRER aus STAHL, der damit im GEWITTER Löcher zu machen versucht. Exitus nach 103 Jahren. |
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MeisterKlasse.
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Wer ist Ernst Jünger?
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schrieb am
17.06.2009 um 20:03
@ Titta
Aber wer Stahl Gewitter ist, weißte, ja? |
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Ich bin schon froh ein paar einfache Gedanken einigermaßen fehlerfrei (ohne Kommata) hinzustricken.
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Nun aber, extra für Titta
de.wikipedia.org/wiki/Ernst_J%C3%BCnger de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinz_Bohrer |
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Den ersten kenn ich nur vom Nicht-mit-Befassen-Wollen, den zweiten nur vom Merkur-nicht-Lesen-Wollen.
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Von Stahlgewitter hatte ich als Ruhrikind bisher eine ganz andere Vorstellung. Die ist mir nun auch genommen. Danke! Es bleibt aber auch so wenig Schönes in der Welt, und das, was man glaubte zu haben, wird einem auch noch genommen.
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Oh jeh, jetzt haben wir hier auch noch einen depressiven Esel im Stall.
Titta, schreib mal unter der letzten Abteilung, du weißt schon - wegen Server und so. |
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schrieb am
17.06.2009 um 20:22
Und ich dachte, Stahl Gewitter ist so'n eigenwilliger Name von nem Krupp-Urenkel aus ner Seitenlinie, der einen auf Rammstein macht.
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Streifzug, was fürn Abserver, da steh ich immer noch auf dem Schlauch.
Aber Jungs, ich bin heut zu ner Erkenntnis gekommen. Ich schaffe es endlich, Dinge zu verdrängen!!! Halleluja!! Meine Kenntnisse über Ernst Jünger scheine ich echt verdrängt zu haben, oder hab die ganz simpel auch einfach nur vergessen! Halleluja! Ihr wißt gar nicht, wie lästig es ist, wenn man sich allen Mist merken kann, ohne daß man es will. Und mein Mann sagt doch immer zu mir: Denk nicht dran! Verdräng das! Und ich frag immer ganz ratlos zurück: Und wie soll das gehen, bitteschön? |
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Hoffentlich hat das jetzt nur nicht was mit meinem Schädelweh zu tun. Endlich die Dinge vergessen, die einem eh nur lästig sind. Sofern es nicht Demenz ist.
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Titta, schreib nicht hier sondern unten weiter - sonst wird der Bandwurm zu lang.
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Hab ich eigentlich schon erzählt, daß ich auch mal auf Bandwürmer untersucht worden bin?
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Das haben wir heute schon mal geschmettert. Alle mitsingen!
www.youtube.com/watch?v=bSw0DBT8SkU "Die Internationale, ohne irgendwelchen Witz oder Satire, einfach für Interessierte oder Genossen im Original, in der Version von Hannes Wader die er beim UZ Pressefest der DKP 1977 sang." |
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Das mit Hannes Wader habe ich erst hinterher gelesen und mir vorher gedacht, der klingt, so falsch wie er singt, doch ganz nach Hannes Wader.
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Hast du deine Ohren gespitzt?
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Der Film ist ja echt süß gemacht.
Aber ich hasse Katzen und der Film veranschaulicht aufs Exakteste, warum! Bitte, bitte such mir einen ähnlich schönen Schnipsel, wo hinterher die Rollen vertauscht sind, also die Katze die Doofe ist. Aber die Aufheiterung hat geklappt. |
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Falls ihr es noch nicht kennen solltet, daß Allerbeste von Rammstein ist eindeutig dieser Clip:
www.youtube.com/watch?v=COYBgTQzVg0&feature=PlayList&p=63088155857F04DC&playnext=1&playnext_from=PL&index=5 |
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Das war ja schon mal ein guter Appetizer, oder wie immer man das schreibt.
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Der zweite Katzenfilm war klasse. Mein Mann hat sich scheckig gelacht. (War gottseidank noch wach.)
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(bin gerad von verschiedenen Tätigkeiten, die u.a. dem Broterwerb dienen, zurück)
Hallo Streifzug, Verzweiflung im leicht heiterem Tone ausgedrückt. Gut getroffen. Mich verbindet keine alte Liebe mit der SPD. In der guten alten DaDaeR wurden wir ja hinlänglich aufgeklärt: alles Arbeiterverräter. - Das mit der Erpressung wär ne schöne Ausrede. |
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Hallo meisterfalk, hör mal oben rein :)
Erinnerst du dich? |
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schrieb am
17.06.2009 um 20:10
Klar, ist einfach ein STARKER Song. Ich habe eine LP (Vinyl) mit einer Sammlung von 18 Varianten u.a. in Spanisch, Englisch, Italienisch; mit Ernst Busch, Pete Seeger, HW, Robert Wyatt, Sog. Linksradikales Blasorchster (Heiner Goebbels) und einer Spieluhr. Ist auch viel Kitsch dabei, aber ich hab ja einen Hang zum Niederen...
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schrieb am
17.06.2009 um 20:34
Danke für Deine ein sehr breites Spektrum abdeckenden Links! Bei Rammstein muss ich immer denken: So ein Kasperletheater ('tschuldigung, Kaspar!), aber Feeling B war eine lustige Band.
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Kommt, Leute, lasst uns jetzt mal rübergehen zu Friedland, ein bisschen rumjuxen, damit er auch nicht ranking kommt...
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Hallo Streifzug,
jetzt will ich mir grad noch mal die Kommentare in deinem Blog angucken, da guckt mich rechts so ein modern sozialliberaler durch seine Brille aus Bremen so komisch an, und jetzt bin ich ganz komisch berührt. Sozialliberal, was war das noch mal. Ach ja, die Koalition, in der damals Genscher unsern Willy verraten hat. oder so. oder so ähnlich. |
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Ja, darauf spielt Brand(t)pilz übrigens an, obwohl es den wirklich als Pilz gibt.
Wo guckt dich einer an??? |
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rechts am rand unter User.
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Ich glaub', das ist ein Klon von der Zombie-Front!
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Ein englisches Sprichwort sagt: "The last cut is the deepest."
Hat die SPD also wirklich schon ihren letzten Schnitt erlebt? |
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Der steht kurz bevor.
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schrieb am
18.06.2009 um 08:47
"The first cut is the deepest" lyrics www.youtube.com/watch?v=MaQLhTwC5BQ
das ist ein song. unrsprünglich von bob dylan. hat auch sherryl crow gesungen. war sogar ein hit. das meint, der erste schnitt ist der tiefeste. und ist eine metapher für den ersten liebeskummer. oder für den ersten schmerz, der einem liebendem zugefügt wurde. |
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schrieb am
18.06.2009 um 09:00
Moin chrisamar, lass Dich hier offiziell als Pop-Berater*in akkreditieren. Die Stelle ist noch offen.
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Ach und ich dachte immer, es ging um Deflorierung.
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Interessant an diesem Beitrag ist weder der Inhalt der Kritik (man kennt das: in Bausch und Bogen und mit einem kindlichen Absolutheitsanspruch) noch die Botschaft ("Wirkliche Alternative aufbauen", weil das eigene wirklich ja immer das wirklichere Wirklich ist), auch nicht die wüsten Verdächtigungen (Stasi!), sondern das latent Aggressive, Zerstörerische. Die Kettensäge! Hacken! Totmachen! Letzte Hand anlegen für den letzten Schnitt! Brandpilz! Ausrotten!
Seltsam, dass dieses semantische Umfeld keiner der Claqueur-Kommentare erwähnt. Das Bild des Baumes gefällt mir. Fragt sich nur, ob da jemand brutal-genüsslich auf den Ast einhackt, auf dem er sitzt. Sado-Maso sozusagen. ,-) |
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schrieb am
18.06.2009 um 09:43
Claqueur?! Hab ich irgendwas verpasst? Gibt's Geld dafür? Wo, wo wo?
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Und ich finde es wiederum hochinteressant und aufschlußreich, wie hier, parallel zur Kritik, der Schreiber samt Kommentatoren in einem Rundumschlag nicht nur abgewatscht, sondern direkt umgewatscht wird, und das von einer so zartfühlenden Person(man beachte auch das Weichbild des Avators).
Das sind ja alles wieder morgendliche Genüsse. (Und endlich ohne Kopfschmerzen.) Tach klara! Endlich auch wieder auf der Freitags-Blogge. Gruß Titta |
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Liebe klara,
Ihr Kommentar ist interessant. "Man sieht nur das, was man kennt. " Wie ist es zu diesem Artikel gekommen? Letzter Auslöser war der tolle Text "Ich, die Basis" von Jan Jasper Kosok www.freitag.de/community/blogs/jan-jasper-kosok/ich-die-basis. Die einzelnen Komponenten sind der Realität entnommen. Letzte Tage kam ich bei meiner täglichen Spazierrunde mit dem Hund an einem riesigen umgefallenen Baum vorbei. Der wurde gerade von einem Ein-Mann WaldNotDienst zerkleinert und vom Weg geräumt. Von dieser Fachkraft erfuhr ich, was die Ursache des "Umsturzes" war: Brandpilz, ein mir in seiner zerstörerischen Wirkung nicht bekannter Pilz. Der Baum war innen bis auf eine vergleichsweise winzige Stelle sozusagen vertrocknet. Vor einigen Jahren wurden im gleichen Wald große Bäume gefällt. Das geschah auf die Weise, die ich im Text beschreibe. Das Verhalten der SPD-Oberen weißt gelinde gesagt sonderbare Züge auf. Stasi Enthüllungen sind Alltag. Dies alles habe ich zusammengeschüttet und einen Text daraus gebraut, der natürlich nicht jedem schmeckt. Der Brandpilz - Brand(t)pilz passt in dem Zusammenhang besonders, da er nah an einem Geschehen liegt, welches ähnliche Züge aufweist. Ansonsten sind Assoziationen wie: "Kleinhacken, Kettensäge, Fällen" durchaus erwünscht. Ist es doch genau das, was die SPD meiner Meinung nach mit dem Sozialstaat und Bürgerrechten macht. Liebe klara, von "Totmachen" und "Ausrotten" kann ich bei aller Liebe nicht mal latent etwas in meinem Text entdecken. Diese Begriff entspringen wohl alleine dem semantischen Umfeld Ihrer Fantasie. In wie weit dies Einblick in Ihr Denken vermittelt entzieht sich meiner Kenntnis. Auch sitze ich auf keinem entsprechenden Ast. Ich beschreibe politisches Geschehen durchaus kritisch, halte mich von Parteien aber so weit es geht fern. Ihrer Logik als Basis der Erkenntnis bringt mich letztendlich noch zu der Aussage: Sado-Maso? Wenn es denn Spaß macht. Genießen Sie es ohne Schuldkomplexe ,-) |
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Der Unterschied liegt wahrscheinlich weniger in der Wahrnehmung (der SPD-Politik), als darin, was man erwartet, erwarten zu können meint von der SPD.
Und darin, ob man sich über den schlechten Zustand des Volkspatienten freut - oder sorgt. Weil in jedes Vakuum etwas drängen wird. Und weil ich nicht sicher bin, ob dieses Etwas etwas Besseres wäre als das sozialdemokratische Kleinkleingroß. Die zerstörerische Grundhaltung des Textes, die - verständliche! - Sehnsucht nach tabula rasa - lässt jedenfalls nicht unbedingt Besseres vermuten... Denn eine tabula rasa gab es nie, gibt es nciht und wird es nicht geben. Es gibt immer nur Menschen, die versuchen, miteinander, gegeneinander, füreinander politisch zu gestalten. Die gehässige Freude will mir deshalb einfach nicht einleuchten. |
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Hallo klara, "Gehässige Freude" ordne ich wieder Ihrem semantischen Umfeld zu. Wenn, dann "kreative Zerstörung" :)
Außerdem scheint sich Ihre Wahrnehmung etwas einseitig zu orientieren. --- Der nordrhein-westfälische SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhard Schultz verlangt von seiner Partei, die Linke mit allen Mitteln "zu bekämpfen und zu vernichten". [http://www.welt.de/politik/article3057134/SPD-erwaegt-jetzt-die-Linkspartei-zu-vernichten.html] Haben Sie das verdrängt oder projizieren Sie es nun auf andere? So gesehen ist es recht scheinheilig die SPD gegen etwas in Schutz zu nehmen, wozu nicht aufgerufen wird, was diese Partei aber selber fordert. Jaja, wie man es in den Wald hineinruft ... |
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Weder bin ich ein Wald, noch rufe ich in einen hinein. Auch kenne ich nicht jede Äußerung jedes Bundestagskandidaten. Und sollte ich etwas "verdrängen" oder "projizieren", wäre das unschön, dann würde ich darüber nachdenken.
Dazu angeregt fühle ich mich allerdings nicht durch primitive Ätsch-Argumentation. Die finde ich ermüdend (und gar nicht Ihrem eigenen Anspruch zu entsprechen: Wollten Sie nicht NICHT simpel sein?) "Der Gerd hat dem Oskar ein Bein abgehauen. Jetztt darf die Sarah der Andrea in die Fresse geben." Meine Tochter würde sagen: "HALLO?!" :) |
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Da Ihre Argumentation langsam bedenklich schwächelt, wäre eine kleine Denkpause sicherlich eine gute Idee :)
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"Lafontaine hat eine eigene Partei gegründet. Sie wird medial fast völlig unterdrückt."
Das nennt man verzerrte Wahrnehmung. Möglicherweise kommt noch Paranoia in Frage. Kombiniert mit der Tendenz zu Verschwörungstheorien. Garniert mit hierarchischem Denken (Lafontaine hätte ganz allein eine Partei gegründet? Ist mir etwas entgangen? Oder war da nicht vorher noch was?) Der arme unterdrückte Oskar. Mir kommen vor lauter Argumentationsschwäche die Tränen. |
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Schade, Ende. Gerade, wo es spannend wurde.
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Klara, wo soll das denn stehen?
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Ach, sie meinen die virtuelle Geschichte oben.
Als Kommentar zu dem realen Interview mit ihm hier im Freitag habe ich geschrieben: Personalie Lafontaine. Recht abgelutscht. Immerhin gehört er zu den Politikern in Deutschland mit dem meisten Rückgrad. Während die meisten anderen Politiker schon umfallen, wenn Lobbyisten nur hüsteln, bleibt er sich sogar bei dem oben erwähnten Blockadekartell treu. Er ist bei einem der riskantesten Projekte der Nachkriegszeit, der Neubildung einer linken Partei, in die Verantwortung gegangen. Meine Güte, muss es schwer sein dass mal öffentlich erwähnen zu dürfen. Nun mal nicht Geschichten vom Mars mit der Realität verwechseln. |
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"Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ lädt die hessischen Linken nicht zu einer Diskussion ein. Man wolle keine Gäste von den „Rändern des politischen Spektrums“."
www.focus.de/kultur/medien/hessen-wahlkampf-faz-verzichtet-auf-die-linken_aid_349728.html |
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Vorsichtshalber:
Ich war auch nicht für 10 Jahre in einer simulierten Umwelt, wie sie auf dem Mars herrscht. |
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@ streifzug
Es gibt Kritik(er*innen) und es gibt, ich nenn sie mal so, 'kritische' Ästhet(inn)en. Man/frau findet O.L. einfach unappetitlich, 'man', weil großes Maul, Eigensinn und unkumpelig, 'frau', weil spitze Nase, Lebemensch und Tendenz-Macho. Da kannst Du nix machen, am wenigsten mit politischen Argumenten. Andere Beispiele: Schlechtes Restaurantessen und karierte Wachstuchdecken werden im taz-Millieu für das eigentlich Schlimme an der DaDaeR gehalten. Oder: Wahl- und Koalitionsentscheidungen nach 'kulturellem' Stallgeruch. Alles ist politisch! |
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Was ist denn ein "Tendenz-Macho"?
"Immerhin gehört er zu den Politikern in Deutschland mit dem meisten Rückgrad. Während die meisten anderen Politiker schon umfallen, wenn Lobbyisten nur hüsteln, bleibt er sich sogar bei dem oben erwähnten Blockadekartell treu. Er ist bei einem der riskantesten Projekte der Nachkriegszeit, der Neubildung einer linken Partei, in die Verantwortung gegangen. Meine Güte, muss es schwer sein dass mal öffentlich erwähnen zu dürfen." Schwer? Schwer erträglich eher diese Art der Heldenverehrung. Ich dachte, das hätten wir hinter uns - karierte Tischdecken hin oder her. "Eines der riskantesten Projekte der Nachkriegszeit" - oha! Welches Risiko geht er ein? Interessiert mich wirklich! Lafontaine ist sicherlich alles Mögliche, ein guter Redner, ein Fuchs, ein (kleiner) Mann mit einer merkwürdigen Frau, ein Vater, ein Politiker, ein Mensch, den man nicht kennt, ein Populist, ein begnadeter Spieler, ein Taktiker, ein Nuschler - aber glaubwürdig, nein, glaubwürdig ist er genausowenig wie vertrauenswürdig. Mir wäre Angst und Bange, wenn er mehr zu sagen hätte als er ohnehin schon sagt. WEil ich vermute, dass er sich selbst nicht glaubt. Mir kommt er vor wie eine Hülle, wie der Weihnachtsbaumengel aus der Böll-Geschichte, der immer weihnachtlich ruft "Frieden Frieden", das ganze Jahr hindurch. Lafontaine ist wie ein Müntefering in dunkelrot: eine Platte mit Sprung. |
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schrieb am
20.06.2009 um 11:42
Na, was hab ich gesagt?!
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Ausgabe 11/10
18.03.2010
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Einzelpreis: 2.90 €
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