Studi86

Bildung als Privileg

03.12.2009 | 14:12

Bildung als Privileg

Wer ich bin

Ich bin Student an einer Hochschule in NRW und werde in Kürze meine Diplomarbeit abgeben. Ich bin gegen Studiengebühren. Anfangs haben meine Bekannten und ich uns auch dagegen engagieren wollen, aber aus verschiedenen Gründen sind wir nicht mehr dabei. Dieser Beitrag bezieht sich vor allem auf den letzten Protest gegen Studiengebühren, aber ich denke, er gilt auch für die jetzigen.

Liebe Linke und Alternative

Ihr seid unheimlich fleissig beim organisieren von Protesten. Ohne euch kämen diese Dinge nicht zustande. Allerdings denke ich, dass ihr auch Fehler macht.

Bildung als Privileg

Ich sehe Bildung als Privileg an, das ich glücklicherweise genießen darf. Nicht, dass ich mich für dumm halte, aber ich weiß: anderen sind genau so klug wie ich, aber kommen nicht in den Genuß.

Wir Studenten und angehenden Akademiker sind in vielerlei Hinsicht privilegiert, aber vielleicht das wichtigste unser Privilegien ist: Die Chance gehört zu werden. Was ein angehender Akademiker sagt, das wird viele Leute mehr interessieren, als das was ein Hauptschüler sagt. Diese Chance hat erstmal jeder von uns. Nun gibt es aber Möglichkeiten sich selbst dieser Chance zu berauben. Am leichtesten geht dies meiner Meinung nach (ich drücke dies mal betont übertrieben aus)  indem man sich versiffte Klamotten anzieht, kiffend in Protestcamps abhängt und seinen Müll in die Gegen pfeffert.

Auch schafft dieses Verhalten nicht den Kapitalismus oder die Klassengesellschaft ab. Diese Dinge werden trotzdem stattfinden, nur ohne dass ihr dabei mitzureden habt.

Die Klassengesellschaft

Ich finde es gut, dass ihr euch Gedanken um die Ausgestoßenen macht. Ist das der Grund, warum ihr so vieles ablehnt? Tischmanieren, Markenklamotten, grammatikalisch korrekte Ausdrucksweise?

Zwei Sachen fallen mir dazu ein:

Erstens: Nicht alle Unterschichtsangehörigen, Arbeiter und so weiter sind dreckig, haben keine Manieren, fluchen ständig und können sich nicht ausdrücken. Ich glaube, ich bin in meinem Leben rumgekommen. Ich habe viele Dinge gesehen, aber eines habe ich noch nie erlebt: einen Arbeiter, der so versifft war, wie der durchschnittliche Protestcampler.

Versifft?

Ja, leider. Einige Leute sind das. Ich weiß, dass es nicht besonders höflich ist, darauf hinzuweisen, aber ich weiß auch, was einige meiner Kommilitonen über euch gesagt haben, nämlich dass es da einige Leute gibt, die stinken und dass sie zusammen mit denen nicht demonstrieren wollen.

Mir persönlich ist es eigentlich egal, wie versifft ihr seid. Meiner Meinung nach geht das keinen etwas an und sollte jedem selbst überlassen sein, aber leider gibt es Leute, für die das sehr wichtig ist. Die werdet ihr nie erreichen, weil sie euch wegen eurer Versifftheit ablehnen. So wird die Bewegung gegen Studiengebühren nie eine richtig breite Masse erreichen - jedenfalls nicht an unserer Uni. Der Steuerzahler mag versiffte Leute auch nicht besonders. Schließlich muss er sich jeden Morgen duschen und zur Arbeit gehen und wenn er versifft oder bekifft oder ständig zu spät ist, wird er gefeuert. So manch ein Steuerzahler denkt sich "die sind dreckig und wollen alles anzünden oder kaputt schlagen". Das sind nicht meine Worte, aber genau diese Worte habe ich so gehört. Von einem Steuerzahler, der sagte, warum er den Protest nicht unterstützte. Gefragt, was er denn von Studiengebühren halte, sagte er er sei eigentlich dagegen, wären die Studenten nicht ein Haufen von Chaoten.

Unterschichtskinder, Arbeiterkinder, Migrantenkinder

Ein zweites Problem gibt es auch noch. Stellt euch mal vor, es kommt echt einer junger Mensch an die Uni, der noch nie von Tischmanieren, Hochdeutsch oder sauberer Kleidung gehört hat. Er wäre extrem darauf angewiesen, das von euch zu lernen.

Ich habe einen Bekannten, der aus einfachen Verhältnissen kommt. Er zog in eine WG. Seine Eltern hatten ihm Tischmanieren beigebracht, aber seine WG aß fast alles mit den Händen. Mein Bekannter war davon überzeugt, dass seine WG Recht haben müsse und die Eltern Unrecht. An seinem ersten Tag im neuen Praktikum war er viel zu aufgeregt, um darauf zu achten, wie seine Kollegen aßen. Er fing - wie in der WG gelernt - an, mit den Händen zu essen. Dann erst merkte er, dass alle ihn anstarrten. Er traute sich danch nie wieder vor seinen Kollegen zu essen.

Die Normalostudis

Viele Normalostudis, die ich kenne, sind gegen die Studiengebühren, wollen aber mit dem Protest nichts zu tun haben. Warum? Weil sachfremde politische Anliegen in die Diskussion hineingetragen werden. An meiner Hochschule zum Beispiel ging es nicht nur um Studiengebühren. Nein, es ging darum den Kapitalismus abzuschaffen. Viele Leute waren jedoch gegen Studiengebühren, aber für den Kapitalismus. Diese blieben dann den Protesten fern. Es wurden auch andere Sachen in die Diskussion eingebracht. An meiner Hochschule ging es (soweit ich das mitgekriegt habe) neben den Studiengebühren unter anderem auch um das dreigliedrige Schulsystem, vegane Ernährung, die Situation in Palästina, Frauenrechte, Arbeitnehmerrechte und die Situation von Behinderten. Während das alles wichtige Dinge sein mögen, will der Normalostudi nicht das ganze linke Gesamtpaket kaufen. Er möchte, dass es keine Studiengebühren gibt und sonst gar nichts und bevor er dafür demonstriert, dass es in der Mensa nur noch Tofuburger gibt, demontriert er lieber gar nicht. So sehen das leider viele Leute.

Es ist auch vorgekommen, dass auf den Demos Kommilitonen, die sich bei McDonalds eingedeckt hatten angepöbelt wurden. Sie wurden beschuldigt einen Schweineladen und ein Schweinesystem zu stützen. Den Kommilitonen ist danch die Lust aufs demonstrieren vergangen und sie gingen. Ich selbst bin angepöbelt worden, weil ich Ralph Lauren und Lacoste trage.

Viele meiner Bekannten haben aufgehört sich an Aktionen zu beteiligen.

Warum ich das sage

Nicht um eure Lebenseinstellung zu kritisieren. Ich teile sie zwar nicht und kann sie auch nicht verstehen, aber ich respektiere sie. Ich möchte euch nur darauf hinweisen, dass viele wegen der Zuschaustellung dieser Lebenseinstellung sich von den Protesten abwenden.

Ich habe leider schon oft die Meinung gehört, dass es vielen Protestlern nicht um die Sache gehe, sondern darum, sich selbst im Mittelpunkt zu sehen. Ich bin nicht dieser Meinung, aber so kommt das für viele Leute rüber. Die meisten würden das euch aber nie sagen, weil sie denken, dass es nichts bringt mit euch zu reden. Ich denke aber: Es bringt etwas.

Bemerkung

Ich habe etwas stereotyp von "den Normalostudis", "den Steuerzahlern" und so weiter gesprochen. Natürlich sind das alles Individuen und jeder hat seine eigene Meinung. Ich wollte euch einfach nur die Meinung vieler Leute - so wie ich so gehört habe - wiedergeben.

 

 
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Kommentare
merdeister schrieb am 03.12.2009 um 15:29
Ihr habt Recht, aber Ihr stinkt.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 15:52
Oh. Mein Beitrag zeigt schon Wirkung. Sehr schön ;)
Cassandra schrieb am 03.12.2009 um 18:15
Mein Lieber,

du hast ja so Recht! Aber ich mache mir ein wenig Sorgen um dich, welch destruktiven Einfluss allein dieser Kontakt mit "Linke[n] und Alternative[n]" auf deine Grammatik hat!

Grammatik-Hinweise.

"beim organisieren"

- nominalisiert, deshalb Großschreibung. Nebenbei bemerkt vermindert die Verwendung dieser Nominalisierung die Qualität deines Ausdrucksvermögens sehr.

- zu "Privilegien", Nominativ Plural, gehört ein entsprechend angepasstes Possessivpronomen. Das heißt, dass statt "unser" hier "unserer" stehen müsste.

Ich hätte gern noch mehr geschrieben, aber die Läuse auf und der Nebel in meinem Kopf beanspruchen wieder meine volle Konzentration. Sie flüstern mir übrigens gerade zu, dass du ganz schön seltsam sein musst, nicht nur die Interessen sozial Benachteiligter, sondern auch das Kämpfen für deine eigenen Interessen aufzugeben, weil dir die Rastazöpfe deiner KommilitonInnen nicht passen.

Liebe Grüße,
Cassandra

PS. Mich interessiert noch eins: Wo hast du deine hellseherischen Fähigkeiten erlangt? Ich habe sie mir hart erarbeitet, bevor Apollon so aufmerksam war. Und die Äußerlichkeiten der Freitag-Blogger kann ich trotzdem nicht ausmachen. Ich muss von einem Scharlatan betrogen worden sein...
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 18:48
Hallo Cassandra, danke!!!!!

ich glaube dieser blog ist ein witz, ohne pointe und vielleicht ist das dann ja die pointe.

ist dir vielleicht auch aufgefallen, dass seit ca 2 wochen ein ganzer schwarm an neuen bloggern hier flutet?
mit ein bisschen phantasie würde ich sagen, die sind im dutzend irgendwo günstig eingekauft..

wenn die community nicht so linksliberal will, dann besorgt man sich die entsprechenden meinungsmacher :-)
merdeister schrieb am 03.12.2009 um 19:14
Aber wenn DIE doch stinken...
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 19:16
stimmt auch wieder, was sollte der mensch sonst machen, als ich in einem irgendwie linken medium umzuhorchen und um abhilfe zu bitten, damit die künftigen kiddies weniger atomgegner demos mehr tischmanieren mit auf den bildungsweg bekommen.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 20:11
"Grammatik-Hinweise"

Kann gut sein. Danke für den Hinweis. Weißt du was der Unterschied zwischen mir und den Alternativen ist? Die können grammatikalisch korrekte Sätze bilden, wollen es aber nicht. Ich bilde nicht immer grammatikalisch korrekte Sätze, will es aber immer.
Deswegen könnten sie es ganz schnell abstellen, ich aber nicht.

"dass du ganz schön seltsam sein musst, nicht nur die Interessen sozial Benachteiligter, sondern auch das Kämpfen für deine eigenen Interessen aufzugeben, weil dir die Rastazöpfe deiner KommilitonInnen nicht passen."

Ich habe noch nicht aufgegeben, darum versuche ich hier mit euch zu reden. Ich sehe es nämlich so, dass es doch nicht in eurem Interesse sein kann, wenn die Proteste gegen Studiengebühren scheitern.
Das werden sie aber, wenn sie keine breite Basis haben. Sie können aber nie eine breite Basis kriegen, wenn moderate Studis und die sonstige Bevölkerung vergrault werden. Sie werden aber vergrault werden, wenn ihr euch nicht mainstreamtauglicher gebt.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 20:12
Davon müssen sich jetzt bitte nur die Leute angesprochen fühlen auf die es auch zutrifft. Ich bin nicht der Meinung, dass jeder Linke stinkt.
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 20:22
"Ich bin nicht der Meinung, dass jeder Linke stinkt."

dann nach Ihren Erfahrungswerten, wie viele Prozente etwa stinken?

"doch nicht in eurem Interesse sein kann, wenn die Proteste gegen Studiengebühren scheitern.
Das werden sie aber, wenn sie keine breite Basis haben...wenn moderate Studis...vergrault werden.... wenn ihr euch nicht mainstreamtauglicher gebt."

Das ist wirklich bemerkenswert, ein Hilferuf von der Mitte an die Linke, nur verdreht verpackt.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 20:32
"dann nach Ihren Erfahrungswerten, wie viele Prozente etwa stinken?"

Das weiß ich doch nicht. Wahrscheinlich nicht so viele. Ich weiß nur, dass meine Kommilitonen deswegen nicht mit ihnen zusammen demontrieren wollen. Ich glaube es reicht schon ein stinkender Mensch aus. Das muß auch nicht absichtlich passiert sein. Vielleicht lehnt jemand Deo ab, weil er es für kapitalistisch hält und merkt nicht, dass er stinkt. Dreckige Leute sind mir schon einige aufgefallen. Es ist jedem selbst überlassen, wie er es mit der Hygiene hält. Nur in dem Moment, wo man eine Bewegung symbolisiiert ist das schlecht.

"Das ist wirklich bemerkenswert, ein Hilferuf von der Mitte an die Linke, nur verdreht verpackt."

Wäre es denn in eurem Interesse, wenn die Proteste scheitern? Sollten wir nicht alle zusammenarbeiten?
Was denkt ihr, warum ich hier bin? Weil ganz viele meiner Bekannten sagen sie wollen mit der Protestbewegung nichts zu tun haben wegen gewisser Angewohnheiten der Protestler. Dazu gehört zum Beispiel versifft zu sein oder Menschen wegen ihres Fleischkonsums zu diskriminieren. Meine Bekannten haben mir auch gesagt, es bringe nichts mit euch zu reden. Ich glaube das aber nicht. Ich glaube: Wir haben ein gemeinsames Ziel und deswegen bringt es etwas.
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 21:31
"Meine Bekannten haben mir auch gesagt, es bringe nichts mit euch zu reden. Ich glaube das aber nicht."

Und dann stolpern Sie ahnungslos hier rein...Ja, wissen Sie denn nicht, dass längst nicht alle Linken Vegetarier sind.. so ganz allein, bei einem Rudel ohne Tischmanieren...mutig :-)

Seien Sie willkommen!
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 22:43
"Ja, wissen Sie denn nicht, dass längst nicht alle Linken Vegetarier sind"

Es geht mir nur darum, dass auf Demonstrationen Kommilitonen wegen ihres Fleischkonsums diskriminiert worden sind (abwertende Bemerkungen über die Unmoral des Fleischkonsums und so weiter) und das ist einfach nicht gut, denn mal ganz abgesehen davon, dass das für die Kommilitonen nicht schön ist, sind sie danach dem Demonstrationen fern geblieben.

Ich persönlich würde aber - wenn es dazu führt, dass irgendwie weniger Zank und Grüppchenbildung unter den Protestierenden herrschen - auch gerne darauf verzichten, während der Demo Fleisch zu essen. Ich akzeptier das, dass einige Leute damit nicht klarkommen. Ich finde die Leute sollten aber im Gegenzug akzeptieren, dass einige nicht damit klar kommen, wenn man kein Deo benutzt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.12.2009 um 23:50
@outnumber
Ist das nicht ein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, so auf einen neuen Blogger zu reagieren?
Indem man mit altbekannten Gleichgesinnten über Nebensächlichkeiten ablästert und von oben herab alles als Unsinn abtut? Ohne sich die Mühe zu machen, den vermeintlichen "Linksliberalen" persönlich anzusprechen.

@Studi86
Genau solche Kommentare beweisen, dass die Grundaussage Deines Beitrags zutrifft. Viele selbsternannte Linke sind in erster Linie an Selbstdarstellung interessiert. Nach dem Motto: "Ich gehöre zu den Guten, zu den Eingeweihten, die sämtliche linken Dogmen verinnerlicht haben und im Schlaf herunterbeten können." Wer davon abweicht, kann nur ein Idiot sein. Er wird von solchen Leuten nicht ernstgenommen, da sie dann ja ihre liebgewonnenen Dogmen in Frage stellen müssten.
Darüber können auch Einwände nicht hinwegtäuschen, wie, in einer Demokratie dauerten Diskussionen nun einmal etwas länger. Es ist typisch für Selbstdarsteller, dass sie veganisches Essen und die Situation in Palästina mit Studiengebühren zusammenrühren. Die Studiengebühren selbst sind nur ein willkommener Anlass für die Selbstbeweihräucherung, da mit veganischem Essen alleine kaum ein Hund hinter dem Ofen hervorzulocken ist - obwohl manche das ja versuchen: ihren Hund vegetarisch zu ernähren. Solchen Laberköpfen ist es aber natürlich schnurzpiepegal, ob sie auch Andersdenkende, die gegen Studiengebühren, aber Fleischesser sind, für ihre Ziele begeistern können. Wer auch nur an eines ihrer vielen Dogmen nicht glaubt, gehört ohnehin nicht dazu. Insofern unterscheiden sich so manche "Alternativen" gar nicht mal so sehr von religiösen Fundamentalisten, die ja auch meist von den größten Dummschwätzern mit dem größten Sendungsbewusstsein (Narzissmus) angeführt werden.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:14
@ Donnerstag: Ich freu mich, dass du und noch ein paar andere Leute dazu gekommen sind, die mich anscheinend nicht hassen :)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.12.2009 um 21:49
Ich denke, der Artikel trägt sehr viele, eigentlich exemplarisch alle Vorurteile vor, die von "den in bürgerlicher Gesellschaft Gebildeten" andern, den "Unterschichten" entgegengehalten werden. Aber man bekundet auch Respekt seinen eigenen Vorurteilen gegenüber. Das ist prima und modisch-modern.
Genießen Sie also weiter als Nutzlos86 die tolle bzw. olle Bildung, die andere nicht genießen dürfen. Auch im McTempel. Denn Bildung ist Genuß, für die Oberschichten sogar ein Big Mäkel.
OfG
Ihr polemischer Aesthetik des Widerstands
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 22:34
"Ich denke, der Artikel trägt sehr viele, eigentlich exemplarisch alle Vorurteile vor, die von "den in bürgerlicher Gesellschaft Gebildeten" andern, den "Unterschichten" entgegengehalten werden."

Seit wann sind alternative Studenten die Unterschicht? Es geht hier um die links-alternative obere Mittelschicht. Die Unterschicht spielt nur insofern eine Rolle, als das die Alternativen ihr immer helfen wollen... aber genau das nicht tun. Ich meine, die Alternativen wissen die Unterschicht zu schätzen: mit Worten... aber was kann sich die Unterschicht davon kaufen?

Ich glaube ja, die Unterschicht würde die Alternativen an zwei Stellen wirklich brauchen:

1)Dass sie helfen die Studiengebühren abzuschaffen
2)Dass sie nicht (aus falsch verstandener Solidarität oder welchem Grund auch immer) auf korrektes Deutsch, korrekte Kleidung und so weiter verzichten. Ich finde es falsch, wenn man das Wissen über diese Dinge hat, freiwillig darauf zu verzichten. Wenn die Eltern einem jungem Kind richtiges Sprechen und die Tischmanieren beibringen, machen sie diesem damit ein "Geschenk". "Geschenk" meine ich deshalb, weil das im späteren Leben mal sehr wichtig sein könnte, je nachdem welchen Beruf er oder sie ergreifen will. Manche Leute wollen dieses Geschenk nicht haben... aber leider verhindern sie damit auch, dass jeder andere davon profitieren kann. Indem sie das Geschenk nie benutzen, können sie es auch nicht weiter verschenken.

Man könnte versuchen wie die Unterschicht zu werden, aber das würde einem so oder so nie gelingen, weil man seine Bildung und seine Erfahrungen nicht einfach negieren kann und weil auch Studenten gar nicht so viel über die Unterschicht wissen, schätze ich.
Man könnte auch einem anderen Menschen die Hand geben und ihn an dem teilhaben lassen, was man selbst mal gelernt hat. Das wäre so viel besser. Ich meine nicht alle Unterschichtsangehörigen wissen nichts davon, aber einige sind es bestimmt.
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 22:41
sowie ich Sie verstehe, geht Reformpolitik über Gucci und Rosanthal-Geschirr.
Ich bekomme Lust, Sie in Myanmar auszusetzen. Aber Sie dürfen sich Besteck mitnehmen.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 22:45
"sowie ich Sie verstehe, geht Reformpolitik über Gucci und Rosanthal-Geschirr.
Ich bekomme Lust, Sie in Myanmar auszusetzen. Aber Sie dürfen sich Besteck mitnehmen."

Ich versteh nicht ganz, was Sie sagen wollen, fürchte ich.
Ich glaub nur sie wollen sich über mich lustig machen, was Ihnen auch gegönnt sei, aber trotzdem möchte ich das Thema hier ernsthaft diskutieren.
Das Thema Studiengebühren ist einfach zu wichtig, um hier nur ins Seichte abzudriften.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.12.2009 um 22:50
Je länger der Student redet, desto irrer. "Diese Chance hat erstmal jeder von uns." Wer sie aber nicht durch Bildung ausschlägt, sollte von einer wohlmeinenden Redaktion zensorisch ausgeschlossen werden.
Hiermit empfehle ich mich
outnumber schrieb am 03.12.2009 um 22:52
"Das Thema Studiengebühren ist einfach zu wichtig, um hier nur ins Seichte abzudriften."

das ist richtig. Auch mit dem lustig machen. Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, ist nicht gegen Sie gerichtet.
Studiengebühren bauen enormen Druck auf Studierende ohne zahlungskräftige Eltern als Rückenwind. Das Thema ist absolut wichtig. Verzeihen Sie bitte, aber die Art, wie Sie das Thema aufziehen (wenn Linke Deo benutzen, Tischmanieren bla bla) war der Sache( wie ich verstehe, gemeinsam gegen Studiengebühren) nicht gerade dienlich und sorgte, zumindest bei mir, erstmal für Erheiterung.
Aber konkret: Was haben Sie sich gedacht? Haben Sie ein bestimmtes Projekt, bei dem Sie Unterstützung brauchen, konkrete Ideen und Maßnahmen, um "obere Mittelschichtskinder" mit den Alternativen zu vereinen? Haben Sie mit den studentischen Vertretungen bereits etwas angefangen? Also, abgesehen von Befindlichkeiten, was möchten Sie genau? Worin kann man, ggf., unterstützen?
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 22:59
Könntet ihr nicht bitte mal versuchen zu verstehen, wie ich auf meine Meinung komme?

Ich versuche zu verstehen, warum manche alternativen Leute alles bürgerliche ablehnen. Es wäre einfacher zu verstehen, wenn es mir einer erklären würde.

Bitte könnt ihr auch versuchen zu verstehen, warum andere Leute es nicht ablehnen.

Ich denke wir sind aufeinander angewiesen, weil es gewisse soziale Veränderungen gibt (Studiengebühren abschaffen und so weiter), die beide Lager wollen. Die Alternativen können nicht die Studiengebühren allein abschaffen. Dafür sind sie zu wenige. Sie brauchen uns.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 23:31
"Was haben Sie sich gedacht? Haben Sie ein bestimmtes Projekt, bei dem Sie Unterstützung brauchen, konkrete Ideen und Maßnahmen, um "obere Mittelschichtskinder" mit den Alternativen zu vereinen? Haben Sie mit den studentischen Vertretungen bereits etwas angefangen? Also, abgesehen von Befindlichkeiten, was möchten Sie genau? Worin kann man, ggf., unterstützen?"

Leider habe ich bis jetzt kein Projekt. Ich habe an den Protesten gegen die Studiengebühren teilgenommen, war aber immer nur so eine Art Mitläufer und hatte nie die Zeit mich wirklich hineinzukniehen.
Mir ist aufgefallen, dass viele meiner Bekannten durch die Kultur, die auf diesen Treffen herrschte vergräzt worden sind. Das sind so gewisse Dinge, die einigen Leuten halt sehr wichtig sind und zum einen sind das halt leider wirklich die Fragen der Körperhygiene. Ich habe immer wieder unter meinen Bekannten dafür Werbung gemacht, dass sie doch Mitdemonstrieren sollten und habe immer wieder die Antwort bekommen, dass man das wegen gewisser kultureller Tatsachen nicht will.
Tatsachen, die da genannt wurden waren unter anderem:

1)Fragen der Hygiene und der Kleidung
2)Fragen der Diskussionskultur, zum Beispiel können es viele Leute nicht leiden, dass jede kleine Kleinigkeit abgestimmt werden muss. Es gab auch viele verwirrende Abkürzungen, die keiner verstanden hat. Diese wurden den Leuten auch nicht erklärt. Dann gab es das Problem, dass manche Leute sehr komplizierte gesellschafttheoretische Reden geschwungen haben. Als "Aussenseiter", der mit der Theorie nicht vertraut war, hat man aber so gut wie nichts verstanden.
3)Dann gab es noch das Problem, dass viele Normalostudis glaubten, man wolle sich in intoleranter Art und Weise in ihre Angelegenheiten einmischen. Das äußerte sich zum Beispiel darin, dass die Leute dafür kritisiert wurden Fleisch zu essen/bei McDonalds zu essen/Markenkleidung zu tragen/sich zu stark zu schminken/zu sehr an materiellen Gegenständen interessiert zu sein/ein Auto zu haben und so weiter. Immer wieder sind Leute als "dumm" bezeichnet worden, weil sie nicht wüssten "wie das alles zusammenhängen würde und alles mit der kapitalistischen Logik zu tun habe". Man hat auch das Gefühl gekriegt, dass die Alternativen gar nicht an anderen Sichtweisen der Dinge interessiert sind. Ich wurde zum Beispiel dafür kritisiert, dass ich bestimmte Marken trage. Dann wollte ich erklären, warum ich diese Marken trage, aber mein Gesprächspartner hat mich nicht zu Wort kommen lassen.

Ich meine jetzt als Unterstützung, dass man vielleicht als Alternativer einfach mal darüber reflektieren könnte, was man so für Angewohnheiten hat, die auf andere Leute befremdlich wirken und sie vielleicht davon abhalten sich dem Protest anzuschließen. Man könnte dann versuchen, das für die Zeit des Protestes einfach mal kurz abzustellen. Oder man könnte auch versuchen, den Leuten seine Angewohnheiten zu erklären, zum Beispiel: "Ich lehne Tischmanieren ab, weil..." (Ja, warum eigentlich?)

Es wäre einfach gut, wenn man mehr miteinander reden würde. Es ist auch so (so empfinde ich das), dass den Normalostudis immer eingeredet wird, sie wären materialistisch eingestellt und von zweifelhafter Moral und sie haben das Gefühl sich für ihren Lebensweg rechtfertigen zu müssen. Viele Leute haben glaube ich nicht das Gefühl als gleichwertige Partner wahrgenommen zu werden.

Dann noch ein weiterer Punkt sind Sachbeschädigung, Beleidigung von Polizisten und so weiter. Ich glaube das nimmt die Öffentlichkeit sehr stark negativ wahr.

Ich glaube man könnte vielleicht an diesen Dingen arbeiten und sich so auch für andere gesellschaftliche Gruppen öffnen. Ich bin eigentlich keiner, der viel Ahnung von Politik hat. Ich habe bloß gedacht, ihr solltet es wissen, was andere Gruppen so denken.
Cassandra schrieb am 03.12.2009 um 23:51
Fragen der Diskussionskultur, zum Beispiel können es viele Leute nicht leiden, dass jede kleine Kleinigkeit abgestimmt werden muss. Es gab auch viele verwirrende Abkürzungen, die keiner verstanden hat.


Kenn ich alles, weil miterlebt. Man muss über sehr viel abstimmen. Warum, verstehst du, wenn du dich praktisch mal mit Durchsetzung von Zielen und Leitung von heterogen Gruppierungen auseinander gesetzt hast.

Abkürzungen: Waren für mich zu Anfang auch verwirrend. Ich habe aber lediglich ein Wochenende gebraucht, um mich hinein zu finden. Übrigens war ich da süße 16. So schwer kann's nicht gewesen sein. Abkürzungen sind praktisch. Es ist wirklich die Frage, wer sich ein wenig anpassen sollte. Die, die sowieso schon alles organisieren, oder die, die davon profitieren wollen.
Cassandra schrieb am 03.12.2009 um 23:52
..."heterogenen Gruppierungen"...
Cassandra schrieb am 03.12.2009 um 23:55
Abstimmung: Ganz abgesehen davon, dass abstimmen = Demokratie bedeutet. Diktatur finde ich persönlich nicht gerade berauschend.
merdeister schrieb am 04.12.2009 um 00:01
Demokratie ist zeitaufwendig uns anstrengend aber alternativlos.

"Ich versuche zu verstehen, warum manche alternativen Leute alles bürgerliche ablehnen."
Rebellion gegen die Eltern? Unreif. Verwechslung von "alternativ/links" mit "schlampig"? Wächst sich alles raus.
merdeister schrieb am 03.12.2009 um 22:53
"Versifft?"
Schon mal auf einer Verbindungsparty gewesen?

Hier gibt es mir zuviel "Wir" und "Ihr", "Uns" und "Euch". Dein Anliegen scheint ehrenhaft zu sein. Einerseits. Andererseits wird hier soviel nicht verstanden, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Wenn Menschen über mehrere Tage einen Ort bewohnen, der nicht dafür entworfen wurde und in einem Gebäude Sanitäre Anlagen gerade mal dem Abführen von Körperflüssigkeiten dienen, wenn sich diese Menschen selbst organisieren und alles improvisieren müssen, dann sollte jemand der schon "ein wenig herumgekommen ist" auch seinen Freunden erklären, dass es mal komisch riechen kann. Menschen riechen. Mal mehr, mal weniger.
Wie wird man denn als Nicht-Vegetarier diskriminiert? Indem man vegetarisch essen muss? An welcher Stelle dieses Bildungsstreiks kam es zu einer Situation, an dem Du sagen musstest: "Aber ich esse lieber Fleisch."? Und wie bist Du dann diskriminiert worden?
Mein Problem ist, dass hier eine ganze Bewegung für ein paar Knallköpfe haftbar gemacht wird. Knallköpfe, die es in jeder Bewegung oder Organisation oder Politischen Richtung gibt. Bei den Linken riechen sie komisch, bei anderen ruinieren sie Volkswirtschaften oder fangen Kriege an.
Studi86 schrieb am 03.12.2009 um 23:41
"Wenn Menschen über mehrere Tage einen Ort bewohnen, der nicht dafür entworfen wurde und in einem Gebäude Sanitäre Anlagen gerade mal dem Abführen von Körperflüssigkeiten dienen, wenn sich diese Menschen selbst organisieren und alles improvisieren müssen, dann sollte jemand der schon "ein wenig herumgekommen ist" auch seinen Freunden erklären, dass es mal komisch riechen kann."

Bei uns an der Uni gibts Duschen oder man kann sehr viel Deo benutzen. Für einige leute ist das halt wichtig.

"An welcher Stelle dieses Bildungsstreiks kam es zu einer Situation, an dem Du sagen musstest: "Aber ich esse lieber Fleisch."? Und wie bist Du dann diskriminiert worden?"

Das ist mehreren Leuten zu mehreren Zeitpunkten passiert. Zum Beispiel ist ein Mal ein Typ mit einer FastFood-Salamipizza zu einem Treffen gekommen und der Typ neben ihm hat ihn angezischt, dass der Kapitalismus auf der Ausbeutung von Tieren beruht oder so und dass wer Tiere isst auch nicht gegen Studiengebühren sein kann (ungefähr das war seine Argumentation, so genau weiß ich das aber nicht mehr, weil seine Argumentation für mich keinen Sinn ergeben hat).

"Mein Problem ist, dass hier eine ganze Bewegung für ein paar Knallköpfe haftbar gemacht wird."

Das Problem ist halt, dass diese Knallköpfe sehr extrovertiert sind und jeden sofort wissen lassen, was sie von seinem Auto oder seinem Fleischkonsum halten.
merdeister schrieb am 03.12.2009 um 23:51
"Das ist mehreren Leuten zu mehreren Zeitpunkten passiert. Zum Beispiel ist ein Mal ein Typ mit einer FastFood-Salamipizza zu einem Treffen gekommen und der Typ neben ihm hat ihn angezischt, dass der Kapitalismus auf der Ausbeutung von Tieren beruht oder so und dass wer Tiere isst auch nicht gegen Studiengebühren sein kann (ungefähr das war seine Argumentation, so genau weiß ich das aber nicht mehr, weil seine Argumentation für mich keinen Sinn ergeben hat)."

Wer das nicht auseinander nehmen kann, hat bei so einem Treffen auch nichts verloren.
merdeister schrieb am 03.12.2009 um 23:53
"Für einige leute ist das halt wichtig." Und für einige nicht.

Das ist doch jetzt ein Witz oder? Über so etwas macht man sich das letzte mal mit 16 Jahren Gedanken. Und solche Leute studieren?
I.D.A. Liszt schrieb am 04.12.2009 um 00:00
AKurze Beobachtung aus der letzten Woche:

Da zog hier (Wuppertal) eine Gruppe Protestierender mit Transparenten -wie es sich gehört - durch die Innenstadt.

Am Ende des Zuges folgte ein Auto, dem zwei Riesenboxen auf das Dach geschnallt waren, aus denen Rave-Rhytmen gen Himmel erschollen.

Da fragte sich der beistehende Zuschauer, also in diesem Falle ich: "Hä?" Und kratzte sich ratlos am Kopf. Was wollte der Fahrzeugführer, was wollten die protestierenden Studenten damit ausdrücken?

Bachelor nein - Clubbing ja?
Wer gegen Studiengebühren ist, hat auch schlechten Musikgeschmack?

Ich nehme an, daß da Leute am Werk waren, die sich nicht für linke Politik und schmutzige Kleidung oder ungewaschene Haare, sondern für Rave-Partys und LaCoste-Hemden interssierten.

studi86: Vielleicht benutzen Sie einmal Ihr privilegiert ausgebildetes Denkvermögen dazu, Ihre eigenen Vorurteile anzugehen. Das wäre doch schon ein großer Schritt nach vorn.
outnumber schrieb am 04.12.2009 um 00:06
Lieber I.D.A. Liszt,

"Bachelor nein - Clubbing ja?"

lass Dir das ganz schnell patentieren!!!!!!!!

:-)
outnumber schrieb am 04.12.2009 um 00:14
ok, ich habe ernsthaft kurz überlegt, ob ich und leute, die ich kenne, etwas für Sie tun können... jetzt denke ich ob Myanmar der richtige Ort für Sie ist, Deo, Besteck, keine Belästigung wegen Fleischkonsums, keine Abstimmungen, hmm, wie wäre es zur Einstimmung mit Kambodscha?

studi86, kommen Sie bitte wieder, wenn Sie keine ausgedachten Probleme rund um Kosmetika haben.
Cassandra schrieb am 04.12.2009 um 00:27
outnumber, nein, nicht ausgedacht, leider. Und: nicht gehen, studi86.

Ich selbst finde das Problem auch unreif und wenig differenziert. Aber es ist nunmal da...
I.D.A. Liszt schrieb am 04.12.2009 um 00:35
Cassandra: Jetzt ist es bestimmt zu spät. Wir haben ihn (oder sie? - vom Sprachduktus eher ihn) zu hart rangenommen...

;-)
outnumber schrieb am 04.12.2009 um 00:39
das gehen nehme ich zurück. das steht mir nicht zu. höchstens zu bett gehen um gedanken zu sammeln.

mit den ausgedachten eher kosmetischen problemen, dachte ich daran, dass wenn wirklich ein übergeordnetes und von beiden gleichermaßen angestrebtes ziel da ist, dann sollte bei einer demo, die im normalfall ein paar stunden dauert, der körpergeruch der nebenstehenden egal sein, vor allem dann, wenn diese demos im freien statt finden und keine platzzuweisung da ist, man kann einfach 2 schritte in alle richtungen ausweichen.
es kam mir nach mehrmaligem lesen nicht als ein richtiger appell gegen studiengebühren vor, denn das ist wirklich ein sehr wichtiges anliegen, ich habe hier in hamburg an demos teilgenommen, hatte aber per zufall nur die kommillitonen mit guter körperpflege erwischt. hier scheint es eher als aufhänger, um vorurteile über alternative und linke loszuwerden.
er hat nicht konkretes, worin man einsteigen oder dafür andere mobilisieren kann, aber jede menge wiederholte ästhetische problemchen um körpergeruch und salami. dieser blog erscheint mir wie zeitvertreib.
studi86, falls du meine wertung als unberechtigt empfindest, schreib bitte, was du von der freitagscommunity oder den einzelnen usern hier für dein anliegen möchtest?
Cassandra schrieb am 04.12.2009 um 00:44
Du hast Recht, outnumber. Ich empfinde den Text auch als ein bisschen diffus.
merdeister schrieb am 04.12.2009 um 08:45
"Die molekularen Vorgänge in den Riechzellen erfolgen über G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Sie öffnen CNG-Ionenkanäle via ACIII → cAMP-Anstieg → Ca2+-Einstrom → Depolarisierung. Infolge dieser Vorgänge können die Sinneszellen innerhalb einiger Minuten adaptieren, d. h. sich an starke Reize anpassen." Also einfach in der Nähe bleiben, dann gibt sich das schon.

Es handelt sich auch um kein Hygiene-Problem:"Hygiene im engeren Sinn bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation."
Quelle ist in beiden Fällen die Wikipedia.



Ich möchte hier nicht mehr über Deo-Demos reden müssen.
Studi86 schrieb am 04.12.2009 um 14:09
Gut, wie bringe ich euch das, was ich sagen möchte, nahe?
Euch müsste doch Eines aufgefallen sein:
*Es gibt in der Studierenschaft eine große Gruppe von Menschen, die eigentlich gegen Studiengebühren sind
*Es gibt eine relativ große Gruppe, die sich nicht sicher sind
*Es gibt eine kleine Gruppe von Menschen, die für Studiengebühren sind (und auch das Recht auf ihre Meinung haben, finde ich)

Die letzte Gruppe werdet ihr nicht von eurem Anliegen überzeugen können. Die ersten beiden aber schon. Es stellt sich jetzt die Frage: Wenn doch eine große Gruppe von Menschen eigentlich gegen Studiengebühren sind, warum unternehmen sie nichts dagegen?

Die Antwort ist meiner Meinung nach einfach. Sie sind zwar tendenziell gegen Studiengebühren, aber sie hassen sie nicht so sehr, dass sie für ihre Abschaffung alle möglichen Unannehmlichkeiten auf sich nehmen würden.

Diese Leute könnten - wenn man sie richtig anspricht - die breite Basis einer Bewegung gegen Studiengebühren bilden. Wenn man sie aber falsch anspricht, dann werden zu frustriert und haben keine Lust mehr auf das Ganze. Leider ist das geschehen. Die Bewegung gegen Studiengebühren geht an meiner Uni von einem kleinen Zirkel aus, der sich auch für alle möglichen anderen linken Anliegen stark macht. Die Masse der Studenten aber ist zunehmend uninvolviert.

Wie kommt es dazu?

Ich habe schon ein paar Dinge aufgezählt, die Leute an der Bewegung nicht gut finden. Zum Beispiel Abkürzungen und Abstimmungen. Da sagte Cassandra: "Abkürzungen: Waren für mich zu Anfang auch verwirrend. Ich habe aber lediglich ein Wochenende gebraucht, um mich hinein zu finden. Übrigens war ich da süße 16. So schwer kann's nicht gewesen sein."
Die meisten Leute opfern aber kein Wochenende, die meisten Leute finden das nach ein paar Studen doof und frustrierend und gehen wieder. Die Leute die haben zum Teil ein sehr anstrengendes Studium, die haben vielleicht ihren Nebenjob, die haben auch noch Hobbies. Die haben auch keine Lust auf lange Abstimmungen über Nebensächlichkeiten. Die bekommen das Gefühl, dass sie ihre Zeit verschwenden. Die sind bereit ein wenig ihrer Zeit in den Protest zu investieren, aber sie wollen es sich nicht zur Lebensaufgabe machen. Versteht ihr das?

Nehmen wir das andere Beispiel: Angepöbelt werden wegen Fleischkonsum oder Markenklamotten. Wem die Studiengebühren wirklich 100% wichtig sind, der nimmt das gerne in Kauf. Vielen Leuten sind sie aber nicht so wichtig. Viele Leute denken sich "Gut, geh ich mal zu der Demo hin. Mal sehen wie das wird" und die gehen dann ein Mal hin, werden angepöbelt und haben die Schnauze voll für immer. Das Schlimme daran ist, dass es nicht nur den einen Menschen vergrätzt der angepöbelt wird. Es vergrätzt auch die Menschen, die das sehen und vielleicht mit ihm sympatisieren und die erzählen es wieder ihren Freunden und Bekannten.

Genau das gleiche ist es mit Parolen wie "Kapitalismus abschaffen". Ein Mensch geht zur einer Demo, weil er gegen Studiengebühren ist und kriegt dann mit, dass solche Parolen gerufen werden. Der Mensch ist aber für den Kapitalismus. Was tut er? Geht nicht zur nächsten Demo gegen Studiengebühren, weil er befürchtet, dass er wieder politisch missbraucht werden wird.

Ich weiß wirklich nicht, wie ich euch das noch nahe bringen kann. Ich weiß auch nicht, ob ihr das überhaupt nahe gebracht haben wollt oder ob ihr euch in der Rolle derer gefallt, die den Normalostudis moralisch überlegen sind und ihre Befindlichkeiten von daher nicht besonders ernst nehmen müssen.

Ich weiß halt nur aus meinem Bekanntenkreis, dass es eine Menge Leute gibt, die diese Befindlichkeiten haben und wenn ihr tatsächlich wollt, dass diese Leute an den Protesten teilnehmen müsstet ihr einen Schritt auf sie zu machen.

Outnumber sagte, es gehe mir nur darum den Linken zu sagen, was ich von ihnen halte. Tut es nicht. Es stimmt zwar: Ich finde die Kultur der Unilinken befremdlich, aber es gibt viele Kulturen, die ich befremdlich finde. Ich finde auch die Kultur der Gangster-Rapper befremdlich. Ich hatte aber noch nie das Bedürfnis ihnen zu sagen, wie befremdlich ihre Kultur auf anderen Leute wirkt, weil Gangster-Rapper nicht die Studiengebührenproteste protestiern.
Ich bin kein Masochist, der gerne ins Internet geht, um sich von den Leuten beschimpfen zu lassen. Ich hatte die Hoffnung, dass es euch irgendwie interessieren würde, was einige Leute für Probleme mit euch haben und dass ihr überlegen würdet, wie man diesen Leuten entgegenkommen kann.
Es geht eigentlich auch nicht um die Linken als solches, vielleicht war das Wort Linke falsch gewählt. Es geht um die alternative Szene. Ich komme aus einem mitte-links Haushalt. Meine Eltern sind beide in der Gewerkschaft (und ich habe kein Problem mit Gewerkschaften und verstehe mich mit meinen Eltern gut). Ich habe von meinen politischen Ansichten her einige linke Ideen.
Ich habe aber ein Problem mit dieser alternativen Kultur, die viele Menschen ausschließt und befremdet.

Ihr müsst mir jetzt bitte Mal sagen, ob ihr bereit seid darüber nachzudenken, ob das tatsächlich so sein könnte. Denn, wenn ihr es nicht seid, dann verschwenden hier wohl beide Seiten ihre Zeit.
merdeister schrieb am 04.12.2009 um 15:56
"Gut, wie bringe ich euch das, was ich sagen möchte, nahe?"

Da haben wir wohl alle dasselbe Problem.

"Die Antwort ist meiner Meinung nach einfach. Sie sind zwar tendenziell gegen Studiengebühren, aber sie hassen sie nicht so sehr, dass sie für ihre Abschaffung alle möglichen Unannehmlichkeiten auf sich nehmen würden."

So einfach ist die Antwort eben nicht. Aber die Antwort hier jetzt in einem Kommentar zu geben fiele mir sehr schwer. Ein Tipp: Auf www.nachdenkseiten.de gehen und nach Bertelsmann, CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) und dem Hochschulfreiheitsgesetz suchen. Die Seite wird unter anderem von Werner Müller betrieben, der kommt aus der SPD, sollte Dir also nicht zu links sein.

"Die haben auch keine Lust auf lange Abstimmungen über Nebensächlichkeiten."

Und andere haben keine Lust, sich sagen zu lassen, welche Nebensächlichkeit eine ist und welche nicht. Wen diese Ausschüsse nerven (so wie mich) für den bleibt genug anderes zu tun. Wen es interessiert, der muss da durch. Dabei frage ich mich, warst Du schon mal auf einer Vereinssitzung, da geht es genauso zu. Links wie rechts. Außer es handelt sich um eine Gruppe gleichgeschalteter Idioten.

"Zum Beispiel Abkürzungen und Abstimmungen."

s.o.

"Ein Mensch geht zur einer Demo, weil er gegen Studiengebühren ist und kriegt dann mit, dass solche Parolen gerufen werden. Der Mensch ist aber für den Kapitalismus."

Wer für Kapitalismus ist, kann nicht gegen Studiengebühren sein. Eins von beiden hat er dann nicht durchschaut.

"Geht nicht zur nächsten Demo gegen Studiengebühren, weil er befürchtet, dass er wieder politisch missbraucht werden wird."

Wer nicht zur Demo geht, wird politisch auch missbraucht.

"Ich weiß auch nicht, ob ihr das überhaupt nahe gebracht haben wollt oder ob ihr euch in der Rolle derer gefallt, die den Normalostudis moralisch überlegen sind und ihre Befindlichkeiten von daher nicht besonders ernst nehmen müssen."

Ich BIN Normalstudi. Ich bin Du.

"Ich komme aus einem mitte-links Haushalt."

Mitte-Links ist das neue rechts.

"Ihr müsst mir jetzt bitte Mal sagen, ob ihr bereit seid darüber nachzudenken, ob das tatsächlich so sein könnte. Denn, wenn ihr es nicht seid, dann verschwenden hier wohl beide Seiten ihre Zeit."

Wir machen die ganze Zeit nichts anderes. Übrigens, weil wir wollen, nicht weil wir müssen. Wir denken darüber nach und wir widersprechen Dir.

Wir kommen voran, es ging nicht um Gerüche. Das ist doch schön.
Studi86 schrieb am 04.12.2009 um 18:43
"Wir machen die ganze Zeit nichts anderes. Übrigens, weil wir wollen, nicht weil wir müssen. Wir denken darüber nach und wir widersprechen Dir."

Erstmal: Es geht mir nicht darum hier Unfrieden zu stiften oder so. Ich hätte vielleicht - vor allem in meinem ersten Beitrag mich diplomatischer ausdrücken können - und das tut mir leid.
Ich muss nicht hier hin kommen, wo ihr euch über mich lustig macht und ihr müsst mir nicht zuhören. Das stimmt schon, aber es könnte doch in unser beidem Interesse liegen, das doch zu tun.

Man kann ja fragen: "Wenn du so viele Ideen hast, wie man einen besseren Protest machen könnte, warum organisierst du nicht selbst einen?" Ich bin mir sicher, ich könnte das nicht.

Ich kann aber sehen, was schief läuft. An unserer Uni sind jetzt noch ungefähr 50 aktiv dabei. Das ist sehr wenig.

"Ein Tipp: Auf www.nachdenkseiten.de gehen und nach Bertelsmann, CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) und dem Hochschulfreiheitsgesetz suchen."

Da steht sehr viel. Könntest du mir sagen, welchen Text?

"Und andere haben keine Lust, sich sagen zu lassen, welche Nebensächlichkeit eine ist und welche nicht. Wen diese Ausschüsse nerven (so wie mich) für den bleibt genug anderes zu tun."

Ich weiß nur: Die Leute sind da hin gegangen und haben gedacht: "Jetzt gibt es etwas zu tun". Sie wollten ja etwas tun. Es sind zum Beispiel welche dabei gewesen, die BWL oder Ingenieurwissenschaften studieren und die sind daran gewöhnt die Dinge anzupacken. Sie mussten rumsitzen und abstimmen. Es hat ihnen auch niemand gesagt, an wen sie sich wenden müssen, wenn sie etwas zu tun haben wollen. Ich selbst wüsste auch nicht, an wen man sich wenden müsste.

"Dabei frage ich mich, warst Du schon mal auf einer Vereinssitzung, da geht es genauso zu."

Ich war schon bei mehreren Vereinssitzungen. Ich bin in einem Sportverein, wo es nicht so zugeht.
Ich war mal in einer Hochschulgruppe, wo es so zuging. Die war meines Erachtens auch ein gutes Beispiel dafür, wie bestimmte subkulturelle Strukturen effektives Arbeiten verhindern. Ich war also bei dieser Hochschulgruppe, die sich im sozialen Bereich positionierte. Wir waren dort hingegangen, weil wir vielleicht etwas Gutes tun wollten und nebenher noch unseren Lebenslauf aufbessern.
Jetzt wollten wir also etwas tun, aber so schnell ging das nicht. Zuerst mal haben wir Kennenlernspiele gespielt. Dann wurde, wie am Anfang des neuen Semesters üblich ein neuer Vorstand gewählt. Es wurden neue Leute für diesen und jenen und diesen Posten gewählt, dann sollten Seminare stattfinden, auf denen die Mitarbeiter ausgebildet werden sollten. Die mussten dann organisiert werden. Dazu mussten wir aber die Leute wählen, die das tun. Ich kann nicht sagen, was dann passiert ist, weil wir danach nicht mehr hingegangen sind.
Das war meine Erfahrung damit. Ich habe daraus leider nur gelernt, wie man es nicht machen sollte - meiner Meinung nach.

"Abkürzungen"

Nein, versteh ich immer noch nicht. Warum so viele Abkürzungen und politische Begriffe, mit denen nicht jeder vertraut ist? Muss doch jeden Neuling abschrecken.

"Wer für Kapitalismus ist, kann nicht gegen Studiengebühren sein. Eins von beiden hat er dann nicht durchschaut."

Eine ganze Menge Leute sind für den Kapitalismus, aber gegen Studiengebühren. Man kann nicht einfach immer sagen "die Leute sind dumm", nur weil sie eine andere Meinung haben, als man selbst.
Ich habe es schon oft miterlebt, dass Andersdenkenden gesagt wurde, sie sollten erst mal Marx lesen, dies lesen, das lesen. Ich finde es überheblich, dass es anscheinend eine Literaturliste gibt, die man abgearbeitet haben muss, bevor man eine Meinung haben darf. Außerdem habe ich persönlich sogar Marx, Engels und Maos "rotes Buch" gelesen und ich stimme noch immer nicht mit ihnen überein.
Ihr könnt ja gerne eure Meinung dazu haben, aber lasst den anderen ihre und lasst das Thema aus den Protesten einfach raus. Es ist sachfremd. Es hat nichts mit den Protesten zu tun.

"Wer nicht zur Demo geht, wird politisch auch missbraucht."

Seit wann würde das den Demo-Organisatoren das Recht geben, die Demonstranten ebenfalls zu missbrauchen?

"Ich BIN Normalstudi. Ich bin Du."

Ich sehe nicht so viele Gemeinsamkeiten - außer das wir beide gegen Studiengebühren sind. Welche würdest du da sehen?
merdeister schrieb am 04.12.2009 um 20:00
Das stimmt, "Unfrieden" mögen wir nicht, hier in unserem Saunaclub. Wir wollen unser Linkes Süppchen kochen und unsere Meinungen gegenseitig bestätigen. Das kann man sehr gut im Blog mit den aktuell meisten Kommentaren sehen.

Braucht Dir nicht Leid tun, nicht für mich zumindest, so weiß ich zumindest, was Du denkst und kann darauf eingehen. Allerdings stellt sich mir mehr und mehr die Frage, ob Du das alles ernst meinst, was Du so schreibst.

"Das stimmt schon, aber es könnte doch in unser beidem Interesse liegen, das doch zu tun." Studiengebühren habe auf mein Leben fast keinen Einfluss, für mich persönlich ist es egal, ob die Gebühren abgeschafft werden oder verdoppelt.

"Ich kann aber sehen, was schief läuft."

Du denkst, da laufe etwas schief, das ist ein Unterschied.

"Ich kann aber sehen, was schief läuft."

So ist das, auf schwierige Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Wenn man überlegt, gibt es auf keine Frage eine einfache Antwort. Auf den Nachdenkseiten könntest Du von jemandem lesen, der "das System" nicht abschaffen will, wie sich unsere Demokratie langsam selber abschafft. Das ist schwere Kost und braucht einige Zeit, alleine schon zum verdauen.

"Sie mussten rumsitzen und abstimmen."

Folter!

"Ich war schon bei mehreren Vereinssitzungen. Ich bin in einem Sportverein, wo es nicht so zugeht."

Da habe ich andere Erfahrungen gemacht und zwar bei gar nicht linken Veranstaltungen.
Und auch ein Ingenieur kann nur anpacken, weil er Jahrelang Grundlagen gelernt hat, und viel Basiswissen hat. Und dann klappt nicht immer alles und man muss es nochmal versuchen…

"Die war meines Erachtens auch ein gutes Beispiel dafür, wie bestimmte subkulturelle Strukturen effektives Arbeiten verhindern."

Effektives arbeiten geht also so: Einer "Ich habe eine super Idee, die packen wir jetzt an". Der Rest "Ja!". Alle packen an.

"Nein, versteh ich immer noch nicht. Warum so viele Abkürzungen und politische Begriffe, mit denen nicht jeder vertraut ist? Muss doch jeden Neuling abschrecken."

Wie hast Du dann laufen, schreiben, lesen, rechnen, ja irgendwas gelernt im Leben. Dieser Satz in Kombination mit "Da steht soviel" ist schon erschreckend.

"Man kann nicht einfach immer sagen "die Leute sind dumm", nur weil sie eine andere Meinung haben, als man selbst."

Ich habe gesagt, wer so etwas sagt, hat das eine oder das andere nicht verstanden. Den Grund für das Unverständnis ließ ich offen.

"Welche würdest du da sehen?"

Keine Ahnung ich kenne Dich gar nicht. Nur die Schublade in die Du mich und den Rest hier packst, gefällt mir nicht. "Ihr" und "Wir" gefällt mir nicht.
weinsztein schrieb am 04.12.2009 um 19:16
@Studi86, du wärst, ich spüre das ganz deutlich, selbst gern ein Linker, aber irgend ein coming-out-Problem hindert dich. Du vermutest hinter dieser Community eine Art Saunaclub, in dem wir Linken so vor uns herstinken? Da ist was dran, trotz meines l'eau d'issey von Issey Miyake, das mein hautgout so schön ergänzt.
merdeister schrieb am 04.12.2009 um 21:03
Wären wir nicht alle gerne links?

Noch ein Aufguss lieber weinsztein?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.12.2009 um 21:23
Linker als wir kann Studi86 aber nicht werden, die Position halten wir besetzt - am Saunaeingang sowieso.
merdeister schrieb am 05.12.2009 um 20:05
In diesem Blog zuckt das Linkometer (oder der) nicht mal.
Cassandra schrieb am 05.12.2009 um 00:41
Man kann ja fragen: "Wenn du so viele Ideen hast, wie man einen besseren Protest machen könnte, warum organisierst du nicht selbst einen?" Ich bin mir sicher, ich könnte das nicht.


Warum?

Ich weiß nur: Die Leute sind da hin gegangen und haben gedacht: "Jetzt gibt es etwas zu tun". Sie wollten ja etwas tun. Es sind zum Beispiel welche dabei gewesen, die BWL oder Ingenieurwissenschaften studieren und die sind daran gewöhnt die Dinge anzupacken. Sie mussten rumsitzen und abstimmen. Es hat ihnen auch niemand gesagt, an wen sie sich wenden müssen, wenn sie etwas zu tun haben wollen. Ich selbst wüsste auch nicht, an wen man sich wenden müsste.


Fragen?
Maja Wiens schrieb am 05.12.2009 um 09:48
Lieber Studi86,
wenn jemand anders ist als Du - und Du wissen willst, warum das so ist, wie er denkt und fühlt und warum und wie er zu seinen Ansichten kommt, dann gibt es einen hervorragenden Weg: Lerne ihn persönlich kennen.
Ich bin sozusagen uralt und verstehe sehr gut, warum jemand lieber versifft rumläuft, als im Anzug "einen Diener zu machen". Und trotzdem laufe ich nicht versifft rum. Ich verstehe auch, dass man nach sogenannter guter Erziehung mal einfach mit den Händen essen will. Obwohl ich vorwiegend Essgeräte bevorzuge.
Eines Tages eröffnete uns unser damals 16-jähriger Sohn, dass er kein Fleisch mehr essen wolle. Nach dem WARUM gefragt, erklärte er seine Haltung damit, ein Buch gelesen zu haben: "Warum sie so arm sind". (Das Buch erklärt, wie viel Getreide nötig ist, um Fleisch zu produzieren...)Wir haben damals die Familienernährung etwas umgestellt - es gab seltener Fleisch - und unser Sohn hat zeitweise davon nichts gegessen - und es hat uns nicht geschadet. Wenn wir ihn nicht gefragt hätten, hätten wir ihn nicht verstanden. Es hätte ja auch sein können, dass er etwas gegen die Tötung von Tieren hat, plötzlich mir der Religion xyz sympathisiert.

Kiffend, versifft in Protestcamps abhängend, Müll in die Gegend pfeffernd...
"Auch schafft dieses Verhalten nicht den Kapitalismus oder die Klassengesellschaft ab. Diese Dinge werden trotzdem stattfinden, nur ohne dass ihr dabei mitzureden habt."

Das stimmt nicht. Wir haben mitzureden. "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will." Guck ein wenig nach Frankreich und du wirst schon einige Unterschiede zum "deutschen Wesen" erkennen.
Früher habe ich dauernd irgendwelche Dinge irgendwo aufgehoben und in die Müllcontainer geworfen. Wenn ich das gewohnheitsmäßig auch heute mache, denke ich manchmal an den Spruch eines Wessi-Freundes: Das vernichtet Arbeitsplätze.

Vielleicht hast Du Glück und bekommst nicht fünf Jahre lang nur ein Praktikum nach dem anderen, alle schlecht oder gar nicht bezahlt, vielleicht wird es Dir und Deinen Bekannten "gut gehen" - aber ganz gewiss geht es auf der Welt nicht gut zu - und deshalb müssen wir sie verändern. Denn wer nichts tut, macht sich schuldig - so sehe ich das.

PS.: Der durchschnittliche Festivalbesucher ist übrigens nach einem Wochenende mindestens doppelt so versifft, wie der durchschnittliche Protestcampler. Jedenfalls, wenn es geregnet hat. Dreck kann man abwaschen.
Studi86 schrieb am 05.12.2009 um 15:42
"Wenn jemand anders ist als Du - und Du wissen willst, warum das so ist, wie er denkt und fühlt und warum und wie er zu seinen Ansichten kommt, dann gibt es einen hervorragenden Weg: Lerne ihn persönlich kennen."

Genau das versuche ich doch. Darum bin ich hier - aber keiner scheint es mir erklären zu wollen, warum er versifft rumläuft. Ich würde ja freuen erklärt zu bekommen, warum.
Ich würde euch gerne erklären, warum ich nicht versifft rumlaufe. Konkret habe ich auch schon versucht, das zu tun.

Außerdem beobachte ich auch, dass andersherum die Leute nie gefragt wurden, warum sie Markenklamotten tragen oder ein Auto fahren oder Polizisten geworden sind oder beim Sicherheitsdienst der Uni arbeiten. Die wurden einfach so verteufelt.

"Eines Tages eröffnete uns unser damals 16-jähriger Sohn, dass er kein Fleisch mehr essen wolle. Nach dem WARUM gefragt, erklärte er seine Haltung damit, ein Buch gelesen zu haben: "Warum sie so arm sind". (Das Buch erklärt, wie viel Getreide nötig ist, um Fleisch zu produzieren...)"

Ich kenne dieses Argument und es leuchtet mir nicht ein. Schließlich werden jedes Jahr von der EU Millionen von Tonnen pflanzlicher Nahrungsmittel und auch Milch und Butter aufgekauft und weggeschmissen. Man tut das, um die Preise hochzuhalten. Das gehört zur Agrarpolitik der EU.
Ich respektiere es, wenn ein Mensch Vegetarier oder Veganer ist. Was ich aber nicht respektiere: Wenn dieser Mensch glaubt aufgrund seines Vegetarismus/Veganismus etwas besseres zu sein und das seine Kommilitonen auch noch sagen zu müssen.

"Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will."

Das ist ein alter Spruch der Gewerkschaften. Er bedeutet, dass nichts mehr produziert werden wird, wenn die Arbeitnehmer ihre Arbeit niederlegen. Es gibt aber Unterschiede zwischen Arbeitnehmern und Studierenden. Einer ist: Die Studierenden stellen nichts her. Jedenfalls noch nicht. Sie können nicht einfach damit drohen, die Arbeit niederzulegen.
Ganz zweifellos können Studierende später - wenn sie einen Job haben - einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen. Was der Steuerzahler jetzt für sie ausgibt, kriegt er später dreifach wieder rein. Ich denke, dass den meisten Leuten dies einleuchten würde - aber nur, wenn er sieht, dass die Studenten später einen Job haben wollen. Wenn sie so aussehen, als würden sie später Berrufsrevolutionäre oder Aussteiger werden wollen, sieht der Steuerzahler nicht, warum das eine sinnvolle Investition sein soll.

Ich denke, ich weiß ein bißchen etwas über Gewerkschaften. Meine Eltern sind Gewerkschafter. Ich bin keiner. Ich hoffe also, was ich schreibe, dass das ein realitisches Bild der Gewerkschaften ist - aber garantieren kann ich es nicht.

Eines tun die Gewerkschaften meines Erachtens immer: Sie versuchen den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Sie erheben keine Forderungen, die die Mehrheit ihrer Mitglieder abschrecken. Sie fordern nicht, dass jedes Mitglied Marx gelesen haben muss oder gegen den Kapitalismus sein muss oder sich nur vegan ernähren darf.
Arbeitnehmer sind sehr divers - genau wie auch Studierende. Das wissen die Gewerkschaften und genau deswegen versuchen sie den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Es ist in Gewerkschaftskreisen auch nicht üblich Reden zu halten, bei denen keiner ein Wort versteht. Wenn einer eine Rede hält, gibt es diesen Leitsatz "Keep it simple and straightforward". Erkläre den Leuten, was wir wollen, erklären ihnen, warum wir es wollen und erkläre ihnen, warum das auch in ihrem Interesse ist.

Es ist schließlich in Gewerkschaftskreisen auch nicht üblich Bildung, gute Manieren, Hochdeutsch, Markenkleidung oder sonstiges rundweg abzulehnen. Im Gegenteil. Mein Vater sagte mir: "Du musst anständig sprechen und dich anständig benehmen, wenn du ernst genommen werden willst" und "lies viel, das ist gut für den Wortschatz". Ich denke heute, dass er wirklich Recht hat. Es mag beklagenswert sein, aber unsere Gesellschaft ist nunmal so. Leute mit einem gewissen Auftreten werden nur in ihrer Subkultur ernst genommen.

Es mag ja viel geben, was man an Gewerkschaften ablehnt... aber man muss doch sehen, dass sie ziemlich viele ihrer Ziele erreicht haben. Ohne die Gewerkschaften stünden wie heute ganz schön blöd da. Wir würden noch immer für 20 Cent vierzehn Stunden am Tag arbeiten. Glücklicherweise tun wir das nicht mehr. Meines Erachtens eben, weil die Gewerkschaften (in der Vergangenheit) gut darin waren, möglichst viele Leute zu mobilisieren. (Heute sind sie nicht mehr ganz so gut darin).

Was ich also damit sagen will ist, dass wer auch immer diesen "Alle Räder stehen still"-Satz erfunden hat, vielleicht nicht so glücklich damit wäre, was die Protestler heute machen. Der würde vielleicht sagen: "Mensch, ihr verschenkt alle eure Chancen. Was soll das?".

Ich weiß auch, dass da wo die Protestler mit den Gewerkschaften zusammen gearbeitet haben, dass da zum Teil die Gewerkschaftler recht unglücklich waren über das Verhalten der Protestler. Ich weiß aber nicht, ob das die Mehrheit war oder eine Minderheit, die unglücklich ist.

"Denn wer nichts tut, macht sich schuldig - so sehe ich das."

Ich sehe es so, dass wer nur Dinge tut, die zu nichts führen, sich ebenso schuldig macht. Es hätte Dinge gegeben, die hätte man erreichen können... aber sie wurden für utopisch unerreichbare Ziele aufgegeben.
Ich handele zum Teil zur egoistisch... aber es hilft zumindest einer Person: Mir selbst. Besser ich helfe mir selbst als keinem, denke ich da.
Mancher Protest hilft aber niemandem, weder den Leuten selbst noch den anderen auf deren Seite man sich sieht. Was bringt das dann? Ja, man hat "das moralisch Richtige" getan, aber das moralisch Richtige hat zu nichts geführt. Wozu ist das gut?
Studi86 schrieb am 05.12.2009 um 15:43
Auf das andere Antworte ich später. Das hier ist sehr zeitaufwendig.
merdeister schrieb am 05.12.2009 um 20:01
Du gibst keine Antworten, sondern stellst Fest. Der Bereich, den Du ansprichst, wird immer größer. Wenn Du jemanden suchst, der Dir die Welt erklärt, bist Du hier an der falschen Stelle.

Das tippen fällt mir auch zunehmend schwerer. Ich bin mir allerdings nicht klar darüber ob es an der verklebten Tastatur liegt oder am Tetrahydrocannabinol.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 05.12.2009 um 20:16
@ Studi86: Du antwortet hier nie. Du schreibst immer neue Texte, die bloß Dein Altes wiederholen. So wirst Du nie ins Gespräch kommen, wenn Du hier nicht auf ein, zwei Aspekte Deiner Kommentatoren kurz eingehst, und dann abwartest, bis die sich wieder melden.
Das sind so Regel, Höflichkeiten, das ist Usus und bewährt. Wenn die Antwort auf Maja Wiens, die schon länger als der tolle Beitrag war, noch verlängert werden soll, schaltet hier jeder doch ab. Siehe Merdeister gerade, der absolut recht hat.
Cassandra schrieb am 05.12.2009 um 21:30
Ja, ist zeitaufwendig. Ich bitte dich trotzdem meine zwei Fragewörter zu beantworten. Egal ob kurz oder lang. Hauptsache, erstmal auf einen Nenner kommen, dann können wir weiter rechnen.

Genau das versuche ich doch. Darum bin ich hier - aber keiner scheint es mir erklären zu wollen, warum er versifft rumläuft.


Wir versuchen mit dir zu reden. Himmel, jetzt fange ich auch schon mit "wir" an...

also:

Merdeister hat diesen Punkt bereits zweimal angesprochen, aber ich bitte dich dennoch darauf einzugehen.

Wer ist in deinem Blog/deinen Kommentaren "ihr"? Und: wer ist "wir"? Wo ist deine Position im "wir"? Ist "wir" = alle Menschen, die etwas gegen "Versiffte" haben? Bist du dann wirklich auch "wir"? Was stört dich persönlich? Alle angesprochenen Punkte oder ist das nur die Wahrnehmung der "Normalstudis"?

[Stört dich dieser Kommentar, weil er von deiner Blickwarte aus gesehen redet, aber nicht anpackt? Am Thema vorbei geht?]
Cassandra schrieb am 05.12.2009 um 21:41
PS.

[...]aber keiner scheint es mir erklären zu wollen, warum er versifft rumläuft.


Vielleicht liegt das daran, dass hier niemand "rumläuft", der das aus eigener - Lebenspraxis - schildern kann. Ergo schlichte Verallgemeinerung.
Studi86 schrieb am 05.12.2009 um 22:32
Okay. Zu deinen Fragen:

"Warum?"

Warum ich keinen besseren Protest organisieren könnte? Ich bin 23, ich habe keinerlei Erfahrung mit der Organistion von Dingen. Ich habe keinerlei in dieser Hinsicht nützliche Kontakte. Ich trau mich nicht vor großen Menschenmengen zu reden. Ich habe keine Zeit und kein Geld. Ich bin zu beschäftigt mit meinem eigenen Leben.

"Wer ist in deinem Blog/deinen Kommentaren "ihr"?"

Alle Leute, die sich davon angesprochen fühlen, weil sie sich entsprechend verhalten... oder einen Gruppe angehören, wo es üblich ist, sich entsprechend zu verhalten.

"Und: wer ist "wir"? Wo ist deine Position im "wir"?"

Wir sind ich und meine Bekannten und alle Leute, die die Welt aus ähnlicher Perspektive betrachten. Meine Position: Ich bin halt einer davon.

"Ist "wir" = alle Menschen, die etwas gegen "Versiffte" haben? Bist du dann wirklich auch "wir"?"

Ich habe nichts gegen Versiffte. Ich finde sie nur... unverständlich. Das ist aber vielleicht eher mein Problem, als das der Versifften.
Wogegen ich etwas habe ist allerdings, wenn sie so zu den Demos und Versammlungen gehen und damit die Leute abschrecken. Ich finde man muss unterscheiden zwischen Privatleben, wo jeder machen kann was man will und Politik. In der Politik sollte man auch über die Konsequenzen seiner Handlungen nachdenken.

"Was stört dich persönlich?"

Mich persönlich? Wie ich schon geschildert habe. Dass es Studiengebühren gibt. Es betrifft mich zwar selbst kaum noch, aber ich empfinde das als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit (es passiert mir ziemlich selten, dass ich für etwas Politisches so stark empfinde). Ich bin dagegen und zwar sehr, aber was kann ich allein schon ausrichten? Ich habe das Gefühl, dass keiner auf meiner Seite ist. Meine Kumpels sind zwar dagegen, würden sich dafür aber nicht mit Versifften abgeben. Die Versifften sind zwar auch dagegen, erkennen aber nicht, dass sie die anderen Studis abschrecken.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 05.12.2009 um 22:42
@ Studi86: Das ist wieder zu lang, und bei "Deine Fragen" weiß keiner, auf wen Du Dich beziehst.
Du mußt einfach mal begreifen, wie ein Blog mit Kommentaren funktioniert.
Hast Du schon mal woanders kommentiert oder genau gelesen, Beitrag und Kommentare? Da kann man was lernen! Wie für Studenten gemacht.
Nie aufgeben, aber erst gucken, dann machen, auch erstmal bloß nachmachen. Um zu sehen, ja, so gehts.
Cassandra schrieb am 08.12.2009 um 01:52
Sich trauen. Oder besser: sich selbst etwas zutrauen. Wieso: "Ich kann das nicht?" Erfahrung fällt nicht vom Himmel, wenn man nie anfängt etwas zu erfahren, weil man es nie gemacht hat.

Wenn man Schwierigkeiten hat, etwas nicht weiß, kann man nachfragen.

Keine Zeit zu haben ist so eine Sache. Ein bisschen scheinst du ja gehabt zu haben, als du deine negativen Erfahrungen gemacht hast. Und wenn du nicht Zeit hast für das, was dir wichtig ist...

Sich nicht trauen _kann_ auch heißen die Rezeption der eigenen Person wichtiger zu nehmen, als der Durchsetzung ihres Zieles gut tut. Damit Sabotage der eigenen Zielsetzung.
w.Smith schrieb am 06.12.2009 um 13:28
Also mich würde ja mal brennend interessieren, wie du Studi86 darauf kommst, dass hier im Freitag die linke Protest-Studenten-Community zu finden ist, oder warum redest du von "euch" usw..?
Bin leider in letzter Zeit nicht mehr so oft hier unterwegs, da viel in der Uni, aber outnumber, ist das wirklich so, dass es hier immer mehr in Richtung linksliberal geht?
Mich hat es ja schon gewundert wenn ich ab und zu in die Freitagsfragen geschaut habe und dort auch FDP (meine ganz besonderen Freunde :-D die netten Putschistenunterstützer, sorry an all jene die nicht dazu gehören) und CDU zu finden war...
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 13:51
"Also mich würde ja mal brennend interessieren, wie du Studi86 darauf kommst, dass hier im Freitag die linke Protest-Studenten-Community zu finden ist, oder warum redest du von "euch" usw..?"

Eigentlich nur, weil der alternativste Mensch, den ich kenne, mich ständig überzeugen will, Freitag zu lesen.
Wenn ich damit ganz falsch lag, dann tut es mir leid. Dann war das wohl ein Missverständnis.
gweberbv schrieb am 06.12.2009 um 14:22
Lieber Studi86,

die Communitiy des FREITAGs stellt nicht das Zentralkomitee der Linken in Deutschland dar. Und hier ist auch niemand befugt, den langhaarigen, kiffenden Studentenprotestlern an deiner Uni Weisungen zu erteilen. Es gibt hier zwar sicherlich sehr viele Sympathisanten der Studentenproteste und vielleicht auch den ein oder anderen, der da aktuell engagiert ist, aber nichtsdestotrotz bist du hier mit deinem Anliegen - soweit man das aus deinen extrem redundanten Äußerungen erkennen kann - einfach an der falschen Adresse.

Wenn du mit den Linken/Alternativen reden willst, die an DEINER Uni die Studentenproteste nach deinem Empfinden eventuell in die falsche Richtung steuern, dann musst du auch genau mit DENEN reden. Vielleicht haben die sogar irgendwo im Netz ein Forum eingerichtet, ansonsten musst du dich halt von Angesicht zu Angesicht mit ihnen auseinandersetzen.

Hier kann dir in dieser Frage aber niemand helfen, alles klar?
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 14:59
"Wenn du mit den Linken/Alternativen reden willst, die an DEINER Uni die Studentenproteste nach deinem Empfinden eventuell in die falsche Richtung steuern, dann musst du auch genau mit DENEN reden."

Diese Leute reden nicht mit mir und Meinesgleichen. Immer wenn ich es versucht hab, wurde ich niedergeredet. Die sagen dann immer "Ja, aber ich bin auf der Seite der Unterdrückten und dir geht's nur um dich". Wenn sie auf der Seite der Unterdrückten sind, warum versuchen sie dann nicht bestmöglich ihren Interessen zu dienen?
Die sind nicht auf der Seite der Unterdrückten, die verkleiden sich als Unterdrückte... aber leider hilft die beste Verkleidung nichts. Günther Walraff wird auch kein Afrikaner, nur weil er sich schwarz anmalt.

Tut mir leid wegen der Redundanz. Ich habe - glaube ich - etwas falsch verstanden. Ich hatte geglaubt, dass die Leute mir hier sagen wollen, dass es okay ist, wie es läuft und ich habe versucht zu zeigen, warum es das imho nicht ist.
shewek schrieb am 06.12.2009 um 14:40
Werte Entität "Studi86",

eine dumpfere, ressentimentgeladenere Tirade aus der Ecke "Eigentum, Ordnung und Reaktion" habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Dir geht es um Deine egoistischen Motive, GuterJob(TM), VielGeld, HausUndAUto. Außerdem möchtest Du Deinem Geldbeutel Schwund durch "Studiengebühren" ersparen. Ich wüsste nicht, warum sich irgendjemand für Deine Wünsche interessieren sollte, außer genausolche Normalo-Egoisten-Studiker wie genau Du. Leider seid Ihr protestunfähig weil konformistisch, ihr kapiert die Systemzusammenhänge nicht, sie sind euch ja egal, denn es geht ja nur um euren eigenen Kontostand - und organisieren könnt ihr, zumal ohne Unterstützung der offensichtlich von Dir pauschal verachteten Linken, auch nicht. Weswegen ihr lieber daheim oder in den Seminaren rumhockt und dort über die bösen Linken und Ihr "Gesamtpacket" greint.

Überleg Dir mal, wenn Du kannst, wie weltweit die 68er-Proteste ausgesehen haben. Die meisten Studenten waren ablehnend oder passiv oder vollbürgerlich drauf, wie du. Wenn jemand irgendetwas bewegt hat, und es ging in vielen Ländern einiges mehr als in der BRD, dann waren es die linken Studierenden und Lehrlinge und Schüler, nicht Leute wie du.

Ich halte dich und deine nichtlinken Freunde für Trittbrettfahrer oder, bestenfalls, Fantasten, die den CDU-FDP-SPD-Staats-Quatsch verinnerlich haben, der da lautet, "nur sauberer, legaler, studiumsbezogener, polizeiauflöslicher Protest ist legitim und wird vielleicht gehört, wenn die Eliten gut drauf sind." Also bitte, Eliten ja nie verärgern.

Gruß von der Entität "shewek",
studiert und gewaschen.
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 15:11
"Dir geht es um Deine egoistischen Motive, GuterJob(TM), VielGeld, HausUndAUto."

Ja, richtig. So wie den meisten Menschen und so lange einige Leute das nicht verstehen, werden sie gar nichts erreichen.

"Wenn jemand irgendetwas bewegt hat, und es ging in vielen Ländern einiges mehr als in der BRD, dann waren es die linken Studierenden und Lehrlinge und Schüler, nicht Leute wie du."

Leute wie ich bewegen unheimlich viel. Leute wie ich sorgen dafür, dass ihr Wasser und Strom und Straßen habt, dass ihr im Supermarkt immer volle Regale findet. Du kannst jetzt sagen: "Ja, aber ich verachte das", aber stell dir mal dein Leben ohne das vor. Leute wie ich halten diese Gesellschaft am Laufen und nur deshalb gibt es überhaupt Unis. Die Unis sind von Leuten wie mir gebaut worden, sie werden von Leuten wie mir instandgehalten. Ich finde es sehr billig, Leute abzuqualifizieren nur weil sie an einem System mitarbeiten - von dem man selbst unendlich profitiert.
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 15:11
"Dir geht es um Deine egoistischen Motive, GuterJob(TM), VielGeld, HausUndAUto."

Ja, richtig. So wie den meisten Menschen und so lange einige Leute das nicht verstehen, werden sie gar nichts erreichen.

"Wenn jemand irgendetwas bewegt hat, und es ging in vielen Ländern einiges mehr als in der BRD, dann waren es die linken Studierenden und Lehrlinge und Schüler, nicht Leute wie du."

Leute wie ich bewegen unheimlich viel. Leute wie ich sorgen dafür, dass ihr Wasser und Strom und Straßen habt, dass ihr im Supermarkt immer volle Regale findet. Du kannst jetzt sagen: "Ja, aber ich verachte das", aber stell dir mal dein Leben ohne das vor. Leute wie ich halten diese Gesellschaft am Laufen und nur deshalb gibt es überhaupt Unis. Die Unis sind von Leuten wie mir gebaut worden, sie werden von Leuten wie mir instandgehalten. Ich finde es sehr billig, Leute abzuqualifizieren nur weil sie an einem System mitarbeiten - von dem man selbst unendlich profitiert.

Muss jetzt los.
shewek schrieb am 06.12.2009 um 16:06
@ Studi86
Implizit unterstellst Du Linken und Deinen Kritikern hier, dass sie nichts für den Erhalt der Lebensbedingungen in der Welt unternehmen. Das macht ja bloß Ihr. Lächerlich. Wie kommst Du auf die absurde Vorstellung, nur Ihr würdet arbeiten oder sinnvoll tätig sein?

Also mal wieder das Ressentiment, die Linken seien Parasiten, die von der Arbeit der Normalos profitieren. Merkst Du überhaupt, in was für einer rechten Ecke Du dich eingerichtet hast?

Geh mal tendenziell davon aus, dass intelligente UND kritische Menschen, so definiere ich Linke, in sehr vielen Berufen tätig sind und dass sie gerade wegen ihrer Kritikfähigkeit oft bessere und für "uns alle" erfreulichere Ergebnisse zustande bringen als die Kollegen vom Stamme "Mein-Eigentum-geht-mir-über-alles".
Deaktivierter Nutzer schrieb am 06.12.2009 um 16:13
"Leute wie ich bewegen unheimlich viel. Leute wie ich sorgen dafür, dass ihr Wasser und Strom und Straßen habt, dass ihr im Supermarkt immer volle Regale findet."
Ey, Studi86, ich dank Dir echt dafür, ja, ich liege hier sogar am Boden vor Deinem Bekenntnis,
vor Lachen.
gweberbv schrieb am 06.12.2009 um 16:30
@Shewek

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Dir geht es um Deine egoistischen Motive, GuterJob(TM), VielGeld, HausUndAUto. Außerdem möchtest Du Deinem Geldbeutel Schwund durch "Studiengebühren" ersparen. Ich wüsste nicht, warum sich irgendjemand für Deine Wünsche interessieren sollte, außer genausolche Normalo-Egoisten-Studiker wie genau Du.
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Ob man für welches Thema auch immer jemals mehr als 15% der Bevölkerung gewinnen kann, ohne auch diese "normalen" Menschen anzusprechen, sei einmal als Frage in den Raum geworfen.
shewek schrieb am 06.12.2009 um 16:54
@gweberbv

Gute Frage - klare Antwort nötig:

Tatsächlich bin ich der Meinung, dass es darum gehen muss, eine sinnvolle Tätigkeit, ein angenehmes Wohnen und überhaupt ein gutes Leben für 100% der Weltbevölkerung zu ermöglichen.

Also geht es um ein Thema, das 100% der Menschen betrifft. Um sich dafür zu betätigen, müssten sie sich aber als Teil der menschlichen Gesellschaft und (irgend)eines emanzipatorischen Projekts sehen.

Studi86 scheint das nicht zu interessieren - und vielleicht aktuell die von dir implizierten 85% der BRD-Bevölkerung auch nicht. Das ist DAS zentrale Problem für jegliche linke Politik.

Ich bin nicht der Meinung, dass man sich als arbeitende(r) Hausbesitzer(in) nicht für Menschheitsfragen und Zukunftsperspektiven interessieren kann. Wenn man aber _nur_ an seinem Privateigentum Interesse hat, ist man ein Teil des Gesamtproblems und reproduziert mehr oder weniger bewusstlos mit die Unterdrückung von vielen Millionen Menschen und die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Weswegen ich beim gegebenen Thema wiederum auch viele Nicht-Studenten verstehen kann, wenn sie die Studentenproteste misstrauisch als Aktivität eines später eher privilegierten Standes für seine eigenen Interessen wahrnehmen. Leute wie Studi86 scheinen den Verdacht auf eine nur-egoistische Haltung von angehenden Akademikern zu bekräftigen.

Sympathie und Solidarität verdienen hingegen Studentierende, die dafür kämpfen, die Bildung zu öffnen und zu enthierarchisieren und die auch den Zusammenhang zu anderen Kämpfen nicht-privilegierter Teile der Gesellschaft herstellen.

... aber richtig ist, dass man für keine emanzipatorische Aktivität derzeit mehr Zustimmung als von vielleicht 15% der Menschen hierzulande bekommen kann. Leider.
merdeister schrieb am 06.12.2009 um 17:03
Für Rainer:
Hihi
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 20:59
"Implizit unterstellst Du Linken und Deinen Kritikern hier, dass sie nichts für den Erhalt der Lebensbedingungen in der Welt unternehmen. Das macht ja bloß Ihr. Lächerlich. Wie kommst Du auf die absurde Vorstellung, nur Ihr würdet arbeiten oder sinnvoll tätig sein?"

Eigentlich wollte ich das nicht. Ich wollte nur Folgendes sagen: Man sollte nicht auf die Leute herabgucken, die ein Haus, ein Auto und ein schönes Leben wollen. Bedingt durch diese Wünsche sind viele Leute ganz schön produktiv tätig und man selbst profitiert davon. Zum Beispiel: Die Universitäten wurden nicht errichtet, weil die meisten Beteiligten der Menschheit einen Gefallen tun wollten. Nein, sie haben ihren Job gemacht... weil sie dafür Geld bekommen und damit kaufen sie sich ein Haus und ein Auto.
Das bedeutet NICHT, dass alle anderen Menschen nutzlos sind.
Studi86 schrieb am 06.12.2009 um 21:07
"Tatsächlich bin ich der Meinung, dass es darum gehen muss, eine sinnvolle Tätigkeit, ein angenehmes Wohnen und überhaupt ein gutes Leben für 100% der Weltbevölkerung zu ermöglichen."

Wenn du aber willst, wie kannst du mich dann anklagen, dass ich es auch für mich will?
Wenn du mir zu einem Haus verhelfen würdest wäre es gut, aber wenn ich mir selbst dazu verhelfe ist es schlecht oder wie? Wem schade ich dadurch, wenn ich später ein Haus habe?

"Wenn man aber _nur_ an seinem Privateigentum Interesse hat, ist man ein Teil des Gesamtproblems und reproduziert mehr oder weniger bewusstlos mit die Unterdrückung von vielen Millionen Menschen und die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen."

Wer sagt, dass ich NUR daran Interesse habe?

Was genau verstehst du @ shewek unter "emanzipatorisch"?
shewek schrieb am 07.12.2009 um 00:01
@Studi86:
Ich will gar nichts gegen Leute sagen, weil sie in einem schönen Haus wohnen, ein gutes Auto usw., einen Job, bei dem sie halbwegs akzeptabel verdienen, haben wollen. Finde ich legitim und OK, für Dich, für mich und für alle. Wenn Du vielleicht Ing.-Wesen studierst, kannst Du damit sinnvolle Dinge tun – oder eben unsinnige Projekte ausführen, die irgendwelche Kapital- und Politikfürsten gerade favorisieren, Beispiel aus meiner Stadt: Das schwachsinnige „Stuttgart 21“. Das heißt, nicht automatisch macht jeder etwas Sinnvolles, der produktiv arbeitet, aber er kann kritisch sein und bestimmte zweifelhafte Jobs meiden.

Problematisch finde ich Beiträge wie Deinen Anfangstext, wo Du dich beklagst, dass die Linken alles gleich mitthematisieren (Gesamtpaket), ungewaschen seien usf.

Zum Letzteren: Öfter ungeduschte Leute gehen auch mir auf die Nerven, ich bleibe dann eher auf Abstand, meide sie. Aber das sind ja nicht die ganzen Uni-Linken an sich: Eine falsche Verallgemeinerung, ja schon eine Art Verleumdung oder was meinst Du?

Dann das Thema der Ausweitung des Protests auf den Kapitalismus und den Staat: Ich meine, dass in der Gesellschaft die meisten relevanten Phänomene eben mit einander zusammenhängen. Die Eigentumsordnung mit der Klassengesellschaft, diese mit der Wirtschaftsordnung (Kapitalismus), die mit den Staatsapparaten und die Reproduktion der ganzen Chose mit dem Bildungssystem. Was findest Du falsch daran, wenn dieser Zusammenhang diskutiert, verstanden und hinterfragt wird? Das machen die fähigeren unter den Studierenden. Und dann kommen sie auch teils zu radikalen, emanzipatorischen Forderungen. Von denen sie vielleicht nicht viele durchsetzen können, aber immerhin haben sie dann etwas Bewusstsein über die gesellschaftliche Situation gewonnen – schon mal ein Ausgangspunkt.

Und wenn sie lange genug die Hierarchien in Uni und Staat genervt haben, dann schaffen sie es auch vielleicht, die Herrschaften zu nötigen, gewisse Zumutungen zurückzunehmen, zB die Studiengebühren oder die Allmacht der Profs und neuerdings die Befugnisse der Wirtschaftsvertreter.

„Emanzipatorisch“ ist schließlich ein Denken und Handeln, dass auf Aufhebung von Machtlosigkeit und Abhängigkeit zielt. Und zwar für alle Menschen. Das wollen sogar Studenten manchmal. Willst DU es auch?
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:20
@ shewek: "Problematisch finde ich Beiträge wie Deinen Anfangstext, wo Du dich beklagst, dass die Linken alles gleich mitthematisieren (Gesamtpaket), ungewaschen seien usf."

Davon sollen sich bitte nur die angesprochen fühlen, die es so machen.

"Dann das Thema der Ausweitung des Protests auf den Kapitalismus und den Staat: Ich meine, dass in der Gesellschaft die meisten relevanten Phänomene eben mit einander zusammenhängen"

Du denkst so, aber andere Leute meinen das eben nicht. Warum haben die kein Recht auf ihre Meinung?

"„Emanzipatorisch“ ist schließlich ein Denken und Handeln, dass auf Aufhebung von Machtlosigkeit und Abhängigkeit zielt. Und zwar für alle Menschen. Das wollen sogar Studenten manchmal. Willst DU es auch?"

Ja, klar. Wer mag schon Abhängigkeit und Machtlosigkeit.
I.D.A. Liszt schrieb am 06.12.2009 um 16:05
He, studi86:
Mal 'ne Frage: Bist Du wirklich Student? Und wenn ja, in welchem Fach und an welcher Hochschule.

Auf mich machst Du - nach deinem verquasten Deutsch, Deinen Grammatikfehlern, Deinen kindischen Problemen und überhaupt Deinem geistigen Horizont den Eindruck, als seiest Du Schüler ungefähr der Klasse 9 oder 10.
ICh weiß, daß das ein unsachlicher und boshafter Einwurf ist, aber so kommt es mir nun einmal vor.

Wenn Du das nicht bist, kannst Du eigentlich nur noch ein Abgesandter der rechten Presse sein, der hier auf freitag.de Kräfte binden soll, damit die Theorieentwickliung und das ernsthafte Nachdenken über wirkliche Probleme möglichst behindert wird.

Langer Rede kurzer Sinn:
Behalte doch Dein unausgegorenes Zeug für dich, statt uns hier damit zu langweilen!
outnumber schrieb am 06.12.2009 um 16:19
amen!
outnumber schrieb am 06.12.2009 um 16:20
allumfassender:

dito!
:-)
müslikind schrieb am 07.12.2009 um 01:41
Würde gerne mal wissen, warum die zahlreichen Studenten, die sich von der linken Szene abgeschreckt fühlen, nicht ihren eigenen Protest auf die Beine stellen, wo ihnen der Kampf gegen die Studiengebühren so wichtig ist.
verdinglichung schrieb am 07.12.2009 um 10:36
Lieber Studi86

Ich kann Dich gut verstehen, auch wenn ich einigen Kritikern, die Dir vorwerfen, zu undifferenziert über „versiffte Linke“ zu urteilen, Recht geben muss. Grundsätzlich finde ich es super, dass vor allem Du Dich einmischt und Deine Meinung teilst. Ich hatte und habe auch gemischte Gefühle, was den „linken“ Überhang innerhalb der Protestbewegung angeht, auch wenn ich mich als „links“ definiere und in meiner Jugend sicherlich den „versifften Typus“ entsprochen habe, den Du beschreibst. Die Zukunft von Bildung in Deutschland betrifft auf jeden Fall uns alle und das Investieren in „erneuerbare Energien“ sollte selbstverständlich sein, egal welche (Staats-)Ideologie vorherscht oder herbeigesehnt wird.
Es lag mir viel daran am 17. November am „Bildungsstreik“ in Berlin teilzunehmen. Aber ich habe auf jeden Fall „Normalostudis“ bei der Demonstration vermisst. Und wenn man bedenkt, dass es ungefähr eine viertel Million Studenten in Berlin gibt, erscheint ein Demonstrationszug von 12.000 ProtestlerInnen, wenn auch sehr bunt und fotogen, eigentlich nicht allzu beeindruckend. Während der Demonstration lief ich neben dem Schülerwagen, die darin anwesenden Gymnasiasten des Primo Levi Gymnasiums beschwerten sich darüber, dass die Studenten die Presse vereinnahmt hätten und in den meisten Zeitungen nur von Uni-Protesten gesprochen wurde. Sie haben auf jeden Fall Recht und die Zustände an deutschen Schulen sind fast noch alarmierender als an den Universitäten, verdienen mindestens genauso viel Aufmerksamkeit und betreffen auch die meisten Steuerzahler.
(Obwohl ich anmerken muss, dass ich teilweise auch ziemlich genervt war, durch „Punkrock“ aus eben diesem Primo-Levi-VW-Bus beschallt zu werden. Auch konnte man den mehrfach geäußerten Musikwunsch „Revolution“ von den „Beatles“ abzuspielen, nicht nachkommen, das Lied befand sich trotz „revolutionsromantischer“ Vorbereitung leider doch nicht auf der Festplatte.)
Ich fand die ganze Demonstration ehrlich gesagt ziemlich chaotisch und ich hab vor allem Inhalt vermisst. Darum habe ich über mein Studium in den Niederlanden geschrieben, auch um zu zeigen, dass man dort trotz „neoliberaler“ Regierung ganz anders mit Bildung umgeht.
Inzwischen tut sich aber was, ich finde vor allem, sehr interessant wie sich die Webseite: www.bildungsstreik.de in den letzten zwei Wochen verändert hat. Es gibt da jetzt einen Bildungswiki, Links zu wissenschaftlichen Artikeln und vor allem die zunächst überzogenen Forderungen wurden konkretisiert. Man geht davon aus, dass „ 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 TutorInnenstellen neu zu schaffen!“ sind. Wenn man hierbei nochmal ebenso viele oder mehr Lehrer hinzurechnet, die vonnöten wären, springen einige Verdienstmöglichkeiten für Steuerzahler raus, oder?
Jo Ritzen, der Chef der Maastrichter Universität meinte, dass man das niederländische System nicht auf Deutschland übertragen könne und sagte wörtlich: "Stellen Sie sich mal vor, man ginge dort hin und würde den Professoren sagen: 'Sie halten jetzt keine Vorlesungen mehr, Sie arbeiten künftig nur noch ganz direkt mit den Studenten zusammen.' Das würden die kaum machen."
(Siehe: www.fdewb.unimaas.nl/pdf/t_m.pdf)
Ich frage mich ernsthaft ob er Recht hat oder ob es nicht doch möglich ist, dass Alle an einem Strang ziehen?
Ich habe mich mit meiner Kritik am „linken Überhang“ zunächst auch zurückgehalten, weil ich finde, dass es extrem wichtig ist, dass die „Unangepassten“ Aufmerksamkeit erregen und Diskussionen lostreten. Aber genauso wichtig empfinde ich es, dass sich nun Leute wie Du einmischen, sich nicht entmutigen lassen und vor allem mitmachen. Schließlich wurde (und jetzt werde ich wohl etwas kitschig), die gerade vielfach zelebrierte „friedlich Revolution“ vor zwanzig Jahren, nicht von „Punkern“, sondern von „normalen Ossis“ in „grauen Allzweckjacken“ getragen. Und ich hoffe sehr, dass gerade Du und deine „normalen“ Kommilitonen „skeptische Steuerzahler“ überzeugt, sich zu beteiligen. Erzähl denen mal, dass in Deutschland gerade mal 1 Prozent der Studenten Quereinsteiger sind,
(Siehe: www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,580275-3,00.html)
sprich aus einem Elternhaus ohne Hochschul- oder Universitätsabschluss kommen.
Extrem peinlich für uns alle, oder nicht!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 14:56
Hab ich gerne gelesen. Anschaulich und informativ. Und wo sich im Streikprozeß schon was ändert.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:12
"Würde gerne mal wissen, warum die zahlreichen Studenten, die sich von der linken Szene abgeschreckt fühlen, nicht ihren eigenen Protest auf die Beine stellen, wo ihnen der Kampf gegen die Studiengebühren so wichtig ist."

@ Müslikind. Ich habe einige Theorien dazu. Die könnte ich auch gerne aufzählen, wenn das keine rhetorische Frage gewesen sein sollte. Wenn sie also nicht retorisch war, bitte mal kurz Bescheid sagen.

Was auch immer die Gründe sein mögen, Tatsachen sind jedenfalls folgende zwei Dinge:

1. Die Mehrheit der Studis sind gegen Gebühren. Umfragen zeigen das.
2. die Mehrheit der Studis beteiligt sich nicht am Protest.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 22:18
Hey Studi4711, schon mal Deine Post gelesen?
Und: Sag mal was, was lesende Mitmenschen noch nicht wissen.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:21
"Hey Studi4711, schon mal Deine Post gelesen?
Und: Sag mal was, was lesende Mitmenschen noch nicht wissen."

Was möchtest du mir damit sagen?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 22:27
Erstens, es gibt hier ein Postfach im Freitag, ganz oben auf Deiner Seiter, wo ich zu Anfang des Blogs etwas Böses reingeschrieben habe, Entschuldigung, und zweitens interessiert mich, was Du persönlich vom Bildungsstreik sagen kannst, über meine allgemeine Zeitungslektüre hinaus. Du machst die Erfahrung, ich hatte sie schon vor mannig Jahren.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:29
@Verdinglichung:
Ob mein Eingangsposting diplomatisch war, darüber kann man sich streiten.
Ich finde es jedenfalls gut, dass du das Problem auch siehst.
Ich bin in einer Situation, wo ich leider nicht viel machen kann. Auf mich hört keiner. Wenn du aber in dem Milieu drin bist, fände ich es gut, wenn du es ansprechen könntest. Natürlich diplomatischer als ich ;)

Auch ich finde (neben den Studiengebühren) einiges an unserem Schul- und Universitätssystem suboptimal, bin mir jedoch nicht sicher, wie man es wirklich ändern kann.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:35
"Erstens, es gibt hier ein Postfach im Freitag, ganz oben auf Deiner Seiter, wo ich zu Anfang des Blogs etwas Böses reingeschrieben habe"

Das wusste ich nicht. Ich frag mich nun aber, ob ich das lesen sollte. Ist es eine Beleidigung?

"Zweitens interessiert mich, was Du persönlich vom Bildungsstreik sagen kannst, über meine allgemeine Zeitungslektüre hinaus."

Das weiß ich nicht, denn ich weiß ja nicht, was du alles darüber in der Zeitung gelesen hast.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 22:39
Ich finde, Verdinglichung hat vieles Wesentliche gesagt. Und ich möchte hinzufügen und unterstreichen, daß Bildung auf der Uni nicht Ausbildung und Schule ist und sein kann. Meine Anverwandten, die gerade studieren, haben keine Zeit zum Lesen eigener Interessen, sie müssen LERNEN für Scheine.
Bildung heißt aber auch und zum wesentlichen Teil, sich frei im Wissenskontext der Welt bewegen zu können. Dafür lohnt es sich zu streiten im Pisa- und Bologna-Prozeß. Auch, wenn man ein paar Tage nicht unter die Dusche kommt ...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 22:45
Ich denke, Studi0815, Du bist einfach ein arrogantes Arschloch.
merdeister schrieb am 07.12.2009 um 22:46
Beim ersten Bildungsstreik im Sommer haben es kaum 700 Studenten hier auf die Straße geschafft.
Bei der letzten Demo waren es dann 3000. In Aachen waren überwiegend Studenten auf der Straße, die sich nicht "Links" nennen würden. Ist halt eine technische Hochschule, hier gibt es viele Leute, die zupacken können. Die Demo war mehr ein Schweige-, denn ein Protestmarsch. Die einzelnen versifften Linken verloren sich in der Masse der Zupacker.
Der Hörsaal in Aachen war 4 Tage besetzt, wohl auch, weil hier die Linke Basis fehlt.
Verdinglichungs Beobachtung kann ich einerseits etwas abgewinnen. Andererseits wird erst klar wie wichtig etwas ist, wenn NICHT mehr da ist.



Lieber Studi86,
ich bin positiv überrascht, dass Du Dich weiterhin hier beteiligst. Einfach hast Du es wahrlich nicht.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:47
"Ich denke, Studi0815, Du bist einfach ein arrogantes Arschloch."

Dann solltest du nicht weiter deine wertvolle Zeit mit mir verschwenden.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:53
@ Merdeister: "Andererseits wird erst klar wie wichtig etwas ist, wenn NICHT mehr da ist."

Meinst du das gebührenfreie Studium? Ich kann die Graphik leider nicht sehen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 22:54
Ich wär inzwischen froh, wenn Du Dich aus einem Blatt entfernst, das ich seit 1988 lese. Denn Du bist eine ... für den Freitag und die Community.
Studi86 schrieb am 07.12.2009 um 22:57
"Ich wär inzwischen froh, wenn Du Dich aus einem Blatt entfernst, das ich seit 1988 lese."

Leider ist dies hier ein freies Land und habe ich nicht vor, dir diesen Gefallen zu tun.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 23:01
Hast Du nicht vor, eben weil Du ein kenntnisloser und kenntnislos bleibender Student bist. Hier bist Du eh geächtet. Geächtet? Aber was sage ich da ...
merdeister schrieb am 07.12.2009 um 23:13
Ist keine Grafik, nur ein Video.

Was ich meinte, sollte sich aus dem Text erschließen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.12.2009 um 23:32

I.D.A. Liszt schrieb am 07.12.2009 um 23:34
Rainer, gib's auf.

Wir müssen geduldig abwarten, bis die Weihnachtsferien vorbei sind.

Dann geht die Zeit der Klassenarbeiten in Klasse 9 wieder los, und dann hat er keine Zeit mehr!
I.D.A. Liszt schrieb am 07.12.2009 um 23:35
@ merdeister:

Sind Deine Graphiken nicht rein phiktional?
shewek schrieb am 07.12.2009 um 23:37
Von meiner Seite her und auch von anderen ist alles Wesentliche gesagt. Gewisse Erkenntnisblokaden scheinen unüberwindbar, der Dialog verläuft sich im Kreis,
deshalb:
Bye-bye!
finn schrieb am 10.12.2009 um 22:26
Also das ist sowas von niveaulos und vollkommen daneben. Erstmal in den Spiegel schaun, dann seihst du, wer hier arrogant ist.
finn schrieb am 10.12.2009 um 22:26
Also das ist sowas von niveaulos und vollkommen daneben. Erstmal in den Spiegel schaun, dann siehst du, wer hier arrogant ist.
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 22:24
"Hier bist Du eh geächtet."

Geächtet? So wie "Robin Hood"? Und ich dachte die Rolle sei schon von anderen hier in der Community besetzt...
merdeister schrieb am 14.12.2009 um 22:45
Genau, wie Robin Hood, der hat auch immer beim Sheriff von Nottingham geklopft und moderat gefordert.

Du bist Deutschland - Du bist Robin Hood
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 22:55
Oh, dann bin ich wohl doch nicht geächtet wie Robin Hood. Bin ich dann etwa geächtet wie ein Paria? müsstet ihr dann nicht sofort ein Solidaritätskomitee organisieren, um das zu verhindern?
I.D.A. Liszt schrieb am 14.12.2009 um 23:00
Du bist weder geächtet wie Robin Hood, noch wie ein Paria, sondern wie ein Neuntklässler unter Erwachsenen, die sich über Politik unterhalten.

Warte, bis Du groß bist, und lern schön, dann kannst Du eines Tages mitreden.
müslikind schrieb am 08.12.2009 um 18:07
Merkst du's nicht? Du bist gegen Studiengebühren, für Protest und du stinkst nicht: Du bist der ideale neue Protestinitiator, dir würden sich alle anschließen! Worauf wartest du?
I.D.A. Liszt schrieb am 08.12.2009 um 23:59
Ach, müslikind, das ist doch ganz klar.

studi86 schrieb am 7,12, um 22.29 Uhr im Thread hierdrüber:

>Ich bin in einer Situation, wo ich leider nicht viel machen kann. Auf mich hört keiner.<

Letzteres ist sicher das Problem.
Nach der Lektüre hier wissen wir schließlich, warum das so ist.
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 22:25
"Merkst du's nicht? Du bist gegen Studiengebühren, für Protest und du stinkst nicht: Du bist der ideale neue Protestinitiator, dir würden sich alle anschließen! Worauf wartest du?"

Wenn die Frage ernst gemeint ist, würde ich sie gerne beantworten. Ist sie es?
I.D.A. Liszt schrieb am 14.12.2009 um 22:57
Also, ich würde das als rhetorische Frage versthen.

Und im Klartext soll das heißen: Quak nicht so viel - machs selber, wenn Du's besser kannst.
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 23:00
"Und im Klartext soll das heißen: Quak nicht so viel - machs selber, wenn Du's besser kannst."

Ich kanns aus verschiedenen Gründen nicht besser. Die würde ich euch auch gerne erklären, wenn ihr mir mal unvoreingenommen zuhören würdet.

Es ist einfach unfair, ihr (damit meine ich die typischen Besetzer) habt eine Menge Ressourcen und verschwendet sie für nichts! Ich habe die Ressourcen nicht, aber soll es besser können. Wie soll ich denn bitteschön das anstellen?
I.D.A. Liszt schrieb am 14.12.2009 um 23:03
Wie wär's zur Abwechslung mal mit Besetzen?

Dann wären die typischen Besetzer nicht mehr so typisch und Du könntest aufhören, Dich über sie zu mokieren.
merdeister schrieb am 14.12.2009 um 23:12
"Es ist einfach unfair, ihr (damit meine ich die typischen Besetzer) habt eine Menge Ressourcen und verschwendet sie für nichts! Ich habe die Ressourcen nicht, aber soll es besser können. Wie soll ich denn bitteschön das anstellen?"

Haha
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 23:14
"Wie wär's zur Abwechslung mal mit Besetzen?"

Würde ich (jedenfalls, wenn ich jetzt keine Diplomarbeit schreiben würde) gerne tun, hätte ich nicht das Gefühl, dass diese Leute mich und meinesgleichen verachten und mir das auch noch zeigen.

Ich würde für die Abschaffung der Studiengebühren so einiges tun, aber ich habe keinerlei Lust diesen Leuten zu ermöglichen auf mich und meine Leute und meine Lebensweise herabzusehen.

Ich bin nunmal kein Masochist und andere Studis genau so wenig.
merdeister schrieb am 14.12.2009 um 23:17
Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 23:21
"Es ist einfach unfair, ihr (damit meine ich die typischen Besetzer) habt eine Menge Ressourcen und verschwendet sie für nichts! Ich habe die Ressourcen nicht, aber soll es besser können. Wie soll ich denn bitteschön das anstellen?"

@ merdeister: Darf ich mal fragen, was an dieser meiner Äußerung so lustig war, dass du meinst dich darüber totlachen zu müssen?
Ist es irgendwie unter Linken hip Ressourcen für nichts und wieder nichts zu verschwenden?
merdeister schrieb am 14.12.2009 um 23:27
Witze erkläre ich nicht.
I.D.A. Liszt schrieb am 14.12.2009 um 23:29
Goldig!

Einfach goldig!
finn schrieb am 10.12.2009 um 22:37
Also ich bin Besetzer an der FU, oder besser: Ich wars mal. Denn irgendwann hatte ich diese (vermeintlich) linke Avantgarde sowas von über. Selten hab ich - wobei direkt angemerkt sei, dass ich gut in der linken Szene verankert bin - soviel Doppelmoral auf einem Haufen erlebt. Dass das ein Problem bei vielen Linken ist, zeigt die Diskussion hier. In der FU hatten wir dieselbe Diskussion wegen eines Artikels der unter bildungsstreik-berlin.de/articles/314-Was_machen_wir_mit_den_Linken zu finden ist.
Es herrscht nach wie vor die Meinung, dass man ja per se besser sei als die anderen, weil man die richtige politische Meinung habe. Also wird über und nicht mit den anderen geredet. Es wird von den verhätschelten bürgerlichen Sprösslingen schön vegan gegessen - aber auch nur. Auch eine Diskriminierung. Es wird endlos debattiert, damit alles im Konsens entschieden werden kann. Was dann nur dazu führt, dass sich die Stärksten durchsetzen. Man tut gerne demokratisch aber wenn über die Besetzung abgestimmt werden soll, ist man plötzlich gegen jede Form der Demokratie. Kurzum: Einige CDUler haben wohl ein progressiveres Demokratieverständnis als viele (vermeintlich) Linke und sind ehrlicher.
Studi86 schrieb am 14.12.2009 um 22:35
Ich freue mich sehr über deinen Beitrag :) Ich habe den von dir angesprochenen Artikel mit großem Interesse gelesen.
Besonders wichtig finde ich den folgenden Auszug: "Auch – und damit gehe ich zum dritten Punkt über – verliert man in der Öffentlichkeit leicht die Glaubwürdigkeit, wenn man unrealistische und zuviele Ziele einfordert. Als Studenten und Vertreter von Studenten müssen wir im Moment eindeutige und konkrete Forderungen an die Politik und die einzelnen Hochschulverwaltungen stellen. Wenn auf einer Kundgebung neben diesen Forderungen auch für die Abschaffung des Welthungers durch die Umverteilung der Nahrungsmittel etc. plädiert wird, verlieren die Forderungen nach besseren Bildungsbedingungen ihre Bedeutung. Das ist sowohl inhaltlich der Fall wie auch in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Bei der oben angesprochenen Abschlusskundgebung wurden neben hochschul- und schulpolitischen Forderungen auch zahlreiche andere Forderungen gestellt. Dies hat eine Gesamtmenge an Forderungen ergeben, die unüberschaubar, unerreichbar und unspezifisch war. Es ist taktisch ungeschickt, zuviele und unspezifische Forderungen zu stellen, wenn man möchte, dass diese auch tatsächlich erfüllt werden."

Wer zu viele Forderungenn stellt dem wird keine einzige erfüllt werden.

Wie waren denn deine Erfahrungen? Hast du das Problem angesprochen.
finn schrieb am 22.12.2009 um 20:50
Also wir hatten darüber, d.h. über den Text, eine Debatte, die aber nicht ergiebig war. Ansonsten hat sich schnell eine Gruppendynamik verfestigt, die dazu führte, dass der Kreis der Protestler immer kleiner wurde.
Mit den Forderungen ist das immer so eine Sache. Denn einerseits kann man leicht zu viel fordern aber zu wenig ist auch schlecht. Es ist eine Gradwanderung und große Forderungen gehören auch mit dazu auch wenn sie in der konkreten Situation nicht erreicht werden können. Dann vielleicht beim nächsten Bildungsstreik im Sommer :-)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 15.02.2010 um 17:20
Studi86, Du warst vor 62 Tagen zuletzt aktiv. Das ist gut so! Ich rufe Dir ganz ganz leise zu: Bleib dabei, bei Deiner Inaktivität.
Studi86
Ich möchte auf diese Art und Weise mit meinen linken Kommilitonen reden
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