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„Es gibt genug Platz für Soja und Zuckerrohr. Aber den Menschen, die dort seit Jahrtausenden leben, wird kein Raum zugestanden. Man behandelt uns wie Vieh. Auch wenn wir sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene das Recht haben, gelingt es uns nicht unser Land wieder in Besitz zu nehmen.“
Mit diesen Worten brachte Anastácio Peralta, Mitglied der Guarani-Kaiowá Indigenen in Mato Grosso do Sul, im südlichen Brasilen, die schwierige Situation seines Volkes auf den Punkt. Er bereiste letzte Woche Deutschland und nahm in Berlin an einer Podiumsdiskussion im „Haus der Demokratie und Menschenrechte“ teil.
Die Guarani befinden sich in einer äußerst schwierigen Situation. Im letzten Jahrhundert haben sie nahezu all ihr Land verloren. Obwohl es schon seit 1973 in langsamen Schritten demarkiert wird, verhindern juristische Hürden, dass die demarkierten Bereiche offiziell anerkannt werden.
Währenddessen finden in der Region massive Waldrodungen statt, um Platz für riesige Zuckerrohrplantagen zu schaffen. Anastácio Peralta und die Guarani empfinden Wut und Frustration angesichts dieser Situation. Obwohl sie auf dem Papier laut brasilianischer Verfassung und internationaler Abkommen dieses Land für sich beanspruchen können, fühlen sie sich ihres Rechtes beraubt: „Die Politiker, die uns eigentlich helfen sollten, tun es nicht, denn sie sind eng mit der Agrarwirtschaft verknüpft und meist selbst Landbesitzer.“
„Diese Situation ist durch das Entwicklungsmodell und den zunehmenden Anbau von Agrartreibstoff bedingt,“ meint Jônia Rodrigues von FIAN Brasilien. Sie arbeitet schon seit über 6 Jahren mit den Guarani-Kaiowá und konnte mit eigenen Augen sehen, in welch menschenunwürdigen Verhältnissen sie leben müssen. Dass dies nicht nur Eindrücke sind, vermitteln die nackten Fakten. 600 Guarani Kinder leiden an akuter Unterernährung, 40 von ihnen sind seit 2005 an Hunger gestorben. Generell ist die Kindersterblichkeitsrate bei den Guarani doppelt so hoch wie im übrigen Land, und die Lebenserwartung liegt mit 45 Jahren weit unter dem nationalen Durchschnitt von 74 Jahren.
Der Mangel an Land führt dazu, dass Tausende Guarani unter katastrophalen Bedingungen in überfüllten Reservaten oder an Straßenrändern leben, zwischen den Bundesstraßen und den Stacheldrahtzäunen die sie von ihrem Land trennen. Dafür verantwortlich ist neben der Viehzucht vor allem der Anbau von Zuckerrohr für die Bioethanol Produktion. Angesichts steigender Ölpreise und neuer Regulierungen in der EU, setzt Brasilien vermehrt auf den Export von Biokraftstoffen, wofür Tausende Hektar Land gebraucht werden.
Laut Verena Glass von „Reporter Brasil“ ist dies nicht nur ein brasilianisches Problem: „Auf der internationalen Ebene entscheidet sich unser Schicksal.“ Die Zuckerrohrraffinerien im Mato Grosso do Sul sind zu 65% in den Händen ausländischen Kapitals. So hat zum Beispiel das Energie-Unternehmen Shell einen Joint Venture Vertrag mit dem brasilianischen Unternehmen Cosan geschlossen, welches Zuckerrohr von Guarani Land bezieht. Um diese Unternehmen an ihre „Social Responsibility“ zu erinnern bedarf es nicht nur der juristischen Anerkennung des Guarani-Landes, sondern auch einer aufgeklärten Öffentlichkeit in Europa, denn hierher gehen knapp 1/3 des brasilianischen Exports an Ethanol.
Die Guarani sind sich sehr wohl bewusst, dass ihre Situation mit weltmarktpolitischen Entscheidungen zu tun haben. Doch Anastácio Peralta geht auch auf grundlegendere Weltanschauungen ein und zeigt, dass es in einem globalen Zusammenhang immer wichtiger wird, umzudenken: „Wir müssen uns auch um die Natur kümmern, die sehr unter dieser Art der Landwirtschaft leidet, denn sonst hat das Leben auf diesem Planeten keine Zukunft mehr.
„Wir sind Teil der Natur. Die Flüsse, die durch das Land fließen, oder wie hier durch den Schnee, sind für uns wie das Blut, das durch unsere Venen fließt. Deswegen müssen wir die Natur achten, denn auf die Natur zu achten ist gleichbedeutend mit auf uns selber achten. Die Wirtschaftskraft ist kein Leben, es ist nur eine weitere Münze die in den Taschen derer fällt, die sowieso schon immer daran verdient haben. Deswegen müssen wir, die von Bewegungen kommen, die an den Anderen denken, diesen Produzenten der Wirtschaft , die sich für die Großen und Mächtigen halten, lehren; es ist sehr gefährlich zu viel Geld zu haben, dann kann man seinen Nächsten nicht mehr lieben und das Leben hat keinen Sinn mehr.“
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Hallo, Ihr Lieben ! Erstmal ganz spontan vielen Dank für den Beitrag, der Text von Ana´staco Peralta hat mich tief berührt und mich an die Weisheit und die Worte des unvergesslichen Häuptling Seattle von vor über 150 Jahren denken lassen ! Ich hab jetzt noch nicht alles gelesen, später mehr ! Wann nur findet dieser ganze Wahnsinn ein Ende ?
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Zur Erinnerung:
..meine Worte sind wie Sterne, sie gehen nicht unter...sagte Chief Seattle vor mehr als 150 jahren... Der Staat Washington, im Nordwesten der USA, war die Heimat der Duwamish, eines Volkes,das sich - wie alle Indianer - als einen Teil der Natur betrachtete, ihr Respekt und Ehrerbietung erwies und seit Generationen mit ihr in Harmonie lebte. Im Jahre 1855 machte der 14. Präsident der Vereinigten Staaten, der Demokrat Franklin Pierce, den Duwamish das Angebot, ihr Land weißen Siedlern zu verkaufen; sie selbst sollten in ein Reservat ziehen. Die Indianer verstanden das nicht. Wie kann man Land kaufen und verkaufen ? Nach ihrer Vorstellung kann der Mensch die Erde nicht besitzen, so wenig, wie er den Himmel, die Frische der Luft oder das Glitzern des Wassers besitzen kann. Chief Seattle, der Häuptling der Duwamish, antwortete dem "großen Häuptling der Weißen" auf dessen Angebot mit einer Rede, deren Weisheit, Kritik und bescheidene Hoffnung uns heute, über 150 Jahre später, mehr denn je betrifft und betroffen macht. Sein Volk hat nicht überlebt, seine Worte wurden nicht gehört. Weden wir sie hören ? Werden wir überleben ? (Einführung zu der Rede des Häuptling Seattle in einem kleinen Büchlein des Patmos - Verlages, www.patmos.de ) |
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Es tut mir so leid...
Und wofür das alles ? Allein der Zucker hat uns nur mindestens zwei Volksseuchen gebracht: Diabetis und Karies ! |
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Auch wenn es Schimpfe gibt: Diabetes wird nicht durch den Konsum von Zucker verursacht.
Und noch mehr Schimpfe gibt es für die Aussage, dass ein Verzicht auf Zucker* den Guarani nicht (kaum) hilft, wohl aber weniger zu Tanken und keine Beimengung von "Bioethanol" in den Sprit. Vielleicht hat sich das aber auch bald erledigt *Der meiste Zucker in unseren Breiten stammt aus Zuckerrüben, mehr zum Zucker hier. |
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Der SWR hat eine Sendung mit dem Titel Landraub - Wie die Reichen der Welt den Ärmsten Ackerland nehmen gemacht.
Achtung öffentlich rechtlichere Link, Gefahr der Depublikation. |
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Wenn es darum geht, dass Anbauflächen der Nahrungsproduktion entzogen und für Treibstoffproduktion reserviert werden, dann können wir hier weiter machen:
www.freitag.de/wissen/1044-der-halbierte-b-rgersteig?searchterm=der+halbierte+B%C3%BCrgersteig Aber wer will schon so konkret die Zusammenhänge aufdröseln? Lieber flüchtet man in unkonkretes Bemitleiden der Betroffenen, während der Fuss auf dem Gaspedal bleibt. Denn hier gilt immer noch: Wenns Auterl brummt is' Herzerl gsund |
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schrieb am
17.12.2010 um 05:57
Sie haben scheints etwas gegen Mitgefühl. Ich fahr übrigens garkein Auto, hab garkeinen Führerschein !
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schrieb am
17.12.2010 um 07:22
Gegen Mitgefühl habe ich gar nichts.
Wir können entweder konkret was dagegen tun dass Andere für das durchgeknallte "Rohstoffparadies" der Industriestaaten leiden oder wir lassen es bleiben. So einfach ist das. |
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In der Bio-Branche wird jedenfalls rege mit Rohrzucker gehandelt und die Leute sind der Meinung, der sei, im Gegensatz zum weißen Zucker,gesund. In Wirklichkeit verursacht beides Karies und fördert Diabetis,oder ruft sie hervor.
Außerdem ist die Zuckerrohrgewinnung gerade auch in Brasilien ein höchst grausames Geschaft. Einmal in Bezug auf die Natur selbst und vor allem in Bezug auf die Menschen, die dort bei der Ernte im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode genutzt werden ! Es gab einmal einen ausnahmsweise guten und ehrlich geschriebenen Bericht darüber im SPIEGEL. Ein Bericht wie aus der Hölle,ich habe damals geweint beim Lesen. |
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schrieb am
17.12.2010 um 07:45
Wir haben hier, wie merdeister übrigens oben schon schrieb, Zucker aus Zuckerrüben. Chemisch ist der Rübenzucker der gleiche Zucker wie Rohrzucker, nur dass er unraffiniert (braun) ein bisschen anders schmeckt als unraffinierter Rohrzucker. Man kann sich auch den Geschmack von braunem Rübenzucker gewöhnen.
Für das Zuckerbedürfnis, ob es nun unter dem gesundheitlichen Aspekt zu hoch ist oder nicht, gibt es keinen vernünftigen Grund, energieverbrauchend Rohrzucker aus tropischen Gebieten zu importieren. Wenn in den Preis des Rohrzuckers alle Umweltkosten durch den Transport mit einflössen, dann wäre er so teuer, dass ihn hier niemand kaufen würde. Aber darum geht es in obigen Artikel gar nicht, sondern um Ethanol (Alkohol) das aus dem Rohrzucker hergestellt wird und die Automobile am Laufen halten soll. Wer dagegen was tun will, muss dort ansetzen. Durch eigenes Verhalten und mit Argumenten. Die Versuche, dem Treibstoffthema auszuweichen und immer wieder auf das hier völlig irrelevante Thema Nahrungszucker zurückzuführen ist reine Ablenkungstaktik. |
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@nemequitte
Will sagen: Wir sind alle einer Meinung zu den Arbeitsbedingungen beim und den Folgen des Zuckerrohranbaus. Die Schlüsse, die wir daraus ziehen sind unterschiedliche und die Begründung liefert claudia :-) |
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schrieb am
17.12.2010 um 20:58
Es weht ein kalter,giftiger Hauch zu mir rüber.
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schrieb am
17.12.2010 um 21:02
Im Duett. Ich lasse Euch Eure Wahrheit, Ihr mich bitte in Frieden !
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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