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Innerhalb weniger Tage hat die Aktion "Am 01.03.12 in ganz Deutschland nicht Tanken!" auf Facebook knapp 500.000 Teilnehmer generiert. Anlass ist der derzeitige Benzinpreis von über 1,50€.
"Findet ihr auch, dass der Benzin-Preis alle Rekorde bricht? Dann macht mit und Tankt diesen einen Tag nicht. Dieser eine Tag soll den Öl-Multis die Macht der Konsumenten - nämlich unsere zeigen!"
So erklärt der kleine Informationstext den Sinn der offenen Gruppe. Sobald es an den eigenen Geldbeutel geht, wird er renitent der "Wutbörger". Nicht mal ansatzweise so viele Menschen bekommt zusammen wer sich gegen den Ausverkauf des Gesundheitssystems oder gegen die Rodung des Regenwaldes engagiert, von solchen Unterstützerzahlen können NGOs nur träumen. Ich rede noch nichtmal davon seinen Couchpotato-Hintern auf die Straße zu Demos zu bewegen, nein allein die Unterstützung über soziale Netzwerke fällt extrem gering aus. Mal abgesehen davon, dass der Benzinpreis schon lange nicht mehr über Angebot und Nachfrage an den Tankstellen geregelt, sondern über den Barrel-Öl-Preis an den Börsen festgelegt wird, ist der Sachverhalt der Masse der Teilnehmer enttäuschend hoch.
Faszinierend ist allerdings, wenn man durch die Kommentare scrollt. Dort wird ersichtlich, dass es vor allem die Generationen 25+ sind. die daran teilnehmen. Wiederstand formiert sich bei Jüngeren. Bspw. mahnen sie doch lieber mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zur Arbeit fahren. Auch mit Kritik an der Aktion als solches wird nicht gespart, da viele den einen Tag für unsinnig halten. Andere widerum haben ihr Auto abgeschafft, bzw. posten das sie keins besitzen und auch nicht wollen.
Ein anderer Kommentar von einem Mann so um die 50 Jahre offenbart den Generationenkonflikt "Für mich bedeutet tanken Freiheit und damit meine ich nicht die politische [...]" Diese Generationen besitzen scheinbar die geistige Flexibilität einer Brechstange. Sie definieren Freiheit immer noch über Konsum und beweisen brav ihre Marktgläubigkeit über die "Verbauchermacht". Mit nicht endenwollender Borniertheit wird am maximal Unnützen festgehalten, ja gar geklammert, wie von Süchtigen. Das PKWs 80% ihrer Zeit sowieso nur rumstehen interessiert dabei ebensowenig, wie die dahinterstehende hochgiftige Lack- und Farbindustrie. Denn soviel Reflexion benötigt doch einen gewissen Grundintellekt.
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Ich bin Berliner, verzichte bewußt auf ein Auto als Besitz, nutze nur das Fahrrad, meine Füße und den ÖPNV.
Trotzdem würde ich mir solche Arroganz, wie sie in deinen Worten rausklingt nicht anmaßen gegenüber Leuten, die eben anderer Meinung sind. Wer gibt dir eigentlich das Recht, einem anderen Menschen "Borniertheit", "geistige Flexibilität einer Brechstange", ja sogar Dummheit ("Denn soviel Reflexion benötigt doch einen gewissen Grundintellekt.") als Beleidigungen hinzuschmeissen? Wenn du ein, zwei, drei und mehr Kinder hasu (wie ich bis vor kurzem) und mußt an den Nachmittagen zwischen Schule, Arzttermin, Sportverein und Einkaufen hinundher jagen, dann brauchst du das Auto, egal, ob es jetzt ökologisch ist oder nicht. Wenn du in Regionen wohnst, wo der ÖPNV nur sehr weitmaschig entwickelt ist, brauchts du das Auto um an deinen Job-Ort zu kommen. Was du schreibst, klingt so schrecklich naiv-dümmlich, dass die einzige Entschuldigung dafür ein Autor im Pubertätsalter ist. Der Begriff "Hirntod" darf wohl auch für den Autor solcher generations-rassistischen Artikel verwendet werden? |
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Was mir das Recht gibt, in der Form zu kritisieren? Ich würde mal behaupten Ölkatastrophen, massiv schnell voranschreitende Umweltzerstörung.
Man regt sich über Atomkraft und die Zerstörung des Regenwaldes auf, sobald aber die Haustür ins Schloss fällt möchten alle den am günstig verfügbarsten Benzinpreis. Des Weiteren fällt mir auf, dass die Kritik an der Aktion als solches bei dir nicht so recht angekommen ist. Stattdessen das gleiche Betroffenheitsgeheule, weil die eigene Lebensweise hinterfragt werden muss. Das ist keine Arroganz meinerseits sondern Zorn. Zorn über die Ignoranz. Zorn darüber dass für diesen Aktionismus, denn nichts anderes ist dies, soviele Menschen sich engagieren. Gegen die Kürzungen im Gesundheitsbereich und die damit verbundene finanzielle Mehrbelastung sozial Schwacher ist keiner auf die Straße gegangen. Die sich massiv ausweitende Ungerechtigkeit und Rückzug des Staates aus Bildungs- und Kulturbereichen, bei gleichzeitiger Mehrbelastung vor allem Einkommensschwacher und dies trotz exorbitanter Konzerngewinne, da ist auch keiner auf die Straßen gegangen. Aber wenn der Benzinpreis steigt, dann ist er wieder da, der Wutbürger. Mit ungerichteter Wut geht er für einen Tag auf die Straße oder halt... doch nicht, er tankt für einen Tag nicht. Vergessen Milliarden Tonnen Öl im Meer. Vergessen die vertriebenen Menschen um an Öl zu kommen. Vergessen die Rodungen von Regenwald. Hauptsache das Benzin ist günstig!! Naivität scheint mir eher woanders gesäht zu sein... |
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Kiep Kuhl Technixer,
ich verstehe ja, was Du meinst und befürworte es ja auch überwiegend. Aber die Zeiten sind vorbei, in denen es vielen egal war, ob sie von nem Wasserwerfer umgepustet werden. Heute macht man Twitter-Demos. Das ist in, das ist cool. Kann man in Ruhe auf dem Sofa hocken bleiben und "Bachelor" glotzen. Und hinterher kann man twittern: Ich war dabei. Zumal ja bald auch ein Bundespräsi allen Deutschen sagen wird. Wer demonstriert ist doof! Beugt Euch Eurem Schicksal. Ihr habt es nicht anders verdient! Da war Hindenburg noch harmloser :-) |
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schrieb am
22.02.2012 um 19:07
Nur mal ein Aspekt:
>>Sportverein<< Was tut jemand in einem Sportverein, der/die nicht in Lage ist, zu Fuss hin zu gehen? |
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Der Deutsche?
Das ist der geborene Infinfitiv, der zum Tanken in die Deklinier-Bar geht. Beugsam eben. |
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jajaja, das war klar, dass diese altbackene Frage wieder ausgekramt wird.
"der Deutsche" sind in diesem Fall mittlerweile knapp die 600.000 Menschen der Facebook-Gruppe, die der deutschen Sprache mächtig sind, in Deutschland leben vermutlich die deutsche Staatsbürgerschaft hat und jetzt zum Wutbürger mutieren. |
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Tanken hat einfach was Magisches. Ich kann jetzt durch Volltanken den Wert meines Autos verdoppeln. Wenn ich den Wagen dann einen Monat stehenlasse, nehme ich die Wertsteigerung durch den gestiegenen Ölpreis auch noch mit.
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Ich benutze ja seit Jahren den BE-Fuelsaver:
Das Metallstück ist ein Schwingungsträger, der zur Anregung einer Plasmabildung im Treibstoff (im Brennraum) führt d.h. der Treibstoff wird so vorbehandelt, das er in eine niedermolekulare ionisierte Gasketten aufgeschlüsselt wird, das ergibt ideale Voraussetzungen für eine optimale Verbrennung und saubere Abgase |
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Klingt wie Kohlenwasserstoff-Homöopathie.
Wo gibts so was ? Wilber-Sheldrake-Products ? |
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schrieb am
22.02.2012 um 19:34
>>...niedermolekulare ionisierte Gasketten...<<
Wenn das Metallstück glüht könnte die Gaserzeugung gelingen, denn dann werden die Kohlenwasserstoffe "gecrackt". Allerdings muss dann der Zutritt von Luftsauerstoff zuverlässig ausgeschlossen werden, weil sonst der Tankinhalt sich, "wutsch!!" in einer grossen Flamme verflüchtigen würde. |
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@merdeister
"Das Metallstück ist ein Schwingungsträger, der zur Anregung einer Plasmabildung im Treibstoff (im Brennraum) führt" Plasma im Treibstoff ist immer gut. Plasma ist überhaupt gut. Wenn man dem Sprit noch ein paar Kondensatoren, Schaltkreise und die Software für das Motormanagement-Betriebssystem beimischt, kann man während einer Autobahnfahrt mit dem Motor auch noch Plasmabildschirme herstellen und während der Fahrt Filme gucken. Die nächsten Überfälle an Tankstellen werden mit Plasma-Phasern durchgeführt. Soll'ze ma seen! |
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@kenua und claudia
da steht irgendwas mit Quantenmechanik, vielleicht meint er, man solle öfter mal zu Fuß gehen... |
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GeroSteiner schrieb am 22.02.2012 um 19:40
Bevor ich ne Tankstelle überfalle, gehe ich lieber Plasma spenden! |
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Plasmaexpander dienen ja auch dazu, den Tank aufzufüllen.
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Ich weiss eine Lösung:
Der Iran hat ja, wie ich gestern im Radio hörte, die Öllieferung in Länder storniert, die sich gegen die iranische Urananreicherung wenden. Natürlich möchten sie trotzdem gerne ihr Öl verkaufen. Wenn nun also alle Deutschen Autofahrer sich für Kernkraft stark machen und dafür, dass jedes Land sein eigenes Uranerz aufarbeiten darf, dann könnte es hier doch massenhaft iranisches Öl geben und man kann ein bisserl den Preis drücken, immer mit der Drohung, dass man sich ja wieder der Anti-Iran-Gruppe anschliessen könne... Und die Ölkonzerne? Jo mei, der ADAC muss halt eine eigene Raffinerie bauen, die den Stoff direkt im Iran einkäuft. Am Geld fehlt es doch nicht. Alternativ könnte man in (Bio!-)Holzvergaser investieren. |
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Widerstand. Ohne "e". So viel Zeit muss sein (:
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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