Technixer

Blog von Technixer

28.01.2012 | 11:02

Berlin und sein Tourismus, ein Kommentar.

Den meisten Urberlinern dürfte es aufgefallen sein und landestypische Medien erstatten auch regelmäßig Raport. Gemeint ist der famose Anstieg der Touristenzahlen.

Einige Politiker fordern bereits eine Art Kurtaxe. Berlin ist günstig. Bekannt wurde auch die wachsende Anzahl der Wohnungen, welche an angebliche ERASMUS Studenten gehen und so Mieter verdrängen. Nein, ich habe eine eher andere Ursache für den Anstieg in der Hauptstadt in Verdacht. Wer sich in den einschlägigen Bar's rumtreibt und mit Spaniern, Franzosen und Engländern unterhält, dem zeigt sich ein anderes Bild. Zu diesem Ergebnis bin ich zumindest gekommen. Initiiert wurde der Nachdenkprozess durch meinen Aufenthalt am OSI der FU wo ich seit knapp 2 Jahren immer mehr Spanier und Franzosen wahrgenommen habe.

Diejenigen mit denen ich gesprochen habe, waren hier auf Arbeitssuche oder studierten hier, weil die hiesigen Universitäten ein höheres Niveau haben (Fachabhängig!). Die Landflucht ist ja auch kein Wunder denn seit mehr als zwei Jahren ist die Arbeitslosigkeit bspw. in Spanien mit ca. 23%  extrem hoch und Deutschkurse sind sehr gefragt. Es ist nur logisch, wenn man Arbeit sucht müssen die eigenen Ausgaben so gering wie möglich gehalten werden und welche Stadt bietet sich in Deutschland dafür an?

Problematisch wird es allerdings, wenn man selbst zum Kaffee kochen Akadamiker einsetzt. Genügend Berichte über sinnlose Volontariate und Trainee-Ships, die oft genug billiger Ersatz für Bürofachkräfte sind, gibt es in den "Karriere-Spiegeln" von FAZ, TAZ, Spiegel und Co zu Hauf. Was es bedeutet, wenn in den Herkunftsländern nicht geeignete Bedingungen für eine funktionierende Wirtschaft etc. geschaffen werden, sieht man an den Seelenverkäufern aus Afrika. Auch gewinnen durch den Druck auf ausgehandelte Löhne gefährliche nationalistische Bewegungen an Boden wie die Beispiele Ungarn oder Russland zeigen. Aber auch in Italien, ist die Behandlung der Einwanderer menschenunwürdig. Es stellt sich also die Frage, ob die leckgeschlagene Europa noch zu retten ist, ohne dass an die 36 Billionen Euro Privatvermögen rangegangen wird, denn wo Schuldner sind da hocken auch Gläubiger und gieren nach Rendite.

Vor allem in Bezug auf Berlin, wo die Einkommen niedrig sind und der Hauptstadtbonus seit Jahren nicht eingelöst wird, frage ich mich wie lange das noch funktionieren soll?

 
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