Technixer

Blog von Technixer

25.05.2010 | 12:32

Das vierte Reich-Bundespräsident Köhler über den Krieg in Afghanistan.

Zeit wirds ja. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit ein Abkommen mit der Bundeswehr hat und direkt Anwerbeveranstaltungen machen, bei denen Hartz IV Empfänger Pflichtanwesenheit haben, rührt nun auch unser über alles geliebter IWF Ex-Chef die Kriegstrommeln.

"“Meine Einschätzung”, so Köhler, “ist aber, ( … ) dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel ( … ) auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren.” Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler “freie Handelswege”. Es gelte, “ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen” und sich somit negativ auf Handel, Arbeitsplätze und Einkommen auswirkten. All dies solle diskutiert werden: “Ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”

Also Hartz IV Empfänger als Kanonenfutter, für eine relativ schlecht ausgerüstete Armee, um die Interessen "Deutschlands" (wer auch immer das ist) zu wahren.

Wenn man bei Google Afghanistan Krieg eingibt und auf Bilder klickt, bekommt man nur Sauberes zu sehen. Keine toten Kinder oder weinende Angehörige, meist Bilder wie ein Soldat auf Posten Ausschau hält, nach Attentätern die unsere Freiheit in ca. 4500km Entfernung gefährden könnten. Schlimme Bilder gibts immer nur in sekundenschnelle bei Nachrichtensendungen zu sehen und gleich danach wird eine völlig andere Information geliefert, mit neuem Kontext, damit das Kurzzeitgedächtnis bloß nicht anfängt irgendwas zu speichern.

So ganz scheint das aber nicht funktioniert zu haben, der Großteil der Deutschen befürworten einen Truppenabzug. Wessen Interessen werden eigentlich also dort wahrgenommen? Dann wohl doch nur die Interessen einiger weniger oder wie?

Wo dieser ganze Irrsinn hinführen soll kann Horst bestimmt auch erklären, aber noch nicht jetzt! Vielleicht gibt es ja hier Gedanken zu dem aktuellen Gebärden Deutschlands.

Ich persönlich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier Großdeutsche Bestrebungen am Werk sind. Fassen wir zusammen. Die Bundeswehr soll eine Interventionsarmee werden, welche Handelsinteressen Deutschlands durchsetzt. Unsere Außenhandelsbillanzüberschüsse, sind nur auf Grund der Faulheit und Doofheit der Südländer entstanden und unsere selbstlose aufopferungsvolle Hilfe (die Zinsen tja und Verbindlichkeiten), haben die Bundesregierung in die Lage versetzt Europa fast im Alleingang regieren zu können. Der Nichtangriffspakt heißt also Sparzwang oder wie?

 
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Kommentare
mcmac schrieb am 25.05.2010 um 12:58
Dieser bundespräsidiale Pfingst-Knaller verhallte bisher allerdings fast ungehört.
Mal abgesehen vom seltsamen Eiertanz um die verschiedenen Interview-Fassungen auf dradio.de (www.dradio.de/rss/podcast/interviews/); eine zweite aktuellere Fassung enthält die oben zitierte, heiße Passage nämlich nicht mehr. Auch in der Textfassung auf selbiger Site (www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1188781/) sucht man sie vergebens.
Hat sich da etwa jemand verquatscht?..
Alien59 schrieb am 25.05.2010 um 14:56
Wenn dieser Artikel noch nicht fünf Sterne hätte, wären die von mir gekommen.
Danke - auch für die notwendige Herstellung des Zusammenhangs zwischen ARGE und Bundeswehr. Mal abwarten, wie lange es dauert, bis der erste ALG II Kürzung angedroht bekommt, weil er nicht zu dem Laden gehen will....
luggi schrieb am 25.05.2010 um 15:20
Alles im Rahmen des Rechtsstaates.
Alien59 schrieb am 25.05.2010 um 15:26
Ja, latürnich. Würde ich so vermessen sein, etwas anderes zu vermuten?
Technixer schrieb am 25.05.2010 um 17:00
"Mal abwarten, wie lange es dauert, bis der erste ALG II Kürzung angedroht bekommt"

der Artikel über das Kooperationsabkommen der BA mit der Bundeswehr steht u.a. im Neuen Deutschland, Friedensforschungszentrum der Uni Kassel und noch ein paar Andere, es handelt sich immer um den gleichen Text. Laut diesem Text gibt es bereits im Raum Köln Sanktionsmaßnahmen gegen Menschen die nicht zu Rekrutierungsveranstaltungen der Bundeswehr gehen wollten.

Ein von Google angezeigter weiterführender Link des Bundeswehrverbandes ist nicht mehr zugänglich, eine Suchanfrage beim Verband war erfolglos.

Ergänzung:

Es gibt (lt. der Informationsstelle Militarisierung) in NRW, Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg Abkommen mit den Bildungsministerien.
Mit diesen "soll die Arbeit von Jugendoffizieren in Schulen verbessert werden..."
imi-online.de/download/factsheetBWundSchule2010.pdf

Die Überprüfung des ND Berichtes und des eingetragenen Vereins, wäre ja mal eine Aufgabe für investigativen Journalismus. Wäre ja schon ein ziemlicher Skandal.
mcmac schrieb am 25.05.2010 um 17:36
Menno, so viele schöne Skandale heute und so wenig investigativer Journalismus.
mcmac schrieb am 25.05.2010 um 18:22
Aber man kann es ja alternativ auch so machen, wenn keiner so richtig berichten will:

bundeshorst.wordpress.com/
Technixer schrieb am 25.05.2010 um 19:51
eine gute Sache. ich leite das mal an Attacis weiter.
Alien59 schrieb am 26.05.2010 um 05:37
Die Idee gefällt mir - auch wenn ich kaum glaube, dass sich da ein staatlich besoldeter Jurist drantraut.

Was mich aber ernsthaft interessiert, Technixer, ist die Sache mit der AA. Die machen anscheinend fast alles... gerade bei Prostitution haben sie nach etwas nachdenken einen Rückzieher gemacht.
h.yuren schrieb am 26.05.2010 um 10:01
wenn eine kriegsgesellschaft ( gegenwärtig gibt es keine andere gesellschaft auf der welt) mal richtig abgebrannt ist, weil das kriegshandwerk handwerkliche fehler einschließt, fällt sie zurück auf ein primitives stadium der kriegsferne. nach einigen jahren des durchatmens und der erholung vom argen verlust blüht das pflänzchen wehrhaftigkeit zaghaft erst, wächst aber stets stabiler zu schöner alter größe heran. so ist der lauf der geschichte.
das sagte nicht tante anna, sondern immanuel kant in: Zum ewigen Frieden.
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