Technixer

Blog von Technixer

14.11.2010 | 02:17

Die USA - ein Land der Freude und Demokratie - eine Filmrezension

Auf einem der glorreichen Privatsender lief heute Abend ein Drama.

Nein, ich beziehe mich dabei nicht auf Detlev die Wurst und die heulenden, Rotzblasen erzeugenden Teenies. Die Kiddies sollten lieber froh sein, dass sie nicht in die unbarmherzigen Mühlen der schnelllebigen Popindustrie geraten

Der Film heißt 'Felon' mit Val Kilmer und ist ein Gefängnisdrama. Auf IMDB ist er von ca. 25.000 Menschen bewertet worden. Aktueller Punktestand eine 7,8 von 10 Punkten. Das ist relativ gut. The Green Mile, ebenfalls ein Gefängnisdrama, hat 8,4 Punkte. Dieser Film gibt sowohl mit seiner Story als auch mit seiner Handlung einen ziemlich guten Einblick in den sogenannten Rechtsstaat der USA.

Felon zeigt, wie auch die unzähligen Dokus, die gelebten Rassengesetze und Aufteilung von Menschen in Gangs in den Gefängnissen der USA. Stämme von Primaten. Ein Unterschied zu Gorilla, Panda und Co ist nicht mehr auszumachen

Ausgelöst werden diese niederen Instinkte, egal ob bei Männlein oder Weiblein, durch Überfüllung, Langeweile und Hass. Purer Hass auf alles und Nichts. Denn es ist das Nichts was viele ehemalige Insassen in dem Danach erwartet. Keine Arbeit, keine Familie. Denn diese gehen in die Brüche. Man schafft es einfach nicht, auf Dauer der psychischen Belastung standzuhalten. Diese Demütigung beim Einlass in das Gefängniss, die Veränderung der Persönlichkeit des geliebten Menschen durch die Verrohung. Und Arbeit? Naja wenn überhaupt dann nur befristet, von Betrieben die Vereinbarungen mit dem Staat haben. Der Quotenknasti.

Dem Insassen hingegen bleibt eigentlich keine andere Wahl, als sich einer der Gangs anzuschließen. Sonst ist das eigene Leben in Gefahr. Wer dort landet wähnt sich unterbezahlten, überforderten  Staatsbediensteten gegenüber, welche stets und ständig selbst um ihr Leben fürchten müssen, sie können einem nicht helfen, geschweige denn 24h überwachen. Außerdem sind die Wärter auch Hassobjekt, denn sie stellen die Repressivmacht des Staates dar, wer mit ihnen zusammenarbeitet ist ein Verräter.

Wenn man bedenkt wie leicht, vor allem arme Menschen dort landen, wegen Lapalien wie mehrfacher Ladendiebstahl, so gelangt man doch arg ins Grübeln über das sogenannte Mutterland der Demokratie.

Ich fass das mal zusammen, der Machtapparat verstößt im eigenen Land systematisch gegen die Menschenrechte und missachtet die Menschenwürde. Staat und Kirche ist zwar de jure getrennt, de facto sitzen aber lauter religiöse Irre in den Schaltstellen. Weiterhin zwingen sie jedem anderen Land der Welt ihren radikalen Marktglauben und pseudointellektuelles Gesellschaftssystem auf, in dem sie über den mächtigsten Militärapparat der Welt verfügen. Das 'sie' bezeichnet natürlich keine konkreten Personen. Hier geht es nicht um Verschwörungstheorien und Mythen á la Skulls and Bones und Co. Das abstruse Selbstverständnis der USA und seiner Bürger scheint aus sich selbst heraus, also systemischen Ursprungs, zu sein.

Ihr Privatisierungswahn führt zur Verwahrlosung öffentlichen Gemeinguts, Verteuerung des Gesundheitssektors u.s.w. und verstärkt soziale Gegensätze und Ungerechtigkeiten. Was im Endeffekt wieder zu mehr Knastbrüdern/schwestern führt. Zur Zeit sitzen in den USA ca. 2,5 Millionen Menschen im Knast. Am Ende des Films wird gesagt, dass jede Woche 1000 Menschen mehr eingebuchtet werden.

Eine Wachstumsbranche also. Eine Golgrube, daher werden nun verstärkt Gefängnisse von privaten Betreibergesellschaften gebaut. Bis auf die staatliche Gefängnisaufsicht ist alles Privat.

Die Sozialpolitik ist seit Jahren eine reine Symptompolitik. Keine Prävention in Problemvierteln, wenn überhaupt dann nur ehrenamtliche und kaum Nachbetreuung von ehemaligen Langzeithäftlingen zur Wiedereingliederung.

Die USA sind das plastische Beispiel für Marx's Kritik am Kapitalismus. Da wo Armut, Hunger und Not trotz enormen Reichtums sind, dort herrscht auch die Gewalt, Verrohung, Lug und Trug.

"Die dunkle Seite stark dort ist junger Padawan!"

Auf die Schulter klopfen brauchen wir uns hier in Deutschland jedenfalls nicht. Die Entwicklung der Gesellschaft geht in eine ähnliche Richtung. Die Gefängnisse sind jetzt schon stark überfüllt. Herrschen tun auch dort verschiedene Gangs. Die größten ethnischen Gruppierungen sind schon lange nicht mehr die Deutschen, sondern Russen, Araber und Türken.

Woher dieses ganze Desaster stammt, na das wisst ihr auch alle. Die Verantwortlichen essen mit der Kanzlerin zu Mittag.

 
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Kommentare
luggi schrieb am 14.11.2010 um 07:55
Demokratie ist doch eine Tätigkeit, mit der sich das gemeine Volk von der Diktatur ablenken lässt.
Technixer schrieb am 14.11.2010 um 10:35
pluralistisch oligarchische Scheindemokratie, hab ich mal munkeln hören.

Postdemokratie, ist auch son mediales Modewort.
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