Technixer

Blog von Technixer

20.06.2011 | 16:58

Hochschultage - Sustain it! Diskutiert mit!

Passend zum Dossier des Freitag zur Energiewende, die Hochschultage an der Freien Universität in Berlin-Dahlem Mittwoch den 22.06. bis 23.06.2011 in der Silberlaube.

"Zu den vorrangigen globalen Herausforderungen zählt die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Damit verbunden sind kritische Infragestellungen unserer Art des Wirtschaftens sowie der in den westlichen Industrieländern gefestigten Konsum- und Lebensstile. Der bereits spürbar stattfindende Klimawandel und die Reaktorkatastrophe in Fukushima verdeutlichen, dass diese Aufgabe ohne einen grundsätzlichen Politikwechsel, der die Machtbalance zwischen den so genannten Industrie- und Entwicklungsländern ebenso betrifft wie wirtschaftliche und soziale Grundfragen der Industriegesellschaft, nicht zu bewältigen sein wird. Nach wie vor gibt es allerdings kein breites gesellschaftliches Problembewusstsein über die Tiefe und Reichweite dieser Veränderungsnotwendigkeiten.

Doch ein langfristiger Bewusstseinswandel allein reicht nicht aus, um den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten und eine Energiewende herbeizuführen."

Es wird Workshops, Seminare, Vorlesungen Diskussionen geben. Es dreht sich alles um Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Energiewende, Gesellschaft, Ethik u.v.m.

Hier gehts zum Programm!

Die Teilnahme ist kostenlos!

Es wird u.a. Renate Künast von den Grünen sprechen. Es gibt eine Diskussion mit Greenpeace über Nahrung und Gentechnik (ein Thema was mir besonders am Herzen liegt).

Und es kommt der Club of Rome zu Sprache, in: 'Diskussion im Goldfischglas - Die Grenzen des Wachstums'

 

START: Mittwoch  um 12 Uhr

 

 

 
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Kommentare
h.yuren schrieb am 21.06.2011 um 07:40
lieber technixer, solange den meisten wahlberechtigten nicht klar ist, was auf dem spiel steht und was zu tun ist, sind informationsveranstaltungen wichtig. klar.
aber solange den veranstaltern und informanten nicht klar ist, dass die staatlichen und ökonomischen strukturen verändert werden müssen, damit sich etwas in richtung zukunft bewegt, wird die geduld strapaziert, und nicht nur die.
Technixer schrieb am 21.06.2011 um 09:01
Guten Morgen,

da hast du meine volle Zustimmung. J-AP lässt dies in seinen zum Teil sehr zynischen Kommentaren ja auch durchklingen.

Soweit ich allerdings das Programm überblicken kann, gibt es auch Gesellschaftskursdebatten.

Ich werde aus zeitlichen Gründen, nur an der Greenpeacedebatte über Gentechnik teilnehmen können.
claudia schrieb am 21.06.2011 um 09:24
>>...aber solange den veranstaltern und informanten nicht klar ist, dass die staatlichen und ökonomischen strukturen verändert werden müssen, damit sich etwas in richtung zukunft bewegt, wird die geduld strapaziert,...<<

sehe ich auch so.
Und man muss immer wieder Jenen entgegentreten, die behaupten, die notwendige Änderung der "gefestigten Konsum- und Lebensstile" sei nur mit Askese und Verzicht auf "Lebensqualität" zu machen.
Das Gegenteil ist der Fall: Mit der Abkehr vom renditemaximierenden Konsumismus und der Einrichtung einer gebrauchswertorientierten Wirtschaftsweise erreichen wir Stressabbau, Gesundheit und mehr Lebensfreude.
Technixer schrieb am 21.06.2011 um 11:54
Meine Erfahrung ist, dass man das (wirkliche) Denken der Menschen nicht durch radikale Umbrüche ändert, sondern durch stetiges Wirken.

Revolutionäre Umbrüche haben i. d. R. eine ratlose Bevölkerung zurückgelassen (gutes aktuelles Beispiel die arabische oder die orangene Revolution).

Die Hochschultage sind Ort der Information und Diskussion. Wenn nur ein Bruchteil von Leuten kommt, für die solch kritisches Denken neu ist, dann hat man schon etwas erreicht. Sie überdenken ihre Lebensweise, ändern ihre Speisekarte u.v.m.

Was ihr euch und auch die meisten anderen Menschen wünscht, ist eine möglichst schnelle Abhandlung der Probleme durch einen radikalen Umbau der Gesellschaft und Wirtschaft. Dies mag wünschenswert sein, ist aber nicht durchsetzbar, da der Reibungswiderstand zu groß ist.

Immer Schritt für Schritt. Die hochkarätigen Gäste sind ein Hinweis darauf, dass Nachhaltigkeit und Verzicht durchaus Salonfähig geworden sind.

Grüßle
Technixer schrieb am 21.06.2011 um 11:54
Meine Erfahrung ist, dass man das (wirkliche) Denken der Menschen nicht durch radikale Umbrüche ändert, sondern durch stetiges Wirken.

Revolutionäre Umbrüche haben i. d. R. eine ratlose Bevölkerung zurückgelassen (gutes aktuelles Beispiel die arabische oder die orangene Revolution).

Die Hochschultage sind Ort der Information und Diskussion. Wenn nur ein Bruchteil von Leuten kommt, für die solch kritisches Denken neu ist, dann hat man schon etwas erreicht. Sie überdenken ihre Lebensweise, ändern ihre Speisekarte u.v.m.

Was ihr euch und auch die meisten anderen Menschen wünscht, ist eine möglichst schnelle Abhandlung der Probleme durch einen radikalen Umbau der Gesellschaft und Wirtschaft. Dies mag wünschenswert sein, ist aber nicht durchsetzbar, da der Reibungswiderstand zu groß ist.

Immer Schritt für Schritt. Die hochkarätigen Gäste sind ein Hinweis darauf, dass Nachhaltigkeit und Verzicht durchaus Salonfähig geworden sind.

Grüßle
claudia schrieb am 21.06.2011 um 13:11
Versuch einer Begriffsbestimmung:
>>Revolutionäre Umbrüche haben i. d. R. eine ratlose Bevölkerung zurückgelassen (gutes aktuelles Beispiel die arabische oder die orangene Revolution).<<
Revolution = Umwälzung, im politischen Sinne ist in der Regel "Umwälzung der Machtverhältnisse" gemeint.
Ein Aufstand wie neulich in Nordafrika ist eher eine Verzweiflungsreaktion als revolutionär. Deswegen kann ein kurzzeitiges Machtvakuum sehr schnell wieder mit neuen Statthaltern der alten Herrscher aufgefüllt werden.
Kaputalistische Hechelmedien benützen den Begriff "Revolution" immer dann, wenn keine stattfindet.
Eine tatsächlich gut vorbereitete Umwälzung der Machtverhältnisse in Richtung gesellschaftlicher Fortschritte würden sie als böse und Natoeingreifgrund bezeichnen.

---
Für eine Änderung der ökonomischen Machtverhältnisse (=Demokratisierung der Produktionsmittel) halte ich einen harten Schnitt für unabdingbar.
"Weiche" Veränderungen werden sonst immer wieder im Sinne des Primats der Kapitalrendite pervertiert.
Wir werden sehen, was z.B. nach der recht unspezifizierten "Abschalten"-Bewegung bleiben wird: Stinketeure offshore-Windparks, deren Bau durch phantasievolle Strompreiserhöhungen für die Privathaushalte finanziert wird.
Und im Windschatten dessen die Subventionierung des Elektro-PKW durch die Mehrwertsteuerzahler.
Mehr nicht.

Revolutionär kann aber die Änderung der ökonomischen Macht nur wirken, wenn konkrete Vorstellungen, was wir damit anfangen wollen, zum Zeitpunkt der Machtänderung schon da sind.
Deswegen halte ich solche Veranstaltungen wie die oben Angekündigte für richtig.
Nur sollte man sie nicht falsch einordnen.

---
>>...dass Nachhaltigkeit und Verzicht durchaus Salonfähig geworden sind.<<
Auf den Begriff "Verzicht" würde ich verzichten, denn damit werden Leute abgeschreckt. Es sollte eher darum gehen, die Vorteile eines "nachhaltigen", gebrauchswertorientierten Wirtschaftens herauszustellen: Stressabbau, Gesundheit & Lebensfreude statt bewusstlos-hektischem Konsumismus.

"Salonfähig" ist nicht nicht schlecht, wenn der Salon mit ernsthaft Willigen bevölkert wird.
Wenn z.B. Daimler-Bonz-Manager oder -Aktionäre dabei sind kann immer nur der steuersubventionierte Elektropkw als das Ende der Geschichte heraus kommen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.06.2011 um 13:26
Gegen Schritt für Schritt ist an sich nichts einzuwenden. Das kann gelingt allerdings nur, wenn es ein Ziel gibt (ein Zielkorridor reicht hier wohl nicht) und wenn es sich um Schritte handelt, nicht um Schrittchen.
Dabei muss das Ziel klar sein und nicht ein diffuses "irgendwie besser als jetzt". Sonst bleiben wieder alle im Labern stecken. Und machen viele kleine Schrittchen und bleiben schlussendlich doch wieder beim Gang durch die Instanzen stecken.
Das wäre schade!
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