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Das Anliegen des Berliner Wassertisches ist durch das Video sich selbst erklärend. Den Berliner Wassertisch wurde von Berliner Attac Mitgliedern gegründet und existiert seit ein paar Jahren. Die Aktiven beschäftigen sich seit der Gründung mit dem Konzept der Öffentlich-Privaten-Partnerschaften.
Wieder einmal ist der Radschlag zu Renditeerwartung von Aktionären zu tätigen. Die ausgezahlte Rendite steht nicht mehr als Eigenkapital der Firma zur Verfügung und muss immer wieder "erwirtschaftet" werden. Ich wiederhole mich, wer an der Börse tätig ist, wer tatsächlich GLAUBT sein Geld arbeite für, der irrt, arbeiten (Mehrwert schaffen) tun nur die Arbeitskräfte. Ein einseitiger Kapitalfluss aus der öffentlichen in die private Hand (siehe Video) bringt den Geldfluss langfristig zum erliegen. Mittelfristig sorgt er für eine ausufernde Akkumulation bei den Reichen. Gleichzeitig bewirken die Finanzmärkte einen Druck auf die Firmen immer rentabler zu sein, was sich in horrenden Umweltbilanzen ausdrückt.

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Verstehe die Frage nicht? Öffentliche Güter wie Personennahverkehr, Wasserversorgung etc. sind für Inverstoren deswegen so reizvoll, weil alle Menschen darauf angewiesen sind. Garantierte Gewinne. Für Anleger die wissen das RWE oder Rhönkliniken AG solche Verträge haben, die wissen auch das sie gesicherte Rendite haben.
Ein Auto, einen Laptop und viele andere Güter muss man nicht haben, sie unterliegen starken Nachfrage Schwankungen. Bei lebensnotwendigen Sachen ist dies nicht der Fall. |
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"Als Public Private Partnership (Abkürzung PPP), auch Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP), wird die Mobilisierung privaten Kapitals und Fachwissens zur Erfüllung staatlicher Aufgaben bezeichnet. Im weiteren Sinn steht der Begriff auch für andere Arten des kooperativen Zusammenwirkens von Hoheitsträgern mit privaten Wirtschaftssubjekten. PPP geht in vielen Fällen mit einer Teilprivatisierung von öffentlichen Aufgaben einher."
Ist demnach die Wasserversorgung Berlin teilprivatisiert worden? PPP an sich muss nicht immer negativ sein. Meines Erachtens. |
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Absolut korrekt. Müssen tut hier gar nix tun.
Häufig steht aber die Renditeerwartung und Gewinnsteigerung langfristigen nachhaltigen Investitionen im Wege. Wie zum Beispiel bei Krankenhäusern. Dort haben die Ärzte eines Klinikums der Rhön-Kliniken AG einen offenen Brief geschrieben, worin sie die Versorgung der Patienten als nicht gesichert ansehen. Weiterhin beklagt der Marburger Bund massiven Investitionsstau, sowohl in der Forschung als auch der Infrastrukur und Personal. Meist haben PPP nur Unheil über die Kommunen gebracht und die gewünschten Einsparungen ins Gegenteil verkehrt. Beispiel Wasserversorgung der Stadt Stuttgart. Im Fall der Wasserversorung Berlins liegt es schlichtweg an dem Vetorecht des Senats, Politiker sitzen mit im Verwaltungsrat und den ausgehandelten Verträgen. Diese laufen aber aus, was dann mit dem "derzeitigen Verzicht auf einen Teil der Gewinne" (O-Ton Matthias Kolbeck Pressesprecher der Veolia Holding) zugunsten der Versorgungssicherheit geschieht, kann man nur vermuten. Noch ein schönes Beispiel für den Irrweg PPP ist der Verkauf des Öffentlichen Personennahverkehrsder Stadt Wien an einen amerikanischen Investor. Es zuckeln uralte Straßenbahnen ihre Runden, teilweise fallen Strecken aus, weil die nicht regelmäßig gewartet werden (kurzfristige Kostensenkung) . |
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Kann es sein, dass Sie hier PPP mit Leasingverträgen verwechseln oder zumindest vermischen?
Bei PPP geht es doch darum, kommunalerseits wenig Geld für ein langfristiges Projekt einbringen zu müssen. Es gibt durchaus sehr erfolgreiche PPPs zB im Bereich Schulbauten, bei denen die Kommunen viel Geld einsparen konnten. Grundsätzlich gilt freilich, dass da PPPs sehr langfristig laufen (20-30 Jahre), sie jedoch ein neues Instrument kommunaler Haushaltskonsolidierung sind, die deutschen Kommunen noch keine abschließenden/abgeschlossenen Erfahrungen mit den PPPs vorweisen können. Was Sie meinen, ist, nach meinem Eindruck diese neue Form kommunaler Leasingsverträge, bei denen Kommunen Teile ihrer Infrastruktur (ÖPNV zB) an ausländische Investoren verkauft und sie dann von diesen zurückgeleast haben. Diese Leasingssachen sind tatsächlich sehr nachteilig für die Kommunen. |
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@ Technixer, ich glaube auch, Du verwechselst PPP mit CPL (Cross Border Leasing)
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Himmel Arsch und Zwirn - CBL latürnich. :_))
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Hmm, in Bezug auf das Berliner Wasser ist das aber unter dem Stichwort PPP zusammengefasst (wie in dem Video die ehemalige Abgeordnete bemerkt).
Kann es sein das Cross-Broder-Leasing ein Teil des Privat-Öffentlichen-Trägerschaftenmodells sind? Beispiel: ein Krankenhaus in Hamburg, wurde verkauft. Nur ein Zehntel der Summe wurde sofort gezahlt. Dieses Geld brachte der Investor aber nicht selbst auf sondern über einen Kredit (wie im Filmchen genannt). Diesen stülpte er dem Krankenhaus über, gleichzeitig sollte über die Gewinne der Restbetrag an die Stadt abbezahlt werden. Somit war das eigentlich in den schwarzen Zahlen arbeitende Krankenhaus plötzlich defizitär. Die Privat-Öffentliche Trägerschaft besteht meines erachtens darin, dass die Mitarbeiter weiterhin dem öffentlichen Dienst angehören und ihr Gehalt auch irgendwie über Holdings, wo sowohl der Investor als auch die Stadt beteiligt sind, gezahlt wird. Wenn man so genau wüsste was da läuft dann wären die Verträge ja nicht sonderlich geheim. "Betriebsüberlassungsmodell Als Zwischenform zwischen dem Betreibermodell und dem Betriebsführungsmodell gilt das sog. Betriebsüberlassungsmodell. Die Öffentliche Hand zieht sich mehr aus dem laufenden Betrieb der Anlage zurück. Der private Betriebsführer hat einen weitergehenden Gestaltungsraum, darf zum Beispiel oft außenwirksam handeln." (Wiki) Da scheint mir dem CBL doch ziemlich ähnlich/gleich zu sein. Leider wirds jetzt juristisch und von Handelsrecht Gesellschaftsrecht oder wie immer das auch heißt habe ich keine Ahnung. Der springende Punkt ist doch, dass eine Privatisierung oder aber auch Teilprivatisierung, auf Grund der ausgeklügelten Verträge den Kommunen über kurz oder lang meist zum Nachteil gereichen. "Es gibt durchaus sehr erfolgreiche PPPs zB im Bereich Schulbauten" Es mag ja sein das es "erfolgreiche" PPP Jointventures gab, aber die Investoren machen das alles nicht für lau. Sie versprechen sich davon Gewinn und zwar nicht zu wenig. Warum wird Privatem immer Know-how unterstellt und öffentlichen Trägerschaften grundsätzlich abgesprochen? Wenn die Steuern entsprechend hoch wären hätten wir den Salat nicht. Vor 30 Jahren waren Steuern und Abgabenbelastungen höher und solche starken Probleme existierten einfach nicht. Die Unis hatten Geld, die Infrastruktur wesentlich intakter und das Geldvermögen wesentlich gerechter verteilt. Die Kommunen müssten nicht Schulrenovierungen durch PPPs tätigen... usw. Mir ist übrigens kein Beispiel bekannt wo über PPP der "Bürger" nicht am Ende doch doppelt gezahlt hat. Wäre schön mal ein seit Jahren funktionierendes Beispiel zu kennen... |
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Zachor!
Nenn' mir mal ein konkretes Projekt, das erfolgreich gewesen sein soll? Kommunen sollen Geld bei Schulbauten eingespart haben? Hast Du da von der Bertelsmann-Stiftung gelernt, die das geistig und propagandistisch vorbereitet hat? Die PPP- oder sonstige Veträge dieser Art haben nur ein Ziel: Märkte zu erschließen, die zusätzlich renditesicher sein sollen, da die Kommunen die Vertragspartner sind. Den unerfahrenen aber sich für toll haltenden Kommunalpolitikern hat man Veträge aus dem Kreuz geleiert, die sich wenig bis gar nicht an dem Wert orientierten, der von den Steuerzahlern in den öffentlichen Besitz investiert wurde. Oft wurden diese Verträge aus der Not geboren, weil die öffentliche Hand durch die Politik des neoliberalen Zeitgeistes verarmt wurde. Nun hat das Kapital das Geld, den öffentlichen Besitz, wie Schulgebäude, Straßen, Müll- oder Wasserversorgung sich nahe am Nulltarif anzueignen. Und dieses Geld können die Investoren, manchmal sind das erst kreierte Fonds-Gesellschaften, steuerlich geltend machen. Je kleiner der öffentliche Besitz wird, desto geringer ist der politische Einfluss der Wählerinnen und Wähler. Allein diese Erkenntnis schließt aus, dass Cross-Border-Leasing oder PPP für die Bevölkerungsteile, die auf öffentliche Infrastruktur angewiesen sind, sinnvoll sein könnten. |
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Genau so ist es.
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@ achtermann
Die Stadt Köln hat z.B. zwischen 2003-2005 ein riesiges PPP durchgeführt, deren Ziel u.a. die umfassende Sanierung von ca. 40 Schulen war. Dies wurde damit verbunden, dass die Stadt der/den Gesellschaften den Betrieb und Unterhaltung der Gebäude für 20 Jahre übertrug. Dadurch, dass die Stadt das Projekt nicht selbst vorfinanzierte etc., konnte sie Einsparungen in Höhe von über 10% der Kosten, in etwa 35 Millionen Euro verbuchen. Mehr Informationen und Ansprechpartner finden sich in: Proll - Drey (Hgg.): Die 20 Besten. PPP-Beispiele aus Deutschland. Köln 2006, S. 109-122. |
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"der/den Gesellschaften den Betrieb und Unterhaltung der Gebäude für 20 Jahre übertrug." Die entscheidenden Fragen sind nun, a) warum investieren die? Wie hoch sind die Gewinnerwartungen? und b) Wie hoch ist das Ersparnis insgesamt? Denn die Stadt tritt ja nicht einfach nur einen Kostenfaktor ab, sondern etwas was Gewinn bringen soll. Es muss also der Bürger an irgendeiner Stelle doppelt zahlen. Wären die Schulen noch in öffentlicher Hand würde ihre Erhaltung usw. über die Steuern bezahlt werden.
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Nachtrag: Die Behauptung Achtermanns über die Ziele von PPPs sind meiner Meinung nach ideologische Zerrbilder.
Bei PPPs geht es darum, kommunalerseits Risiken auszulagern und Fremdkompetenz ins Boot zu holen. Ich will kein Fürsprecher von PPPs sein, bin es auch nicht. Doch so eindeutig ideologisch verteufeln sollte man sie nun auch nicht. Sicher sind manche PPPs schief gelaufen. Bei anderen kennen wir die Ergebnisse noch nicht. Doch ist es nicht zielführend, wenn man hinter allem, was die öffentliche Hand in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft tut, eine böswillige Machenschaft im Geiste einer vermeintlich einheitlichen liberalen Ordnung vermutet. Auch in der Verwaltung sitzen nur Menschen, die womöglich schulpflichtige Kinder haben, Menschen, die Wasser trinken usw. Dass diese Menschen nnun darauf aus sein sollen, die Bevölkerung durch PPPs zu schädigen, halte ich gelinde gesagt für übertrieben. |
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@ technixer:
Natürlich haben die teilnehmenden Firmen nicht aus altruistischen Motiven gehandelt. Das ist auch ganz normal. Doch wenn anscheinend das, was der Staat macht, soviel teurer ist, dann ist bei diesem Einsparpotential den Firmen, die ja wiederum generell örtlich ansässige Handwerker und Mittelständler sind, dieser Gewinn doch zu gönnen. Oder haben Sie etwas dagegen, wenn ein Elektromeister in Köln-Porz einen solchen staatlichen Auftrag erhält? Die Kommune als Auftragsvergabestelle kann ja (und das tut sie zumeist auch) darauf drängen, dass Mittelständler mit der Ausführung der Arbeiten betraut werden. |
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"Natürlich haben die teilnehmenden Firmen nicht aus altruistischen Motiven gehandelt." Das sollten sie aber!
"Das ist auch ganz normal." Das ist meiner Ansicht nach eben nicht "normal" In der Evolutionsbiologie und der Ökologie kann man beobachten, dass die Systeme am erfolgreichsten (Paarung und Verbreitung) und stabilsten (Population) sind, welche eine gleichmäßige Arbeitsteilung haben. Weiterhin wurden bisher immer diejenigen ausgemerzt, welche ein Ungleichgewicht in das jeweilige Ökosystem gebracht haben. Firmen haben Verantwortung, vor allem gegenüber der Gesellschaft (Arbeitsstellen) und der Umwelt. Sie müssten dieser Aufgabe gerecht werden und nicht ständig versuchen, das Geld der Investoren zu mehren. Also einiger Weniger, die sich ganz offensichtlich nicht bewusst sind, dass Geld = Macht und somit Verantwortung bedeutet. |
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schrieb am
20.07.2010 um 21:57
Wo ich schon angesprochen/zitiert werde: Von einem Auslaufen der Verträge kann nicht die Rede sein. Wie allgemein bekannt, sind sie auf Dauer geschlossen worden. Was mit dem Stichwort Verzicht auf Gewinne gemeint ist, braucht man nicht vermuten, das hatte ich schon erklärt: Für die Jahre 2010 und 2011 verzichten Veolia und RWE auf einen Teil des Gewinns und ermöglichen so, dass der Tarif, der nach der gesetzlich vorgegebenen Kalkulation eigentlich stärker steigen müsste, annähernd stabil bleibt (Steigerung nur rund 1 %, für viele Kundengruppen gar keine oder es wird sogar leicht günstiger). Wer die hier zitierte Diskussion nachvollziehen möchte, der findet sie hier:
www.facebook.com/topic.php?uid=137028599645516&topic=113 |
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schrieb am
20.07.2010 um 22:04
Nur zur Klarstellung: Die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe hat nichts mit Cross-Border Leasing zu tun. Ob man auf die Zusammenarbeit dort nun das Etikett 'PPP' kleben will, oder nicht, ist Geschmackssache - Attac wirft unter diesem Begriff aus meiner Sicht arg viel in einen Topf und (ver)urteilt entsprechend sehr pauschal.
Die meisten Menschen verstehen unter PPP im engeren Sinne Bauprojekte, bei denen Gebäude oder Straßen privat (vor)finanziert und dann öffentlich genutzt werden. Wenn man über das Wasser in Berlin spricht, führt das insofern in eine etwas falsche Richtung. In Berlin hat die Stadt 49 % ihres Wasserunternehmens verkauft - an die Firmen Veolia (für die ich arbeite) und RWE. |
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@Zachor! "Ist demnach die Wasserversorgung Berlin teilprivatisiert worden?" Ja ist sie 50,1% Anteil Stadt Berlin und 49,9% Anteil RWE und Veolia AG. Beides Börsennotierte Aktiengesellschaften.
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Ja, dann muss man versuchen, dies rückgängig zu machen.
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Das Volksbegehren des Berliner Wassertisches, dient erstmal dazu überhaupt Akteneinsicht in die Geheimverträge zu bekommen, welche von dem damaligen Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) mit RWE und Veolia abgeschlossen wurden.
Im Falle eines Erfolges kann über eine Rückführung nachgedacht werden. Das eigentliche Problem steht ja noch bevor, nämlich wenn die Verträge auslaufen und der Berliner Senat seinen Einfluss verliert. Es muss also unbedingt bekannt werden WAS in den Verträgen steht. In Stuttgart war das Gebahren des Dienstleisters so schlimm, dass nun der Rückkauf der Wasserversorgung für 2014 vorgesehen ist. Die Unmengen an Kapital solcher Firmen rekrutieren sich nunmal aus der Form der Aktiengesellschaft und deren Notation an Handelsplätzen (Börse), im Überbau auch Finanzmärkte genannt. Leider muss ich diesen Zirkelschluss tätigen, da ein Großteil der Menschen diese Form des Geldhandels immer noch für sinnvoll erachtet. |
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@ Zachor! schrieb am 15.07.2010 um 18:22
Ja, dann muss man versuchen, dies rückgängig zu machen. Zu solchen Ansinnen, schriebst Du ganz kürzlich selbst an anderer Stelle: "Da ganze Gesellschaftsschichten dagegen wären (antikapitalistische, sozialistisch/kommunistische Alternativen zu verfolgen; Einfügung: U.T), müssten diese (Gesellschaftsschichten; U.T) bekämpft, beherrscht und kontrolliert werden. Es ist schwer vorstellbar, dass dies verhältnismäßig und irgendwie gerecht durchgeführt werden könnte, ohne dem Individuum sein Menschsein zu nehmen. Die bisherigen Erfahrungen zeugen eindeutig vom Gegenteil." Wie hätte es Zachor denn dann gern? Den Kapitalismus zähmen? Es gibt keine zahmen Tiger, wenn Sie ausgewachsen sind. |
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Ach, Theel, mal wieder drehen Sie hier Aussagen um bzw. entreissen sie dem ursprünglichen Kontext.
Im Zitat ging an der Originalstelle nicht um Alternativen, sondern um Umstürze, die ich (ob von links oder von rechts kommend) kritisiert und abgelehnt habe. Hingegen plädierte ich mehrfach schon für ... ja, für die Zähmung des Kapitalismus und seiner Auswüchse. Und eine solche Privatisierung der Wasserversorgung, die es verhindert, dass die Bevölkerung kostengünstig Wasser erhält, ist ein Auswuchs und sollte rückgängig gemacht werden. Ja, ich war immer für Zähmung und Evolution. |
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schrieb am
15.07.2010 um 19:01
Das Zitat verstehe ich nicht, wegen der Einfügungen und des hinweggerissenen Zusammenhangs. Zachor jedoch (18:22) verstehe ich hier sehr gut. An anderer Stelle aber auch.
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@ Zachor! am 15.07.2010 um 19:00
Da Sie ander Originalstelle einzig "Revolution" als die Methode der Alternative Sozialismus/Kommunismus darstellten - dabei sich Revolution sehr altmodisch grundsätzlich als Blutvergießen vorzustellen scheinen - habe ich Ihr Zitat nicht aus einem anderen Zusammenhang gerissen, Ihren Zusammenhang durch meinen Einfügungen noch ganz unmißverständlich erhalten. Den Berliner Politikern zu sagen, si sollten die Privatisierung z.B. der Wasserwerke rückgängig machen würde erstens gar nichts bewirken und selbst wenn es geschähe im Einzefall keinen systemisch umkehrende Wirkung haben. Ich kann mir Revolution auch anders, als als notwendiges Blutvergießen als Methode durch die Linke vorstellen, aber nicht als Zähmung des Kapitalismus; ich sagte das bereits einmal. Sie halten Letzteres für möglich, erklären aber nicht, wie Sie sich das nach den Erfahrungen der Geschichte vorstellen. Welche Evolutionsgeschichte sollte das sein? Die Evolution des Kapitalismus ist Akkumulation und damit Ausbeutung, Entfremdung und Ressourcenvernichtung bis zum letzten Rest. Darauf sollten wir nicht setzen. |
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Ein anderer Beitrag der FC berichtet über den Handel mit "Seelen" im Zarenreich. Die Bilanzfrisierung und die Übernahme in eigene Bücher ließ man sich auch einiges kosten. Das Konzept vom Handel mit nicht Realem scheint also keine Eigenschaft des Kapitalismus zu sein, sondern eine die dem Geld geschuldet ist.
Was das mit PPP zu tun hat; solange die Menschen wider besseren Wissens, entgegen ethisch-moralischer Wertmaßstäbe agieren, werden sie auch immer versuchen Andere zu übervorteilen. Gibt es aber keine Möglichkeit den Goldschatz zum Leidwesen anderer zu mehren (weil Gesetzlich verboten), wäre es im Fall des Grundnahrungsmittels Wasser ad acta gelegt. Bestimmte Bereiche dürfen eben nicht dem Gewinnstreben unterworfen werden sondern sollten dazu dienen die Gesellschaft zu stärken und ihre Weiterentwicklung zu ermöglichen. Zu diesen Bereichen gehören meiner Ansicht nach Öffentlicher Personennahverkehr, Bildung, Wasser, Gesundheitssystem (Krankenhäuser) und Rente. Um die Möglichkeiten und die Einflussnahme privaten Kapitals einzudämen wäre die Abschaffung der Börsen endlich ein Schritt in die richtige Richtung. |
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Warum sollte es nicht einen Mittelweg geben? #
Der Staat scheint ja dazu zu tendieren schwerfällige behördenartige Strukturen zu schaffen (man erinnert sich an Telekom und Post). Privatisierung ufert de facto all zu oft in Gewinnsucht aus. Warum keine öffentliche Verwaltung? Regional und gesplittet. Man sollte den Bürgern im Sinne eines Citoyen mehr zutrauen... |
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Hm — was genau soll eigentlich die Grafik sagen, lieber Technixer? Daß die Privatisierung dafür sorgt, daß die Berliner mehr fürs Wasser hinlegen müssen?
Da ich kein Berliner bin, mußte ich erst nachsehen, ob das so richtig ist. Bislang habe ich folgendes herausgefunden: 1999 wurde die Berliner Wasserversorgung teilprivatisiert. 50,1% gehören weiterhin Berlin, 49,9% gehören RWE und Veolia Environment. Warum blieben die Preise von 1999 bis 2003 konstant und steigen seit 2003? Vielleicht liegt das daran, daß seit Mitte 2003 der Berliner Senat eine Konzessionsabgabe von den Berliner Wasserversorgern erhebt, um den 'windfall' abzuschöpfen, weshalb der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) in seinem Begleitkommentar zur aktuellen Preisdatenbank zu folgendem Fazit gelangt: »Wasser bleibt in Berlin im Vergleich zu anderen deutschen Millionenstädten extrem teuer. Auch bei der Grundsteuer belegt die Hauptstadt unangefochten den Spitzenplatz. Es fällt auf: Ausgerechnet die beiden Kostenposten, an denen die öffentliche Hand kräftig mitverdient, kommen die Bewohner teuer zu stehen. Bei den anderen vom BBU untersuchten Ver- und Entsorgungsdienstleistungen schneidet die Stadt hingegen vergleichsweise gut ab. Kern: „Der Senat muss den Berlinerinnen und Berlinern klar sagen, dass sie über die hohen Wasserpreise einen erzwungenen Beitrag zur Sanierung des Landeshaushalts leisten.“«Der verengte Blick auf die Lage in Berlin liefert also nicht unbedingt ein aussagekräftiges Bild über die Lage. Bei uns in München ist zB die Wasserversorgung überhaupt nicht privatisiert worden, der Wasserpreis blieb über die letzten 10 Jahren konstant bei anhaltend höchster Qualität (und das ist tatsächlich so). In Köln allerdings ist die Wasserversorgung fast vollständig privatisiert worden (RheinEnergie AG), und die Kölner bezahlen sogar noch weniger als wir in München fürs Wasser. |
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In Köln allerdings ist die Wasserversorgung fast vollständig privatisiert worden (RheinEnergie AG), und die Kölner bezahlen sogar noch weniger als wir in München fürs Wasser. Ach j-ap, immer erst mal mit falschen Argumenten lamentieren; der geneigte j-ap-Leser mag´s glauben, oder auch nicht. Hier mal der der link Wasserpreise 2007 für Ein-Personen-Haushalt Köln 1,61 € pro m³ München 1,42 € pro m³ Es sei denn, j-ap hat einen Brunnen, dann ist es preiswerter. Aber auch nur bei einem unverengten Blick auf die Wasserlage. |
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Ach luggi, immer erstmal alle anderen der »falschen« Argumente bezichtigen (mich sogar »immer«, hört hört!), der geneigte luggi-Leser mag's glauben oder auch nicht.
Lesen Sie doch mal Ihren eigenen Link und Sie wissen, was Sache ist. In der Tabelle, Spalte 'Verbrauchspreis pro Kubikmeter' steht nämlich eine Fußnote b), und die lautet: »b) nur Wasser (ohne Abwasser)«. Weil's so schön ist, schreib ich's nochmal: ohne Abwasser. Darüber hinaus ist der in Ihrer Liste angegebene Wasserpreis schlicht und ergreifend falsch. Vermutlich liegt das daran, daß Sie eine drei Jahre alte Tabelle rausgesucht haben. Hier aktuelle Zahlen, Stand 1.1.2010: München: 1,54 / m³ (lt. Stadtwerke München) Köln: 1,61 / m³ (lt. RheinEnergie AG) Dazu kommt dann, wie bereits erwähnt, noch die Abwassergebühr, denn die wird für jedes m³ Frischwasser abgerechnet. München: 1,56 / m³ Abwasser (lt. Stadtwerke München) Köln: 1,49 / m³ Abwasser (lt. Stadtentwässerungsbetriebe Köln). Dann rechnen wir mal zusammen: München: 1,54 + 1,56 = 3,10 Köln: 1,61 + 1,49 = 3,10 Boah, das ist ja gleich viel, wird nun der luggi schreiben, wie kommt denn dann der böse böse j-ap, der alle immer mit falschen Argumenten hinters Licht führt, zu seiner steilen Behauptung? Ganz einfach — zuzüglich zum Preis für Frisch- und Abwasser ist man nämlich auch verpflichtet, Niederschlagswassergebühren zu entrichten. Die Gebühr wird nicht nach m³ Wasser gerechnet, sondern nach m² genutzer Wohnfläche. Wieviel kostet's? München: 1,30 / m² (lt. Stadt München) Köln: 1,28 / m² (lt. StEB). Summa summarum: Köln ist 2 Cent günstiger als München. Ich glaube, jetzt ist für den großmäuligen luggi erstmal eine Entschuldigung fällig. |
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Als ich mit einer ähnlich komplexen Berechnung, es mag Jahrzehnte her sein, meinen Mathelehrer belästigte, schaute der mich mit traurigen Augen an und sagte: "Luggi, die falschen Berechnungsgrundlagen von Milchmädchenrechnungen hatten wir doch bereits letztes Jahr geklärt. Hast du da nicht aufgepasst?"
Mein lieber j-ap, wie kann man denn die Preise für Niederschlagwasser so einberechnen wollen? Kopfschüttel. Summa summarum bleibt festzustellen: Mit deinen aktuellen Preisbezügen (v.a. aktualisiert bei München) widersprichst du selbst deiner Aussage vom 15.07. 20:33 Uhr. Danke. Die Methodik deiner Berechnung unter Einbeziehung der Preise für Niederschlagswasser ist falsch. Wenn du mehr Realität haben möchtest, dann nimm die Grundpreise auch noch mit hinein (München 5,02 €; Köln 9,57 €). Außerdem ist die Bezugsgröße zur Berechnung für Niederschlagwasser die Grundstücksgröße (neben ein paar anderen Faktoren). Und zum Schluss ging es um Versorgung, worauf du dich ja auch in deinem Kommentar vom 15.07. 22:33 Uhr bezogen hast. Da bleibt es 154 zu 161 für München. btw. Die Entsorgung unterliegt in vielen kommunalen Bereichen eigenständigen Unternehmen oder ist in eigenständige Amtsbereiche ausgegliedert. So, und jetzt ist eine gute Zeit angebrochen, dass j-ap den Vorwurf der Großmäuligkeit zurück nimmt, oder? |
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Lieber Luggi,
daß das Niederschlagswasser auf die genutzte Wohnfläche gerechnet wird, habe ich sogar ausdrücklich geschrieben: »Die Gebühr wird nicht nach m³ Wasser gerechnet, sondern nach m² genutzer Wohnfläche.« Dabei ist es völlig egal, daß die Einheiten mathematisch betrachtet nicht zusammenpassen, denn Du kannst keinen m³ Frischwasser ohne Wohnraum beziehen. Deshalb habe ich einfach nur mit jeweils einem m² Wohnfläche gerechnet, der einmal in München und eben einmal in Köln liegt. Du kannst das natürlich skalieren wie Du willst, das ändert nichts. Und auch der Rest ist falsch: Es gibt in Deutschland nirgendwo Frischwasserbezug strong>ohne Entwässerungsgebühr, weshalb beide Beträge ja mit derselben Bemessungsgrundlage auf demselben Bescheid/auf derselben Rechnung ausgewiesen werden. Dazu sind die Kommunen oder kommunalen Betreiber gesetzlich verpflichtet. Die 'Großmäuligkeit' nehme ich in gar keiner Weise zurück, schon gar nicht, weil Du explizit geschrieben hast, ich würde »immer erst mal mit falschen Argumenten« hausieren gehen. |
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Lieber j-ap,
was schrieb luggi heute um 07:29 Uhr? "Außerdem ist die Bezugsgröße zur Berechnung für Niederschlagwasser die Grundstücksgröße (neben ein paar anderen Faktoren)." Worauf beziehst du dich? Wohnfläche, na tolles Leseverständnis. Und ob m² in Grundstücksfläche einberechnet werden, von dir, es bleibt eine Milchmädchenrechnung. "Und auch der Rest ist falsch: Es gibt in Deutschland nirgendwo Frischwasserbezug ohne Entwässerungsgebühr, weshalb beide Beträge ja mit derselben Bemessungsgrundlage auf demselben Bescheid/auf derselben Rechnung ausgewiesen werden. Dazu sind die Kommunen oder kommunalen Betreiber gesetzlich verpflichtet." Ja sry, wo habe ich denn das bestritten. Ich wiederhole gern: Der Ausgangspunkt war die Preisgestaltung der Versorger. Alles weitere hast du in die Diskussion reingebracht, um lavierend zu deiner Einschätzung zu stehen. Jetzt sind wir immer noch bei immer, weil Milchmädchenrechnungen zu den falschen Argumenten gehören. Zu meinen anderen Berechnungshinweisen fällt dir nichts mehr ein (Grundpreis)? Oder doch? |
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Der Ausgangspunkt war die Preisgestaltung der Versorger. Alles weitere hast du in die Diskussion reingebracht, um lavierend zu deiner Einschätzung zu stehen.Das ist nun wahrlich eine sehr groteske Verzerrung. Ich habe in meinem Kommentar weiter oben, an dem Du Dich seither abarbeitest, wortwörtlich geschrieben: »(...) und die Kölner bezahlen sogar noch weniger als wir in München fürs Wasser«. »Fürs Wasser bezahlen« umfaßt allerdings eben nicht nur den reinen Versorgerpreis, wie ich nun zum dritten und wirklich letzten Male schreibe: Jeder, der einen Liter Wasser aus dem Hahn läßt, bezahlt eben nicht nur den Versorgerpreis, sondern eben auch für die Entwässerung und fürs Niederschlagswasser, und ich wiederhole nochmal, genau deshalb tauchen diese Posten auch auf der Wasserrechnung auf und dabei ist es auch für den, der zahlen muß, völlig wurscht, wie dieser Betrag dann im Innenverhältnis des Wasserlieferanten auseinandergelegt wird. Deine Kapriziosen um den reinen Versorgerpreis sind ungefähr so sinnvoll, als würde man im Laden um die Ecke die Einstandspreise der Hersteller vergleichen und eben nicht die Summe, die man an der Kasse dafür entrichtet. Das nennt man Milchmädchenrechnung, lieber luggi. An diesem Umstand kommt nun auch Deine launige Kassiberschieberei nicht vorbei. |
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Hört uff euch zu zanken um ein paar läppische Cent Beträge Unterschied, ihr Pfennigfuchser!
Wie in den Dokumentationen über a) Bundeskartellamt und b) Wasser- und Energieversorgung zu entnehmen ist, sind die Preise für Wasser und Energie in Deutschland weitaus höher als es sich durch Investitionen und Instandhaltungskosten begründen lässt. Schon vergessen das Preisabsprachen erfolgt sind bei den drei Großen? Summa summarum ist sowohl die Energie als auch die Versorgung mit Wasser, sobald sie in privater Hand ist, teurer geworden. Kapital fließt in Form von Rendite aus dem Unternehmen. An diesem Fakt führt keine Rechnung vorbei. |
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PS: der erste Absatz ist natürlich a Späßle gell ;) mir ist schon bewusst das die Cent Beträge schnell mal einige Milliönchen ausmachen.
Die Dokus waren von Monitor et al und schwirren in der ARD/ZDF Mediathek rum, ich kram das jetzt nicht aus. |
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Schon vergessen das Preisabsprachen erfolgt sind bei den drei Großen?Schön formuliert, vor allem, weil das die Diskussion wieder von der Metaebene heraufholt. Denn eines habe ich bislang gar nicht erwähnt: Daß ich nämlich kategorisch gegen PPP, CBL et al. bin. Ich wäre es selbst dann, wenn sich herausstellen sollte, daß die Kosten im Vergleich tatsächlich wesentlich günstiger wären. Hier verhält es sich nämlich exakt so, wie ich schon im Bahn-Thread geschrieben habe. PPP-, CBL- usw. Modelle sind nichts anderes als Neokorporatismus, also oberflächlich aktualisierte Formen des Merkantilismus. Früher nannte man das Steuerpacht: Privatiers bezahlen dem Fiskus jetzt einen (abgezinsten) Betrag und erhalten dafür eine (meist zeitlich befristete) lokale/regionale Monopollizenz, die sie dazu berechtigt, exklusiv die Monopolerträge vereinnahmen zu können. Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Privatunternehmen darum reißen, mir gegen Bezahlung meine Mülltonne wegzufahren, mein Wasser zu liefern oder eine Straße zu bauen. Ich habe aber sehr viel dagegen, wenn sich Privatunternehmen auf eine Monopolzwangsagentur stützen und das exklusiv und vor jeder Konkurrenz geschützt auf Kosten der Allgemeinheit durchziehen wollen. Aus demselben Grund bin ich übrigens auch dafür, Staatsanleihen sofort abzuschaffen: Wer Staatsanleihen hält, der wettet darauf, daß der Staat auch in Zukunft noch dazu in der Lage ist, seine Untertanen so effektiv zu berauben, daß er Zins und Tilgung daraus bezahlen kann. Wenn man so will, sind Staatsanleihen »unethische Investments«. Und was die Kommunen und ihre prekäre Finanzlage betrifft, so würde ich mich wirklich freuen, wenn hier mal jemand zur Kenntnis nehmen würde, daß das keineswegs grundlos so ist. Die Kommunen sind das letzte und schwächste Glied in einer hierarchischen Struktur, die sich nach oben fortpflanzt in Bezirke, Länder, Bundesrepublik und Europäische Union. Wer auf dieser Leiter weiter oben rangiert, der darf festsetzen, was die Ränger unter ihm an Finanzmitteln zugewiesen bekommen. Daß am Ende die Kommunen das Nachsehen haben, weil der grassierende Cäsaroministerialismus der Länder, des Bundes und der EU ihnen schlichtweg nichts anderes übrig läßt, liegt eigentlich auf der Hand und ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich vor Augen hält, daß das einzige originäre kommunale Finanzierungsinstrument der Gewerbesteuerhebesatz ist — und das, obwohl es, recht verstanden, genau umgekehrt sein müsste und die Länder, der Bund und die EU Kostgänger der Kommunen sein sollten. |
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Zauberwort und nebulös zugleich die Forderung nach Regio-Globalisierung. Eine Forderung von Attac. Ein Mammutprojekt, konturlos nicht näher definiert, weil utopisch.
Es fordert die Selbstverwaltung in Allem was auf kleinster Ebene machbar ist. Doch solange Geld im Spiel ist, resultieren auch immer Probleme... Doch zurück zu dem Thema, Geld reinholen über hohe Steuern auf gut und besser Verdienende, Tarifverträge stützen u.v.m. würden die Haushaltslage verbessern und den Rückkauf ermöglichen. Denn leider sieht es nunmal so aus, dass die Verträge nicht für ungültig erklärt werden können nur weil sie ethisch fragwürdig sind. Vermutlich würde eine Enteignung, mit dem Verweis darauf, dass sich die Investitionen schon längst amortisiert haben, vor keinem Gericht bestand haben. |
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schrieb am
20.07.2010 um 22:17
Zur Wahrheit über den Berliner Wasserpreis gehört auch, dass das Land Berlin das mit Abstand höchste Grundwasserentnahmeentgelt in ganz Deutschland erhebt, dass sich 1:1 in den Preisen wiederfindet.
Zu den Preiserhöhungen: es gab in Berlin sieben bwz. acht Jahre lang keine: von 1996 bis 2004. Die fünf Jahre ohne Preiserhöhung waren im 1999 geschlossenen Vertrag zur Teilprivatisierung vereinbart. Wenn jetzt also immer von gut '30 Prozent Preissteigerung' gesprochen wird, dann müsste man diese Aussage ehrlicherweise auf fünfzehn Jahre beziehen (1996-2011). Die wichtigste Tatsache, die bei den Kritikern der Teilprivatisierung immer ausgeblendet wird: die privaten Unternehmen haben bei den Berliner Wasserbetrieben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass sie - bei gleichbleibender Top-Wasserqualität und stetig verbessertem Umwelt- und Gewässerschutz - heute weitaus effizienter arbeiten als 1999. Es gibt daher wirklich keinen Grund zu der Annahme, die Preise wären ohne die Teilprivatisierung heute niedriger als sie es sind. |
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schrieb am
20.07.2010 um 22:21
Einspruch, Technixer. Es gibt enorm unterschiedliche Preise in Deutschland (und eine Menge Gründe dafür), und zahlreiche mehr oder weniger methodisch sauberer Wasserpreisvergleiche - aber kein einziger davon mit dem Ergebnis, dass Wasser und Abwasser dort, wo Private dabei sind, systematisch teurer wäre als dort, wo die Kommunen sich allein darum kümmern.
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Immer mehr Bürger bzw Kommunen wollen die Privatisierung der Wasserversorgung rückgängig machen.
Z.B.: Paris hat es vollzogen In Stuttgart gab es ein erfolgreiches Bürgerbegehren Privatisierung und Widerstand |
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schrieb am
20.07.2010 um 22:24
@Fro: Das gesamte Umland von Paris (die Region Ile-de-France) hat gerade einen neuen, langfristigen Vertrag mit uns (Veolia) geschlossen. Und dabei sinkende Tarife vereinbart.
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Vielen Dank Fro :-)
Wohin die Ausdehnung der Märkte führt, wenn der Privatisierung keine Grenzen gesetzt werden, sieht man ja an dem Beispiel Coca Cola in Indien Die haben nur deswegen dort Werke gebaut weil die Produktionskosten (Umweltauflagen, Lohnstückkosten) so herrlich schön niedrig sind > höhere Gewinne > steigender Aktienwert. Die Folgen für Mensch und Umwelt wurden mehrfach beschrieben. Ich bleibe dabei, jeder der an den Börsen "investiert" oder arbeitet trägt die Mitschuld an Umweltzerstörung durch Gewinnsucht und Wachstumswahn. Denn nur durch diese Kapitalverlagerung erhalten diese Institutionen ihre Legitimation. |
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Hallo Technixer, du schreibst:
„Ich bleibe dabei, jeder der an den Börsen "investiert" oder arbeitet trägt die Mitschuld an Umweltzerstörung durch Gewinnsucht und Wachstumswahn. Denn nur durch diese Kapitalverlagerung erhalten diese Institutionen ihre Legitimation. „ Ich glaube, dass ist so kaum durchzusetzen und über diesen Weg wird man das Problem m.E. auch nicht lösen. Das eigentliche Problem ist, dass der Mehrwert, den die Gemeinschaft erwirtschaftet, zu einem großen Teil den Konten einer Minderheit zugute kommt, die damit alles Mögliche kaufen bzw in alle möglichen Geschäfte über den Finanzmarkt investieren können. Auch die Privatisierung der Rentenversorgung und des Gesundheitssystems schleust immer mehr Geld in die Finanzmärkte. Und wenn es nicht in die Aktienmärkte geht, dann geht es woanders hin. Eine Transaktionssteuer oder was immer man sich da noch einfallen lassen kann wäre nützlich. Und die Unternehmensgewinnverteilung muss m.E. sinnvoller d.h. gerechter geregelt werden. Darüber müsste m.E. ein allgemeiner Diskurs her. Und der Mindestlohn. Eine langfristige aber spürbare Rückverteilung von „Oben“ nach „Unten“. Das kann ja auch in die Kommunen gehen, dann müssen sie so einen Blödsinn wie er hier offenbar wird, nicht mehr machen. |
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"über diesen Weg wird man das Problem m.E. auch nicht lösen." aber eingrenzen können...
Die riesigen Summen, welche jetzt in den Händen einiger Privater sind (allein in Deutschland sind es 4,5 Billionen Euro privaten Geldvermögens. Die Boston Consulting Group kommt zu dem Ergebnis das in Europa sich Vermögen im Wert von ca. 36 Billionen Euro in Privatbesitz befinden. Diese gewaltigen Summen konnten sich nur so schnell aufgrund der in den letzten Jahren stark zugenommenen Konzentration an den Märkten (Börsen), vervielfachen. Den Märkten das Licht auszublasen, wäre ein theoretisch machbarer Schritt, im Gegensatz zur Realisierbarkeit von Utopien jenseits des Geldes. Du schreibst in deinem letzten Absatz genügend Probleme der Märkte mit rein. |
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Das Casino schließen, so wie man die Raucherlokale schließen (bzw das Rauchen in ihnen verbieten) will?
Ich würde den Gewinnsüchtigen durchaus ein abgeschottetes Casino gönnen – falls es möglich ist. Sie sollen ihre ausgewiesenen Nieschen haben – in denen sie sich gegenseitig ihr Geld abnehmen. |
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Fro,
Du solltest wissen, dass Kapitalismus nicht als geschlossenenes, sondern nur als expandierendes (akkumlierendes) System funktioniert, dein "Argument" also nur metaphorisches Geklapper ist. Du soltst auch wissen, dass die "casinospieler" in diesem Fall auch nie mit ihrem "eigneen" Geld spielen, sondern mit dem, dennen sie es zuvor auf die systembekannte Weise genommen haben und das sie auch in Deine von Dir "ausgewiesenen Nieschen" immer nur mitnehmen würden, um es dort zu "vernichten". |
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Das ist Brainstorming. Ein kleiner Gedanke. Ein gedachtes Angebot an die Gewinnsüchtigen. Auch, um allseitigen Stress zu vermeiden.
Wie die Gewinnsucht aus dem Wirtschaftsleben herausgehalten werden kann, ist eine andere Geschichte. |
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>>Und die Unternehmensgewinnverteilung muss m.E. sinnvoller d.h. gerechter geregelt werden.<< Nach Meinung der Besitzer ist sie sehr gerecht. Nur die Steuern sind immer zu hoch und die Arbeitskraft ist immer zu teuer.
--- >>Dieses Geld brachte der Investor aber nicht selbst auf sondern über einen Kredit (wie im Filmchen genannt). Diesen stülpte er dem Krankenhaus über, gleichzeitig sollte über die Gewinne der Restbetrag an die Stadt abbezahlt werden. Somit war das eigentlich in den schwarzen Zahlen arbeitende Krankenhaus plötzlich defizitär.<< Dieser Vorgang ist unter Kapitalisten üblich. Profit fällt immer woanders als Verlust an, denn von nichts kommt nichts. Das kann auch durch noch soviel blumige Propaganda nicht verändert werden, sondern nur verschleiert. Z.B. als in den 80er Jahren die H.B. Fuller Company die deutsche Isar-Rakoll-Chemie kaufte, gingen die IRC-Patente auf Fuller über und die Betriebe der ehemaligen IRC mussten als „Tochtergesellschaft” an die Fuller-Zentrale Lizenzgebühren bezahlen. Gleichzeitig wurde moniert, dass die deutschen Betriebe zuwenig Profit erwirtschaften und bislang noch kaum den Kaufpreis bezahlt hätten. Als der Betriebsrat darauf hin wies, dass wir ja nicht nur den „"offiziellen Gewinn” erwirtschaften, sondern auch die Lizenzgebühren, die in der US-Zentrale ebenfalls als Profit anfallen, gab sich der Geschäftsführer entsetzt: Es sei völlig unverständlich, wie der BR Fakten so verdrehen könne, die Lizenzgebühren seien Kosten und kein Gewinn und wir müssten schon zusehen, dass wir die Kosten an anderer Stelle senken, um effizienter zu werden.. Es ist das alte Prinzip: Wer kauft, hat recht. Wer einen Betrieb kauft, erwartet eben, dass dieser seinen Kaufpreis und darüber hinaus einen Profit abführt, denn sonst würde der Kauf nicht rentieren. Ein ganz normaler Vorgang. Und jetzt kommt der Gag beim öffentlichen Eigentum: Wenn ein von Vertretern des Vorbesitzers verscherbelter Betrieb seinen Kaufpreis als „cash cow" ausgemolken und heruntergewirtschaftet ist, dann muss die Kommune noch mal Geld hinstrecken, um den Betrieb zurückzukaufen, was dem Käufer nochmal Geld einbringt. Dafür nimmt der Rückkäufer einen Kredit auf, von dem der ehemalige Käufer noch mal profitieren kann, wenn er Zinsen für Staatsanleihen einheimst. Und weiteres Geld wird benötigt, um den Betrieb halbwegs zu sanieren. Das GG sieht das etwas anders: < (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen. < Wenn eine Enteignung nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig ist, dann ist sie zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Unzulässig ist das Verscherbeln von Einrichtungen, die einem Gemeinderat, Senat oder einer Regierung nicht gehören. (Dass der Vorgang genau genommen ein Betrugsdelikt ist, ist der Grund für die übliche Geheimhaltung und Fehlinformation) Einen unzulässigen Vorgang rückgängig zu machen, erfordet keine Entschädigung der Komplizen. Schon gar nicht dann, wenn die angerichteten Schäden auf eine hypothetische Entschädigung angerechnet werden. „Rückkauf” ist nicht weniger asozial als Verkauf. Denn das Prinzip, „Nutzen vom Volk zu wenden und seinen Schaden zu mehren” bleibt damit erhalten. Kleiner Hinweis für Entschädigungsgläubige: Als naive Leute ihre Ersparnisse in die „Dot.com”-Blase steckten und verloren, haben ihnen diejenigen, die mit überzogenen Versprechungen Geld einsammelt hatten, den Stinkefinger gezeigt und das war legal. >>Warum wird Privatem immer Know-how unterstellt und öffentlichen Trägerschaften grundsätzlich abgesprochen?<< Das ist ein Propandagag. Eine gewisse Produktqualität kann dort, wo man gegen Konkurrenten kämpft, nicht ganz vermieden werden. Qualität über den Konkurrenzaspekt hinaus ist aber auf jeden Fall ineffizient, meistens ist Werbung billiger. Die Kernkompentenz von Privatfirmen liegt immer im Verkauf und im Erwirtschaften von möglichst hohen Renditen. Ich habe in verschiedenen Privatindustriefirmen gearbeitet und überall war die Aktiendividende das Unternehmensziel und das Produkt ein Nebeneffekt. Es war auch durchaus erwünscht, Kunden zu verarschen, wenn es dem Unternehmensziel nützt vorausgesetzt, der Kunde merkt es nicht. Das ist nun mal die Kernkompetenz der Renditewirtschaft, da beisst die Maus keinen Faden ab. In den münchner städtischen Kliniken wurden Reinigungsarbeiten, auch in Behandlungsräumen wie OP etc., einer Privatfirma über übertragen. Begründung: Diese sie „effizienter”. Gemeint war Kosteneffizienz, weil die Fa. mit unausgebildeten Armutsarbeitern wirtschaftet, also die übliche Effezienzsteigerung betreibt. Dass damit die Effizienz der Aspsis vermindert werden musste, war logisch und allen Tätern bekannt. Das Verbrechen wurde bekannt, als eine Patientin wegen Hepatitis C-Infektion klagte. Daraufhin liess sich zwar nicht mehr leugnen, dass die Zahl der Inektionfälle seit der Privatisierung der Reinigung angestiegen ist, aber die 4 Täterparteien im Stadtrat sind bis heute nicht bereit, alle Informationen über den Vorgang offen zu legen. Bis zum Bekanntwerden der infektionsfälle war der Jubel über die höhere Kosteneffizienz des „wirtschaftskompetenten Unternehmers” ungetrübt. Wir müssen uns dringend von der Illusion verabschieden, dass das Eigenlob von Betrügern "Information" sei. |
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Vielen Dank Claudia, ein schöner Kommentar :-)
Von mir aus können hier ruhig noch mehr Irrwitz der Privatiers hierein gestellt werden. Leider lesen Finanzgurus sowas alles gar nicht. Die haben mit dem Herdentrieb an der Börse genug um die Ohren und verstehen gar nicht, dass die Leitkuh namens Rendite alles zertrampelt. |
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Durch die Verarmungspolitik der letzten Jahre (neoliberale Stichworte sind: schlanker Staat, Bürokratieabbau) haben Kommunen auch Wohnungsbestände an Investoren verkauft. Die primär wirtschaftlichen Interessen der Investoren führen nicht dazu, dass sich die Mieter sicherer fühlen. Im Gegenteil. Oft sind Ängste eingekehrt, weil eine kommunale Wohnpolitik bisher an den Bürgern orientierte Belange berücksichtigen musste, die nach dem Verkauf verloren gehen. Wenn in der Vergangenheit in Freiburg 70,5% und in Leipzig 90% der abstimmenden WählerInnen per Bürgerentscheid sich gegen die Politik der gemeinsamen Hand von Kapital- und gewählten Kommunalvertretern entschieden und damit gegen den Verkauf öffentlichen Wohnungseigentums gestimmt haben, sind das deutliche Zeichen. Die Menschen vor Ort haben sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und erkannt, dass mit dem Verkauf öffentlichen Eigentums die politische Einflussnahme sinkt.
Das ist die Grundsatzfrage, nicht die, ob eine privatisierte Wasserversorgung drei Cent billiger oder teurer ist. |
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Lieber Achtermann,
so recht Sie im Einzelfall haben — gerade das hier im Artikel erwähnte Berlin ist seit einem halben Jahrhundert pleite, nicht erst seit dem neoliberalen Bürokratieabbau. Allerdings haben die Berliner schon immer sehr schnell Exkulpationsgründe dafür gefunden, warum Sie gerade mal wieder pleite waren. |
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„Neoliberaler Bürokratieabbau“
Effizienzsteigerung - Verantwortungsentlastung der Kommunen - Freiheit der Märkte - Wettbewerb, der zu sinkenden Preisen, höherer Qualität und grandiosen Innovationen führt. Warum nur sperren sich die „unwissenden Bürger“ gegen diese schöne neue Welt? Weil sie ein Lügengebilde ist, die eine verantwortungslose Gewinnsucht als eine Befreiungsbewegung erscheinen lassen will, die nur Gutes für die Menschen bringt. Schön, dass immer weniger Menschen darauf hereinfallen. Nikotinsucht ist ein schwerwiegendes Problem – es wird viel investiert und es werden viele Verbote erlassen, um sie zurück zu drängen. Aber wie steht es mit der Gewinnsucht? Sollte man diese nicht auch mal konsequent angehen? Befriedigung einer Sucht auf Kosten und zum Schaden der Allgemeinheit – darf das erlaubt sein? Nur mal so nebenbei. |
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@ Fro
Du schreibst: "Aber wie steht es mit der Gewinnsucht? Sollte man diese nicht auch mal konsequent angehen?" Das gesamte System, das von vielen immer noch als soziale Marktwirtschaft gekennzeichnet wird, ist so angelegt. Mit Gesetzen könnte die Gewinnsucht eingedämmt werden, da müssten die davon Betroffenen nicht mal zum Psychiater auf die Couch. Doch diejenigen, die die Gesetze erlassen könnten, werden leider geistig vernebelt bzw. haben Aussichten, bei Wohlverhalten in den Kreis derer, die sich die Taschen vollmachen, aufgenommen zu werden. Und außerdem: Neben dem Geld gibt's noch Macht, und die ist manchmal noch geiler als die Kohle. |
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Lieber j-ap,
da müssten mal die Berliner drauf reagieren. Ick bin keener. Ob das denen noch im Kopf steckt, dass sie Jahrzehnte lang gesponsert wurden? |
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Der DGB sagt:
"Die Finanznot führt dazu, dass sich Kommunen nicht mehr demokratisch selbst verwalten können. Sie werden abhängig von den Aufsichtsbehörden der Länder. Damit wird das verfassungsmäßige Recht auf kommunale Selbstverwaltung mit Füßen getreten." Dazu der Link: www.dgb.de/themen/++co++1777367c-8fe9-11df-70b3-00188b4dc422 |
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Wer Berliner ist und sich beteiligen will, hier ein paar Links:
www.berliner-wassertisch.net Die : ">Facebook-Gruppe Da für dieses Volksbegehren Unterschriften gesammelt werden müssen und nicht wie bei der Finanzmarkttransaktionssteuer per E-Mail. Es braucht daher viele Unterstützer und Helferlein, hier die : MUnterschriftenlisten zum downloaden |
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Falls noch ein Mitglied der FC diesen Blogbeitrag verfolgen sollte.
Zur Person Matthias Kolbeck: "Journalismus, Unternehmenskommunikation, Politische Kommunikation, PR, Strategische Kommunikation, Krisenkommunikation •Diplom-Politikwissenschaftler (FU Berlin, Otto-Suhr-Institut) •1997 bis 2003 Journalist bei SFB/RBB in Berlin •dann Pressesprecher und Büroleiter bei Finanzsenator Thilo Sarrazin •jetzt Pressesprecher bei Veolia Wasser Deutschland" |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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