Thearcadier

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11.06.2009 | 18:13

Der Umgang mit Mutter Natur

Hier mal ein weiterer Artikel über eine youtube-Diskussion. Leider lief diese Diskussion über den privaten Nachrichten-Bereich und ich habe bis heute keine Antwort auf meine Anfrage bekommen, ob ich denn Teile der Argumentation veröffentlichen dürfe. Deshalb verzichte ich auch auf Zitate und gehe lediglich in ungeordneter Reihenfolge auf die Gedanken meines Diskussionspartners ein.

Der Haupttenor seiner Ansicht lag dabei in der Argumentation, dass alles Natürliche gut sei. Auch mein Einwand, dass sämtliche Krankheiten schließlich auch natürlich seien, wurde als Bestätigung seiner These ausgelegt. Schließlich dienten Krankheiten der Auslese, was wiederum die Populationen begrenzte. Nun, das mag nicht ganz falsch sein. Aber wer möchte zB freiwillig an der Pest erkranken? Oder wer ist schon ganz scharf darauf, in einigen Jahren an Krebs zu sterben? Niemand. Und weil das so ist, hat der Mensch schon seit Jahrtausenden geforscht, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen – in den letzten 100 Jahren übrigens mit beeindruckendem Erfolg. Dafür lohnt sich aber schon fast wieder ein eigener Eintrag. Kommen wir zurück zu meinem Diskussionspartner, der immer wieder die gute Mutter Natur erwähnte. Gleichzeitig befürwortete er eine Symbiose zwischen Mensch und Natur. Aua. Das hatten wir viele Jahrtausende lang. Eine Zeit, in der die Menschen gar keine Zeit hatten, um sich derlei philosophische Dinge Gedanken zu machen, da sie im Alter heutiger Abiturienten schon wieder tot waren. Und das lag nicht unwesentlich daran, dass es keine medizinische Versorgung gab und auch die Ernährung war eher bescheiden. Aber nicht nur der Mensch kämpfte – und tut es leider noch heute in einigen armen Ländern – mit den Widrigkeiten, die die gute Mutter Natur ihm auferlegte. Gerade im Frühling kann man immer wieder beobachten, wie die Kleinsten der geschlüpften Vogelkinder einfach von den Geschwistern aus dem Nest geschubst werden und kläglich verhungern. Selektion und Population hin oder her: für das kleine Küken dürfte das ziemlich grausam sein. Spontan fallen mir noch Opfer eines Waranbisses ein, die dann aufgrund des giftigen Speichels einige Tage später an einer Blutvergiftung sterben. Schön? Nicht wirklich! Ein weiter spannender Punkt meines virtuellen Gegenüber war, dass Tiere lediglich funktionieren, während der Mensch einen freien Willen hätte. Natürlich könnte man zu dem Schluss kommen, wenn man sich ausschließlich mit Schmetterlingen beschäftigt (als Beispiel). Hier könnte man jetzt eine ewig lange Liste mit Tierarten einsetzen, die diese gewagte These widerlegen oder einfach eine Reihe von skurrilen Anekdoten aus dem Tierreich erzählen.  Nehmen wir mal Elefanten. Diese Tiere sind unbestritten sehr intelligent und legen großen Wert auf soziale Bindungen. Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis und helfen sich auch gegenseitg. Von Funktionieren kann da keine Rede sein. Leider kommt es auch hier vor, dass “Elefantenkinder” die langen Wanderungen nicht überstehen und langsam dahinsiechen. Für derartige Situationen hat der Mensch doch durchaus komfortablere Lösungen, die beim Menschen selbst aber noch umstritten sind, wenn es tatsächlich nichts mehr zu retten gibt.

Wie sollen wir also mit der Natur verfahren? Fakt ist, dass wir nicht ohne sie leben können. Wir sollten sie aber auch nicht zu sehr als den ausschließlich guten Gegensatz zum Menschen glorifizieren, denn die Natur kann ebenso atembraubend schön wie unglaublich grausam sein.

 
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