Thomas Euler

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Blogbeiträge

11.06.2009 | 15:28 Thomas Euler

Qualitätsjournalismus im Internetzeitalter

Warum kostenlose Inhalte im Sinne einer demokratischen Gesellschaft sind und wie Qualitätsjournalismus trotz neuer Spielregeln im Netzzeitalter realisierbar ist. Warum Content kostenlos sein sollte Als Jürgen Habermas 1962 über den Str... >> mehr

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12.06.2009 | 15:16 Thomas Euler
@Chrisamar: Fast sämtliche Printpublikation finanziert sich zum größten Teil aus den Anzeigeerlösen. In den meisten Fällen decken die Einnahmen aus dem Verkauf der Zeitung noch nicht mal die Produktio...
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14.06.2009 | 21:07 Thomas Euler
Auch wenn ich manche der Beobachtungen und Thesen durchaus nachvollziehen kann, stimme ich mit deiner Schlussfolgerung nicht überein. Aber von vorne. 1. Dass Presse und Lobbyismus sich zunehmend identisch werden ist sicherlich nicht falsch. Doch schon ihrer Funktion nach kommen ihnen innerhalb der Gesellschaft ganz unterschiedliche Aufgaben zu. Während die vierte Gewalt als Watchdog und Öffentlichkeitsaufklärer zu fungieren hat, ist die fünfte Gewalt als interessengeleitete Beeinflussung von Entscheidern etwas vollkommen anderes (allerdings auch vollkommen legitim, solange ein gesundes Gleichgewicht der Kräfte herrscht). Eine Verschmelzung der beiden mag in der Praxis stattfinden, sollte allerdings dringlich vermieden werden. 2. Das Internet gibt dem Bürger natürlich eine ganz neue Möglichkeit, da er erstmals unproblematisch veröffentlichen und potential gar die Weltöffentlichkeit erreichen kann. Somit können einzelne Personen etwa auf ihrem eigenen Blog einen Skandal ans Tageslicht befördern. Allerdings verschafft dies noch lange nicht automatisch die notwendige Öffentlichkeit für den Skandal. Die meisten Blogs haben nunmal eine relativ beschränkte Reichweite. Auf der anderen Seite haben natürlich schon Fälle stattgefunden, in denen Blogs tatsächlich politische Skandale (McBride mit seinen Schmiermails in Großbritannien) aufgedeckt oder Unternehmen in eine waschechte Krise manövriert haben. Allerdings erreichen diese erst dann die breite Öffentlichkeit, wenn sie an prominenter Stelle, also in einem großen Blog oder in den traditionellen Medien, gefeatured werden. Kurzum: Auch wenn das Internet Print verdrängt hat und die vernetzte Öffentlichkeit Informationen frei austauschen kann, wird es dennoch Medienmarken brauchen, die sich durch eine hohe Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Reichweite auszeichnen. Ob hierbei heute etablierte Medienmarke eine Rolle spielen werden, sei dahingestellt, ich bezweifle jedoch in keinster Weise dass es sie geben wird. Und das ist auch gut so.
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12.06.2009 | 15:16 Thomas Euler
@Gersprenz: Ich gebe Dir vollkommen Recht, der heutige Journalismus (lokal wie auch überregional) hat in vielen Fällen keine faktische Unabhängigkeit mehr. Allerdings gehe ich in meinem Essay von Habermas' Öffentlichkeitsideal aus, welches einen erstrebenswerten Zustand darstellt, in dem eben Presse unabhängig und neutral ist. Ob dies in der Realität umsetzbar ist, sei mal dahingestellt, aus einem demokratischen Blickwinkel ist es aber wünschenswert. Womit ich bei dem Vorschlag von @Bildungwirt ankomme, Journalismus aus Steuergeldern zu finanzieren. Einerseits kann ich mir durchaus vorstellen, dass wir auf ein derartiges Modell mittelfristig zusteuern - zumindest übergangsweise. Auf der anderen Seite stehe ich der Idee allerdings extrem kritisch gegenüber. Denn heute wird ja oftmals die Abhängigkeit der Medien von den Werbekunden angemangelt, da diese die Neutralität und vor Allem Kritikfähigkeit der Presse einschränkt. Letzten Endes führt dies dazu, dass manch ein kritischer Artikel über einen Werbekunden nach einem Anruf des Mediaplaners nicht veröffentlicht wurde. Dieses Problem würde im Falle einer Steuerfinanzierung von Journalismus einfach verschoben. Die Medien wären nun von der Politik abhängig. Die Höhe der Zuschüsse wären ein willkommenes Druckmittel für Politiker, um sich den Goodwill der Journalisten durch die Hintertür zu sichern. Selbst wenn Regelungen getroffen werden um dies zu verhindern, bedeuted dies nicht, dass es nicht trotzdem vorkommen muss. Man werfe nur mal einen Blick auf die Geschichte der GEZ-Gebührenbeschlüsse. Natürlich: Solange es Medienunternehmen gibt, die einen Kapitalbedarfen haben, wird es immer jemanden geben müssen, der diesen deckt. Automatisch besteht in diesem Moment ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis vom Kapitalgeber. Meiner Meinung nach ist es daher am besten, wenn Journalismus hauptsächlich von der Öffentlichkeit und nicht Unternehmen oder Politik finanziert wird. Daher halte ich Geschäftsmodelle wie solche des Huffington Post Investigative Funds, die sich aus öffentlichen Spenden finanzieren für einen guten Ansatz. Wenn er sich in der Praxis als tauglich erwiese, wäre ich zufrieden. Natürlich kann man auch in diesem Fall argumentieren, dass in diesem Modell ebenfalls Abhängigkeiten entstehen können, etwa durch wichtige Großspender. Hieran kann man nichts verändern, außer die Spender offenzulegen und somit möglichst große Transparenz zu schaffen. Gibt es dann noch mehrere solcher Stiftungen mit jeweils unterschiedlichen Spendern, sollte in der Summe die nötige Objektivität gewährleistet werden können.
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12.06.2009 | 15:16 Thomas Euler
@Chrisamar: Fast sämtliche Printpublikation finanziert sich zum größten Teil aus den Anzeigeerlösen. In den meisten Fällen decken die Einnahmen aus dem Verkauf der Zeitung noch nicht mal die Produktionskosten @Streifzug: Darf ich Fragen wie Du zu deinen Einschätzungen kommst? Besonders würde mich interessieren, wem die Aufgabe der 'vierten Gewalt' deiner Meinung nach zukommt, wenn Journalisten sie nicht mehr erfüllen können/sollen.
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11.06.2009 | 22:51 Thomas Euler
@Thearcadier: Absolut! @Friedland: Stimmt, der Freitag ist wirklich ein interessantes Projekt. Auf der anderen Seite ist das Modell in meinen Augen nicht tragfähig um guten, investigativen Journalism...
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12.06.2009 | 00:38 Thomas Euler
Was die lokale Ebene anbelangt hast Du denke ich Recht. Hier machen Ansätze vergleichbar zu 'der Freitag' Sinn. Auch die im Artikel angesprochenen Kooperationen von Profis und Amateuren sind vielversprechend, um auch künftig Lokalberichterstattung in ausreichendem Maße und guter Qualität zu gewährleisten. Doch was das gesamte Newsbusiness anbelangt, wird es auch künftig vertrauenswürdige Institutionen brauchen. Erstens müssen sie nach journalistischen Qualitätsstandards arbeiten und dadurch Zuverlässigkeit gewährleisten und auf der anderen Seite müssen sie als Marken etabliert sein, um sich im Durcheinander des Internets überhaupt durchzusetzen. Ob dies Personen- oder Redaktionsmarken sind, ist dabei zwar zunächst Mal egal, doch der Citizen Journalist kann dies in meinen Augen nicht leisten. Man muss sich ja nur mal angucken, worauf sogar bekannte Newsblogs wie etwa die Huffington Post heute in den allermeisten Fällen ihre Berichterstattung aufbauen: auf PR und die Nachrichten aus den etablierten Redaktionen. Fallen letztere weg, sieht es übel bestellt aus um die allgemeine Information. Dem Bäcker um die Ecke fehlte dann sozusagen das Mehl und zum Frühstück gäbe es dann wohl nur noch abgepacktes PRot vom Discounter.
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11.06.2009 | 22:51 Thomas Euler
@Thearcadier: Absolut! @Friedland: Stimmt, der Freitag ist wirklich ein interessantes Projekt. Auf der anderen Seite ist das Modell in meinen Augen nicht tragfähig um guten, investigativen Journalismus zu hervorzubringen. Einfach auf Grund der Tatsache, dass der Großteil der Autoren nicht bezahlt wird und er in Folge dessen gar nicht die Ressourcen hat um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Während also Analysen, Kommentare etc. hier in teils hervorragender Qualität existieren und geschaffen werden können, bezweifle ich, dass ein 'der Freitag'-Blogger den nächsten Wirtschaftsskandal enthüllen oder die Hintergrundberichte aus Washington liefern wird. Daher braucht es Ansätze - Beispiele benenne ich ja im Artikel - die es Journalisten trotz der erschwerten Bedingungen im Netz erlauben mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Dies ist in der jetzigen Situation extrem bedeutsam, für uns alle als Gesellschaft.
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Thomas Euler
Thomas Euler arbeitet in der Public Relations Branche und ist im Social Web an unterschiedlichen Stellen aktiv. Seine Themenschwerpunkte als Autor sind Kommunikation & Medien, Marketing und hier und da Politisches
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