Thomas Lenz

Blog von Thomas Lenz

16.07.2009 | 14:05

Derselbe Adam

Alles eine Frage der Umstände. Im Grunde - und ich schließe mich hier nicht aus - beschränken sich unsere kulturellen Leistungen nicht auf mentaler Transzendenz, sondern auf ausreichend Futter im Napf, genügend Holz im Ofen, fließend Warmwasser, Steckdosen, Glühbirnen, Achtzylinder und Rothschild. Immer noch wären wir bereit, den nächsten Apfel vom Baum zu holen, wobei dieser doch bei Zeiten dem zufiele, dem er zustünde. Wagen wir ein Experiment: Der Apfel fällt dorthin, wo er gebraucht wird. Auch ein zweites Mal. Das dritte Mal fällt er zum einstigen Wohlstand, da dieser seinen einstigen Status verloren hat. Dem er zufiel, der wird ihn nehmen, ohne zu Fragen. Die Arbeit des Baumes, der natürlichen Gerechtigkeit, wenn man sie denn so nennen will, kann getrost als die eines Sisyphos bezeichnet werden. Denn da sich Arm und Reich drehen, sind beide wohl gleich schlecht. So bleibt nur eine Utopie: ein Ideal spalte den Apfel im richtigen Moment.

 


 

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 17.07.2009 um 03:57
Du bist kein Kommunist, sonst würdest Du nicht abfällig von "ausreichend Futter im Napf" reden, und sonstigen zivilisierten Ansprüchen (z.B. Glühbirnen). Und das Wort "zufiel" in Zusammenhang mit einer "natürlichen Gerechtigkeit" reicht aus, um die objektive Zielrichtung der Wortkonstellation in den gerechten Zufall, ins Schicksal für die Menschen zu richten. So schlecht denkt nicht einmal die amerikanische Schicksalsschmiedphilosophie. Und eine Utopie, die spaltet, kann mir mit Ernst Bloch letztlich auch gestohlen bleiben.
Thomas Lenz schrieb am 17.07.2009 um 10:44
Zunächst einmal: Danke für den Kommentar, zumindest werde ich hier konstruktiv kritisiert.

Das ist ein ganz bewusst fiktives Experiment (siehe: "Wagen wir ein Experiment"), um die gleiche Nicht-Lernfähigkeit des Menschen etwas darzustellen. Außerdem maße ich mir hier nicht an über große philosophische Gedanken zu schreiben, da es mier hierzu schlichtweg an Wissen und Intellekt mangelt. Das, was ich hier geschrieben habe, war ein simpler Nachtgedanke, von dem ich trotz seiner Einfachheit nicht minder überzeugt bin.
Thomas Lenz
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