„Our cause is noble; it is the cause of mankind!”
George Washington
Sehr geehrter Barack Obama,
eines vorweg: sehen Sie diesen Brief nicht als lehrmeisterlichen Appell, sondern vielmehr als eine Erinnerung gleichgesinnter Europäer. Uns scheint es, als habe insbesondere Frau Merkel, die sich noch vor zwei Jahren als Klimakanzlerin profiliert hatte, das Klimaproblem aus ihrem politischen Fokus verbannt. Die Brisanz dieser Thematik scheint zwar allen bekannt, doch im Schatten tagespolitischen Geplänkels und der Finanzkrise geht der Wille zum ökologischen Wandel leicht in der Flut dieser historisch einzigartigen Herausforderungen unter.
Im Hinblick auf unsere deutsche Regierung, an deren Kompetenz zur Abhandlung ökologischer Problemstellungen nicht nur wir als kritische deutsche Bürger zweifeln, sind wir uns sicher, dass ein Volk mehr Vertrauen in einen Nobelpreisträger, namentlich Umweltminister Chu, haben kann, als in einen Automobil- Lobbyisten, der in Deutschland selbiges Amt zu belegen versucht.
In Ihnen erwacht die einmalige Hoffnung in uns, dass Sie mit Kompetenz und Zeitgeist Brücken nach Europa schlagen, um im Westen eine ökologische Avantgarde zu formieren.
Hat doch der Westen mit seinem Konsumdenken in der Ursache dieses Klimaproblems den Großteil der Schuld auf sich geladen. Entwicklungsländer können und dürfen nicht zur Verantwortung gezogen werden - noch nicht. So müssen wir Europäer, aber auch die Vereinigten Staaten in historischer Verantwortung für die Zukunft der Menschheit als Speerspitze unseren Beitrag zur Errettung der Erde leisten.
An ihrem Beispiel ist klar zu erkennen, dass Völker oft viel mehr durch Pathos und das Charisma einzelner in eine bestimmte Stimmung zu versetzen sind. Es wird immer noch durch komplexe, undurchsichtige Sachlagen und das Schüren weiterer Profitgier durch fiskalische Mittel versucht, das Umdenken hin zu regenerativen Energien in den Köpfen der Menschen einzuläuten.
Die Europäische Union hat mit ihrem ECCP- Pakt zur Reduktion der Treibhausgase bis 2020 um bis zu 40 % in der Nachfolge von Kyoto ein deutliches Zeichen gesetzt – sehnt sich aber bis zum heutigen Tage nach einem starken Partner auf der internationalen Bühne. Auch hier ruht unsere Hoffnung, die Hoffnung der Europäer, auf Ihre Kooperation. Ein Bündnis dieser Art ginge beispielhaft für die restliche Welt voran und ließe keinen Zweifel mehr an der historischen Tragweite und unentbehrlichen Wichtigkeit jener Unternehmung. Oder könnten sich verbleibende Großnationen wie Russland oder China angesichts der ecological superpower einer solchen Allianz noch ernsthaft ihrer Verantwortung entziehen?
Auch Zweifel an der Durchführbarkeit am Umstieg auf regenerative Energien können nicht mehr aufrecht erhalten werden: viele technische Konzepte liegen bereits in den Schubladen einiger Wissenschaftsverbände bereit. Werfen Sie hierzu nur einen Blick auf das Solarprojekt „Desertec“, welches unter anderem der renommierte Club of Rome initiierte. Es fehlt uns also nicht an klugen Ideen und klugen Wissenschaftlern, um konkrete technische Projekte zu realisieren. Dass die USA in technischen Großprojekten ein hohes Maß an Können an den Tag legt, bewies bereits das Apollo Programm der NASA – warum sollte also hier nicht hier unten auf Erden ein weiterer Sieg zu erringen sein?
Gerade wir Deutschen erinnern uns bis heute daran, wie bereits vor 70 Jahren die menschliche Zivilisation schon einmal am Abgrund stand, und Ihr Land durch beispiellosen Einsatz und geleitet von hohen Idealen wie Gerechtigkeit und Freiheit die gesamte Menschheit vor dem letzten Schritt in die Tiefe bewahrt hat. Daher bitten wir Sie voller Zuversicht: Bitte helfen Sie uns wieder, denn die Zeit ist knapp – für uns und unsere nachfolgenden Generationen.
Blindheim im September 2009
Florian Mengele und Thomas Lenz
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen