Thomas.W70

Gedanken zu Musik und Literatur

Blogbeiträge

10.02.2012 | 20:05 Thomas.W70

CD-Kritik: Susanna Wallumrød, Giovanna Pessi - If Grief Could Wait

  Authentizität, was ist das schon. Jenes Gefühl von Echtheit, von Lebendigkeit, dem alle nachjagen. Je mehr man ihm habhaft zu werden versucht, als desto flüchtiger erweist es sich. Gleich einem Phantom stellt es sich gerade dann unvermit... >> mehr
08.01.2012 | 18:17 Thomas.W70

Erotische Kernschmelze - Zu Kleists Trauerspiel "Penthesilea"

  "Entsetzlich" nannte Thomas Mann das Stück und sprach damit nur das Offensichtlichste aus. Schon Kleist selber schrieb in einem Brief, dass es zwangsläufig Entsetzen hervorrufen müsse und genau dies ist auch das Wort, dass die Oberpriest... >> mehr
04.12.2011 | 16:08 Thomas.W70

Der Abgrund Heinrich von Kleist - Nachbemerkungen zum 200. Todestag

Der Kult um Heinrich von Kleist ist mir zutiefst suspekt. Zum 200. Todestag waren die Feuilletons voll von Artikeln, rechnet man Rezensionen von Biographien und Neueditionen hinzu bestimmt eine Handvoll in jedem wichtig Blatt. Doch so klug und kenntnisreich ... >> mehr
26.11.2011 | 12:53 Thomas.W70

Die Münchener Erstaufführung von Tigran Mansurians Requiem

    Das Prinzregententheater war ausverkauft und festlich gestimmt als man das Requiem des armenischen Komponisten Tigran Mansurian, wenige Tage zuvor in Berlin uraufgeführt, dem Münchener Publikum vorstellte. Und der Applaus, der nach et... >> mehr
11.11.2011 | 21:07 Thomas.W70

Drittklassiges Provinztheater - Roland Emmerichs Film "Anonymus"

Auf die Frage wie William Shakespeare, der Handschuhmachersohn aus Stratford, es geschafft hat so überzeugend über eine aristokratische Welt, in der die allermeisten Shakespeare Stücke spielen, zu schreiben ohne je selbst in dieser Welt gelebt z... >> mehr
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Kommentare

Kommentar zu

Der amerikanische Heidegger

24.03.2012 | 20:40 Michael Jägers Musikblog
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24.03.2012 | 23:12 Zeitleser
Ist das nicht alles Wichtigtuerei? Kann man es sich nicht einfach machen in dem man sagt die europäische Musik hat sich im 15. Jahrhundert aufgemacht, hat sich dann an den Höfen und Kirchen etabliert,...
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25.03.2012 | 14:21 Thomas.W70
Das ist ja das schöne an der Kunst, dass es tatsächlich eigentlich keine Geburt und keinen Tod gibt, sondern nur einen Strom der permanenten Entwicklung und Veränderung. Ich weiß ja nicht an was Sie denken, doch natürlich entsteht nichts Neues aus dem Nichts, sondern ist nur eine Weiterentwicklung von etwas, das es schon gab und das mit neuen Elementen variiert wird. Sicher gibt es viele einzelne Werke, die nur kurz da sind und dann im Orkus der ewigen Vergessenheit verschwinden. Das wäre tatsächlich mit dem begrenzten Dasein eines Menschen zu vergleichen. Doch im kulturellen Strom, von dem es ein Teil war, bleibt es dann doch in irgendeiner Weise präsent.
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25.03.2012 | 14:05 Thomas.W70
Ich hoffe Sie nehmen mir meine ständigen Einwände nicht übel, die wirklich von großer Wertschätzung und Sympathie getragen sind, doch verstehe ich die Hartnäckigkeit nicht, mit der Sie versuchen, Cage doch noch irgendwie zum Sinn- oder Ideensucher zu machen. Den Vergleich mit Heiddeger kann ich deswegen auch nur bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen (beide suchten tatsächlich nach einer gewissen Art von Befreiung bzw. Erlösung), halte ihn aber doch eher für verfehlt. Wenn es einen Komponisten gab, der Heideggers Denken nahestand, dann war es - Überraschung! - Schönberg. Beide standen zu sehr in der europäischen Tradition der Aufklärung seit Beethoven und Kant, als dass sie sich davon hätten lösen können und suchten daher nach einer Art Erlösung bzw. Durchbruch innerhalb dieses Gedankensystems oder doch zumindest durch dieses hindurch. Der Name der Fluxus Bewegung ist insofern erhellend, als er auf das Moment der "Verflüssigung", der Auflösung verweist. Genauso wie beim Zufall geht es eben nicht darum, etwas zu fixieren, Ideen zu formulieren, Sinn zu manifestieren, überhaupt irgendetwas auf den Nenner von Begriffen zu bringen. Heidegger hoffte durch das Denken hindurch zu einer Art von Erlösung zu gelangen, für Cage ist das Denken der Käfig, der aufgelöst werden muss. Sie haben ja vollkommen Recht, dass Cage begrifflich unpräzise ja oft konfus ist, doch kann das auch gar nicht anders sein. Dass Sie sich bemühen sich darauf irgendeinen Reim zu machen ist aller Ehren wert, doch eigentlich vergebliche Liebesmühe.
Kommentar zu

Der amerikanische Heidegger

24.03.2012 | 20:40 Michael Jägers Musikblog
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24.03.2012 | 23:12 Zeitleser
Ist das nicht alles Wichtigtuerei? Kann man es sich nicht einfach machen in dem man sagt die europäische Musik hat sich im 15. Jahrhundert aufgemacht, hat sich dann an den Höfen und Kirchen etabliert,...
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25.03.2012 | 12:22 Thomas.W70
Jede Zeit bildet sich ein, das Ende der Geschichte darzustellen, im Besitz der ultimativen Weisheit zu sein und die Vergangenheit für überholt und unvollkommen zu halten. Natürlich kann man es sich einfach machen und es sich mit dieser Binsenweisheit bequem machen. Schon weil das ja todlangweilig wäre, ziehe ich es persönlich vor auf die Zukunft neugierig zu sein. Und um überhaupt die Möglichkeiten der Zukunft erahnen zu können, ist es äußerst hilfreich die Vergangenheit zu verstehen.
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23.03.2012 | 11:39 Thomas.W70
Dass Cage' amerikanische Sozialisierung eine wichtige Rolle spielt, darin stimme ich Ihnen vollkommen zu. Es ist auch jenem amerikanischen Pragmatismus zuzuschreiben, dass er sich sosehr an Beethovens und Schönbergs (und wenn Sie wollen von Adorno fortgeschriebenen) Apodiktik reibt. Doch glaube ich nicht, und damit sind wir erneut am selben Punkt unsere Meinungsverschiedenheit, dass es Cage um einen Wettbewerb der Ideen geht. Auch Wettbewerb ist eine Kategorie dessen, was Cage eigentlich überwinden will. War es nicht Schönberg, der den berüchtigten Ausspruch tat, seine Idee der Komposition mit 12 Tönen werde der deutschen Musik die Vorherrschaft für die nächsten 100 Jahre sichern?
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22.03.2012 | 21:04 Thomas.W70
Structures I von Boulez ist in etwa was 4'33" von Cage ist. Sicher nicht repräsentativ für das gesamte Werk, doch ein Extrempunkt, in dem sich ohne Zweifel wesentliche ästhetische Positionen manifestieren. Metzger erliegt genau jenem Missverständnis, das ich in meinem letzten Kommentar erwähnt hatte, nämlich zu glauben, der Zufall, mit dem Cage operiert, sei eine dialektische Antwort oder Gegenposition zum Determinismus des Serialismus. Dabei ist Dialektik selbst ein Instrument des Determinismus und kann daher kein Mittel sein, dem Determinismus zu begegnen, was Cage instinktiv erkannt hat. Ich glaube daher auch nicht, dass Cage "zu überzeugen versucht". Auch das ist Vokabular eines diskursiven ästhetischen Verständnisses, dem Cage meiner Meinung nach nicht zuneigt. Doch ich sehe schon, dass Sie da anderer Meinung sind. Folge umso neugieriger Ihren weiteren Ausführungen.
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Thomas.W70
Was vom Leben übrig bleibt
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Logbuch
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Sisyphos Boucher hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Jakob Augstein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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lothar.ackermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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hadie hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

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David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
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