Nein: Ein einziger Präsident ist nicht genug, um den ganzen Scherbenhaufen wieder zusammenzukehren, den George W. Bush hinterlassen hat. Insofern konnten die an Obama gestellten Erwartungen nur enttäuscht werden.
permalinkWäre mehr Sicherheit lediglich eine Frage von mehr Polizei, dann hätten wir's ja einfach: Sowohl in der Kriminologie als auch in den Sozialwissenschaften ist man sich im algemeinen einig, dass sowohl mehr Restriktionen als auch mehr Repressionen völlig ungeeeignet sind, weniger Kriminalität herzustellen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist Kalifornien: Obwohl da mittlerweile mehr Geld für private Sicherheitsdienste und die Polizei ausgegeben wird, als beispielsweise für Universitäten, ist die Kriminalitätsquote in den letzten Jahrzehnten nicht zurückgegangen.
Alleine mit Symptombekämpfung kann dem Problem nicht begegnet werden.
Etwas ratlos bin ich allerdings im Bezug auf andere Lösungsvorschläge: Keiner der Votanten vor mir ist- genausowenig wie ich selber- zu mehr in der Lage, als über die Feststellung hinauszugehen, die Ursachen dieses Problemes seien wohl vielschichtiger, als man auf den ersten Blick glauben möchte. So kann dem Problem allerdings auch nicht begegnet werden!
Mit Ratlosigkeit allerdings auch nicht. Somit steht mein contra auf etwas wackeligen Füssen.
Quote in Aufsichtsräten? Traut man Frauen keine operative Führungspositionen zu? Aufsichtsratssitzungen finden ein paar Mal pro Jahr statt- ein CEO hingegen, der operative Kopf also, steht der Firma 365 Tage im Jahr zur Verfügung- Vollzeit, versteht sich! Das ist auch der Grund, weshalb man in Norwegen so "gute Erfahrungen" mit der gesetzlich verankerten Quote macht- nur dass das natürlich niemand laut sagt: Hätte man eine Quote auf operativer Ebene für Frauen eingeführt, sähe die Bilanz wahrscheinlich ganz anders aus. Eine Quote verzerrt den Wettbewerb und weicht das Leistungsprinzip auf- abgesehen sind für mich die Fähigkeiten wichtiger als das Geschlecht: Deshalb ganz klar nein zur Quote.
permalinkNicht nur Quotierungen für Aufsichtsräte, auch für Führungs- und Leitungsfunktionen, für Geschäftsführung und Vorstand. Die Old and Young Boys Networks sind sturmerprobt,aber viele Frauen glauben immer noch, sie schafften es alleine. Spätestens nach dem ersten Kind wachen die meisten auf. Dann haben sie aber kein Netzwerk und wissen nicht, was sie machen sollen. Statt sich gegenseitig zu unterstützen, ob bei der Arbeit oder in der Politik, zicken viele rum,beißen weg. Das ist für Männer so kalkulierbar! Mit Quote müssen Männer mit Frauen arbeiten. Sonst bleiben Stellen unbesetzt, die Arbeitsfähigkeit ist bedroht. Deshalb fordern die SPD-Frauen ja auch mindestens 40 % Frauen in Aufsichtsräten. Und Steinmeier setzt das auch um!
permalink"Nicht nur Quotierungen für Aufsichtsräte, auch für Führungs- und Leitungsfunktionen, für Geschäftsführung und Vorstand." Genau- wenn man schon für die Quote ist (was ich nicht bin), dann aber schon an unternehmerisch relevanten Stellen. Aber offenbar ist die Tatsache, dass Aufsichtsratspsten lediglich politisch gut aussehen, für viele ein völlig irrelevantes Kriterium. Hauptsache, es klingt gut- und Aufsichtsrat- wer würde schon behaupten, dass klinge nicht gut? Klingt ja auf den ersten Blick auch wirklich gut- auf den zweiten Blick hingegen... Angenommen, in Norwegen wäre eine Quote für den operativen Bereich gesetzlich verankert worden, dann sähe die Bilanz wahrscheinlich anders aus.
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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