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Dieses Thema eröffnet einem genau genommen ein ganzes Spektrum an An-, Ein- und Aussichten, Perspektiven und Standpunkten- man weiss fast nicht, wo man dabei beginnen soll. Ich bin keineswegs ein Mensch, muss ich vielleicht noch hinzufügen, der sich zu den naiven Progressiven zählt, dafür bin ich zu stark Realist und viel zu wenig Utopist oder Idealist. Zudem ist es in Zeiten des Wandels- oder an der Grenze zu einer neuen Epoche, und das scheint mir heute eindeutig der Fall zu sein- ausgesprochen schwierig, sich zu orientieren, da alles irgendwie richtig und gleichzeitig falsch ist. Doch man kann diesen Zustand, oder vielmehr den Wechsel des Aggregatszustandes, dem unsere Gesellschaft heute ausgesetzt ist, auch als Chance betrachten: Alles scheint sich neu zu fügen, von formen würde ich- aus Gründen der physikalischen Gesetze, die ich gerade ins Feld geführt habe- lieber nicht sprechen.
Alles scheint sich also neu zu fügen. Förmlich auseinandergesprengt wurde die im 19. Jahrhundert entstandene, bürgerliche Kleinfamilie, die ganz sicher nicht zu den Erfolgsmodellen der Zivilisationsgeschichte gezählt werden kann- ausser man betrachtet die fortgesetzte Sprengung derselben als quasi-natürlichen Ur-Zustand, dann natürlich nicht. Wer sagt denn, dass die Menge aller Fragmente, die uns derzeit um die Ohren fliegt, nicht nur eine Teilmenge ist? Ergo ergibt sich daraus folgende, mögliche Schlussfolgerung: Homosexuellen das Recht auf Adoption zu verweigern, ist nicht nur inkonsequent, sondern auch nicht logisch zu Ende gedacht! Wenn wir die Sprengung der gut bürgerlichen Familie- zumindest das Modell, dass während dem dramatischen Wandel im 19. Jahrhundert sozusagen überraschend Karriere gemacht hat- ins Zentrum unserer Betrachtungen rücken und weiter davon ausgehen (müssen), dass dabei nicht alle Teile aller möglichen oder vielmehr denkbaren familiären Kontexte in der Sprengmenge enthalten sind, dann sind sowohl Homo-Ehen als auch homosexuelle Familien mit Kindern nicht undenkbar- und sollten der Vollständigkeit halber zur erwähnten Sprengmenge hinzu addiert werden...
...auf dass sie eines Tages ebenfalls auseinander gesprengt werden, ist man schon fast versucht zu sagen. Ich meine: Warum sollte bei Homosexuellen ausgerechnet eine Form des Zusammenlebens zum Erfolgsmodell werden, die schon bei uns Heteros nie so richtig funktioniert hat?
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Zum Thema schwule Paare und lesbische Paare mit Kindern gab es bei "ZO" seinerzeit dieses angeregte Diskussion:
www.zeit.de/online/2009/31/homosexuell-adoption |
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Aus dem von mir formulierten Kontext heraus spricht nichts dagagen, dass Homosexuelle auch Kinder haben dürfen. Ausser meine Perspektive greift zu kurz- was ja auch nicht auszuschliessen ist.
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@THX1138
"(...) Aus dem von mir formulierten Kontext heraus spricht nichts dagagen, dass Homosexuelle auch Kinder haben dürfen ..." Habe ich auch nicht behauptet, sondern lediglich auf eine Debatte bei "ZEIT-ONLINE" zum Thema Adoption durch Homosexuelle aus dem Jahre 2009 verwiesen, oder? |
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Ich denke, wir haben uns soeben missverstanden, siehe mein Post unten. Ich war zwischenzeitlich beschäftigt mit Fernseh gucken.
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Ich bin gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.
Auch wenn ich schon den Aufschrei höre, sage ich es dennoch: In dem Entwicklungsprozess eines Kindes kommen Vater und Mutter klare Rollen zu. Gleichgeschlechtliche Paare können diese festen Rollen nicht erfüllen. Die können keine Kinder zeugen (huh jetzt kommt der schlimme Satz!), es ist gegen die Natur* sie Kinder großziehen zu lassen. Das bei heterosexuellen Beziehungen auch öfter mal einer der beiden Partner verlorengeht ob nun durch Trennung oder beispielsweise vorzeitgen Tod, kann hier nicht als Gegenargument herangeführt werden. Das der Idealzustand halt auch hier oft verfehlt wird, kann man ja nicht dafür heranziehen ihn immer zu verfehlen. Der Vergleich hinkt, aber: Nur weil in einem Supermarkt immer wieder gestohlen wird, ist das ja kein Argument da mitzumachen und auch zu stehlen. Es geht hier auch nicht um Gleichberechtigung. Gleiche Rechte für Homosexuelle- ja natürlich! Nur sie können eben kein Recht auf Adoption geltend machen weil dies heterosexuellen Paaren vorbehalten bleibt. Ein kinderloses Paar kann auch nicht einfordern das die Frau nun doch schwanger wird. Wenn eine der beiden Partner unfruchtbar ist, dann kann das der Staat auch nicht ändern. Homosexuelle Paare können Kinder mit Sicherheit in Kernfragen wie Benehmen, Ordnung etc genauso gut erziehen wie heterosexuelle Paare. Diese Eigenschaften will ich mal Hard Skills nennen. Aber bei den Soft Skills sind dann doch große Zweifel angebracht. Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es nicht können. Die biologischen Muster die Vater und Mutter dem Kind mitgeben, fehlen hier einfach. Allein was beispielsweise die enge Bindung Mutter-Kind in den ersten Monaten betrifft. Wie soll das ein Mann ausfüllen? Die Kommunikation in den ersten Jahren des Kindes erfolgt zu einem großen Teil nonverbal. Das was eine Mutter zu ihrem selbstgeborenden Kind für eine Beziehung aufbaut, kann nicht mit den Versuchen eines Mannes verglichen werden ihr das gleichzutun. Studien zu dem Thema sind mit Vorsicht zu genießen. Wer hat denn Intresse an den Ergebnissen dieser Studien? Ähnlich wie bei Integrationsproblemen kann man hier davon ausgehen, das es oft Gesinnungsstudien sind, bei denen das Ergebnis von vorneherein feststeht. Wie würde denn die Öffentlichkeit reagieren, wenn eine Studie herauskäme die belegt, das Kinder mit homosexuellen Eltern im späteren Leben Bindungsprobleme oder ähnliches haben? Über das Ergebnis würde mit Sicherheit nicht vorurteilsfrei diskutiert sondern die Studie würde nur pauschal abgelehnt werden. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. * Damit meine ich nicht, das Homosexualität gegen die Natur ist. Das gilt lediglich für das Aufziehen von Kindern. ___________________ So und nun macht mich fertig. ^^ ;-) |
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@Mandelbrot
"(...) So und nun macht mich fertig. ^^ ;-)" Nein, das mach' ich nicht, ich werde Sie nur zukünftig komplett ignorieren ... |
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schrieb am
05.02.2011 um 22:19
@ SexPower
LOL. Das enttäuscht mich jetzt aber. Ich hätte sie für klüger gehalten. Mich zu ignorieren, weil ihnen meine Meinung nicht passt ist schon ziemlich armselig. Ich denke auch das es nicht nur meine Meinung ist, sondern viele in der Bevölkerung diesen- sicherlich konservativen- Standpunkt vertreten. Ich denke es könnte sogar eine Mehrheit sein. Diese Menschen- so wie ich- sind aber mit Sicherheit nicht homophob sondern haben in diesem Punkt nur eine andere Meinung. Wenn sie die inhaltliche Auseinandersetzung scheuen, werden sie sicherlich weder mich noch irgendeinen dieser Menschen überzeugen. Ihre Antwort ist armselig und exakt auf dem selben Niveau wie Schwulenhasser. "Mit dem will ich nichts zu tun haben der ist schwul" "Mit dem will ich nichts zu tun haben der will nicht das Schwule Kinder adoptieren dürfen" Gibts da einen Unterschied? Nö. |
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@Mandelbrot
Mein letzter Kommentar in Richtung @Mandelbrot: "(...) werden sie sicherlich weder mich noch irgendeinen dieser Menschen überzeugen ..." Wie kommen Sie nur darauf, dass ich jemanden (Sie) überzeugen wollte? Wovon? Zitat aus meinem FC-Profil: Toleranz oder gar Verständnis bei Homo-Feinden wecken? Das "gnädige Wohlwollen eines übermächtigen, heteronormativ geprägten, sozialen Umfelds durch Wohlverhalten unsererseits erbetteln?" Nein! Darum geht es nicht. Es geht um Menschenrechte! Es geht um absolute Gleichstellung und Gleichbehandlung in allen rechtlichen Fragen! Es geht um Präsenz, um unsere permanent unterrepräsentierte Minderheit (etwa geschätzte 10 - 15 %), sichtbarer zu machen! Es interessiert "uns" also weniger, was Heteros von uns halten, sondern es geht darum, dass sie unsere Gegenwart überhaupt erst einma zur Kenntnis nehmen! Menschenrechte (z.B. das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) haben sich kulturellen oder religiösen "Eigenarten" eines Landes nicht unterzuordnen, denn sie sind universell und unveräußerlich. Ob Sie, Mandelbrot, Schwule mögen oder nicht, ob Sie für oder gegen ein Adoptionsrecht sind, oder ob in China ein Sack Reis umfällt, es ist völlig unerheblich und es interessiert auch niemanden wirklich. Schwule und Lesben bitten schon lange nicht mehr untertänigst darum, dass Ihnen die selbstverständlich zustehenden gleichen Rechte von Heteros, die meinen Sie hätten das zu bestimmen, zugestanden werden, sondern wir klagen diese gleichen Rechte ein, Schritt für Schritt, Land für Land. Willkommen im 21. Jahrhundert! Kein weiterer Kommentar von mir an Sie. |
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schrieb am
05.02.2011 um 22:33
@ SexPower
Ach jetzt bin ich also ein Homofeind? Das wird ja immer bunter. Naja, wenn sie mich auf ein solches Niveau stellen erübrigt sich jede weitere Diskussion mit ihnen. |
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Ich finde das zumindest eindimensional und auch noch männerzentriert. Gilt denn eigentlich dieses Verdikt auch für lesbische Partnerschaften?
Ich denke mir, gerade die Geschlechterrollen und die verschiedenen Zuschreibungen dessen, was männlich und weiblich ist, ändern sich so rasant, sind so im Fluss, dass es nicht mehr so von Bedeutung ist, dass ein Kind "Mama" und "Papa" hat, sondern zwei Menschen, die es lieben und sich kümmern. Was mich wirklich irritiert, das ist die Inanspruchnahme von Leihmüttern, um nun endlich auch ein eigenes Kind zu haben und nicht zu adoptieren. In den USA machen das die Promis. Aber, ich habe gelesen, das ist auch keine Spezies von homosexuellen Paaren, sondern auch Heteros praktizieren das. |
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schrieb am
05.02.2011 um 22:47
@ Magda
Meine Ausführungen bezogen sich auf beide Geschlechter- egal ob homosexuell oder lesbisch. "Homosexuell" bezeichnet ja eigentlich auch beide Fälle. Die enge Bindung des Kindes zur Mutter ist ein mehrfach heikles Feld. Es ist nicht nur bei dem Thema dieses Blogs von Bedeutung, sondern auch für eingefleischte Feministinnen die sowas natürlich ebenfalls nicht gerne hören. Die wissentschaftlichen Erkenntnisse richten sich aber nicht danach was politisch korrekt ist, sondern nach der Realität. |
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@Magda
Hallo Magda, ich vermute Ihr Kommentar richtet sich an den Verfasser des Blogs oder an Mandelbrot? Deshalb möchte ich nur auf einen Punkt Ihres Kommentars antworten. Zum Thema "Leihmütter": Vielleicht haben sie in früheren Kommentaren von mir gelesen, dass ich Vater einer erwachsenen Tochter bin, die ich (auf "konventionelle Weise" :-) ) mit einer lesbischen Freundin gezeugt habe? Wir haben uns also weder einer "Leihmutter" bedient, noch auf den Geschlechtsverkehr verzichtet. Damit sind wir in der schwul-lesbischen Community wohl auch gar nicht so eine große Ausnahme, denn ich kenne mehrere schwule Väter, die in ähnlichen Konstellationen zu Nachwuchs kamen. Gruß SP |
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schrieb am
05.02.2011 um 23:05
@Mandelbrot, das ist mehr als erschreckend, was Sie da von sich geben.
Sie stalken nicht nur hinter mir her, Sie verdächtigen mich nicht nur ein Troll zu sein, Sie denunzieren mich bei der Aufsicht, Sie wollen mir auch noch Vorschriften machen, indem Sie mir verbieten, in diesem Forum zu schreiben, Sie beleidigen mich nicht nur dadurch, dass Sie meine Kommentare "bewerten", ausgerechnet Sie, nein, Sie outen sich hier in einer nicht zu überbietenden Form als homophob. Ich habe selten einen Spießer kennen gelernt, der so viele abstoßende Eigenschaften in sich vereint. |
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schrieb am
05.02.2011 um 23:17
@Mandelbrot
wie völlig am Thema vorbei Ihr "Muttergefühle-Argument" ist, sollte Ihnen doch spätestens dann in den Sinn kommen, wenn eine Einzelperson, ob schwul oder nicht, ein Kind adoptiert, was nämlich auch in Deutschland bereits möglich ist. Soweit ich das Blog verstehe, geht es dem Eröffner um die Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren, was meines Wissens NOCH nicht möglich ist, man arbeitet wohl daran. www.adoption.de/info_recht_schwul.htm |
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schrieb am
05.02.2011 um 23:20
@ Forenboy nerven sie nicht rum, ich bin nicht der einzige der sich bei der Forenaufsicht über sie beschwert hat, ich weiß inzwischen schon von drei Leuten. Wo stalke ich ihnen denn nach? Es ist eher umgekehrt wie der Kommentar von ihnen wieder beweist.
Scheint ja ein heikles Thema zu sein, wenn den Leuten hier nicht besseres einfällt als mich als homophob zu beschimpfen. Das lässt nicht gerade auf starke Argumente schließen. Machen sie doch mal nee Umfrage zu dem Thema, ich bin sicher das breite Teile der Bevölkerung, vermutlich sogar eine Mehrheit sich dagegen aussprechen das Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen. Sagt das jetzt etwas darüber aus ob das richtig oder falsch ist? Nein. Ihrer Aussage nach wären dann breite Teile der Bevölkerung homophob. |
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@Mandelbrot
Auf welche genuinen Eigenschaften der Mutter bezieht sich denn ihrer Meinung nach die Bindung des Kindes zu ihr? An die Brust, an mein Herz, auf meinen Bauch kann ich mir ein Kind auch als Mann legen damit es meine körperliche Nähe und Wärme spürt. Dazu muss es nicht an meiner Brust saugen. Für lesbische Paare gilt dieses ja sowieso. Und auf welche Geschlechterrollen beziehen sie sich? Dass sich die Geschlechterrollen schon lange im Wandel befinden und längst nicht mehr nur in Vater/Mutter eingeteilt werden können, müsste auch ihnen klar sein. Außerdem können sehr wohl auch gleichgeschichtlechtliche Eltern unterschiedliche für das Kind vorbildhafte Rollen einnehmen. Natürlich sind Männer und Frauen nicht gleich. Aber Männer und Männer bzw. Frauen und Frauen sind auch nicht gleich. Gott sei dank. |
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@Mandelbrot
Breite Teile der Bevölkerung sind ja auch homophob. Zu sagen, ich hab nichts gegen euch, aber Kinder dürft ihr nicht haben, weil die Natur, blabla, ist letztendlich auch homophob. Zumal es ja auch niemanden stört, dass Kinder in Kita und Schule bis zur weiterführenden Schule fast ausschließlich auf weibliche Pädagogen treffen. Das stört natürlich niemanden, weil sie dann nicht in den Chefetagen rumquengeln die blöden Weiber. Wahrlich, wie SexPower schon schrieb, haben wir Gott sei Dank aufgehört um unsere Rechte zu betteln. Wir nehmen sie uns auf kreative Art und Weise. Die beste Erziehung ist Liebe, dieses ganze Mutter-Vater Geschwafel ist biologistischer Quark. Ich gebe zu, das alles von mir gerade zeimlich polemisch, aber was erwarten Sie, wenn Sie schreiben, und nun macht mich fertig. Argumente? Ehrlich? Da kann ich nur müde lächeln. |
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schrieb am
06.02.2011 um 00:39
@ KalleWirsch
Ja ich erwarte Argumente. Argumente die über "sie sind homophob" hinausgehen. Das "Und nun macht mich fertig" habe ich geschrieben, weil ich erwartet hatte das ich mit meiner Position auf wenig Gegenliebe stoße. Ich hatte jedoch auf klare und gute Argumente gehofft und kein einfaches abbügeln mit einem "sie sind homophob" wie es direkt oder indirekt nun schon der dritte hier in den Kommentaren macht. Besonders die Reaktion von SexPower war an Lächerlichkeit, Einseitigkeit und Intoleranz nicht zu überbieten. Wenn er das sagen hätte, dann wäre ich jetzt wahrscheinlich im Umerziehungslager gelandet. Wenn jahrtausendelang das vorherschenden Modell in der Erziehung das Vater-Mutter-Kind Modell war, dann muss es schon erlaubt sein zu fragen ob es wirklich keinen Unterschied macht, wenn das zwei gleichgeschlechtliche Partner übernehmen. Sie hingegen bügeln mich ab mit "Warum glauben sie das wir Homosexuelle das nicht können? Was haben sie gegen uns? Sie sind homophob!". Worauf können sie denn verweisen? Sie scheinen die Diskussion darüber schon als absurd zu empfinden. Als ob es eine gottgebene Selbstverständlichkeit wäre. Als ob es sowas wie Wissenschaft und Bindungstheorie nicht geben würde. @ Lucas Und damit komme ich zu ihnen. Die ganze Bindungstheorie und Entwicklung des Kindes ist nun mal ein bisschen komplexer, als das Kind mal ein bisschen streicheln und an seinen Bauch drücken. Ich will mich hier noch ein bisschen präzisieren: Den größten Knackpunkt sehe ich in den ersten fünf Lebensjahren des Kindes hier. Hier sehe ich homosexuelle Partnerschaften als nicht geeignet an. Auch später gibt es zahlreiche Konfliktpunkte. An wen wendet sich die Tochter wenn es ihre ersten Tage bekommt bei zwei schwulen Vätern? Aber das ist Punkt. Der Punkt sind die ersten Lebensjahre eines Kindes. Und das ist ein kompliziertes Feld. Und genau hier setzt auch die Kritik an den Studien an, die Kindern in homosexuellen Partnerschaften eine gleich gute Entwicklung wie die in heterosexuellen Partnerschaften bescheinigt. Denn in diesen Studien waren die Kinder in den ersten Jahren überwiegend bei ihren leiblichen Eltern und damit in der "normalen" Situation. Um diesen Punkt weiter auszuführen, will ich auf die Studie zu sprechen kommen die Kinder die bei homosexuellen Partnern aufgewachsen sind, eine gleich gute Entwicklung bescheinigt. Diese Studie gibt es. www.bmj.bund.de/enid/6eb07462fbadb82e39aa87767c661a64,803e69706d635f6964092d0936313035093a0979656172092d0932303039093a096d6f6e7468092d093037093a095f7472636964092d0936313035/Pressestelle/Pressemitteilungen_58.html Und es gibt Kritik an der Studie und an dieser Kritik kann man klarer erkennen, wo die Probleme liegen. Dazu gibt es einmal eine Publikation der DIJG. Das ist ein kirchennahes Institut- aber hey Kritik muss ja nicht falsch sein nur weil sie von der falschen Seite kommt oder? Und dort wird genau auf die von mir angesprochene frühkindliche Entwicklung eingegangen. „Die meisten der befragten Kinder kannten ihren Vater und ihre Mutter! Dass es genau diese Tatsache ist, die zu einer positiven Entwicklung der Kinder beigetragen hat, kann die Studie nicht widerlegen. Die aus der Stichprobe gezogenen Schlüsse sind nicht übertragbar auf Adoptivkinder, die von Geburt an bei einem fremden, homosexuell lebenden Frauenpaar oder Männerpaar aufwachsen und nie die männlichweibliche Doppelstruktur als Grundlage ihres eigenen Lebens im Alltag erleben. Fast alle Kinder der Studie lebten seit Geburt nicht bei einer fremden Frau, sondern bei ihrer leiblichen Mutter – ein wichtiger Stabilisierungsfaktor für ihre Entwicklung. Zudem hatten nicht wenige Kinder und sogar 66% der befragten Kinder auch eine dauerhafte Beziehung zum leiblichen Vater. 78% der befragten Kinder hatte im Mittel die ersten fünf Lebensjahre gemeinsam mit Mutter und Vaterverbracht! Die ersten Lebensjahre sind aber für die kindliche Entwicklung sehr bedeutsam. So ist etwa die Entwicklung einer sicheren Geschlechtsidentität, für die das Kind männliche und weibliche Bilder braucht, mit fünf Jahren im Wesentlichen schon abgeschlossen. Zu den wichtigen Fragen der Geschlechtsidentitätsentwicklung kann die Studie auch aus diesem Grund keine validen Aussagen machen. Kaum etwas ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung der letzten vierzig Jahre so gut belegt wie die Tatsache, dass Mutter und Vater geschlechtsabhängig Verschiedenes und Komplementäres für die Entwicklung der Kinder leisten. Die führenden deutschen Bindungsforscher Klaus E. und Karin Grossmann sind der Auffassung: „Wir haben es also mit deutlichen Geschlechtsunterschieden im Einfluss der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder zu tun. (…) Beide zusammen, Vater und Mutter, legen also erst die Grundlagen für psychische Sicherheit und ergänzen einander“. Vaterentbehrung und Mutterentbehrung, auch das ist wissenschaftlich gut belegt, haben negative, das ganze Leben der Kinder belastende Langzeitfolgen. Die vorliegende Studie kann diese Erkenntnisse nicht entkräften.“ Quelle: www.dijg.de/fileadmin/dijg-uploads/pdf/sonderdruck2009.pdf Ein Punkt bei dem beispielsweise homosexuelle Paare auf jeden Fall versagen ist das stillen. Stillen ist für das Kind wesentlich gesünder und bringt zahlreiche Vorteile für die spätere Entwicklung. Eben in dem Zitat, wurden die negativen Folgen von Vater oder Mutterentbehrung angesprochen. Die sind auch wissenschaftlich belegt. Nun ist die Frage wie ist das in einer homosexuellen Partnerschaft funktioniert. Nimmt dort einer die Vater und einer die Mutterrolle ein? Wenn man auch nur ansatzweise undogmatisch an die Sache rangeht, stellt man fest das es so einfach nicht ist. Zig Fragen türmen sich auf und ich muss leider sagen dass ich das Gefühl habe, diese Fragen sollen wegen der Political Correctness nicht gestellt werden. Nur weil ich es mache, werde ich als homophob abgestempelt. Es geht hier aber nicht um die Frage ob Homosexuelle das Recht haben zu heiraten oder sich in der Öffentlichkeit zu küssen. Das finde ich vollkommen in Ordnung ich würde mir nie anmaßen das in Frage zu stellen. Nein, es geht um die Frage ob Homosexuelle ganz plötzlich und ohne Erfahrung genauso gut bei der Kindererziehung sind wie ein Modell das konkurrenzlos Jahrtausende lang davor gut funktioniert hat. |
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schrieb am
06.02.2011 um 00:49
wie weltfremd tun Sie hier eigentlich@Mandelbrot?
Seit wann kann man denn nur Neugeborene adoptieren? Das ist meines Wissens wesentlich seltener als bei den von der Brust entwöhnten Kindern und Jugendlichen. |
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schrieb am
06.02.2011 um 00:53
@ FaceBook
Was wollen sie mit ihrem Kommentar sagen? Das es für Kinder besser ist, die ersten Lebensjahre nicht bei homosexuellen Paaren aufzuwachsen und ihnen lieber ältere Kinder zur Adoption zuzuweisen? Nun, dieser Meinung könnte ich mich durchaus anschließen, da wären wir ja schon mal einen Schritt weiter. Aber Moment impliziert diese Aussage nicht, das Homosexuelle doch nur eingeschränkt Kinder erziehen können? Überdenken sie ihre Aussage lieber nochmal ehe sie was Falsches sagen ;-). |
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schrieb am
06.02.2011 um 01:03
Man hätte natürlich auch gleich die NPD befragen können, was sie vom Blogthema hält.
Da ist es kein großer unterschied mehr zu der Leiterin eines kirchlichen Vereins: www.persecutio.de/Material/ojc_nichtfamilienennen.pdf |
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schrieb am
06.02.2011 um 01:08
@ Forenboy
Damit erübrigt sich die weitere Diskussion mit ihnen wenn sie mich auf ein solches Niveau stellen. Ich werde sie fortan ignorieren- allzu lange werden sie hier ja sowieso nicht mehr sein. |
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schrieb am
06.02.2011 um 01:11
Warum sollte ich auf Ihre verquere Denkweise überhaupt eingehen?
Das heißt nichts anderes, dass Ihr Haúptargument keines ist, oder denken Sie, dass bei einer Adoptivmutter durch die Adoption plötzlich Milch aus den Brüsten käme, das ist genauso weltfremd wie die homophobe Unterstellung, dass die Kinder, die von Schwulen Männern oder Frauen adoptiert würden, in diese Richtung geprägt würden. Die sexuelle Orientierung ist bereits vor der geburt manifestiert, und kann nicht "erworben" werden, denn könnte man sie ja auch wieder ändern, hallo? Und damit ist für mich der Dialog mit ihnen beendet, dafür ist mir jede minute zu schade. |
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@Mandelbrot
"und nun macht mich fertig", ist nun mal eine ungeschickte Diskussionseröffnung und mit den Folgen haben Sie nun zu tun. Vielleicht unbeabsichtigt. Ich glaube nicht an die ideale Familie oder Familienkonstellation. Es stimmt auch nicht, dass die Mutter-Vater Konstellation sich seit Jahrhunderten bewährt. Erst recht nicht seit Jahrtausenden. Kinder wurden viel mehr vor der Verbürgerlichung der Familie in großen Familienverbänden und Gruppen aufgezogen/erzogen (was für bekloppte Wörter). Mit vielen Bezugspersonen. Und natürlich ist die Abwesenheit des Vaters ein Argument, da sie ein essentieller Bestandteil der bürgerlichen Kleinfamilie ist, wie wir sie kennen. Väter treten erst seit einigen Jahren wirklich in der Kindererziehung in Erscheinung. Ich bin mir bewusst, dass diese Diskussion geführt werden muss, um eine rechtliche Grundlage zu schaffen, aber ebenso absurd erscheint sie mir. Ich will noch nicht einmal Kinder, aber das hat doch nichts mit meiner sexuellen Ausrichtung zu tun. Mit welchem Recht will mir denn die heteronorme Mehrheitsgesellschaft das Recht absprechen Kinder zu haben und ihnen Liebe zu schenken. Und ich erkläre auch nochmal die Homophobie sehr gerne. Es ist so einfach zu sagen, Schwule und Lesben sollen gleichberechtigt sein, aber wenn es konkret wird, dann ziehen alle plötzlich den Schwanz ein. Mir ist es sogar lieber, die Leute sagen wie Sie, was sie denken, als diese miese positive Diskriminierung, aber Sie bewegen sich eben mit ihren Thesen in so einer Zwischenzone für mich. Die Heterosexualität als Norm und wenn wir freundlich sind akzeptieren wir auch "Andersartige". Genau davon habe ich so die Schnauze voll. Ich bin in meiner sexuellen Ausrichtung NICHT anders. Ich bin einfach. Vielleicht für viele schwer zu verstehen, aber so empfinde ich es. Und ich fordere. Für viele auch nicht leicht zu verstehen, ich fordere meine Rechte, die mir in diesem Staat vorenthalten werden. Ich will nicht heiraten, weil mich diese Lebensform nicht interessiert, ich würde es aber tun, wenn mein Freund es will. Aus Liebe. ich will keine Kinder, ich würde keine aufziehen auch nicht aus Liebe, weil ich ihnen keine Sicherheit bieten kann durch meinen Beruf. Ich versuche verantwortlich zu handeln. Mein Hauptproblem mit ihren Argumenten ist, dass Sie eine Lebensform als Norm, als Ideal darstellen. ich glaube grundsätzlich nicht an so etwas. Und ja, wenn mir jemand sagt, ich sei grundsätzlich nicht berechtigt Kinder zu haben, weil ich schwul bin, diese Diskussion hat etwas Absurdes. |
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"Schwule und Lesben sollen gleichberechtigt sein, aber wenn es konkret wird, dann ziehen alle plötzlich den Schwanz ein. "
Lieber Kalle, diese herrliche Feststellung bringt mich zum Lachen. |
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ich habe selten einen User erlebt, der so hochmütig herumätzt, wie Sie FB und dauernd andere irgendwelcher mieser Eigenschaften bezichtigt, mal einzelne, mal die ganze Bloggergemeinschaft.
Und natürlich sind Sie ForenBoy. Soviel Stilgefühl hat jeder, dass er den arrogant-anmaßenden Duktus nicht erkennt. |
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Lieb Magda, und dabei ist mir das erst im Nachhinein aufgefallen ;)
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@THX1138
Ach übrigens, zur Überschrift Ihres Blogs: "Homo-Ehe: Mit oder ohne Kinder?" Im Gegensatz zu etlichen anderen Ländern wurde in Deutschland die "Homo-Ehe" nicht eingeführt und auch die Zivil-Ehe nicht für schwule und lesbische Paare geöffnet. Das nur zu Richtigstellung. In Deutschland wurde, im Gegensatz zu anderen *Ländern, keine 'Homo-Ehe' eingeführt. Die sog. "Eingetragene Lebenspartnerschaft" heißt nicht nur bewusst anders, sie wertet auch (ab) und das ebenfalls bewusst. Dass inzwischen sukzessive "Angleichungen" an die "Hetero-Ehe" durchgesetzt werden konnten, ändert nichts am gewollt schwächeren Rechtsstatus der sog. "Eingetragenen Partnerschaft". In diesen Ländern wurden gleich „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die Zivil-Ehe auch für schwule und lesbische Paare geöffnet: Zitat: „(…) Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist eine Ehe, in der beide Partner das gleiche Geschlecht haben. Im Gegensatz zur Eingetragenen Partnerschaft, welche ein eigenes Rechtsinstitut durch ein eigenes Gesetz schafft, wird unter gleichgeschlechtlicher Ehe dasselbe Ehegesetz sowohl für heterosexuelle, wie auch homosexuelle Paare verstanden (…) Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in Deutschland nicht eingeführt (…) (…) In den folgenden Ländern und Teilgebieten von Ländern wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet: • Niederlande (2001) • Belgien (2003) • Spanien (2005) • Kanada (2005) • Südafrika (2006) • Norwegen (2009) • Schweden (2009) • Vereinigte Staaten o Massachusetts (2004) o Connecticut (2008) o Iowa (2009) o Vermont (2009) o New Hampshire (2010) o District of Columbia (2010) • Mexiko o Mexiko-Stadt (2010) • Portugal (2010) • Island (2010) • Argentinien (2010) Der Staat New York lässt zwar in seinem Hoheitsgebiet keine gleichgeschlechtliche Trauungen zu, aber erkennt Ehen zwischen Partnern des gleichen Geschlechts aus anderen Staaten und Bundesstaaten an. Die Öffnung der Ehe in diesen Ländern geschah einerseits durch Entscheidungen von Gerichten (z.B. Massachusetts, Connecticut, Kanada auf Provinzebene oder Südafrika) und andererseits durch Gesetzesinitiativen (z.B. Kanada auf Bundesebene sowie Spanien). In Israel werden durch eine Entscheidung des Obersten Gerichts ausländische Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren im Lande anerkannt (…) Quelle: Link: de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe |
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Damit, Sexpower, wollte ich lediglich zeigen, dass für mich die Homo-Ehe de facto bereits existiert. Die Frage danach, ob sie möglich sein soll oder nicht, stellt sich mir nicht. Selbstverständlich sollen Homosexuelle- Lesben wie auch Schwule- heiraten können. Ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht. Für diese Einsicht habe ich zugegebenermassen recht lange gebraucht, so hinter dieser Grundhaltung kann ich jederzeit stehen.
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@THX1138
Nicht, dass Sie mich für kleinlich halten :-) "(...) dass für mich die Homo-Ehe de facto bereits existiert ..." Das, lieber THX1138, ist in Deutschland eben nicht der Fall, wie ich bereits erläuterte www.queer.de/detail.php?article_id=13101&antwort_zeigen=ja#c8 Die sog. "Eingetragene Partnerschaft" ist eben keine Ehe, sondern "ein eigenes Rechtsinstitut", das zwar fast identische Pflichten, wie z.B. die gegenseitige Unterhaltspflicht bei Arbeitslosigkeit eines Partners, jedoch bei weitem nicht dieselben Rechte von Ehepartnern enthält. Ich sage jedoch voraus, dass nach der Abwahl von CDU/CSU-FDP auch die Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare erfolgen wird, wie das bereits in den, in meinem weiter oben stehenden Kommentar aufgeführten, anderen Ländern der Fall ist. Die Katholische Kirche sieht diese Entwicklung wohl ebenfalls voraus und reagiert entsprechend schrill (Links dazu auf Wunsch gern). |
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Ich wiederspreche ungern der These, dass die Abwahl von CDU/CSU-FDP reicht um die Zivilehe für Schwule und Lesben zu realisieren, dafür aber um so deutlicher. Glaub ich nicht.
Insgesamt wäre mir eine umfassendere Reform der Regelung von Partenerschaften, ähnlich dem Pacs civil eh lieber |
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@SexPower:
Interessante Liste. Sie haben allerdings einen wesentlichen Aspekt im Kontext der USA nicht erwähnt. Naemlich das Verfahren gegen die Proposition 8 in Kalifornien. Kalifornien hatte das recht auf gleichgeschlechtliche Ehen. Proposition 8, welche die gleichgeschlechtliche Ehe in der Kalifornischen Verfassung verbieten wollte, wurde mit knapper Mehrheit angenommen. Darauf wurde dies beim Bundesverfassungsgericht der USA als Verstoss gegen den 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten wieder rückgängig gemacht: www.google.com/url?sa=t&source=web&cd=3&ved=0CB8QFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.ce9.uscourts.gov%2Fprop8%2FFF_CL_Final.pdf&rct=j&q=proposition%208%20ruling%20pdf&ei=6OtNTcylJorcgQfEt8lF&usg=AFQjCNHoOJ7r8Dwyg3_a_uuSsau83nD5qw&cad=rja www.courtinfo.ca.gov/courts/supreme/highprofile/prop8.htm articles.latimes.com/2010/aug/05/local/la-me-gay-marriage-california-20100805 es ist spezifisch ein Verstoss gegen die Klauseln Due Process und Equal Protection. das urteil ist sehr wichtig, weil es die Frage auf der Ebene der Bundesverfassung beantwortet und damit auf der Ebene übergeordneten Rechtes. Als Konsequenz dieses Urteils müssen die relevanten Gesetze in jedem Bundesstaat angepasst werden. es gab ein Berufungsverfahren zu obigem Urteil. In diesem ist festgestellt worden, dass die Parteien, die das Berufungsverfahren anriefen, dazu nicht berechtigt sind, da sie keine Verfahrensparteien vertreten. Der Staat Kalifornien selber, der als Angeklagter Teil des ursprünglichen Verfahrens war, hat es abgelehnt, Berufung einzulegen. Somit ist, was die USA betrifft, die Diskriminierung zwischen der Wahlmöglichkeit der rechtlichen Partnerschaft (Ehe nur für heterosexuelle und eingetragene Partnerschaft nur für homosexuelle) wohl bald entfernt. |
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@KalleWirsch
Guten Morgen Kalle, "(...) Ich wiederspreche ungern der These, dass die Abwahl von CDU/CSU-FDP reicht um die Zivilehe für Schwule und Lesben zu realisieren, dafür aber um so deutlicher. Glaub ich nicht ..." Das hieße dann ja im Umkehrschluss, dass sich die Katholische Kirche "ganz ohne Grund" so aufregt? :-) Und sie regt sich auf! Die Herren haben regelrecht "Schaum vorm Mund", bemühen eine (unseriöse) Studie nach der anderen, um ihre "Machtbastion" (die konkurrenzlose Kleinfamilie aus Vater, Mutter, Kind/ern) in's 21. Jahrhunder zu retten und spucken über ihre rechten Außenbastionen, wie die in den Schoß der Katholischen Kirche zurückgeholte katholische Pius Bruderschaft oder die katholische Internet-Seite Kreuz.net Gift und Galle (wie gesagt, Links dazu auf Wunsch gern). Kalle, warten wir's ab, ob Deine Skepsis oder meine Vorhersage sich bestätigen. Ich bleibe bei meiner Vorhersage. Hättest Du z.B. vor einigen Jahren noch gedacht, dass es einmal eine spanische Regierung wagen würde, sich derart mit dem Vatikan anzulegen, wie sie das seit Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare getan hat? (Links auf Wunsch) Ich wünsche Dir und Deinem Freund einen schönen Sonntag! LG Axel (SP) PS Auch von all diesen Ländern hätten wir es wohl nicht unbedingt erwartet, dass sie Deutschland in diesem Punkt einmal "uralt" aussehen lassen, oder? • Niederlande (2001) • Belgien (2003) • Spanien (2005) • Kanada (2005) • Südafrika (2006) • Norwegen (2009) • Schweden (2009) • Vereinigte Staaten o Massachusetts (2004) o Connecticut (2008) o Iowa (2009) o Vermont (2009) o New Hampshire (2010) o District of Columbia (2010) • Mexiko o Mexiko-Stadt (2010) • Portugal (2010) • Island (2010) • Argentinien (2010) |
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@Lea
Vielen Dank für die Aktualisierung! Gruß SP |
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Naja, die katholische Kirche regt sich desöfteren ohne Grund auf und oftmals regt sie sich gar nicht auf, wenn sie einen (selbstbezüglichen) Grund hätte. Meine Skepsis basiert vor allem darauf, dass ich mir nicht sicher bin, ob es nicht doch wieder eine große Koalition. Und falls nicht, ob rot-grün dann schnell genug wäre mit einem entsprechenden Gesetz, bevor sich die Verhältnisse im Bundesrat wieder ändern.
Und ja, Spanien hat mich derbe überrascht und nur noch in Argentinien hat mir das so viel diebische Freude bereitet. Warten wir es ab. Wenn das Kapitel abgeschlossen ist, dann können wir alle wohl endlich mal über die Abschaffung der Zivilehe und einen adäquaten, gesellschaftsrelevanten Nachfolger nachdenken. Bzw. über eine Alternative für Partnerschafts aber Heiratsunwillige jenseits der sexuellen Orientierung. Dir auch einen schönen Sonntag. Der kleine Kalle muss jetzt arbeiten ;( |
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ich find das aufziehen von kindern auch, und zwar nicht nur in kernfragen von 'melde gehorsamst' ... völlig gegen die natur!
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Immer wieder herrlich, kaum ist es ausmärthyrerisiert, dann kommt nix mehr.
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Aus einer linken Perspektive muss man ganz klar sagen, dass die Realität doch bände spricht. Kinder von schwulen oder lesbischen Eltern wachsen genauso glücklich oder unglücklich auf wie die von hetero-oder bisexuellen Eltern.
Kinder sollten gewaltfrei aufwachsen können, ihnen sollte Raum zur Entfaltung gegeben werden und sie sollten in einem klaren Beziehungsrahmen aufwachsen können usw. Das ganze Geschwätz um "der Vater fehlt" in lesbischen Beziehungen ist doch Geschwätz von gestern . Das ganze Geschwätz von "2Schwule können keine Kindern kriegen" ist doch erbärmlich. Ganz ehrlich: Schwule und Lesben sollen keine Kinder adoptieren oder kriegen können ? keine Eltern sein dürfen ?- Das ist doch reaktionäres Geschwätz! Das hat doch nichts emanzipatorisches. Marx wäre heute wahrscheinlich ein schwuler Vater. Che Guevara eventuell bisexueller Vater, der 2 Kinder adoptiert hätte, usw. |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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