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Wir Schweizer haben ein europäisches Problem, doch Europa macht ganz einfach ein Schweizerisches daraus. Kein Wunder: Schliesslich haben wir Schweizer ja auch die Anti-Minarettinitiative angenommen! Wir Schweizer sind eben ein reaktionäres, kleines, primitives Bergvolk, dass jedem dahergelaufenen Populisten aufhockt, wie die Schmeissfliegen auf jeden Batzen Scheisse hocken, der am Strassenrand liegt. Wir Schweizer haben eindeutig ein Problem, ein typisch schweizerisches eben:
„Mehr als jeder zweite Europäer (54,4 Prozent) nimmt den Islam als “Religion der Intoleranz“ wahr.“, war erst kürzlich hier im Artikel Null Toleranz in Europa über eine Studie zu lesen, an der u. a. die Amadeo Antonio Stiftung (Titel: "Europäische Zustände" - Alarmierendes Ausmaß an Vorurteilen) beteiligt war. Die Schweiz ist also grösser als man denkt. Verschiedene Studien weisen schon seit geraumer Zeit auf eine bedrohliche Entwicklung in Europa hin: Es ist ein Trend zu immer mehr Fremdenfeindlichkeit, zu immer mehr Vorurteilen und immer mehr Ressentiments zu verzeichnen. Rechtsextreme Parteien und Splittergruppen machen in vielen Ländern Europas Furore und verzeichnen mitunter beachtliche Wahlerfolge, wie zum Beispiel in Dänemark (Vlaams Belang), Holland (LPF), Frankreich (Front National) oder Deutschland (NPD). Im Osten Europas gärt es ebenfalls ganz bedenklich: Immer wieder ziehen zum Beispiel in Ungarn Mitglieder der „Ungarischen Garde“ durch vorwiegend von Roma bewohnte Gebiete. In der Tschechischen Republik wurden erst kürzlich vier junge Männer wegen eines Brandanschlages auf eine Romafamilie verhaftet. Ihnen wird versuchter Mord mit rassistischen Motiven vorgeworfen. Folgerichtig weitet der eingangs erwähnte Artikel auch auf den politischen Rahmen hin, unter dem dieses offenbar immer noch typisch schweizerische Problem betrachtet werden muss: „Jeder zweite Europäer besitzt eine negative Einstellung gegenüber Immigranten und findet „Es gibt zu viele Einwanderer“.
So ist es auch weiter kaum erstaunlich, dass die Minarettinitiative mittlerweile Nachahmer und Sympathisanten in zahlreichen europäischen Ländern gefunden hat: Verschiedene rechtsextreme Parteien haben bereits angekündigt, in ihren Ländern ebenfalls Anti-Minarettinitiativen zu starten. Betrachtet man die Ergebnisse der oben erwähnten Studie, so ist zu befürchten, dass mit einer typisch schweizerischen Annahme dieser „Volksbegehren“ gerechnet werden muss. Auf Spiegel Online sprachen sich erst kürzlich 76 Prozent der User für ein Minarettverbot aus, auf Bild.de waren es sogar 83 Prozent! Das ist zwar nicht repräsentativ- trotzdem müssen wir uns alle langsam fragen, wie wir diesem wachsenden Unbehagen in unserer Kultur künftig begegnen wollen!
Die Schweiz ist Europa und Europa ist die Schweiz- zumindest was Minarette anbelangt. Betrachtet man die allgemeine Medienberichterstattung rund um den Globus, sowie die Aussagen und Kommentare von verschiedenen Mitgliedern einzelner Regierungen in Europa, so sind mittlereweile auch kritische Stimmen zu vernehmen, die darauf schliessen lassen, dass der Ernst der Lage wenigstens erkannt worden ist. An selbstkritischen Stimmen aus islamischen Gemeinschaften, wie zum Beispiel diejenige des umstrittenen Publizisten Tariq Ramadan, der den Schweizer Muslimen unter anderem vorwarf, sie trügen eine Mitverantwortung an diesem denkwürdigen Abstimmungsresultat, weil sie der Konfrontation aus dem Weg gehen wollten, fehlt es auch nicht. Damit wäre meiner Ansicht nach zumindest die Basis vorhanden, in einen interkulturellen, konstruktiven Dialog zu treten, der nicht nur das gegenseitige Verständnis fördern-, sondern auch das Zusammenleben langfristig erleichtern könnte. Wir können diese einmalige Chance nutzen- oder sie ungenutzt verstreichen lassen. Letzteres dürfte unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen.
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That's right! We're all switzerland!
Aber leider ist nicht allzuviel konstruktives zu erwarten, wie an der hitzig-dogmatischen Kommentarflut zu www.freitag.de/community/blogs/g-westerby/minarettverbot auszulesen ist. GW |
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und vor allem läßt sich das an mr. westerbys antworten auf die kommentare festmachen! Also getrost nochmal bei ihm reinschauen ...
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Mein unten stehender Kommentar galt natürlich Ihnen, G. Westerby. Hab's auf Freitag noch nicht so ganz im Griff. Vor allem weiss ich nicht, wie man Links in den eigenen Blog-Text mittels html () einbettet.
Vieleicht kann mir ja jemand weiterhelfen? |
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Wer einen Schuldigen sucht- oder wenigstens einen Stellvertreter- der wird ihn auch finden: Und zwar vor der eigenen Haustüre!
Warum auch in die Ferne schweifen..? |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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