Gestern Abend in den Nachrichten: Der Amokläufer von Ansbach sei aus dem Koma erwacht etc. Am Ende des Beitrags ein abschließender Satz: "Bei der Durchsuchung des Computers des Täters sind bisher übrigens (!) keine Gewaltvideos oder Killerspiele gefunden worden."
Ich glaube, hier werden einige Dinge vermengt. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass man, wenn man einen solchen Job sucht, unbedingt solch einen Vermittlungsgutschein braucht oder zu solch einer Age...
"Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass man, wenn man einen solchen Job sucht, unbedingt solch einen Vermittlungsgutschein braucht oder zu solch einer Agentur muss." Grundsätzlich muss man das auch nicht, aber je nachdem, in welchem Berufsfeld man sucht, tauchen die drei "Grundanbieter" unterschiedlich oft auf: - Zeitarbeitsfirmen bzw. Personalvermittler - Vermittlungsargenturen, die einen Vermittlungsgutschein genötigen - das suchende Unternehmen selbst Sucht man z.B. im KfZ-Bereich, findet man ca. (aber bitte nicht auf die Angaben festnageln) zu 80-85% Zeitarbeitsfirmen, vielleicht 5-10% Stellen mit Vermittlungsgutschein und der Rest sind die Unternehmen, die sich noch die Mühe machen selbst zu suchen. Im Bereich Kommissionieren z.B. ist da Verhältnis etwas anders, da gibt es bedeutend mehr Angebote mit Vermittlungsgutschein etc. Ich kann das nicht 100% beurteilen, aber ich gehe davon aus, dass es vor einigen Jahren noch nicht ganz so schlimm war mit diesen Sklavenvermittlern.
Ich habe Ihren Beitrag mit gemischten Gefühlen gelesen. Wie schon einigen Vorkommentatoren ist mir das "gemütlich in Hartz IV..." ein wenig aufgestoßen. Es mag vielleicht sein, dass man mit Hartz IV fast mehr Sicherheit hat, als jemand, der über eine Zeitarbeitsfirma irgendwo, irgendwie beschäftigt ist, aber gemütlich machen kann man es sich damit wohl kaum. Und wenn schwarz-gelb an die Macht kommt, dann ist das Hartz IV Geld wohl sogar zum Überleben zu wenig... Die Veränderung der Jobsituation kann ich jedoch vollkommen nachvollziehen. Die Zeiten sind nicht mehr wie früher, die Suche auch nur nach einem Nebenjob ist ebenfalls nicht mehr so leicht. Oft haben die kleineren Unternehmen kein Geld mehr für weitere Kräfte, sind auf Grund des großen Arbeiterangebots schon voll besetzt oder können sich wegen der übergroßen Anzahl an Bewerbungen wirklich den Akademiker unter den Regaleinräumern aussuchen. Sicher hängt es auch viel am Engagement, ob und wie schnell man einen Job findet, aber Aussagen wie: "Wer Arbeit will, bekommt auch welche" sind allein schon mit den sehr unterschiedlich großen Zahlen an Erwerbslosen und freien Arbeitsstellen zurückzuweisen. "Und keine zwischengeschalteten Agenturen, die lukrativ Staatsgelder absahnen." Zeitarbeits- und Personalvermittlungsunternehmen (meist eh beides zusammen) sind aus dem Boden schießende Krebsgeschwüre, die durch moderne Sklaverei profitieren. Das zeigt das Denken im Unternehmenssektor auf: Möglichst viel Gewinn, durch möglichst wenig Einsatz (geringe Löhne und die Möglichkeit Angestellte schnell und problemlos wieder abstoßen zu können).
"Familienförderung, ein sinnvolles Gegenmittel" Sehe ich genau so, doch leider stehen die Aussichten auf Unterstützung vom Staat hier schlecht aus. Die Politiker müssten sich herablassen und mit Interesse mal um die Zustände im Elternhaus und auch in der schulischen Erziehung kümmern. Da glaubt man eher noch das Märchen der Steuersenkung... Zudem müsste das Projekt Familienförderung mit Einsicht beginnen, auf beiden Seiten: Die Politik müsste einsehen, dass sie auf dem Gebiet der Familienpolitik und der Schulbildung weitgehend versagt hat und "betroffene" Eltern müssten rechtzeitig einsehen, wenn sie es alleine nicht schaffen und sich Hilfe holen.
Es freut mich zu lesen, dass Sie das Übel beim Namen nennen. Weder härtere Strafen, noch eine bessere Überwachung dienen zur besseren Erziehung und Wertevermittlung. Doch welcher Politiker würde hingehen und sagen: Viele Jugendliche haben keine Werte mehr, sind schlecht erzogen und ggf. ungebildet? Ich finde der Abschnitt über Ihren Sohn zeigt deutlich, an welchem Punkt wir die Hauptursache für das spätere Verhalten eines Menschen finden: In der elterlichen Erziehung. Hier wird der Mensch als erstes geprägt und das ist ausschlaggebend dafür, wie er mit den später folgenden Einflüssen umgeht: schulische Erziehung, Einfluss durch das Umfeld, Freunde etc. Vielleicht hat Ihr Sohn nicht das perfekte Umfeld, dass sich eine Mutter wünschen würde, doch haben Sie ihm Werte vermittelt, die dafür sorgen, dass er trotz dieser Einflüsse ein aufrichtiger, hilfsbereiter und fürsorglicher junger Mann geworden ist. Wenn ich das anmerken darf: Von Ihrer Sorte müsste es viel mehr geben :-) Natürlich spricht das die Täter nicht frei. Jeder ist für sein Handeln schon selbst verantwortlich, und die werden in ihrer Kindheit hoffentlich nicht vermittelt bekommen haben, dass Menschen tot prügeln gut ist, jedoch liegt die Vermutung nah, dass das Elternhaus nicht so war, wie man es einem Menschen wünscht.
Ich frage mich immer wieder, wie so viele blind auf das Thema Killerspiele springen können. Da kommt einem doch zwangsläufig der oft gehörte Satz: 40% der Amokläufer spielen Killerspiele, 100% essen Brot - verbietet Brot... Aber es ist eben - gerade für Politiker - leichter zu sagen, dass die bösen Killerspiele schuld sind, anstatt den Bürgern auf die Füße zu treten und zu sagen: Es gibt z.T. große Probleme in der Erziehung und dem Umfeld etc.
Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber ich denke, dass kann man mir bei der mittlerweile entstandenen Diskussion nachsehen. Zunächst eine Grundlage zu meiner dann folgenden Meinung. Ich bin ges...
"luggi bezieht sich eindeutig auf das Rauchen und nicht auf die Krebsentstehung" Ich habe es nachgelesen und muss mich wirklich entschuldigen, mein Fehler. "Ihre Bemerkung ist nicht nur eine dumme sondern fahrläsige Ausrede." Mit welchem Recht nehmen Sie es sich denn heraus, meine Bemerkung als dumm hinzustellen? Ich glaube kaum, dass Sie Erkenntnisse in der Krebsforschung haben, die den damit betrauten Wissenschaftlern noch nicht bekannt sind. Vielleicht mag Rauchen hier nicht das passendste Beispiel gewesen sein, aber soviel Transfervermögen erwarte ich dann schon, dass man das Beispiel auch weiterdenken kann. Will sagen: Die offensichtlichste Ursache muss nicht immer der wahre Grund sein. Ein Nichtraucher kann durchaus Lungenkrebs bekommen - auch ohne das Passivrauchen daran schuld sein muss. Beweisen Sie mir das Gegenteil. Das ist jedoch nicht als Entschuldigung oder Ausrede für Raucher gedacht. ""Ich bin gesund - noch, ich bin ja auch noch jung." Wo besteht da bitteschön der Zusammenhang? Es gibt junge Menschen, die sind erkrankt, es gibt ältere Menschen, die strotzen vor Gesundheit. Und außerdem, wer kann sagen, wer gesund ist? Der Arzt? Die WHO? Die Krankenkasse? Außerdem gefällt mir die metaphysische Betrachtung von krank und gesund nicht." Ich frage mich, wie man aus derartigen Sätzen gleich solche Elefanten formen kann. Ich stelle einfach in den Raum, dass ich derzeit noch gesund bin. Wie Sie vielleicht weiter gelesen haben, habe ich diverse Krebsfälle in der Familie. Vielleicht triffts mich mit der Zeit auch. Nicht mehr und nicht weniger sollte damit gesagt werden.
Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber ich denke, dass kann man mir bei der mittlerweile entstandenen Diskussion nachsehen. Zunächst eine Grundlage zu meiner dann folgenden Meinung. Ich bin gesund - noch, ich bin ja auch noch jung. Ich habe aber genügend Krebsfälle in der Familie, die z.T. auch schon im Tod geendet haben. Es ist eine Tatsache und keine dumme Ausrede (wie ich hier schon lesen musste), dass Krebs nicht immer von den bisher bekannten (!) Ursachen kommen muss. Ein Nichtraucher kann durchaus Lungenkrebs bekommen etc. Einige Krebsarten werden auch vererbt. Hier ist die Forschung einfach nicht weit genug, als dass man sich hier hinstellen kann und mit dem Finger zeigen: Du hast Krebs X, du hast das und das verbrochen und bist selbst schuld. Es ist auch eine Tatsache, dass die Diagnose Krebs ein Leben verändert. Es kommen Operationen, Chemotherapien, es folgt ein langer Leidensweg, der in vielen Fällen nicht mal gut ausgehen muss. Des Weiteren ist Krebs nicht heilbar. Ich glaube viele hier wissen nicht, wie es ist, sich dann Broschüren etc. durchzulesen und ständig von einer "Überlebensrate" anstelle von einer "Heilungsrate" zu lesen. Mit der Diagnose Krebs rückt einem automatisch das Thema Tod auf die Pelle. Jeder geht damit anders um. Manche ziehen sich zurück, schotten sich ab und wollen niemanden mit ihrem Leid belästigen. Bei manchen Reaktionen hier wundert es mich nicht, dass Menschen sich dann lieber zurückziehen. Für gut heißen, kann ich es jedoch nicht. Wer sich zurückzieht, sein Leid verschlingt, statt es ein wenig zu verarbeiten, der hat auch schlechtere Aussichten auf Heilung. Gerade bei Krankheiten, die nicht so einfach heilbar sind, spielt die Psyche eine wichtige Rolle. Es gibt Studien darüber, dass Menschen, die optimistisch in die Zukunft blicken oder zumindest aus ihren vielleicht letzten Tagen das meiste rausholen wollen, oft bessere "Überlebenschancen" haben als jene, die nun nicht nur körperlich, sondern auch seelisch kranken. Wen wunderts? Die Sache mit der Verarbeitung. Es gibt auch Menschen, die mit ihrer Krankheit offen umgehen. Das ist gut. Ich habe nämlich das Gefühl, dass bei dem Thema einiges an Aufklärung notwendig ist. Herr Schlingensief hat ein Buch geschrieben und es wird wohl groß dafür geworben. Manchen mag dies bitter aufstoßen, na ja, dann kann man das tun, was der Mensch doch ohnehin am besten kann: Wegsehen! Diesen Artikel hingegen empfinde ich schon sehr angreifend und dass Betroffene sich davon wohl noch mehr angegriffen finden, wundert mich keineswegs. Herr Schlingensief hatte nun mal die Möglichkeit über seine Krankheit ein Buch zu schreiben und es zu vermarkten. Wer damit nichts anfangen kann, der muss es ja nicht lesen. Vielleicht ist das seine Art der Verarbeitung. Vielleicht will er anderen Krebskranken damit helfen. Reden oder in diesem Fall lesen hilft, das hilft i.d.R. immer. Die Unterstellung, er wolle damit Profit machen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Derartige Krankheitsdiagnosen haben schon andere Menschen grundlegend geändert, aber dass jemand, der den Gedanken des Ablebens zwangsweise auf der Schulter sitzen hat, nur finanzielle Beweggründe hat, kann ich nicht glauben. Abgesehen davon muss man auch die andere Seite sehen. Es gibt Krebskranke, die nach derartiger Literatur suchen. Es gibt Leute, die auf diesem Weg Hilfe suchen, um so etwas zu verarbeiten. Und das kann anzweifeln wer will, es ist einfach besser, so etwas von einem ebenfalls Betroffenen zu lesen, als eine Lektüre eines Arztes. Wie oben angesprochen gibt es auch Menschen, die sich lieber zurückziehen, nicht weiter wissen und schweigen. Wenn jenen dann eine solche Headline auf dem Spiegel entgegenschlägt und nur ein einziger aus seiner zurückgezogenen Haltung herauskommt und offener und ein wenig leichter mit seiner Krankheit umgeht, dann war es das wert!
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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