Die Sonne scheint ihm ins Gesicht,
doch Herbert mag dies heute nicht.
Der Tag ist gerade angebrochen,
und er kommt aus dem Bett gekrochen.
Denn heut ist ein besondrer Tag,
den Herbert gar nicht leiden mag.
Er hat viel drüber nachgedacht,
doch bisher hat es nichts gebracht.
Er zieht sich an und geht hinaus,
vielleicht kommt die Idee ihm draus.
Die Programme hat er all' gelesen,
manches ist sich gleich gewesen.
Bei manchen großer Unterschied,
den jeder wieder anders sieht.
Die einen Hü, die andern Hott,
sie alle ernteten viel Spott.
So tritt er seine Reise an,
und hofft, am Ziel so weiß ers dann.
Wer ihn am meisten wohl vertritt,
es scheint ihm wie ein Höllenritt.
Die große Tür ist nun in Sicht,
doch Herbert weiß es als noch nicht.
Er tritt herein und weiß genau,
diesmal macht er es ganz schlau.
Die alten Zeiten sind vorbei,
was Neues muss endlich herbei.
Er nimmt den Zettel, sieht ihn an,
er nimmt den Stift, was kreuzt er an?
Doch plötzlich wirds im Hirn ganz leer,
die Gedanken weiß er jetzt nicht mehr.
Wie in Hypnose steht er da,
und macht das Kreuz wo's immer war.
Schon immer war sein Kreuzchen dort,
wieso solls an nen andern Ort?
Er zuckt die Schultern - es ist egal,
hat er überhaupt ne Wahl?
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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