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Guido Westerwelle (FDP) predigt in Deutschland das hohe Lied der Besserverdienenden. Was das mit Afrika zutun hat? Alles. Denn von Armut versteht der, der sich als Chefdiplomat der Bundesrepublik auf dem Erdball bewegen soll, offenbar wenig.
Vielleicht hat Guido Westerwelle (FDP) es noch nicht mitbekommen, aber 40 Prozent der Weltbevölkerung leben unter dem für ihr eigenes Land definierten Existenzminimum. Nun soll hier gar nicht von Hartz IV die Rede sein oder von denen, die in Deutschland vermeintlich den Steuerfrieden in Gefahr bringen, man sieht ja an unserem Außenminister, wohin so eine Debatte führt. In alle möglichen unappetitlichen Abgründe, aber ganz sicher nicht zur hohen Kunst der Diplomatie.
Das wäre nicht so tragisch, wenn nicht genau dies des erklärten Retters der Rechtschaffenden ureigenstes Geschäft wäre. Möglicherweise ist es ihm bei all der innenpolitischen Hatz entfallen, aber Guido Westerwelle ist immer noch Außenminister. (Was uns wiederum daran erinnert, uns zu fragen, wie es dazu kommen konnte, aber das ist eine andere Geschichte.)
Wir wissen also, Westerwelle hat etwas zu sagen zum Thema Armut in Deutschland. Wir wissen, was er sagt, ist nicht besonders tiefgründig, es bedient vielmehr die Vorurteile einer ganz bestimmten Klientel, es ist dafür gemacht, Neid zu schüren. Und wir wissen, sein Kerngeschäft ist eigentlich ein anderes. Was wir nicht wissen: Was sagt Westerwelle eigentlich zum Thema weltweite Armut?
Nun, es gibt, Gründe, warum wir die Antwort auf diese Frage lieber nicht wissen wollen. Man stelle sich die Schlagzeilen in internationalen Medien vor: ,,Deutscher Außenminister fordert von den Hungernden in Afrika mehr Eigeninitiative”. Oder ,,Deutscher Außenminister fordert Sanktionen für Nahrungsverweigerer in Afrika”.
Möglicherweise würde es dem Liberalen-Dampfplauderer ja helfen, zu tun, was jeder halbwegs aufgeklärte Mensch tut, bevor er anfängt, sich öffentlich über ein Thema zu verbreiten: sich zu informieren, am besten bei denen, die seine Kritik zum Gegenstand hat. Dass das in der Vergangenheit der Fall war, diesen Eindruck gewinnt man leider nicht. Die Lebenswirklichkeit des Guido Westerwelle hat mit der eines Hartz IV-Empfängers ungefähr so viel zutun wie ein Armani-Dreiteiler mit einer Jeans von Aldi. (Und von Bewohnnern der Slums in Afrika, Südamerika und Asien ist dabei noch gar nicht die Rede.)
Wie soll sich unser Armani-Außenminister also bewegen etwa in Mitchells Plain oder Soweto, Südafrikas problematischsten Townships, in denen Menschen in Blechhütten leben, 75 Prozent von ihnen arbeitslos, der Rest mit einem monatlichen Einkommen von unter 300 Euro, mit Straßenzügen ohne Strom und fließend Wasser, mit einer Vergewaltigungsrate von 50 Delikten am Tag? Was sagt Westerwelle den Dorfbewohnern in Mauretanien, deren Jahreseinkommen zu den geringsten der Welt zählt? Wie nähert er sich den Slums in Südamerika und Indien, in denen Hunderttausende in Müll und Dreck leben? Wie kommentiert ein ,,Leistungsträger” all dieses (nicht selbst verschuldete!) Elend? Mit dem Ruf nach ,,Verteilungsgerechtigkeit”?
Wo wir doch wieder bei der alten Geschichte wären: Von Armut weiß Guido Westerwelle offenbar wenig, und ob er jemals einen der oben beschriebenen Orte aufgesucht hat, ist zu bezweifeln. Dramatisch ist, dass ihn das nicht davon abhält, sich darüber zu verbreiten. Und die Deutschen nicht, ihn zum Außenminister zu wählen.
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liebe tina, meinen ersten kommentar hat die technik der online-maschine gefressen.
danke für die breitseite gegen die kaltschnäuzigkeit. sonst kritisiere ich eher martialischen sprachgebrauch, aber das war mein erster gedanke. kleine anmerkung sprachkritisch: nicht " die Deutschen" haben den schlacks gewählt, sondern eine gewisse anhängerschaft. immerhin hat eine mehrheit schwarzgelb gewählt, und dafür müssen nun alle büßen. das ist so eine der spielregeln, die unfair ist. in deinem artikel zeigst du, wie wenig wissen so ein kandidat mitbringen muss zur wahl. von gewissen rede ich nicht. wie wenig so ein parteigänger von der menschheit weiß, das hast du deutlich gemacht. |
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Von 62 Mio Wahlberechtigten haben 2009 10,16% FDP
und 33,74% gewählt |
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33,74% CDU/CSU
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schrieb am
16.02.2010 um 10:55
@ 17 juni
Diese Rechnung ist Regierungsfreundlich. Aber falsch. Die Nichtwähler wurden nicht berücksichtigt. |
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"Diese Rechnung ist Regierungsfreundlich. Aber falsch. Die Nichtwähler wurden nicht berücksichtigt."
Doch: Nichtwähler wählen, dass sie nicht berücksichtigt werden. Nichtwähler haben diese Regierung genauso zu verantworten wie Wähler. Sie sind Teil des und des gesamten (Wahl)Volks. |
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doch, natürlich sind die Nichtwähler enthalten, da ich die Prozentzahl aus den Wahlberechtigten und nicht aus den tatsächlichen WählerInnen gebildet habe!!
Aber ich habe trotzdem einen Fehler gemacht: die CDU/CSU hatte 23,74 % die FDP hatte 10,76 % bezogen auf die Geamtwahlberechtigten!! Danke für die Aufmerksamkeit!! |
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Wie wäre es, man würde Menschen, die so daher reden, wie in diesem Blog so bezeichnend beschrieben, entführen und ohne Papiere, Geld usw. in einem entsprechenden Slum aussetzen. Angenommen so jemand würde es überleben und im günstigsten Falle mit einer posttraumatischen Belastungsstörung irgendwann hierher zurückkehren, so hätte er doch buchstäblich dazugelernt. Dergleichen Worte kämen ihm sicher nicht mehr über die Lippen. Er wüsste fortan, was Armut ist oder schlimmer als Harz IV.
So wie es aber nun mal ist, kann ich von alldem nichts wissen, wenn ich nur in Senften getragen werde und auf roten Teppichen auszusteigen pflege. Das ist heute nicht anders, wie vor 2000 oder mehr Jahren. Um allerdings zu verstehen, warum sich nach eben genannten Zeitraum immer noch nichts getan hat (auch wenn man dem Zustand ab und an einen anderen Namen verpasst), in Sachen Weltverbesserung, dem empfehle Le Bon, Simmel, Weber, oder Marx. An Lösungsansätzen hat es nie gemangelt, wie ich meine. Das Problem liegt auch nicht in der Umsetzung. Die inneren Motive des Menschen, die doch all zu oft sehr „unmenschlich“ sind, aller kategorischen Imperative auf den Fahnenzum Trotze, lassen die Angelegenheit immer in dieselbe Richtung laufen. Hatte Nietsche vielleicht doch Recht mit seiner These vom Übergangswesen zwischen Tier und Mensch, an einem langen Seil über einer tiefen Schlucht hängend? Eines Tages wissen wir es…… Nachtrag: Ich weiß, um desrassistischen Inhaltes, der letzter Aussage allgemein nachgesagt wird, ziehe jedoch aus allem nur das für mich relevante! |
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Guido Westerwelle ( ohne Amt & Würden )würde vermutlich in HH-Mümmelmannsberg keine 24h unversehrt überstehen. In Rio würde er auf dem Weg von der Flughafenhalle zum Taxi das erste mal ausgeraubt werden. Und die Leute würden ihn im Dreck liegen lassen. Das ist die Wahrheit. Dieser Typ mußte in die Deutsche Politik wechseln. Woanders hätte der keine Chance.
"Guido, you would never survive in Australia!" |
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Der Guido würde in keiner internationalen Firma als Abteilungsleiter einen Job bekommen. Der könnte nicht mal in der gehobenen Gastronomie als Kellner arbeiten. Kein Flugbegleiter werden. Keinen Job in einer Werbeagentur finden.
Warum nicht? Weil er beim Einstellungsgespräch nach seinen Fremdsprachenkenntnissen gefragt antworten würde: Wieso Fremdsprachen? Die brauche ich nicht. Wir sind doch in Deutschland! Leute, der hört nur Deutsche Schlager. Bei internationaler Popmusik kann der nur mitbrummen. Der versteht ja nix. Wie erbärmlich! |
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Das "Guido-Mobil" ist davongefahren!
Die "Spaßgesellschaft" zieht nicht mehr - es ist inzwischen ernst geworden in Deutschland, wo Spitzenpolitiker gegen die eigenen Landsleute demagogisch zu Felde ziehen, hart an der Grenze zur Volksverhetzung. Vor einiger Zeit zu Fasching spotteten die Narren noch im Fernsehen, Westerwelle und Berlins regierender Bürgermeister Wowereit könnten sich zusammen tun, heiraten... und sie könnten dann den Namen "Wowerwelle" führen! Heute ist Westerwelle ein anderer geworden! Von spontaner Wählersympathie getragen, wurde er zum Vizekanzler und zum ersten Diplomaten im Staat! Was macht er daraus? Als Minderheitsrepräsentant ( der Schwulen) wettert er gegen die Ärmsten der Armen ( ALG II-Bezieher!) und ignoriert dabei nicht nur die Armutsverhältnisse in der an sich reichen Bundesrepublik, sondern die Nord-Süd-Schieflage der Welt, die nicht nur in Südafrika sichtbar wird. Ganz Afrika ist ein Armenhaus - mit bitterster Armut. Und fast ganz Afrika ist eine Diktatur! Was tut Westerwelle für die Respektierung der Menschenrechte in der Welt? Als die homosexuellen Chinesen vor einigen Wochen an seinen Beistand appellierten, nachdem Westerwelle provozierend (?)mit "Lebenspartner" angereist war, der "Lebenspartner" aber "getrennt" untergebracht wurde im modernen China, verwies Westerwelle auf die freie Meinung in der BRD, diplomatisch vielleicht, aber auch feige, um den Millionen Schwulen in China nicht solidarisch beispringen zu müssen. Es folgte den Prioritäten der Staatsraison und der diplomatischen Kultur, wobei Menschenrechte für Chinesen und Homosexuelle in China auf der Strecke blieben ... und irgendwo auch der Liberalismus, der bei genauer Betrachtung nur ein machiavellistischer Zweck-Liberalismus ist. Jetzt aber schert ihn die "spätrömische Dekadenz" und der drohende "Untergang des Abendlandes", Jahrzehnte nach Oswald Spengler, den Thomas Mann Nietzsches Affen nannte. Carl Gibson |
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Klasse! Gerne gelesen! Der Inhalt spricht mir aus dem Herzen! Vielen Dank!
rr |
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Respekt,dein Artikel ist wirklich gelungen!
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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