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BücherFreundInnen im Freitag stellen ihr Buch des Monats vor
Durch einen Blog von Technixer, der von der FC wissen wollte, wie er an lesenswerte Bücher käme jenseits von Bestsellerlisten und Literatursendungen, also des üblichen rezensorischen Mainstreams, ist die Idee entstanden. (Man hat ja zuweilen wirklich den Eindruck, in Deutschland werden vom Feuilleton aktuell immer nur die 10 gleichen Bücher besprochen.)
Die LiteraturFreundInnen sprangen dem suchenden FC-Mitglied mit Tips für Büchersuche und Literaturrecherche sofort hilfreich zur Seite und hielten auch mit eigenen Empfehlungen für passendes Lesefutter nicht hinterm Berg. Außerdem ist bald Weihnachten, die passende Zeit für interessante Leseempfehlungen.
Nachfolgend kann nun jede/r mittels der Kommentarfunktion ein Buch ihrer/seiner Wahl vorstellen.
Bitte keine Aufreihung von Bücherlisten, die persönliche Empfehlung eines bestimmten Werkes, ob nun Belletristik oder Sachbuch, ist gefragt. Warum findet jemand ein bestimmtes Buch spannend und hält es für besonders lesenswert? Es geht auch nicht um das Übliche und Bekannte aus dem auflagenverliebten Literaturbetrieb oder nur um Neuerscheinungen. Welches Buch verdient es, vielleicht als Wiederauflage oder aus einem kleinen unbekannten Verlag, (neu) vorgestellt zu werden?
Wenn entsprechendes Interesse aus der FC vorhanden ist, wird das Projekt monatlich fortgesetzt. Vorab schon einmal ein herzliches Dankeschön an alle LiteraturFreundInnen, die ihre persönliche Empfehlung hier als Kommentar posten.
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Weil mir die ganzen "neuen" Romane (von Tellkamp bis Schätzing) überhaupt nicht gefallen, mir diese ganzen modernen "Wehleidigkeiten" ziemlich auf die Nerven gehen, bin ich auf (Wieder)Veröffentlichungen älterer Werke gekommen. Also Romane, die in ihrer Zeit ihre Leserschaft hatten, heute aber eher unbekannt sind. Die Sicht aus früheren Zeiten auf die im Grunde immer gleichen Problematiken, mit denen Menschen sich auseinandersetzen müssen, finde ich interessant. Wie damals ganz aktuell gesellschaftliche Entwicklungen beurteilt wurden.
Hier ein ganz großer, leider inzwischen so gut wie vergessener Roman: Union der festen Hand von Erik Reger. Der arbeitete von 1920-27 im Pressebüro von Krupp und hat ein Buch über das geschrieben, was er dort erlebte, und dafür 1931 den Literaturpreis dafür erhalten, sein Roman war europaweit bekannt. Das Buch wurde von den Nazis verboten, nach dem Krieg arbeitete Reger unter seinem eigentlichen Namen Dannenberger als Chefredakteur des Tagesspiegels. Gekommen bin ich auf den Roman durch eine Wiederholung einer Verfilmung des Werkes auf einem der ZDF-Digitalkanäle. Wenn man heute die sog. Wirtschaftseliten agieren sieht und wie sie "das Volk" verarschen, im Roman kann man nachlesen, wie es früher schon genauso gemacht wurde. Erik Reger Union der festen Hand Wir in Nordrhein-Westfalen - Unsere gesammelten Werke, Band 26 493 Seiten, € 7,95 ISBN 978-3-89861-771-0 de.wikipedia.org/wiki/Erik_Reger www.klartext-verlag.de/?e1=8&e2=31&single=1&isbn=9783898617710 |
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liebe titta,
das ist eine sehr schöne idee! ich kann mir vorstellen, hier demnächst ein paar worte über sofja tolstaja zu verlieren und ihr buch "eine frage der schuld", das als antwort auf des gatten "kreutzersonate" gilt. jedenfalls wäre es gut, wenn dieses/r blog sichtbar bleibt auf den aufschlagseiten - mist, zigaretten weg, ach hier -, damit es/r für alle schnell aufffindbar ist. |
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gute idee!
also beides ich bin immer noch auf der suche nach Susan Taubes 'Divorcing', zu deutsch: scheiden tut weh (1995) fällt mir zur Tolstaja ein wenn ich's gefunden habe, werde ich es vorstellen, vielleicht... |
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Ich denke auch, daß das eine gute Idee ist. Ich habe mich in den letzten Jahren des öfteren so geärgert über Teures und Hochgepushtes aus Feuilleton (ich lerne vermutlich erst mit diesem Blog, dieses Wort endlich auf Anhieb fehlerfrei zu schreiben, *stöhn*) und Bestsellerliste. Und auf sprachliche Mätzchen und Selbstverliebheiten von AutorInnen habe ich auch keine Lust mehr. Wer wirklich was Inhaltliches zu sagen oder eine gute Geschichte zu erzählen hat, kann auf so was nämlich locker verzichten.
Ich freue mich schon auf deine Buchvorstellung, eine weibliche Tolstoi war mir bisher unbekannt. Vielleicht wird der Blog ja in die Aufschlagseiten (heißen die wirklich so?) übernommen. |
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Huch, Rahab war schneller, ich freue mich natürlich ebenso auf beides!
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@rahab
tolstaja scheint ja sehr umstritten zu sein, ich bin auf das dilemma jetzt erst gekommen. da ich immer erst die nachworte lese (hochinteressant in der aktuellen doppelaudgabe bei menasse), kann ich zum eigentlichen stoff noch gar nichts sagen. aber ein offenbar jahrelang eingeführtes missverständnis (was SIE betrifft) reizt mich. der aktuelle bezug (was IHN betrifft als theoretisch fleischfeindlichen mitbürger) aber auch. mit viel kraft versuche ich, beiden gegenüber offen zu bleiben ... |
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echt? ich schlage fülletong immer noch im duden nach. aber wirklich mal: nicht alle zeitungen empfehlen unlesbaren mainstream. muss man mal sagen. auch denis scheck ist so fern nicht. aber ich ahne, was du meinst.
neulich habe ich krankheitsbedingt leonardo paduras "Adiós Hemingway" gelesen. leicht und schön und gut. |
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scheck ist nicht schlecht. aber als der vor einiger zeit auch nur immer "die 10 gleichen bücher" vorzustellen begann, habe ich seine sendung nicht mehr regelmäßig verfolgt. elke heidenreich war ja fürchterlich. was ich von deren empfehlungen gelesen hab, war ohne witz und tiefgang. und früher ging es mir mit dem literarischen quartett nicht anders, deren empfehlungen habe ich immer als nichtkaufhinweis genommen. schön war es dagegen immer, mit meinem jeweiligen buchhändler die tv-empfehlungen genüßlich zu verhackstücken.
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einen solchen buchhändler zu haben, ist ein segen! ich hoffe, amnesty international nimmt sich seiner an.
okay, scheck bedient erwartungen (seitens der verlage, nicht immer der leser), aber er vermag auch zu sagen warum. manchmal. schlussendlich geht wenig über einen content-dealer des vertrauens. sagt man heute so? |
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und was sind aufschlagseiten?
bin ich hier im golf-club gelandet? |
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hm, also keine ahnung wie das digital heißt, aber analog sind es die jeweils ersten seiten, die ins auge springen, die man ohne langes blättern erreicht. hier wäre es der "schaukasten" (oder wie dieses dauer-top-blog-fenster heißt) oder eine extra-verlinkung.
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Wenn es Dich interessiert. Ich habe mal über die Tagebücher geschrieben von der Tolstaja.
www.freitag.de/community/blogs/magda/ein-russischer-sommer-?searchterm=Tolstaja |
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vielen dank!
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Liebe Titta, das ist eine sehr schöne Idee!
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Also mir gefällt ein Kinderbuch (ab 12 Jahre empfohlen) Fungel. Hüter des Waldes von Alan Aldrige.
"Tief im unberührten Wald, fern jener Zivilisation, lebt Fungel, ein hochintelligenter, belesener Waldzwerg aus dem Zwergengeschlecht der Gnole. Seine Heimat ist ein wahres Paradies, das er mit anderen phantastischen Lebewesen teilt. Doch diese zauberhafte Welt ist bedroht. Fungel registriert besorgt, wie die Menschen mit ihren Baumaschinen immer tiefer in den Wald vordringen und kurz vor der Entdeckung eines mächtigen Kristalls stehen. Auf der Jagd nach eben diesem, ist auch ein uralter Dämon." Wunderbar und auch erschreckend klar werden die ungesunden Gewohnheiten der Menschen im Umgang mit sich selbst und der Natur dargestellt und in eine fantastische Erzählung eingebunden. Das Zweite Buch ist von Selma Lagerlöf mit "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" Zu diesem Buch braucht man vermutlich nicht viel sagen :-) |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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