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Diese einmalige Mucke, die du gehört hast. DIE mußt du haben, unbedingt, zum immer wieder Hören. Aber, du weißt weder Titel noch Musiker. Erhöhter Schwierigkeitsgrad dabei: es gibt noch kein Amazon, kein YouTube, noch nicht mal MTV.
Was tun?
Genau, Plattenladen.
Ein Kunstwerk läßt sich beschreiben, Dichtung nacherzählen. Aber wie erklärt man einem Musikfachverkäufer, wonach das Herz verlangt? Wie läßt sich Musik, wie lassen sich Töne, der Beat, der Rhythmus beschreiben?
Genau, man kann ihm das Stück vorsingen.
Schon mal gemacht?
Eben!
Es hört sich nach allem an, nur nicht nach dem Lied, was man so händeringend sucht. Gäbe es nur irgendwen, der aus deinem dilettantischen Nachgesinge den richtigen Titel heraushören könnte.
Es gab in meiner Heimatstadt einen Plattenladen, in dem dieses Wunder tatsächlich Wirklichkeit wurde. Der ELPI-Laden in der Innenstadt. Du bist da reingegangen, hast drei schiefe Töne von dir gegeben, und die Verkäufer wußten, was du wolltest. Nur in seltensten Fällen war eine kurze Beratschlagung untereinander vonnöten. Und so funktionierte es nicht nur bei mir, sondern diese Szene wiederholte sich den ganzen Tag, dauernd. Immer mit einem anderen Song. Immer ein kleines Wunder.
Die Jungs, die so ähnlich aussahen wie später die in High Fidelity, hätten eigentlich eine prima Wette für Thomas Gottschalk, damals noch Frank Elstner, abgegeben.
Und dann dieses erhebende Gefühl, mit dem man aus dem Laden schwebte, die richtige Platte glücklich unterm Arm.
Genaugenommen gab es zwei solche Läden in der Stadt.
Was der ELPI-Laden an Wundertüte für die Jüngeren war, das war, am Bahnhof gelegen, Charleys Plattenbude für die Elterngeneration.
Charleys Plattenbude sieht genauso aus, wie man sie sich vorstellt; eine kleine Butze vollgestopft mit Platten, auch Schellack, und Kassetten. (CDs gab’s nicht, selbst als es sie dann gab.) Dazu kostenlos stundenlange Fachgespräche des eingefleischten Fachpublikums. Man ist da eh wohl mehr zum Quatschen hingegangen als nur zum schnöden Kaufen. Von Swing bis Schlager alles vertreten, die Fachsimpeleien der unterschiedlichen Stilrichtungen höchst kontrovers. Man haßte sich kräftig. Papa Charley (ver)einte alle(s).
Mein Vater, ein alter Swing-Boy, fand dort die Schätzchen, die sonst nirgendwo anders mehr zu kriegen waren.
Als Hippies und Rocker, also Musikbanausen, von den Älteren verschrieen, hätten wir die für uns vermuffte Plattenbude nie betreten. Getrennte Wunderwelten also.
Als der Bahnhofsbereich modernisiert wurde, verschwand Charleys Plattenbude noch in ein Ausweichquartier, dann, nach ein paar Jahren, ganz. Sie hatte auch schon vorher nicht mehr wirklich in die Zeit gepaßt. Der ELPI-Laden sattelte auf CDs um, ist aber trotzdem irgendwann sang- und klanglos eingegangen. Was die Jungs wohl heute machen?
Der Zauber dieser Plattenläden – ist er für immer verschwunden, oder hat er sich klammheimlich irgendwohin retten können? Das virtuelle Vergnügen eines Musikdownloads erscheint mir doch recht schal dagegen.
Die, die Charleys Plattenbude liebten, liegen heute hauptsächlich wohl unter der Erde. Mein Vater, mit dem ich mich zeitlebens gezofft habe, auch. Seine Liebe und Hingabe zur Musik hat in mir überlebt und erfreut sich dort bester Gesundheit.
Die Musik, die wir lieben, überlebt (uns) alle(s).
Meinem Vater gewidmet, der gestorben ist in einer lauen Sommernacht Anfang August, die eigentlich dazu hätte da sein sollen, unter den Sternen zu sitzen, Musik zu hören und dabei Gott zu lauschen.
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Titta, yeah, wurde auch mal wieder Zeit! - Später mehr. ;|
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"Meinem Vater gewidmet, der gestorben ist in einer lauen Sommernacht Anfang August, die eigentlich dazu hätte da sein sollen, unter den Sternen zu sitzen, Musik zu hören und dabei Gott zu lauschen."
mein herzliches Beileid. danke für die muzik, zum zweiten mal, und danke für die geschichte. |
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Danke outnumber!
Ist aber schon ein paar Jahre her, also keine offene Wunde mehr. Allerdings, wenn ich sein Lieblingslied höre, fließen sofort die Tränen, auch heute noch. |
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Danke Streifzug,
hab ich gar nicht gemerkt, daß die gesperrt war. Ich fand es so einfach besser, da dezenter. Schau dir mal den Musikbeitrag vom Bildungswirt an. Ich hab genau das gleiche Problem. Bei Fotos verschwindet der Zeilenumbruch und der Text zieht sich so leseunfreundlich in die Breite. Wie kann man das verhindern? |
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Mit den Bildern ist nicht besonders gut gelöst hier.
Du kannst beim Einfügen verschiedene Optionen auswählen. Wenn du Probleme hast, füg nur ein Bild im Text ein und die anderen unter den Text. Bei Lücken geh nochmal über "Bearbeiten" in den Artikel und entferne einfach die Leerzeilen. |
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Ja, ein Hoch auf die Väter! Ich habe meinem noch mehr zu verdanken als diese unabsichtliche, geheimnisvolle telepathische Übertragung von Musikliebe. Er erfreut sich mit seinen 71 Jahren guter Gesundheit, toi, toi, toi.
Vielen Dank für Deinen Text! Die swingboy-Generation mochte keine Rock'n'Roller, Hippies keine Punks usw. Das schöne am Älterwerden ist, dass man für sich alles zusammenbringen kann, oder? |
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"Das schöne am Älterwerden ist, dass man für sich alles zusammenbringen kann, oder?"
Genau! Und genau dazu schreibe ich auch gerade einen Text. Aus Frauensicht. Der Musikblogbeitrag war quasi nur eine spontane Unterbrechung an dieser anderen Arbeit, die noch ein paar Tage brauchen wird. Aber das Datum und dann die wieder hochgebrachten Erinnerungen durch den Blog von Steffen Kraft, da konnte ich einfach nicht anders. |
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So lasse ich mich gerne nach einem Wochenende in der Hauptstadt begrüßen.
Mit den Worten von meisterfalk: Titta, Yeahh! |
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Danke!
Aber ich hab's quasi nur aufgeschrieben. Das Wunder haben die Beschriebenen gemacht. Ich hoffe, das Hauptstadtwochenende war auch entsprechend Yeahh für dich. Vielleicht hören wir da ja noch was von dir. |
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Mal sehen, ob was in meinem Kopf reift, während ich schlafe...
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Titta, endlich mal wieder ein Blog von Dir! Der Erinnerungen weckt...
In meiner alten Heimatstadt Delmendaddel gabs auch 2 Plattenläden (bei 80 000 Einwohnern, wow!). Der eine gehörte meinem Onkel und war der für die upper class. Da standen auch teure Klaviere rum, und die Leute kauften viel erlesene Klassik und Udo Jürgens. Der andere war klein und wühlig, und den Typen, der da arbeitete, würde man heute "NERD" nennen... Er sah aus wie eine jüngere Version von Catweazle, karottenrotte Lockenmähne und Bart, aber er kannte ALLES (und spielte natürlich auch in einer Band, Bass). Dem hättest Du auch vorsingen können, und er hätte es gefunden! Dein Nachsatz hat mich berührt. Ich bin sicher, Dein Vater sitzt jetzt auf einer besonders weichen Wolke und hört himmlische Musik... Liebe Grüße, Anna |
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Der NERD hätte mir sicherlich gefallen. Außerdem liebe ich Catweazle, hab alle Folgen auf - natürlich - Video. Da bleib ich meinem Ruf als Late Adopter treu.
Mein Vater auf einer Wolke? Der konnte auch ein ziemlicher Arsch sein, aber mittlerweile gönne ich ihm auch die Wolke. Da oben quatscht er sicherlich grad die Engel besinnungslos. Wir haben ihm natürlich seine Lieblingscassette mit in den Sarg gegeben, und eine Karte von Rhodos, das er so liebte. Er war da als ganz junger Soldat, noch nicht mal 18. |
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Jetzt war ich wieder so in Gedanken.
Natürlich auch ganz liebe Grüße zurück. |
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Ein wunderbares Stück. Rührend, lebenserfahren und ein bisschen nostalgisch. Ich denke, das wird sich im Blatt gut machen.
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Da bleibt mir nur zu sagen: Danke für das Lob.
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Hallo Titta,
"Der Zauber dieser Plattenläden – ist er für immer verschwunden, oder hat er sich klammheimlich irgendwohin retten können? Das virtuelle Vergnügen eines Musikdownloads erscheint mir doch recht schal dagegen." Verschwunden? Ja, leider! Vielleicht fristen sie noch ein Stiefmütterlein-Dasein in einigen Kellern, die plötzlich zu Nostalgiepartys einladen. In meinem Keller lagen bestimmt auch noch ein paar hundert Scheiben. Gruß BW |
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schrieb am
03.08.2009 um 15:31
Bildungswirt, das ist banausisch!!! - Sofort holst Du die Scheiben wieder in's Trockene! - Ausführung!
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Mich würde interessieren, wie man denn im Osten unseres Landes früher so an seine Musik gekommen ist. In den Achtzigern haben wir ja immer noch fleißig Platten mitrübergeschmuggelt. Also irgendwelche Punkplatten in unverfänglichen Schlager/Klassikhüllen oder ähnlichem. Selbst manche Schlager standen ja auf dem Index. Klassik war da unverfänglicher, aber wer nimmt jemandem mit bunten Haaren Klassikplatten ab?
In irgendwelche Musikveranstaltungen sind wir damals nur dadurch reingekommen, daß wir blonden Mädels hinten beim DJ durchs Fenster durften und dann hinterher heimlich den Rest irgendwo anders reingelassen haben. Die regulären Eintrittskarten waren ja selten zu kriegen bzw. das ganze zT eh nicht offiziell erlaubt. Ich hab das damals alles gar nicht immer so richtig geblickt. Dazu würde ich gerne mal ein paar Geschichten aus erster Hand hören. |
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@meisterfalk - keine Sorge, die guten Stücke lagern alle trocken, können jederzeit reaktiviert werden. Viele habe ich auch verschenkt.
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Titta, Dein Hinweis auf Deinen Vater als Soldat lässt mich fragen: War er 'swing boy' während der Nazi-Zeit? Wenn ja, hat er mal was darüber erzählt?
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Nein, er war keiner der Swing-boys, die du meinst. Er war zuerst überhaupt nicht kritisch, sondern sympathisierte eher mit der Naziideologie. Er hat sich sogar überlegt, sich länger als Soldat zu verpflichten, weil für ihn das damals eine verlockende Möglichkeit war, etwas mehr von der Welt zu sehen. So hätte er sich das als Junge eben überlegt. Als sein älterer Bruder gleich bei Kriegsbeginn gestorben ist, hatte sich das für ihn sofort erledigt. Mein Vater hat erst ziemlich spät kapiert, daß er und seine Begeisterungsfähigkeit einfach nur instrumentalisiert worden sind, daß er einer falschen Ideologie aufgesessen ist. Ich glaub, von dem Schmerz wie der eigenen Dummheit hat er sich zeitlebens nicht richtig erholt.
Das Hören von Swingmusik war für ihn daher kein Ausdruck von Protest. Er hat einfach diese Musik geliebt, und dabei war ihm die Naziideologie, die das ja verpönte, völlig egal. Und genau deshalb wurde das Musikhören, der eigene Musikgeschmack, zum ersten wirklichen Reibungspunkt mit dem Regime, zum Ansatzpunkt für eine eigene Hinterfragung. 'Mir kann doch keiner verbieten, die Musik zu hören, die ich liebe. Wie kommen die darauf, mir so was verbieten zu wollen?' |
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PS.
Swing-boys sind meines Wissens auch ein Phänomen gewesen, das auf die Mittelschicht/Höhere Schule beschränkt blieb. Aber vielleicht weiß da ja jemand aus der Community mehr zu. |
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schrieb am
03.08.2009 um 18:15
So war es ja bei den swing kids generell: Sie wählten nicht den Jazz als politische Ausdrucksform, sondern die Umstände schubsten sie ihrer Liebhaberei wegen in die Politisierung, einige von ihnen jedenfalls. Und 'höhere' Schüler waren's wohl meist, ja.
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Mein Vater war ja Hitlerjunge und wollte sich im Grunde gar nicht groß absetzen, einfach nur seine Musik hören. Geld für Schallplatten oder ein Grammophon gab's nicht. Im Radio liefen nur deutsche Bands. Also wie kam ein Arbeiterjunge an die Musik? Leider weiß ich das auch nicht.
Da merkt man mal wieder, daß geschichtliche Untersuchungen eben doch meist von Akademikern stammen, und die eben einen anderen Blickwinkel haben/einnehmen, andere Präferenzen. |
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öhh, natürlich, Danke Streifzug!
Bist ein ganz lieber Finder. Manchmal;-) |
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schrieb am
04.08.2009 um 11:28
@ Titta 'akademische Untersuchungen'
Mir ist es erst viel später, als ich schon längst Akademiker war, möglich geworden, meine eigenen proletarischen subkulturellen Regungen zu verstehen. Hat mir auch geholfen, die anderen, die früheren und die späteren Subkulturen nicht mehr doof zu finden. |
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meisterfalk,
"Proletarischen subkulturelle Regungen" Na, wenn das nicht eine super Überschrift für einen eigenen Artikel ist :) |
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schrieb am
04.08.2009 um 12:08
Ich gehörte einer recht gut organisierten jugendkulturellen Gruppierung an, die als Erkennungszeichen blaue Blusen trug. Zum Entsetzen der Spießer gingen wir damit auch ins Theater und in die Mokkamilcheisbar, ach, nee, dahin dann doch nicht. Wir waren nicht hippiesk, weil keine Pazifisten (Kampfreserve). Unser Manifest war ein Gedicht von Majakowski:
DAS GEHEIMNIS DER JUGEND Nein, nicht jene sind jung, die, gelümmelt in Boot und auf Wiesen, mit Gröhlen und Johlen den Trunk sich hinter die Binde gießen. Nicht jene nenne ich jung, die nachts, unter Frühlingshimmeln, als Modenarren, mit Schwung glockenhosig am Bummelplatz bimmeln. Nein, nicht jene sind jung, die des Lebens Frührot-Freuden beim frühesten Knospensprung in Liebschaften billig vergeuden. Heißt dies etwa Jugend? Nein! Es genügt nicht, achtzehn zu sein. Jung nenn ich Jenen unverzagt, der zur gelichteten Kampfschar der Alten im Namen der Nachgeborenen sagt: „Wir werden das Dasein neugestalten!“ Jugend – der Name ist Gabe, die ehrt, an die junge Garde der Zukunftswacht, an den, der uns streitbaren Frohsinn beschert und unsere Werktage glückhaft macht! Vladimir Mayakowski (1928/30) Klingt ziemlich danach, ist aber nicht straight edge! |
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Es gab vor ein paar Tagen eine Reportage über die Geschichte der FDJ. (Ich glaub, in der ARD.) Ich fand die recht interessant und aufschlußreich, und nicht so einseitig wie die übliche Berichterstattung. Aber als Wessi kann ich so was ja nur bedingt beurteilen. Hat die einer von euch gesehen?
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Ein schöner Beitrag. Persönlich und politisch, wie das Leben halt so ist, von dem jeder bei Essen und Trinken am gemeinsamen Tisch erzählen sollte. ELPI-Laden, auch bei mir natürlich, ein Protestschuppen gegen die Eltern. In Osnabrück, ja in Frankfurt noch. "Mucke, Plattenladen", Worte einer vollvergangenen Welt, die aber noch in meiner Wohnung weilt ... Der Protest meines Vaters hat sich ausgedrückt im Motorrad, also auch in einer gewissen Musikform, im Grasbahnrennen, im Gespann, und auch im ersten BMW-Bananensattel-500er des Landkreises Osnabrück. Er war in der FDJ, hauptsächlich weil er seine Mutter und Geschwister in der DDR besuchen wollte, und er starb, als er nicht mehr alleine wollte und auch wußte, daß ein guter Gang eingelegt ist. Die Enkel fechtens besser aus. --- Aber, Titta, dennoch läßt Dichtung sich nicht nacherzählen. Nein, das bestimmt nicht. Alles andere schon. - Danke, schöne Geschichte.
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Nacherzählen geht schon, nur vermutlich nicht genau so, wie's ursprünglich gemeint war.
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Super Geschichte. Die Musik die uns überlebt, wie die wohl in den Ohren unserer Nachkommen klingt? Mufftig, veraltet oder doch ganz geil? Vermutlich nicht.
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Das Interessante dabei ist ja, daß ganz unterschiedliche Musik ganz ähnliche Gefühle in den Menschen auszulösen vermag.
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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