Titta

Titta b(l)ockt ;-)

30.11.2010 | 21:03

Gedicht des Monats - Dezember

 

    Blog für die LyrikFreundInnen der FC

 

Alle LiebhaberInnen des mehr oder weniger gereimten Wortes können mittels Kommentarfunktion ein oder auch mehrere Gedichte einstellen.

 

Viel Spaß!

 

(Motto Dezember - ähm - genau: Advent, Winteranfang, Schnee, Eis, Kälte, lästige Erkältung - gerade ganz schlimm - Weihnachten, Silvester, gähn, warme Wannenbäder, heißer Glühwein, Konsumterror im Namen des Friedens auf Erden. Und was wünscht man sich überhaupt, wenn man schon alles hat? Also: Wünsche, die nicht mittels Geld erfüllbar sind. - Naja, euch fällt sowieso bestimmt wieder etwas ganz anderes dazu ein.)

 

www.freitag.de/community/blogs/titta/gedicht-des-monats---november

www.freitag.de/community/blogs/titta/ein-gedicht

 

 

 
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Kommentare
Tycho schrieb am 30.11.2010 um 21:16
Dear Buddha,
Please Sent me a Pony,
A Plastic rocket,
A pain applizier and a Cat fur...
koslowski schrieb am 30.11.2010 um 21:17
Zum Dezember ist mir der Zweizeiler eines Menschen aus der Neuen Frankfurter Schule (Arnold Hau?) in Erinnerung geblieben:

"Wird es erst Dezember bald,
wird auch dem wärmsten Bauern kalt."
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 21:23
Klawender (auch: Rumpel)

Der Dezember sägt die Kälte,
in 2010 durch Oliver Welke.
Warm kommt die GEZ-Gebühr:
sie erst öffnet die Adventstür!
koslowski schrieb am 30.11.2010 um 21:32
Wenn der welke Tannenbaum
ruhet an des Waldes Saum,
dann ist auch dem Bauern klar,
dass dies der Dezember war.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 22:02
Baumberge weiß!
Dezember!
Son Scheiß!
koslowski schrieb am 30.11.2010 um 22:22
@koslowski 21:32

Der Text geht zurück auf ein Gedicht des westwestfälischen Dadaisten MinusR, bei dem es heißt:

"Wenn de-r welke Tannenbaum
e-rschöpft liegt an des Waldes Saum
und schwe-r von Weihnachtsgänsen t-räumt,
dann gehe in dich, liebe-r F-reund,
und denk nach all den fetten Tagen
an die, die in der K-rippe lagen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 22:33
MinusR verfaßte im Dezember ein Gedicht ohne -r:
An die Bank

An die Bank
sollst Du nicht zahlen.
Andie Bank
ist nicht von Galen.
Auf die Bank
da stellst Du hin
Deinen gedichteten Gewinn.
koslowski schrieb am 30.11.2010 um 22:57
Matt Dillon, jetzt ist aber Schluss. Dies ist schließlich ein ernsthaftes Blog für die Liebhaberinnen und Liebhaber gediegener Lyrik.
Ich entschuldige mich, liebe Titta, auch im Namen unseres Hollywood-Helden für unser Fehlverhalten.
Joachim Petrick schrieb am 01.12.2010 um 18:55
Was der Sommer nicht geschafft,
der Winter hat den Bauern kalt gemacht
Joachim Petrick schrieb am 01.12.2010 um 18:55
Was der Sommer nicht geschafft,
der Winter hat den Bauern kalt gemacht
Rahab schrieb am 30.11.2010 um 21:26
Wenn der Winter

Blumen hören auf
JA zu sagen
wenn der Winter ihnen
mit Schnee
den Mund verstopft

Eisiges NEIN

(Rose Ausländer)
Joachim Petrick schrieb am 01.12.2010 um 18:59
Winter Blumen Mitte
Blumen Ränder
Kräuterrschnitte
TheHungryCow schrieb am 30.11.2010 um 21:40
Eine dünne Schicht bedeckt die Oberfläche,
zieh mich warm an,
bevor ich mit den Normen breche.
Weil ich auch noch im Tiefschnee laufen kann..
born2bmild schrieb am 30.11.2010 um 23:25
Berliner Winter
(Wortkopie nach meinem Bilde 1916)

Erbsensuppenhimmel, der zu Boden fließt –
Die Erde patscht.
Spreenebel und Schlotauswurf drücken
Der nackten, nassen Teerpappbauten Rücken.
Wie Scheuerlappen hingeklatscht
Schneeflächen, rußgefleckte, her und hin;
Des Großstadtwinters Bettelhermelin.
An fensterlosen, steilen Häusermauern,
Auf Schuppen, die umzäunt im Kehricht kauern,
Frieren erlosch’ne Farben der Reklamen,
Die einst Glutrosen, strahlende Cyklamen,
Goldgelbe Primeln, lilasüßer Flieder,
Einklangen in der Sonne Sommerlieder
Und die mich jetzt durch gelles Lärmen stören,
Mißtönend zu den grauen Dämmerchören,
Drin, hinter blätterlosen Baumgerippe,
Flußbögen blinken und des Todes Hippe.

John Höxter
koslowski schrieb am 01.12.2010 um 15:23
Schönen Dank, dass ich durch dich John Höxter kennenlernen durfte. Habe den Namen erst für dein Pseudonym gehalten, aber dank Wiki weiß ich es jetzt besser.
born2bmild schrieb am 01.12.2010 um 16:08
Nee, mit meinen plumpen Schüttelreimen kann ich aber eventuell meinen Papiereimer dichten.
Höxter habe ich durch

"100 Jahre Lyrik!"
Herausgegeben von Axel Marquart im Haffmans Verlag
kennen und schätzen gelernt.

Aus dem Nachwort des Herausgebers:

1. Diese Anthologie bietet Gedichte der besten deutschsprachigen Autoren dieses (bisherigen) Jahrhunderts.
...
5. Sie enthält nur "gute" Gedichte ...
...
7. Was "gute" ... Autoren und Gedichte sind, bestimmt diese Anthologie.


Enzesberger ist 7mal vertreten.
Rilke nicht.

Und nu
kommstu.
kay.kloetzer schrieb am 01.12.2010 um 02:24
sorry, aber es muss sein:

Die eine Rose

Die eine Rose überwältigt alles,

Die aufgeblüht ist aus dem Traum.

Sie rettet uns vom Grund des Falles.

Schafft um uns einen reinen Raum,

In dem nur wir sind und die Rose.

Und das Gesetz, das sie erweckt.

Und Tage kommen, reuelose.

Vom Licht der Rose angesteckt.

(Eva Strittmatter)
Anette Lack schrieb am 01.12.2010 um 09:57
Warum "sorry", kay.kloetzer?

Für mich passt das (auch) zum Dezember. Wenn man es so interpretiert, dass Jesus vielleicht die eine Rose war...

Ich interpretiere es für mich anders; aber jedenfalls geht es um Liebe.

Danke dafür, es ist wunderschön.

Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit allen!

(und danke, Titta: Es macht Spass, hier reinzugucken und Lyrik zu teilen. Ist ja doch ziemlich verfemt in Deutschland :)

Anette
a. brot schrieb am 01.12.2010 um 09:18
Okay, da hab ich auch noch was:

Advent

Dicht gedrängt ne Menge Leute
Tassen dampfen in der Hand
Tüten voller Weihnachtsbeute
Lichterland ...

Warm umfassen kleine Finger
Meine großen im Gewühl
sachte wird ihr Druck geringer
Glücksgefühl ...

Grad sind wir uns nah gewesen -
einfach so, ganz nebenbei.
Miteinander da gewesen,
nur wir zwei ...

(ich)
barshai schrieb am 01.12.2010 um 11:35
Und weil es bald Zeit wird den Wunschzettel für Weihnachten zu schreiben, hier ein Auszug aus einem Christmas Song der ironischen Art:

"... Next year I could be just as good,
If you'll check off my Christmas list,

Santa baby, I wanna yacht,
And really that's not a lot,
Been an angel all year,
Santa baby, so hurry down the chimney tonight.

Santa honey, one little thing I really need,
The deed
To a platinum mine,
Santa baby, so hurry down the chimney tonight.

Santa cutie, and fill my stocking with a duplex,
And checks.
Sign your 'X' on the line,
Santa cutie, and hurry down the chimney tonight.

Come and trim my Christmas tree,
With some decorations bought at Tiffany's,
I really do believe in you,
Let's see if you believe in me ..."

Eartha Kitt singt "Santa Baby"
indyjane schrieb am 01.12.2010 um 12:53
"Gottseidank geht alles schnell vorüber
Auch die Liebe und der Kummer sogar.
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?"
oranier schrieb am 01.12.2010 um 14:19
Die Nacht am Strande

4

Sternlos und kalt ist die Nacht,
Es gärt das Meer;
Und über dem Meer, platt auf dem Bauch,
Liegt der ungestaltete Nordwind,
Und heimlich, mit ächzend gedämpfter Stimme,
Wie 'n störriger Griesgram, der gut gelaunt wird,
Schwatzt er ins Wasser hinein,
Und erzählt viel tolle Geschichten,
Riesenmärchen, totschlaglaunig,
Uralte Sagen aus Norweg,
Und dazwischen, weitschallend, lacht er und heult er
Beschwörungslieder der Edda,
Auch Runensprüche,
So dunkeltrotzig und zaubergewaltig,
Daß die weißen Meerkinder
Hoch aufspringen und jauchzen,
Übermutberauscht.

Derweilen, am flachen Gestade,
Über den flutbefeuchteten Sand,
Schreitet ein Fremdling, mit einem Herzen,
Das wilder noch als Wind und Wellen.
Wo er hintritt,
Sprühen Funken und knistern die Muscheln;
Und er hüllt sich fest in den grauen Mantel,
Und schreitet rasch durch die wehende Nacht; -
Sicher geleitet vom kleinen Lichte,
Das lockend und lieblich schimmert
Aus einsamer Fischerhütte.

Vater und Bruder sind auf der See,
Und mutterseelenallein blieb dort
In der Hütte die Fischertochter,
Die wunderschöne Fischertochter.
Am Herde sitzt sie,
Und horcht auf des Wasserkessels
Ahnungssüßes, heimliches Summen,
Und schüttet knisterndes Reisig ins Feuer,
Und bläst hinein,
Daß die flackernd roten Lichter
Zauberlieblich widerstrahlen
Auf das blühende Antlitz,
Auf die zarte, weiße Schulter,
Die rührend hervorlauscht
Aus dem groben, grauen Hemde,
Und auf die kleine, sorgsame Hand,
Die das Unterröckchen fester bindet
Um die feine Hüfte.

Aber plötzlich, die Tür springt auf,
Und es tritt herein der nächtige Fremdling;
Liebesicher ruht sein Auge
Auf dem weißen, schlanken Mädchen,
Das schauernd vor ihm steht,
Gleich einer erschrockenen Lilie;
Und er wirft den Mantel zur Erde,
Und lacht und spricht:

"Siehst du, mein Kind, ich halte Wort,
Und ich komme, und mit mir kommt
Die alte Zeit, wo die Götter des Himmels
Niederstiegen zu Töchtern der Menschen,
Und die Töchter der Menschen umarmten
Und mit ihnen zeugten
Zeptertragende Königsgeschlechter
Und Helden, Wunder der Welt.
Doch staune, mein Kind, nicht länger
Ob meiner Göttlichkeit,
Und, ich bitte dich, koche mir Tee mit Rum;
Denn draußen war's kalt,
Und bei solcher Nachtluft
Frieren auch wir, wir ewigen Götter,
Und kriegen wir leicht den göttlichsten Schnupfen
Und einen unsterblichen Husten."

Heinrich Heine, aus: Die Nordsee, Erster Zyklus
Titta schrieb am 04.12.2010 um 00:06
Ich hatte vorm Posten des Blogs überlegt, mir etwas zum Thema Schnupfen und Erkältung in Richtung Ringelnatz oder dergleichen zu erbitten, aber dann gedacht, nee laß mal, ist ja kein Wunschkonzert hier.
Aber wie Heine den Schnupfen ins Spiel bringt, und an welcher Stelle, das hat wirklich schon etwas Göttliches. Danke!
Dafür und deswegen sich einen unsterblichen Husten eingefangen zu haben, tröstet doch über diese oder jene Folgebeschwerde hinweg.
oranier schrieb am 04.12.2010 um 11:38
"Ich hatte vorm Posten des Blogs überlegt, mir etwas zum Thema Schnupfen und Erkältung in Richtung Ringelnatz oder dergleichen zu erbitten"

Bitteschön:

DER SCHNUPFEN

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,

auf daß er sich ein Opfer fasse
- und stürzt alsbald mit großem Grimm

auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!"
und hat ihn drauf bis Montag früh.

(Christian Morgenstern)

Es war einmal ein schlimmer Husten

Es war einmal ein schlimmer Husten,

Der hörte gar nicht auf zu pusten.

Zwar kroch er hinter eine Hand,

Was jedermann manierlich fand.
Und doch hat ihn der Doktor Lieben
Mit Liebens Malzbonbon vertrieben.

(Joachim Ringelnatz)
koslowski schrieb am 01.12.2010 um 14:29
Die Zeit zwischen den Jahren

Tage, die nicht leben wollen und nicht sterben,
die zerrieben werden zwischen Bäuchen und Bräuchen,
die letzten Krümel Licht in den Auslagen früher Nachmittage,
enttäuschte Gesichter, vom Umtausch ausgeschlossen,
Tage, in denen Einkaufswagen herumstehen, die niemand
zurückbringt, der Bahnhofsvorplatz ein Teller Milchreis
mit Zimt, die Streufahrzeuge kommen kaum durch, Tage,
aus denen jede Erwartung, jeder Glanz gewichen ist,
die letzten Fäden Lametta in den Zweigen der ersten
entsorgten Tannenbäume, Tage in Auflösung, wie alles
sich auflöst, was niemand gehört, abgerissene Zeit,
gegen die nichts hilft, nur der Trost von Berber Relax,
dem türkischen Friseursalon, aus dem jetzt gerade
einer auf die Straße tritt, zehn Jahre jünger,
den Nacken ausrasiert, die Zierleiste der Bartstoppeln
exakt geschnitten, tritt er hinaus, ein wenig Ordnung
in die Wildnis zu tragen und als er den Mantelkragen
hochschlägt, dreht er sich um, wirft einen Blick zurück
auf den Mann, der er eben noch war.

Hellmuth Opitz ( Bielefeld )
Magda schrieb am 01.12.2010 um 14:33
Ach was: Gegen Kälte hilft nur kitsch as kitsch can

Komm weißer Winter
deck mich zu
und bring mein heißes Herz
zur Ruh

Im nächsten Jahr, im nächsten Mai
dann ist die weiße Zeit vorbei
dann blüht auch meine Liebe wieder
so voll und reich wie weißer Flieder
Titta schrieb am 03.12.2010 um 22:24
Ich habe seit einer Reihe von Jahren einen weißen und einen blauen Flieder auf dem Balkon. Der blaue, oder vielmehr dunkelviolette, ist einfach der schöner gewachsene und daher auch schöner anzusehende. Ein wunderbares Bäumchen, rund und vollkommen. Aber der weiße, störrige, mit seinen wenigen grünen Blättern sieht er immer ein wenig nackt und krank aus, ist der mit dem betörenden Duft. Missen möchte ich keinen von beiden, denn nur beide zusammen bilden eine scheinbar vollkommene Einheit.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.12.2010 um 22:29
Missen - ein schönes Wort. Missen möchte ich auch die selbst unscheinbare Einheit. (Gesellschaftstheorie, Blatt 471)
Titta schrieb am 04.12.2010 um 00:08
Immer diese Papiertheoretiker. Und dann jeweils im unpassendsten Moment. (Frauenerfahrung, Lamento 171)
Cassandra schrieb am 01.12.2010 um 23:43
Das Fest der Liebe. Daher von mir ein wenig Altersweisheit zu eben jener.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken, obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit, und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: Das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
Heute weiß ich: Das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: Das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN

Charlie Chaplin
an seinem 70.Geburtstag am 16.April 1959
GeroSteiner schrieb am 01.12.2010 um 23:58
Der Dezember
Ist mitnichten
Gut für Tannen
Oder Fichten

So ziehen wir
Von dannen
Mit Nachbars Fichten
Oder Tannen
born2bmild schrieb am 02.12.2010 um 07:14
Nachklänge

4.

Mir träumt', ich ruhte wieder
Vor meines Vaters Haus
Und schaute fröhlich nieder
Ins alte Tal hinaus,
Die Luft mit lindem Spielen
Ging durch das Frühlingslaub,
Und Blütenflocken fielen
Mir über Brust und Haupt.

Als ich erwacht, da schimmert
Der Mond vom Waldesrand,
Im falben Scheine flimmert
Um mich ein fremdes Land,
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
Die Gegend war vom Schnee,
Mein Haar vom Alter weiß.

Eichendorff
hibou schrieb am 02.12.2010 um 07:20
liebt euch!! verflucht nochmal
born2bmild schrieb am 02.12.2010 um 08:41
Euch -
oder einander?
Fragt der Gynander.
GeroSteiner schrieb am 03.12.2010 um 23:36
Es waren zwei Königskinder,
die hatten in der Liebe Müh.
Sie konnten zusammen nicht kommen,
denn er kam immer zu früh.

(Robert Gernhard? Otto Waalkes? Pit Knorr?)
Titta schrieb am 03.12.2010 um 23:56
"(Robert Gernhard? Otto Waalkes? Pit Knorr?)"

Nee, Verfestigung von Geschlechterstereotypen.
GeroSteiner schrieb am 04.12.2010 um 17:29
Immer hörst du mir nie zu!
indyjane schrieb am 02.12.2010 um 08:38
so kam dieser winter, der frost

saß in den scheiben, der schnee
deckte die narben der erde.
wir rauchten und tranken,
sprachen die sprachen der liebe,
hatten uns schließlich und endlich
nichts mehr zu sagen.
die stille
setzte sich fest und wir hatten
zeit, nacheinander sehnsucht zu haben,
sentimentalisch
klangs aus dem radio, die platten
kreisten schon lange im leeren bis wir bemerkten
dass das spiel aus war.
so kam dieser winter. er ging.
nicht einmal zeit ließ er uns, zu bereuen.
was wir vertaten, verziehen wir uns.
(heinz czechowski)
indyjane schrieb am 02.12.2010 um 11:20
Seit Du lebst in dieser Stadt
Zählst Du täglich zusammen
Was Du anzubieten hast
Und für manche bist Du schon
Eine kleine Sensation
Du bist fast daran gewöhnt
Dass man leise von Dir spricht
Wenn Du einen Raum betrittst
In den Straßen, in den Parks
In den Cafés, in den Clubs
In den Discos, in den Bars
Überall ist Deine Spur
Ein Hauch Deines Parfüms
Ein Rascheln der Frisur
Doch solange der Sommer dauert
Liegt der Winter auf der Lauer

Was macht Miss Juni im Dezember?
Werden sie Dich immer noch erkennen
Oder werden sie Dich stehenlassen
Und vorbeirennen?
Was macht Miss Juni im Dezember?
Alles Gute
Du wirst es brauchen

Wie ein Tänzer auf dem Seil
Schaust Du nicht nach rechts und links
Wo es runtergeht so steil
Du blickst nach vorne auf dein Ziel
Applaus, ein Haus
Ein Freundeskreis mit Stil
Bis jetzt ging alles gut
Mit Blindheit
Und mit Mut

Was macht Miss Juni im Dezember?
Hast Du dann endlich Deine Belohnung
Oder wirst Du freieren in einer kalten Wohnung?
Wie dem auch sei
Was macht Miss Juni im Dezember?
Im Dezember ist vielleicht schon
Alles vorbei

Der Tag wird kommen
Dann stehst Du benommen
Auf einer leeren Bühne
Und suchst nach Gründen
Warum das Publikum weg ist
Und warum
Die Rampe übersät ist mit Scherben

Was macht Miss Juni im Dezember?
Vielleicht bist Du gar nicht mehr
In der Stadt
Sondern auf dieser Weltreise
Von der Du jedem erzählt hast
Was macht Miss Juni im Dezember?
Alles Gute, gute Fahrt
Bon Voyage
(Bernd Begemann)
Emma in Uniform schrieb am 03.12.2010 um 00:23
Liebe Titta, vielen Dank..
Hier extra für Dich,
ein kleines Gedicht:

Wintereinbruch (2010)

Eben duckte
man sich noch,
in des Novembers
grauem Loch;

Grauste sich
vor Nässe,
vor Schnupfen,
Gram und Blässe.

Und die Gedanken:
Schwer wie Blei.
Verwelktes Jahr -
von wegen frei..

Da fängts plötzlich
zu schneien an!
Schneit alles zu,
wir mittenmang -

Und starren hoch-
Unendlichkeit.
Und wieder schließt
sich jener Kreis,

in dem man kurz
die Zeit vergisst;
und staunt, egal,
wie alt man ist;

Zauberhaftes
Eis und Licht,
Dies Gedicht
ist nur für Dich.

:)

Emma
Titta schrieb am 03.12.2010 um 22:16
Oh,

da freue ich mich aber und sage Danke! Extra nur für mich, wie schön, das schmeichelt so wunderbar der eignen Eitelkeit.
Und meine Erkältung ist wirklich greulich. Oder gräulich? Nix schönes jedenfalls.
Emma in Uniform schrieb am 03.12.2010 um 22:29
Bitte, sehr gern:)

Gute Besserung! ( Tip: Kennst Du Schwedenbitter? -warme Umschläge auf Hals oder Bronchien!)

herzliche GRüße - Emma
Titta schrieb am 03.12.2010 um 23:52
Schwedenbitter - ich dachte immer, daß sei was Hochprozentiges zum Trinken. Mit viel Kräutern natürlich.
Was mir sonst noch dazu einfiele, behalte ich für mich. Wäre ohnehin nicht fit genug derzeit :-))
Tycho schrieb am 03.12.2010 um 10:56
Arythmie Waldeis

wenn es dunkel
mit dem Kopf im Nacken
einem weiteren dahinter
und über allem Schnee
fallen rückwärts
seitwärts kreisend
und vorn über taumelnd

sich das Eis vom rücken schüttelnd
mit dem Kopf im Nacken
einem weiteren dahinter
sonst ist nichts

wenn aus weiß
das schwarz
nicht mehr allein

mit dem Kopf im Nacken
einem weiteren dahinter
und Eis am Augenlid

klein bei klein ganz groß
fallend rückwärts

eins einst jetzt
ein uraltes Lied sehen

[reimt sich nur außerhalb..]
Titta schrieb am 03.12.2010 um 22:12
Nach meinem Empfinden würde so auch ein Gedicht von Piet Klocke aussehen.
Ich hoffe, dem Autor damit nicht zu nahe getreten zu sein.
Tycho schrieb am 03.12.2010 um 23:20
Ah, die Hülle vor dem Kern, chchchch
Strengstreng, titta!
Titta schrieb am 03.12.2010 um 23:50
Nee, gar nicht.
Sie wissen doch: es reimt nicht, aber Hauptsache, es dichtet.
Tycho schrieb am 03.12.2010 um 23:58
Frechheit, ich war nicht dicht, als ich jenes schrieb.
Es ist Viertel vor Weihnachten und da könnten Sie ruhig Milde walten lassen...
Titta schrieb am 04.12.2010 um 00:50
Könnten - da bleibt ja Spielraum.
Tycho schrieb am 04.12.2010 um 09:09
aha, dann war es also Vorsatz. Shame on You, Titta.
Aber: Ich bin voll der Gnade und verzeihe...moment,..was eigentlich?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.12.2010 um 23:26
Wer immer den Dezember erfunden,
er konnte nie den Sommer erkunden,
erfand nur Schnee in der Kanone,
fressend "matsch" Yoghurt namens Danone.

Dieses Gedicht heißt Sorry, Battmuß
Tycho schrieb am 03.12.2010 um 23:32
Porch, ihres reimt sich besser als meines...
Geht's bei ihnen auch ums saufen im Wald?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.12.2010 um 00:00
Raufen wenn kalt???
;-))
Tycho schrieb am 04.12.2010 um 00:04
Krissu ...
Aber jetzt kurz vor rem
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.12.2010 um 00:13
Saufen und Raufen
können Westfalen nur
in einer kassenbezahlten
Kur.
Und natürlich im Keller
wo gemeinsam gelacht wird ...

schade einjklich
Tycho schrieb am 04.12.2010 um 00:16
Wieso in Dortmund gibt's n Keller da wird getanzt
Berlin hatte ma n Eimer, da wurde gar nich so gelacht..mehr gefixt.
merdeister schrieb am 05.12.2010 um 13:05


Und der Text:
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?

Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.
"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heilger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!
rolf netzmann schrieb am 06.12.2010 um 10:29
weihnachtszeit, schöne zeit
so viel ist noch zu besorgen
ruhe und besinnlichkeit
verschieben wir erst mal auf morgen

schmuddlig kalt, von oben regen
neckermann und otto online
diese shops sind doch ein segen
zuhaus im warmen kauft man heut ein

computer, playstation und i phone
und das neueste wii spiel
alles schick im einheits grau ton
ist das nicht etwas zu viel?

oh´ welch schöne wohlgerüche
von den plätzchen und dem braten
kommen da aus omas küche
auch von leckeren salaten

und ein echter tannenbaum
mit lametta weiss behangen
steht wieder mitten im raum
will weihnachtszauber einfangen

gemeinsam weihnachtslieder singen
in leiser besinnlichkeit
oh, wie schräg die töne klingen
die bescherung hat noch zeit

von des weihnachtsbaumes spitze
grüsst ein zwerg mit ziipfelmütze
tief in kinderträume fallen
schöne weihnacht wünsch ich allen

@ rolf netzmann 2010

Dieses und weitere Gedichte und Geschichten lese ich
am Donnerstag, dem 16.12. 2010, ab 18.00 in der Kiezspinne, Schulze-Boysen-Str. 38 in 10365 Berlin-Lichtenberg. Der Eintritt kostet 3€ inkl. einem Glas Wein und ich lade alle LyrikfreundInnen der FC herzlich ein.
claudia schrieb am 06.12.2010 um 10:51
Da fällt mir ein Weihnachzlied aus den 70ern ein:

Stille Nacht, heilige Nacht!
Weihnachtsgeld wird gebracht
durch Herrn Ruprecht vom Lo-hohnbüro.
Schweigend geht die Belegschaft aufs Klo,
zählend, wie viele Krümel
gnädig vom Herrntisch gefalln.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Falscher Trost. Oh, wie lacht
der Direktor mit randvollem Mund,
singt uns gnädig zu göttlicher Stund:
«Arbeitsfriede auf Erden!»
Wir fallen mal wieder drauf rein.

Billige Nacht, eilige Nacht!
Ratenkauf, leichtgemacht
durch der Engel Alleluja.
Die gehören zum Werbeetat.
Denn der Vater im Himmel
ist Präsident vom Konzern.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Lichterbaum angemacht.
Und ein liebliches Liedlein gesingt!
Und ein Eierlikörchen getrinkt!
Und die Kinder geprügelt,
bis sie hübsch andächtig sind.

Gute Nacht, peinliche Nacht!
Fernsehspiel ausgemacht.
Und im Magen ein flaues Gefühl,
weil die Liebe nicht hochkommen will.
Noch zwei Nächte zum Schlafen.
Dann wieder rinn in' Betrieb!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Weihnachtsfest rumgebracht.
Großes Gähnen im Portemonnaie.
Überstunden tun immer noch weh.
Falscher Frieden auf Erden
feierten wir mit den Herrn.

Wilde Nacht, streikende Nacht!
Eines Tages, nicht ganz sacht,
pfeifen wir auf die Gnade der Herrn,
übernehmen mal wir den Konzern
und die Führung im Staate.
Das wird ein Weihnachtsfest wer'n !!!

([K]Dieter Süverkrüp[/K])
Tycho schrieb am 08.12.2010 um 15:27


..ich liebe die Werke von Rebers..
menschenzeitung schrieb am 15.12.2011 um 16:24
Kindheit muß was Schönes sein

Lange habe ich gewartet,
wunderschöne Weihnachtszeit-
dunkle schneebedeckte Felder
und mein Blick, er geht so weit.

Mondlicht glitzert in den Flocken
eisbedeckter kleiner See,
in der Ferne hell erleuchtet
eine Kirche einsam steht.

Früher- denk ich- oh was hab ich
Schneeballschlachten doch gemacht
Und was haben all die Jahre
mir, dem Kind denn nun gebracht?

Arbeitstage, Rasen, Hetzen
Ruhe ich nur selten find
Und ich werde langsam traurig
Wie gern wär ich doch noch Kind!

Schneller werden meine Schritte,
mir ist wohlig und auch warm
eine Orgel- Chor begleitend
Musik schleicht sich langsam an.

Und dann öffne ich die Türe
Kerzenschimmer, Weihrauchduft,
betend knien kleine Kinder,
in der Nase Weihnachtsluft.

Setz mich voller Ehrfurcht nieder,
fühle mich ganz plötzlich klein
bete, singe Weihnachtslieder-
Kindheit muß was Schönes sein!

©denise-a. langner-urso
Titta
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Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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