Tobi-Eiki

Free Speech

03.11.2011 | 15:23

Der Iran und die Bombe

Unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung arbeitet der Iran bereits seit einigen Jahren an einem Nuklearprogramm. Die Europäische Union (EU) und allen voran die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland setzten von Anfang an auf Verhandlungen, um eine potentielle Bedrohung durch Nuklearwaffen abzuwenden. Durch diesen Kurs der Empiecement-Politik, welche bereits im 20. Jahrhundert  eine der größten Katastrophen der Neuzeit nicht verhindern konnte, verliert die internationale Staatengemeinschaft wertvolle Zeit, welche am Ende nur dem Iran in die Karten spielt.

Internationale Beobachter, Nahost-Experten sowie Geheimdienste sind sich überwiegend einig. Der Iran strebt nach der islamischen Bombe. Nach Pakistan wäre somit der Iran das zweite islamische Land, welches über atomare Waffen verfügt. Hieraus würde sich ein enormes Gefahrenpotential für die gesamte Region, gar für die ganze Welt ergeben. Hat der Iran Nuklearwaffen, könnte die islamische Republik diese zunächst für Verhandlungszwecke mit der internationalen Gemeinschaft nutzen. Ähnlich wie Nordkorea könnte der Iran diese nuklearen Kapazitäten als Verhandlungsmasse nutzen, um bereits bestehende Sanktionen zu lockern. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die Gefahr eines erneuten atomaren Rüstungswettlaufs in der Region und weltweit. Der Erzfeind Saudi Arabien würde sich durch eine nukleare Islamische Republik Iran bedroht fühlen und könnte ebenfalls nach Nuklearwaffen streben. Diese Geschehnisse könnten mittelfristig eine Kettenreaktion auslösen, welche ebenfalls die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) dazu veranlasst, eigenständig Nuklearwaffen zu produzieren - Brasilien- oder das bereits bestehende Arsenal aufzustocken - Russland, Indien und China.

Im Unterschied zum bipolaren Kalten Krieg, welcher durch die beiden Blöcke, repräsentiert durch die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und der Sowjetunion (UdSSR), dominiert wurde, ist das interantionale System im 21. Jahrhundert multipolar und somit unübersichtlicher geworden. Gefahren abzuschätzen und abzzuwehren fällt dadurch erheblich schwerer, sodass bei einer erneuten nuklearen Rüstungsspirale ein "Gleichgewicht der Abschreckung" nur schwer realisierbar sein dürfte.

Um diese Entwicklung sowie eine nukleare Bedrohung durch den Iran abzuwenden, bestehen bereits seit Monaten Vermutungen bezüglich eines  Präventivschlages durch Israel, welcher durch die USA sowie andere Bündnispartner unterstützt werden könnte.  Täglich berichten israelische und arabische Medien über diese Möglichkeit. Sogar das israelische Parlament, die Knesset, hat bereits über dieses Thema beraten.  

Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Wochen und Monate für Lösungsansätze offerieren werden. Der Kurs der Verhandlungen scheint jedenfalls beendet zu sein, sodass eine Verschärfung der Situation eintreten könnte. Diese Verschärfung wird bereits kräftig vom Iran durch lautstarke und aggressive, außenpolitische Rhetorik angeheizt.

 

 
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Kommentare
born2bmild schrieb am 03.11.2011 um 17:58
Was mag wohl Empiecement-Politik sein?

Internationale Beobachter, Nahost-Experten sowie Geheimdienste sind sich überwiegend einig:

Atomwaffenbesitz

China (2006) 240
Frankreich (2008) 300
Großbritannien (2010) 160
Indien (2008) 60
Israel (2002) 80-100
Nordkorea (2005) >10
Pakistan (2001) 70-90
Russia (2011) >10.800
USA (2010) 9.568

Iran (2011) 0

Da ist dem aufmerksamen Beobachter sonnenklar
vom Iran (keine A-Waffen) droht die größte Gefahr
Fro schrieb am 03.11.2011 um 18:49
Ein Krieg gegen den Iran ist schon lange auf der Agenda der US-Geostrategen. Und die Masche, mit der sie ihn der Weltbevölkerung „verkaufen“ will, ist die gleiche wie seinerzeit vor dem Irakkrieg. Man erinnere sich: da gab es angeblich Massenvernichtungswaffen, die aber nie gefunden wurden.

Stimmen gegen den Krieg
jonathan lark schrieb am 05.11.2011 um 12:19
Was nutzen Statistiken in diesem Fall? Die Zahlen beweisen gar nichts. Es geht ja darum den Bau der ersten Atombombe zu verhindern und nicht um die Verhinderung einer Aufstockung. Warum von Teilen des Regimes im Iran Gefahr für die Welt und selbstständig denkende Bürger droht ist Hintergrundwissen und wird dem Lesevolk aus verschiedensten Gründen nicht zugemutet. Dumme und mit belanglosen Informationen vollgestopfte Bürger lassen sich eben besser lenken. Nur um das klar zu sagen: irgendwelche militärische Aktionen gegen Iran sind höchst kontraproduktiv, egal von welcher Seite. Die Relevanz einer atomaren Bewaffnung könne nur die Iraner selbst verändern indem sie diejenigen Kräfte von der Macht befreien, die Hass, Gewalt und Blutvergiessen propagieren. Dafür brauchen sie Unterstützung, eindeutige Signale und kein herumeiern. Die Bevölkerung im Iran hatte große Hoffnungen in Obama gesetzt. Immer wieder gibt er aber irritierende Signale, die die Bevölkerung als stabilisierend für das Regime versteht. Wer einen Krieg gegen den Iran verhindern will, sollten nicht für das Regime im Iran eintreten und alle möglichen Entschuldigungen für das verhalten des angeblichen Gottesstaates anführen, sondern helfen die brutalen Menschenrechtsverletzungen auf die Agenda der Öffentlichkeit bringen. Das Regime im Iran hat den Anspruch moralisch höherwertig als der "Satan USA" oder der "verderbte Westen" zu sein und lügt und vertuscht dafür, dass sich die Balken biegen. Wenn diese Lügen aufgedeckt werden, hat sich das Regime selbst delegitimiert und alle Geostrategen haben müssen echte Denkarbeit leisten, weil ihre Masche nicht mehr greift...
Tobi-Eiki schrieb am 07.11.2011 um 09:59
Ein Krieg sollte definitiv die letzte Alternative sein. Besser wäre es, wenn ein Präventivschlag generell verhindert werden könnte. Nach derzeitiger Lage im Nahen und Mittleren Osten wird ein Militärschlag Israels jedoch von Tag zu Tag wahrscheinlicher.

"Ich glaube nur einer Statistik, die ich selbst gefälscht habe..." (Churchill) Dieses Zitat sagt viel über den Gehalt von Statistiken aus. Wo hat die Quelle denn ihre Daten her? Stützen sich Forschungsinstitute häufig nicht selber auf Aussagen von Geheimdiensten?

Sicherlich sind Staaten wie Russland, die USA, China, Indien, Pakistan, Israel, Frankreich und Großbritannien bereits im Besitz von Atomwaffen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die USA, GB und F NATO-Mitglieder sind. Mit Russland bestehen seit dem Ende des Kalten Krieges wirtschaftliche Kooperationen, genauso mit Indien und China. Niemand hätte einen Vorteil, wenn er Nuklearwaffen einsetzt. Und um doch noch mal die Statistik zu bedienen, so gab es zwischen Demokratien empirisch betrachtet in den letzten Jahrzehnten keine Kriege (Theorie sowie empirischer Befund des demokratischen Friedens). Obwohl China keine Demokratie ist, profitiert es wie die westliche Welt enorm vom wirtschaftlichen Austausch.

Der Iran hingegen ist weitestgehend isoliert in der internationalen Gemeinschaft. Sogar arabische Staaten wie Saudi Arabien sprechen sich für eine Lösung aus, egal wie diese Ausfallen könnte. So hat Israel bereits 2009 eine Überflugerlaubnis von Saudi Arabien erhalten.

Wie bereits erwähnt, geht es darum, die erste iranische Atombombe zu verhindern. Was würde denn passieren, wenn der Iran Atomwaffen besitzt? Wer fühlt sich dann bedroht? Ganz klar der arabische Nachbar Saudi Arabien. Wird Saudi Arabien dann ebenfalls nach Atomwaffen streben? Wie sieht es mit der aufsteigenden Macht Brasilien aus? Stehen wir im 21. Jahrhundert nicht vor einem erneuten atomaren Rüstungswettlauf, wenn der Iran atomare Waffen besitzt?
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