Tom Strohschneider

Blog von Tom Strohschneider

26.02.2010 | 08:00

Steinbachs Statistik: Wie viel Mitglieder hat der BdV?

Man übertreibt nicht, wenn man den Bund der Vertriebenen ein politisches Schwergewicht nennt. Wer schafft es schon, erfolgreich die Regierung zu erpressen? Im Streit um die besetzung des Rates der Vertriebenen-Stiftung ist das unlängst geschehen.

Die Forderung nach Vergrößerung des Einflusses in dem Gremium war nicht zuletzt mit der Stärke des Verbandes untermauert worden. Zwei Millionen Mitgliedern, so behauptet es BdV-Chefin Erika Steinbach, habe die Organisation: „Anderweitige Spekulationen sind falsch.“ In Wahrheit liegt die Zahl offenbar deutlich darunter - und hinter der bloßen Statistik verbergen sich politische Fragen: Darf ein potemkinscher Verband derart gewichtigen Einfluss erlangen? Und kann die öffentliche Förderung des BdV vor diesem Hintergrund überhaupt aufrechterhalten werden?

Mehr über interne Aufstellungen, frei erfundene Angaben, eigene Hochrechnungen und die Frage, warum es die Bundesregierung nicht interessiert, wie viele Mitglieder der Bund der Vertriebenen hat liest man hier: tinyurl.com/ydc7pa9

 
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Kommentare
Zachor! schrieb am 26.02.2010 um 08:57
Ach, das war doch der Schwanengesang des BdV. Ein letztes Aufbäumen gegen die Bedeutungslosigkeit. In 30 Jahren wird keiner mehr wissen, was der BdV war.
Carl Gibson schrieb am 26.02.2010 um 10:54
Werden große Räder von langer Hand gedreht?

Was steckt hinter der "Vertrieben-Politik" der Bundesregierung, "kritische Vergangenheitsaufarbeitung - und Vergangenheits-Bewältigung oder nur ein "Ablenkungsmanöver" von den eigentlichen Problemen der Gesellschaft,
lieber Tom Strohschneider?

Und setzt die Bundesregierung in einer fast unheilig anmutenden Allianz zwischen CDU und SPD (toleriert von der FDP), die sich hier nicht einmischt, gar auf die "falschen Symbole" und "Signale?

Bevor Herta Müller den Nobelpreis für Literatur zugesprochen bekam,
erhielt sie, gerade sie, den "Franz-Werfel-Preis für Menschenrechte", der von Bund der Vertriebenen vergeben wird.

Was hat Herta Müller mit den Menschrechten zu tun?
Fast nichts, noch genauer: überhaupt nichts.

Im Rumänien Ceausescus war sie systemloyal. Seit sie 1987 in Berlin ankam, wurde sie zum Wendehals und begann damit, die Securitate und Ceausescu zu beschimpfen.
Verfolgt, verurteilt, eingesperrt wurde sie nie.

Trotzdem wurde sie hier im westen bald als "Dissidentin" wahrgenommen, weil sie zu einem antikommunistischen, kommunismuskritischen "Symbol" gezielt "gemacht", umfunktioniert wurde.

Weshalb wurde Herta Müller der Menschenrechtspreis des BdV zugesprochen und bald darauf der "Nobelpreis"?

War das wieder eine "politische Entscheidung", statt einer literarischen?
Wünschen gewisse Kreise, dass die "Vertrieben-Politik" in den Mittelpunkt gerückt wird - auch welchen Gründen auch immer?

Verbirgt sich dahinter massive Protektion und kulturpolitischer Lobbyismus?

Und ist ´Herta Müller die richtige Galionsfigur, wenn es darum geht, "deutsche Geschichte" aufzuarbeiten - mit "Flucht und Vertreibung"?

Ist Herta Müller eine "repräsentative Vertriebene"
oder ist sie nur ein falsches Symbol, auf das gewisse konservative Kreise aus CDU (Konrad Adenauer-Stiftung) und SPD (Michael Naumann) setzten, um höhere politische Ziele umzusetzen?

Die Brisanz der Thematik, die mich als Zeitzeugen und Historiker seit Jahren nicht mehr zur Ruhe kommen lässt, ist leider noch nicht in das Bewusstsein der Allgemeinheit vorgedrungen.

Die Desinformation der anderen Seite war zu stark. Wahrheiten liegen noch brach. Keiner fragt danach - oder doch, in anderem Kontext, hier etwa?

Herta Müller stammt aus dem kleinen Ort Nitzkydorf im rumänischen Banat. Mit den vielen Heimat-Vertriebenen hat sie allerdings wenig zu tun, weil gerade sie es war, die mit der Kritik der "deutschen Gemeinde" im Banat debütierte.
Sie sagte sich los von der deutschen Identität der Mensche dort, unterstellte ihren Landsleuten "latenten Faschismus" in den Köpfen, kritisierte ihre Banater Schwaben in ihrem Debüt-Werk "Niederungen" und wurde dementsprechend als "Nestbeschmutzerin" wahrgenommen.

Wie kommt es nun urplötzlich, dass die Vertriebenen selbst, der BdV, in einem Augenblick von Selbstvergessenheit ihre "Kritikerin" mit einem Menschenrechtspreis auszeichnen?

Nur weil es gerade opportun ist?
Nur weil es von langer Hand so geplant und eingefädelt wurde?

Herta Müller hat beginnend mit dem Jahr 1982 bis in die jüngste Zeit hinein die Vertriebenen kritisiert, ihre Landsmannschaften und Einzelindividuen, oft ohne Grundlage.
Zuletzt schimpfte sie im Rahmen einer Ehrung in der Paulskirche gegen die Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen A.B., der sie den Vorwurf machte mit Ceausescus Securitate paktiert zu haben. Von diesen Skandalen ( siehe dazu auch des SWR- Report aus Mainz ... wie ein befreundeter Schriftsteller H, H. der Securitate auslieferte ...)

Trotzdem: Der Bund der Vertriebenen auf einem Auge blind - und die Politiker, die hinter solchen Entscheidungen stehen, diese durchsetzen, obwohl längst erwiesen ist, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt und gewettet haben, machen munter weiter.

Dabei opfern sie Prinzipien und setzen machiavellisch auf ein Mittel, das durch den Zweck geheiligt wird.

Aus meiner Sicht: ein Problem und ein Skandal.

Aus Gründen der Differenzierung werde ich diesen Beitrag auch als Blogbeitrag hier veröffentlichen.

Carl Gibson
Zachor! schrieb am 02.03.2010 um 12:43
Leider hat sich mir der Zusammenhang des Kommentars mit dem Thema bzw. die Fixierung des Herrn Gibson auf Frau Müller nicht erschlossen.
Tom Strohschneider
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Stepstone hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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