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Klaus Lederer ist sauer und Philipp Mißfelder schwer empört: Die Doppelspitze der Linkspartei hat Fidel Castro die „herzlichsten Glückwünsche“ zum 85. Geburtstag übermittelt. Nun könnte man sagen, was dem „politischen Establishment“ (Focus) der Hauptstadt neuerliche Gelegenheit gibt, die Linke als vorgestrig hinzustellen, ist eigentlich keiner größeren Rede wert. Anders herum stimmt aber auch: Wenn die Partei noch ein paar weitere Wochen ausschließlich mit Themen wie Mauerbau und Staatssozialismus in den Medien für Schlagzeilen sorgt, drohen nicht nur rot-rote Niederlagen, sondern womöglich die Verwandlung in eine Art historisches Polit-Kabinett.
Daran ist die Partei nicht allein schuld, aber eben auch nicht ganz unbeteiligt: Man kann, nein: man muss einen Brief an Fidel Castro bei allem Respekt vor dessen politischer Biografie anders formulieren. Das ist nicht bloß eine Frage des Sprachstils, wie es jetzt mitunter heißt. „Unverbrüchliche Freundschaft“ klingt ein bisschen sehr nach „uneingeschränkte Solidarität“, und wer schreibt, „nach Kräften dazu beitragen“ zu wollen, „dass das kubanische Volk frei und ohne Druck von außen über seine Entwicklung selbst entscheiden kann“, sollte nicht davon schweigen, dass es in Kuba auch Druck von innen gibt, den kein Sachzwang rechtfertigen kann.
Die Widersprüchlichkeit – hier die unbezweifelbaren „Errungenschaften des sozialistischen Kuba“, da der realistische Spielraum und die Abhängigkeit von der internationalen Lage, dort die Anmaßungen eines von älteren Herren kommandierten politischen Systems – hätte man in einem Brief überdies wohl auch besser darstellen können, als es die mediale Logik des getriebenen Reagierens nun gestattet: „Wir brauchen endlich Demokratie in Kuba“, wird Gregor Gysi zitiert und das hört sich dann an wie die üblichen Belehrungen eines sich immer und stets überlegen wähnenden Westens.
Übrigens: Vor fünf Jahren hatte Lothar Bisky einen Brief nach Havanna geschickt und Castro zum 80. Geburtstag für seinen „unermüdlichen Einsatz für die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft“ gratuliert. Das „politische Establishment“ war auch damals empört – so wie heute. Die allfälligen Verweise auf Berichte von Amnesty International allerdings, in denen kritisiert wird, dass auf Kuba elementare politische Rechte „nach wie vor beschnitten und zahlreiche Kritiker der Einparteienherrschaft (…) drangsaliert“ werden, zeigen den doppelten Standard an, der hier angelegt wird.
Als Angela Merkel vor ein paar Tagen dem Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam „herzliche“ Grüße zur Wiederwahl schickte, weiterhin „glückliche Hand“ wünschte und erklärte, die Bundesrepublik stehe einer „Politik, die dem Wohl des vietnamesischen Volks dient, weiterhin als zuverlässiger Partner zur Seite“, nahm niemand daran Anstoß. Obwohl die Kanzlerin kein Wort über die Lage von Menschenrechten etc. verlor. Bei Amnesty liest man über Vietnam: „Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit unterlagen 2010 weiterhin erheblichen Einschränkungen. Es wurden neue Bestimmungen zur Überwachung des Internets eingeführt. Die brutale Unterdrückung von friedlichen Dissidenten und für die Menschenrechte engagierten Personen hielt an.“
auch erschienen auf www.lafontaines-linke.de
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Auch dies war und ist Teil der kubanischen Realität.
"(...) Homosexualität war zwar vor dem Umsturz durch Castro 1959 bereits illegal, gleich nach der Machtübernahme ließen die neuen Machthaber Schwule aber gezielt verfolgen und in Internierungslager stecken, in denen viele zu Tode kamen. Die Kommunisten begründeten die Verfolgung damals damit, dass es sich bei Homosexualität um eine kapitalistische Ausprägung handelte, die es auszurotten galt. Erst in den 1980er Jahren ließ der Verfolgungsdruck auf Schwule und Lesben nach. Homosexuelle wurden aber bis vor wenigen Jahren noch wegen "antisozialen Verhaltens" verfolgt (...)" Inzwischen hat Castro die Verfolgung von Schwulen als Fehler bezeichnet und die Verantwortung für das Unrecht übernommen, das diesen Menschen angetan wurde. In einem Interview sagte er u.a.: "(...) die Verfolgung von Homosexuellen nach seiner Machtübernahme (sei) eine "große Ungerechtigkeit" und (er) übernahm die Verantwortung für die brutale Verfolgung (...)" (...) In den letzten Jahren hat sich die Lage für Schwule und Lesben auf Kuba wesentlich verbessert. Insbesondere Fidels Nichte Mariela Castro, die das staatliche kubanische Institut für Sexualerziehung leitet, setzt sich für die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren ein. Derzeit wird über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften diskutiert (...)" Quellen: "Castro übernimmt Verantwortung für Schwulenverfolgung", Queer.de 1.9.2010 www.queer.de/detail.php?article_id=12666 "Fidel Castro takes blame for 1960s gay persecution", ILGA 31.8.2010 ilga.org/ilga/en/article/mAQ4JGI1U6 Ich hätte es begrüßt wenn DIE LINKE. in ihrer Grußbotschaft an Castro u.a. auch dessen Eingeständnis der Verantwortung für das von Schwulen erlittene Unrecht (bis hin zum Tod) und die allmähliche Verbesserung der Situation von Schwulen und Lesben auf Kuba lobend erwähnt hätte, weil sich DIE LINKE. ansonsten ja auch bemerkenswert konsequent für Schwule, Lesben und Transgender engagiert: Hier finden sich, bei Interesse, z.B. einige Anmerkungen der queerpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Dr. Barbara Höll, zum 1. Entwurf des Parteiprogramms www.die-linke.de/nc/programm/wortmeldungen/wortmeldungenzumerstenprogrammentwurfmaerz2010bismaerz2011/detail/zurueck/wortmeldungen-1/artikel/queere-anmerkungen-zum-1-entwurf-des-parteiprogramms/ www.linksfraktion.de/folder/konsequent-sozial-original-queer/ PS für manche, mögen die angsprochenen Themen "unwichtig" erscheinen, für diejenigen, deren Leben(sglück) davon abhängt, allerdings nicht und das was bis vor wenigen Jahren auf Kuba mit Schwulen geschah, war ein schweres Unrecht. Das nur zur Erinnerung daran, wieso ich diese Anmerkungen unter einen redaktionellen Blog zum Grußwort der Partei DIE LINKE. an Fidel Castro geschrieben habe. Ach übrigens, dass sowohl mein langjähriger Lebenspartner @Knüppel, als auch ich seit Jahren Mitglieder der Partei DIE LINKE. sind, dürfte bekannt sein. Daher auch unsere gemeinsames Interesse daran. ![]() Uploaded with ImageShack.us |
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schrieb am
22.08.2011 um 12:55
Bis wann galt doch noch gerade der $175 in der BRD? Wir wollen doch mal nicht so tun, als ob die Homosexuellen in den sogenannten Demokratien viel besser behandelt wurden. Oder in den zu Demokratien gewandelten, ehemals realsozialistischen Ländern Osteuropas heute noch werden. Das ist sicher kein speziell kubanisches Problem.
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Graureiher schrieb am 22.08.2011 um 12:55
„… Wir wollen doch mal nicht so tun, als ob die Homosexuellen in den sogenannten Demokratien viel besser behandelt wurden. Oder in den zu Demokratien gewandelten, ehemals realsozialistischen Ländern Osteuropas heute noch werden. Das ist sicher kein speziell kubanisches Problem …“ Nein, das wollen WIR sicher nicht, genauso wenig, wie WIR ein Unrecht gegen ein anderes aufrechnen und damit relativieren wollen, oder? Und, dass es „kein spezielles kubanische Problem“ ist, wer wüsste das nicht? Das hat aber auch niemand behauptet. Vielleicht haben Sie meinen Kommentar und besonders die verlinkten Interview-Auszüge mit Fidel Castro nicht aufmerksam gelesen? Es ging mir ja gerade um die lobende Anerkennung eines vollzogenen Lernprozesses, im Sinne von "spät aber immerhin". |
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schrieb am
22.08.2011 um 14:53
Stimmt!
Noch schlimmer als in den zu Demokratien gewandelten, ehemals realsozialistischen Ländern Osteuropas, werden Homosexuelle in islamischen Ländern behandelt! |
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schrieb am
22.08.2011 um 14:58
Nachtrag:
In sieben islamischen Ländern; Iran, Nigeria (nördliche Landesteile), Mauretanien, Sudan (nördliche Landesteile), Jemen, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate droht die Todesstrafe bei Homosexualität. |
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Das Basisthema wurde hier bereits in einem anderen Blog leidlich behandelt:
www.freitag.de/community/blogs/meier060782/geht-das-schon-wieder-los---empoerung-ueber-die-linke |
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Philipp Mißfelder schwer empört…
Woher kennt man den noch gleich?! Ach ja, der machte vor einigen Jahren mit der Forderung auf sich aufmerksam, älteren Menschen keine künstlichen Gelenke auf Kassenkosten mehr zu gewähren. Nach dem Motto: Hühnern, die keine Eier mehr legen, dreht man den Hals um. Ein ganz spezieller Menschenrechtsvertreter; ob man den in diesem Zusammenhang unbedingt zitieren muss… Aber zur Sache: Der LINKE-Vorstand gratuliert also dem Genossen Fidel zum Geburtstag. Dem kann ich mich nur anschließen! Schließlich hat Castro und seine Bewegung Kuba aus den Klauen der US-Mafia befreit, militärische Invasionen zurückgeschlagen, er hat diverse Mordanschläge der CIA überlebt, die allesamt nicht ohne Mitwissen der jeweiligen US-Präsidenten stattfinden konnten. Er lebt noch, im Gegensatz zu Salvatore Allende, der dem von den USA gesteuerten Armeeputsch zum Opfer fiel, neben zehntausenden Anderen. Zu diesem Putsch hatten die rechten Schreier, die sich heute über die LINKE aufregen, ein sehr intimes Verhältnis. Abgesehen von der Verstrickungen der der rechten Parteistiftungen in die Putschvorbereitungen; nach dem Staatsstreich fuhr der CDU-Politiker Heck, vormals Familienminister, nach Santiago und besichtigte das zum KZ umfunktionierte Fußballstadion. Um dann festzustellen, dass der Aufenthalt dort bei Sonnenschein sehr angenehm sei! Die Geschichte der militärischen Putsche in Süd- und Mittelamerika ist auch die Geschichte deren Unterstützung durch die deutschen Konservativen, bis hin zum Putsch in Honduras und dessen Rechtfertigung durch die Naumannstiftung. Die zehntausende Getöteten und Gefolterten waren unseren Christlich-Konservativen dabei nie ein Problem. Soviel zu deren Menschenrechtsverständnis. Kuba lebt seit über 60 Jahren unter den Bedingungen des von den USA diktierten Wirtschaftsembargos. Daneben unter der ständigen Drohung von Terroranschlägen der von der CIA gesteuerten Exilkubaner. Das unter diesen Bedingungen die Entwicklung einer Demokratie nach westlichen Vorstellungen (was noch mal eine eigene Frage wäre; was sind die eigentlich?) nicht möglich ist, sollte verständlich sein. Allerdings wurde in Kuba auch nicht gefoltert und gemordet, wie in den von unseren „Demokraten“ bevorzugten Militärdiktaturen. Und unter den extremen Bedingungen noch das bestausgebaute Gesundheits- und Bildungssystem der Region aufgebaut. Das ist tatsächlich eine bewundernswerte Leistung. Die LINKE, oder Teile derselben, sollte aufhören, sich von den rechten Medien von Kampagne zu Kampagne treiben zu lassen. Kritik an der israelischen Politik wird als Antisemitismus diffamiert, ein Geburtstagsglückwunsch an Fidel als Unterstützung des Terrorismus, die Auseinandersetzung mit den Hintergründen Mauerbaus als nachträgliche Unterstützung desselben diffamiert. Und die Karrieristen in der Partei fallen darauf rein. Eine linke Partei kann nicht geschichtslos sein, sie muss sich mit der Geschichte auseinandersetzen. Die Rechte würde das Kapitel DDR am liebsten mit dem Stempel „Unrechtsstaat“ versehen und im Reißwolf der Geschichte verschwinden lassen. Und Castro als Terroristen einordnen etc. DIE LINKE muss dem widerstehen; die Geschichte der Grünen sollte eine Warnung sein. |
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schrieb am
22.08.2011 um 13:45
>>Schließlich hat Castro und seine Bewegung Kuba aus den Klauen der US-Mafia befreit, militärische Invasionen zurückgeschlagen, er hat diverse Mordanschläge der CIA überlebt, die allesamt nicht ohne Mitwissen der jeweiligen US-Präsidenten stattfinden konnten. Er lebt noch, im Gegensatz zu Salvatore Allende,…<<
Und da gratulieren die auch noch: Das ist doch der Skandal! ;-) Aber es geht ja gar nicht um Kuba, so wie es beim „Antsemitismusvorwurf“ nicht um Isreal ging und wie es nicht um die berliner Mauer geht und nicht um die seit gut 20 Jahren nicht mehr existente StaSi. Wir erinnern uns an die Zeit der Agenda2010&Kriegsregierung. Einige SPD-Mitglieder, allen voran der sehr bekannte ehemalige Vorsitzende, verliessen damals die SPD und gründeten eine neue Partei. Damals schrillten bei allen aufrechten Kaputtalismusprätorianern die Alarmglocken in höchstem Diskant: So einen unerhörten Vorgang hatte das letzte Mal vor 90 Jahren gegeben. Damit nicht genug, die neue Partei WASG vereinigte sich mit der PDS zur Partei "die Linke". Womit die Propaganda, die PDS sei eine Gruppe aussterbender DDR-Nostalgiker, hinfällig wurde. Und deswegen kann ein/e Politiker/in der Linken niemals auch nur ein Fürzlein lassen, ohne dass die Meute der BRD-Friedhofswachhunde loskläfft. Wauwau. |
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ein gysi sagte, dass kuba das bordell der amis war! da hatte er recht.
nach der revolution hingegen, war es das bordell von fidel und seinen gesellen. und denke daran, ich weis wovon ich rede. die menschenrecht wurden früher von batista und seinen schregen mit füssen getreten und danach bis heute von fidel und seinen spiessgesellen. das einzige was sich änderte, war der slogan der regierung, ein bisschen medizin und bildung, und der rest blieb wie es war. |
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Und wenn sich wieder was ändert, dann werden auch noch ein bisschen medizin und bildung für viele unerschwinglich - der Rest bleibt wieder wie er war.
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Wenn die Linke zukünftig ihre Botschaften über PayPal abrechnet, werden altrevolutionäre Sprachstörungen automatisch geblockt.
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An dieser Stelle sei gefragt; ob es denn noch Jahrhunderte benötigt, bis auch die hinterletzten Politiker sich nicht immer selber so sehr wichitig nehmen?
Tatsache soll doch sein: Wenn ein Politiker, wo auch immer auf dieser Erde, Andersdenkende einsperrt, verfolgt oder gar tötet, kann er den Respekt eines rechtstaatlichen demokratischen Politikers nicht erhalten dürfen. Ein rechtsstaatlicher demokratischer Politiker kam ja gerade durch eine demokratische Wahl an die Macht und ist somit seinen Wählern in erster Linie Korrektheit schuldig. Egal ob GRÜN ROT SCHWARZ oder sonstwas. Erst wenn sich diese Praxis in den Köpfen von Politikern festsetzt, darf von demokratischem- menschenrechtskonforme- anstänidgen Verhalten ausgegangen werden. |
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schrieb am
22.08.2011 um 15:18
pablito schrieb am 22.08.2011 um 15:13
Tatsache soll doch sein: Wenn ein Politiker, wo auch immer auf dieser Erde, Andersdenkende einsperrt, verfolgt oder gar tötet, kann er den Respekt eines rechtstaatlichen demokratischen Politikers nicht erhalten dürfen. - Stimmt! Leider sind die meisten Staaten auf der Erde aber keine rechtstaatlichen Demokratien. Kuba auch nicht! |
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Zum Mythos Fidel, Ché usw.
www.gerd-koenen.de/person.htm#publik ... und die Traumpfade der Weltrevolution |
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Nun, Herr Strohschneider, würden Sie einem Freund im Zuge eines Geburtstagsgrußes auch aufs Brot schmieren, was bei ihm so alles nicht stimmt? Wie fast alle Vergleiche, mag dieser zwar auch etwas hinken, aber Geburtstagsgruß sollte Geburtstagsgruß bleiben.
Ferner muss man wohl auch unterscheiden, dass bisher zunächst mit Der Linken Schlagzeilen gemacht wurden. So auch wieder im Falle der Geburtstagsbotschaft an Castro. Bisher war fast alles recht, um, wenn's um Die Linke ging, aus Mücken die berühmten Elefanten zu machen. Wie gesagt bisher - so jedenfalls meine Wahrnehmung. Eingeknickt ist die Partei nun bereits bei den Antisemitismus-Vorwürfen, welche der ganzen Linken ein Stigma aufdrücken sollten. Nun geben Lederer, Bartsch und, wenn auch abgeschwächt, Gysi sogar noch das Futter, ihre Partei als peinlichen Haufen abfeiern zu lassen. Viel schlimmer ist dabei aber noch, dass die Herren offenbar zu vergessen scheinen, was den noch unter ihrer "linken" Partei verstanden werden soll. Sie stoßen ihre Wählerschaft, die ihnen in Berlin offenbar schon spürbar wegzulaufen scheint, vor den Kopf. Selbst wenn man davon absieht, dass in Berlins Realpolitik das Rot-Rote wirklich mit der Lupe gesucht werden muss, wird nun selbst noch jedes Bekenntnis zum Sozialismus derart verwässert, dass sich keiner mehr auskennt. Man muss es sich mal überlegen: Lederer gibt dem 'Tagesspiegel', beileibe kein Blatt mit nur der geringsten Sympathie für Linke, die Argumente gegen seine Partei an die Hand! Wen will er damit erreichen ?? Kontraproduktiver, ach was: dusseliger, kann man sich im Wahlkampf nicht anstellen! Bisher habe ich in Berlin Die Linke gewählt. Am 18.9. ist wieder Wahl und ich war schon am Zweifeln, ob das noch mal geschehen wird. Jetzt zweifel ich um so mehr! Ich weiß nicht, was noch geschehen könnte, um wieder eine halbwegs überzeugte Hand beim Kreuzchen machen für Die Linke zu haben ... |
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Gute Cross-Referenz: Die Wahl in Berlin
# Habe diese Tage gerade - weil immer mal zwischen Berlin und Rhein/Main/Neckar pendelnd - meine Briefwahlunterlagen erhalten. # Ein Freund - nach Jahrzehnten - kündigte sein Abo des Tagesspiegel. Wowi mag er nicht, der Freund und wer die Linke am Katzentisch wählt, wählt hier wohl eben diesen. Über die kommende GEZ-Ausforschung mit den Stimmen des Landes Berlin muss da nicht mal explizit geredet werden. Insofern, go ahead Lederer... # Künast et al. (damals als AL) kündigten vor gut zwanzig Jahren wegen der Hausbesetzerthematik die Koalition im Momper-Senat. Heute haben sie, die Grünen wie vor ihnen bereits die SPD die Seite der Barrikade gewechselt. No go... # Hehe, nicht alle "Nichtwähler" sind politikverdrossen, im Gegenteil. Nicht wählen, ungültig machen, quer wählen? Ok, ich werd' wohl mit der Zweitstimme die Piraten wählen, vielleicht schaffen die ja diese fünf Prozent. # Mit der Erststimme und für die Bezirksverordneten wird es wohl die Linke. Einige Sympathie ist ja immer noch vorhanden und es kann dabei nicht zuviel schief gehen mit meiner Stimme, oder? |
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Mal was zum Nachdenken:
Was passiert mit (den Resten) der SOZIALEN Marktwirtschaft, wenn das letzte sozialistische Land gefallen ist? |
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Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass, wenn zwei das Gleiche tun, es eben nicht das Dasselbe ist. Und genau in dieser Hinsicht ist es doch müßig, sich darüber Gedanken zu machen.
Man bekommt aus den CDU-Gehirnen es einfach nicht heraus, dass Rot immer das Böse ist und war. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Kalten Krieger weg gestorben sind, dann wird es wahrscheinlich sachlicher. |
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@Tom Strohschneider
Die Linkspartei hat ja ein echtes Problem. Von den Medien wird die Linkspartei immer geschlossener wahrgenommen, gar als linker Block kommuniziert, während die Linkspartei im Inneren einem Erosionsprozess unterworden ist. Da braucht es solcher Glück- und Segenswünsche an alte väterliche Leitfiguren wie Fidel Castro im Rahmen einer Erinnerungskultur, um die bedrohlich zerstreuten Kohorten der Linkspartei wenigstens fauf einen Tag hinter sich zu vereinigen? Warum schlug das nun wie ein Bumerang fehl? Etwa weil es Bundeskanzlerin Angela Merkel unterließ, dem Maximo Leader Fidel Castro mit erhobenem Finger zu seinem 85. Geburtstag ein glückliches Händchen für die restlichen Jahre seiner Lebenszeit zu wünschen? Wohl eher nicht. Nein, was fehlte war eine wirkliche Wertschätzung des Alters an sich und sonders der Person Fidel Cstros durch die Vorsitzenden der Linkspartei, Gesine Lötsch, Klaus Ernst, , die angesichts der z. T. heillosen Entwicklung und gegenwärtig desolaten Wirtschaftslage auf Kuba in aller Solidarität nur kritisch zielführend in der Wertschätzung sein kann. Warum hat die PDS, heute Linkspartei, eigentlich Erich Honecker nicht in kritischer Solidarität per offiziellen Grußbotschaften zu Gebutstagen in seinen letzten Lebensjahren in Chile gratuliert? Irgendwie hat das alles etwas ziemlich ruchlos "Falsches" mit diesen vergifteten Grußbotschaften und protokollarischen Dankschreibungen auf scheinheilig eilig unverbrüchliche Gegenseitigkeit!, oder? |
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PS::
Was hat die Linkspartei eigentlich seit dem Jahre 2005, dem Jahr ihrer Gründung, bekennend wie engagiert für den Aufbau des Sozialismus, die Einhaltung der Menschenrechten auf Kuba getan? Mir ist nichts gegenwärtig. Was sollen bei dieser Leere diese späten Grußbotschaften an Fidel Castro? |
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Hallo Tom, Du kritisierst etwas, was Du gar nicht schlimm findest. Warum?
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@Tom-strohschneider:
Die Widersprüchlichkeit – hier die unbezweifelbaren „Errungenschaften des sozialistischen Kuba“, da der realistische Spielraum und die Abhängigkeit von der internationalen Lage, dort die Anmaßungen eines von älteren Herren kommandierten politischen Systems – hätte man in einem Brief überdies wohl auch besser darstellen können, als es die mediale Logik des getriebenen Reagierens nun gestattet: „Wir brauchen endlich Demokratie in Kuba“, wird Gregor Gysi zitiert und das hört sich dann an wie die üblichen Belehrungen eines sich immer und stets überlegen wähnenden Westens. Ich glaube, die Linke muss grundsätzlicher in ihrer Kritik an Kuba sein und gleichzeitig differenziert solidarisch. Grundsätzlich ist zu Kuba zu sagen, was zu allen Real-Sozialistischen-Systemen zu sagen ist. Das gegeneinander Ausspielen von sozialen Rechten gegen bürgerliche Freiheitsrechte war und ist falsch. Punkt. Ausrufezeichen Sozialistische Demokratien müssen soziale (Recht auf Arbeit, Freiheit von Angst, Hunger, Krankheit etc.) und persönliche/politische Freiheitsrechte (Meinungsfreiheit, Rechtssicherheit, Vereinigungsfreiheit etc.) gewährleisten. HInter diese Forderung geht nichts mehr. Die Anerkennung der herausragenden Verdienste Kubas um wichtige soziale Rechte ( Frei von Hunger, Bildung für alle und Gesundheitversorgung für alle etc.) darf nicht als Rechtfertigung mißbraucht werden, um das Fehlen der persönlichen /politischen Rechte zu beschönigen ala historisch waren die Kubaner nunmal immer unter Druck der USA , des Embargos etc. Auch die europäischen Realsolzialismen hatten ja diesen Mangel, der zu ihrem Untergang führte (nicht nur der).Auch diese standen unter dem Druck des Westens. Fakt ist aber auch , der Kapitalismus leistete sich oder leistet sich in seinen Hauptländern ein hohes Maß an persönlichen/politischen Rechten (natürlich auch erkämpft von Parteien oder Bewegungen) und kennt zwar kein Recht auf (menschenwürdige) Arbeit etc. aber einen relativ hohen Standard an sozialer Absicherung gegen Krankheit, Rente, Arbeitslosigkeit etc.) Fazit: die Anerkennung wichtiger Leistungen Kubas und eine grundsätzliche Kritik seines realsozialistischen Systems schließen sich nicht nur nicht aus, sondern bedingen einander. |
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Sehr geehrter Herr Strohschneider,
zu Ihren konziliant erwähnten "Sachzwängen" denen Kuba untersteht: Natürlich wehrt sich Kuba gegen die Angriffe auf seine Souveränität, nicht nur auf Subversionsversuche seitens USAID und der US-Interessenvertretung in Havanna durch Rekrutierung williger Kubaner über materielle und finanzielle Zuwendungen als "Dissidenten". Schon 1996 schrieb der bekannte US-Linguist Noam Chomsky, Kuba sei das Land, das den meisten Terrorangriffen ausgesetzt sei. Und tatsächlich konnte Kuba 2001 vor der UNO 3.478 Tote und 2.099 Invalide aufgrund von Terroranschlägen bis 1999 nachweisen, ganz abgesehen von dem wirtschaftlichen Schaden, den die Sabotageakte angerichtet hatten, dies alles wurde von paramilitärischen meist in Südflorida ansässigen exilkubanischen Gruppen ausgeführt, ursprünglich trainiert und finanziert von der CIA. In diesem Zusammenhang sei der Fall der „Cuban Five“ erwähnt, die seit nun fast 13 Jahren in US-Gefängnissen festgehalten werden, weil sie unbewaffnet in die USA kamen, um die kubanischen Behörden vor dort geplanten Terroranschlägen zu warnen, lesen Sie, was die „UN-Menschenrechtsgruppe für Willkürliche Inhaftierungen“ dazu schon im Mai 2005 als Beweis einer menschen- und völkerrechtswidrigen Politik dokumentierte, s.: www.freethefive.org/updates/Solidarity/SLUNJudgement_052705.htm , dazu die Presseerklärung von Amnesty International vom 13. Oktober 2010 (die übrigens sogar auch über CNN ausgestrahlt wurde): www.freethefive.org/updates/Solidarity/SLUNJudgement_052705.htm auf Deutsch, s. unter: www.miami5.de/informationen/presse-101013.html und dessen ausführliche Stellungnahme im Brief an den US-Justizminister Eric Holder, s.: www.amnesty.org/en/library/asset/AMR51/093/2010/en/9911673a-a171-49db-b757-581f2fbdfe11/amr510932010en.pdf |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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