Was warst du, was bist du? Bist du nun ein Held? Wo lerntest du dein Heldentum, wer brachte dir dies bei? Nicht diese Welt, die du haßtest, weil sie dich nicht liebte. War es die virtuelle Welt, in der du oft so lustvoll ohne Schmerz und Re...>> mehr
Versuche zum Thema. 1. These: Die Beifügung des menschlicher Körpers als Stimulanzmittel für den Verkauf eines Produktes unterwirft jenen zwar als Mittel zum Zweck der Ware, ist aber noch nicht die Verwendung des Körpers als Ware daselbst, ist noch nicht in direktem unmittelbaren Sinne Ware, sondern deren Hilfsmittel, deren Lockmittel. Freilich kann man erkennen, daß sich diese Lockmittel in der Entwicklung zunehmender Enthemmung befinden. 2. These Der Verkauf von Darstellung unmittelbarer Sexualhandlungen (z. B. Pornographie) oder das Angebot der Verfügbarkeit unmittelbarer Sexualhandlungen (z. B. private Sexkontakte in Internet) kann unmittelbaren Warencharakter haben. Dies ist dann der Fall, wenn die Produktion oder das Angebot tatsächlichen oder quasi-industriellen Charakter hat. Diese Entwicklung scheint durch die Pornoindustrie und das Internet sowohl im industriellen Bereich, aber auch im privaten Bereich so stark befördert zu werden, daß man von einer Vermarktung des menschlichen Körpers als sexuelle Ware in globalem Ausmaß sprechen kann. Die Vorstellungen von Angebot, Verfügbarkeit, Ersetzbarkeit und Unerschöpflichkeit entsprechen den Verheißungen der kapitalistischen Massenwarenproduktion. 3. These Es ist anzunehmen, daß sich diese Entwicklung, deren Präsenz sich der Einzelne in Rahmen der sogenannten Informationsgesellschaft schwerlich entziehen kann, auch Konsequenzen für Eigenwahrnehmung und Eigenverständnis des Menschen von seinem Körper zur Folge hat. Diese bestehen zum einen sicher in einer „gesteigerten“ Wahrnehmung des eigenen und des anderen Körpers auch im Sinne einer Abwendung weg vom Wort zum Bild, aber sicherlich nicht in eine - vielleicht von Moralisten befürchteten - Totalorgie - obwohl doch gerade dies von jenen Angeboten anscheinend nahegelegt wird. Mit einem sexuellen Umsturz ist nicht zu rechnen. Dies liefe den Interessen des Marktes entgegen (allerdings ist dies innerhalb der kapitalistischen Produktion als solches zunächst einmal egal). 4. These Der industriell-kapitalistische Markt schreitet voran und hat sich nun mit gewohnter Gründlichkeit des menschlichen Körpers und all seiner damit verbundenen Tabus bemächtigt. Er hat einen neuen Markt mit Zukunft gefunden: unseren Körper und unsere Sexualität. Die neue Langeweile, ja eine sexuelle Fadheit wird schon spürbar. Der einzige Ausweg: eine gewisse Form der Enthaltsamkeit (als Gegenmodell, als Sinnlichkeit des Nicht-Habens). Bereits de Sade hat darauf hingewiesen, daß die Begierde sich selbst erstickt, wenn sie kaum entstanden, schon befriedigt wird.
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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