Für Verbraucher wäre es nur recht und billig, wenn die Kennzeichnung zur Energieeffizienz alle Angaben einer vollständigen CO2-Bilanz bezogen auf einen Produktlebenszyklus enthielte. Wird ein Kühlschrank üblicherweise acht Jahre eingesetzt, sollte nicht nur erkennbar sein, welcher Energieeffizienzklasse er angehört, sondern welcher Aufwand für die Produktion und den Transport betrieben wurde. Erst die Gesamtschau der Werte aus Ressourceneinsatz, Transportaufwand und Betriebsdauer schaffen die für eine Kaufentscheidung notwendige Transparenz. So manches A-Vielfach-Plus-Gerät fände sich auf einem mittelmäßigen Rang wieder, weil die Produktionsmittel veraltet, Transportwege sehr lang, die Transportmittel energieintensiv sein mögen oder der Ressourcenverbrauch im Erzeugerland nicht eingepreist werden muss. Warum einen neuen Kühlschrank anschaffen, wenn der CO2-Ausstoß der Herstellung im Vergleich zum bisherigen Gerät die Einsparung während der Verwendungsdauer nicht nachweislich unterschreitet? Merkwürdig, dass bei den Diskussionen über die Schrottprämie für Fahrzeuge dieser Aspekt außen vor bleibt. Der größte Anteil des CO2-Ausstoßes fällt während der Produktion eines Fahrzeuges an - wie bei vielen industriell gefertigten Waren. Diese Daten gehören in die Kennzeichnung eingerechnet. Nicht so einfach? Vielleicht. Die Schwierigkeit liegt weniger im mathematischen Modell als dem mangelnden Wissen über den tatsächlichen Ressourceneinsatz. Statt mehr oder weniger verdeckter Absatzförderungsprogramme für Hersteller von Haushaltsgeräten und Fahrzeugen wäre eine transparente Grundlage für eine Kaufentscheidung zielführender. Daraus entsteht eine Mündigkeit in meinem Kaufverhalten, aufgrund derer ich bemessen kann, ob eine Neuanschaffung sinnvoll ist oder der gute, seit vielen Jahren vor sich hin blubbernde Freund noch ein paar Jahre weiter kühlen darf.
Furiose Tremorpoesie entsteht nicht aus Phasen allseitiger Glückseligkeit – mitnichten – stets hier und jetzt aus der Tiefe des Gefühles, voller Mißachtung der Dinge, ihres Laufes und ihrer ach so zwingenden Sachen. Wir möchten erkannt werden in den eigenen Fähigkeiten, die Reduzierung auf Wahrnehmung überwinden, die Verbindung zwischen der Innen- und Außenwelt sichtbar machen. Und wenn die durchsozialisierte Brille uns am Erkennen hindert, bleiben Ruhepunkte, die zeitlos währen. Der Dogenhof scheint ein solcher zu sein – sehr schön. Helmut Schödel zeigt a bisserl Milieu nach Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald" und vermeidet die Koketterie mit Henscheids Furiosum "Dolce Madonna Bionda". Dazwischen ist so viel Gelegenheit, sind so mannigfache Spielarten. Das Wollen über ein stetes Einwirken solch wunderbarer Orte bleibt allein uns überlassen. Und wir entscheiden selbst, ob jeder von uns beizeiten aus der Geschichte fällt.
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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