Rezension zu Monsieur Rainer, „Der Winkeladvokat“
Fangen wir mit einem zweischneidigen Kompliment an: Dieses Buch eignet sich zur TV-Verfilmung. Tatsächlich verfilmt werden wird es allerdings nicht, denn in den alles andere al...>> mehr
Rezension zu Sprang/Nöllke „Aus die Maus“
In Zeiten wie dieser, mit zunehmenden Laubbefall, abnehmender Baumkronendichte, zunehmender Schweinegrippe-Neurose, abnehmender Sichtweite (Nebel!) sowie alsbald Feiertagen wie „Volkstra...>> mehr
Wenn man denkt, die gestrige längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts habe noch ein wenig länger werden wollen und sich in einem Anflug von Geschmacksverirrung in die Kleinstadt Kehl verirrt... Wenn es aber dann doch nur Gewitterwolk...>> mehr
Leider sind Manager meist arme Hunde. Schon vor langem bekamen sie die Formulierung „Nieten in Nagelstreifen“ auf den Deckel. Zwischenzeitlich wird ihnen außerdem vorgeworfen, nicht nietenhaft genug zu sein. Denn Nieten sind zusammenhaltende ...>> mehr
„Wahlprogramme liest doch sowieso keiner“ (Oskar Lafontaine)
Schwein gehabt – keiner hat’s gemerkt. Die FDP hat seit 14 Tagen ihr „Deutschlandprogramm 2009“ für die Bundestagswahl. Wie es sich für ein rech...>> mehr
Zu (a) kann ich, wie gesagt, eigentlich nichts sagen, bei (c) fällt mir sofort meine eigene Steuererklärung ein, wo man in Anlage S durchaus „genaue Berufsbezeichnung oder Tätigkeit“ samt Gewinn angeben muss. Dort dürfte ab einem hohen sechsstelliger Betrag auch ein schnarchnasiger Finanzbeamter hellhörig werden. Und das sage ich, obwohl ich durchschnittlich alle zwei Jahre gegen die Behandlung meiner Anlage S Einspruch einlegen muss! Hauptsächlich verlassen würde ich mich auf (b), den Arbeitgeber. Nicht unbedingt wegen (im Fall einer AG) kritischer Aktionäre oder Wirtschaftsprüfer. Sondern wegen des „psychologischen Hebels“: Wie steht ein Nachfolger da, der seinen Vorgänger noch als (hochdotierten) Berater hat? In hochdotierten Sphären dürfte die Eitelkeit und Überzeugtheit hinsichtlich eigener Ideen besonders ausgeprägt sein, „und alle meine Vorgänger waren eh Luschen“. Beispiel Daimler: Zetsche macht das meiste rückgängig, was Schrempp verbrochen hat. Schrempp machte das meiste rückgängig, was der Vorgänger Reuter verbrochen hatte, und Daimler zur shareholder-value-orientierten Welt AG. Und Reuter hatte zuvor die „Vision“, Daimler in einen integrierten Technologiekonzern mit mehr als Autos zu verwandeln. Zumindest in diesem Beispiel habe ich nicht den Eindruck, dass einer der drei sehr auf eine Beraterfunktion seines jeweiligen Vorgängers erpicht gewesen sein könnte. Und ich kenne auch privat keinen „leitenden Angestellten“, der besonders scharf darauf wäre, Ratschläge von seinem jeweiligen Vorgänger anzunehmen. Normalerweise sind die Ratschläge eher unerbeten und nervig ;-)
... für die es aber bereits vorhandene Regeln gibt. Allerdings kann ich auch hier nicht recht beurteilen, inwieweit diese Regeln übertragbar und/oder wirksam sind.
Was passiert denn, wenn er die 25mio in den Sand setzt und hinterher pleite ist? Beginnt er dann von neuem? Oder bleibt es bei der hohen Steuer? Das ist natürlich nur eine Detailfrage, prinzipiell fin...
Das Modell wäre so gedacht, dass es bei der hohen Steuer bleibt, wobei (wie bei allen anderen Steuerzahlern) das Existenzminimum natürlich steuerfrei bleiben würde. Man könnte es als nachträglichen Steueraufschlag für jemanden ansehen, der durch "Unfähigkeit bei Selbstständigkeit" im nachhinein einen Hinweis darauf gibt, dass er auch zum Zeitpunkt der abhängigen Beschäftigung zwar ein hohes Gehalt bezogen hat, aber kein Leistungserbringer i.e.S. war. Offen gestanden war ich versucht, bei den tags noch "Satire?" / "Provokation" hinzuzufügen, weil ich mir selbst nicht ganz sicher bin, ob diese gegen 4 Uhr früh auftauchende Idee sinnvoll ist. Auch ich warte also auf "jemand[en], der mehr Ahnung hat als ich" ;-)
Erfolgreich in Film, Musik und Literatur ist vor allem das, was KonsumentIn so ähnlich bereits kennt, womit man sich identifizieren kann, worin man sich wiederfindet, wozu man sagen darf: „Genau so ist es (bei mir auch)!“ Hensel drückt das so aus: „Du bis einer von uns, und du bist Kunst!“ KonsumentIn bezahlt also nicht für den Kunstgenuss, sondern für eine Art Psychotherapie zur Bekämpfung von Minderwertigkeitskomplexen: Man möchte etwas Besonderes sein. Paradoxerweise ist hinzuzufügen: ...was nichts besonderes ist. Kunst geht anders. Enzensberger antwortete im „Spiegel“ (1/2008) auf die Frage, was er gerne lese, er freue sich jedes Mal, wenn jemand das Mittelmaß überschreitet. „Was meinen Sie mit Mittelmaß?“ „Na, wenn es um die Freundin geht, die einem davongelaufen ist, oder um irgendwelche Ehebrüche, diese ganzen blöden Toskana-Romane. Wenn aber jemand sagt: ’Ich habe da etwas, was ihr noch nicht gehört habt.’ Das ist doch viel schöner.“ Allerdings weniger erfolgreich. Wäre die Enzensbergersche Erzählt-mir-Geschichten-die-ich-noch-nicht-kenne-Haltung nämlich Mainstream, sähen die Film-, Musik- und Literatur-Charts ganz ganz anders aus...
Stellenweise (unfreiwillig?) amüsant, an einer Stelle bis zum Makabren: „die Leiche breit getreten worden.“ – Meine Phantasie ist zwar pervers, aber eine breit getretene Leiche mag ich mir nicht wirklich vorstellen...
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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