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in Kooperation mit freitag.de

31.05.2011 | 11:25

PROSANOVA 2011 - Der Festivalrapport

 

Und dann kam der Regen doch: Stand Freitag abend, 20 Uhr sind die Wiesen an der Mackensen-Kaserne durchnäßt.

Aber die junge Literatur glüht: Nach einer durchwachsenen Gegenschuss-Lesung, bei der nach einem internen Teilnehmer-Disput weder Yevgenij Breyger, Rick Reuther, Daniela Seel, Kevin Kuhn, Judith Keller noch Andy Strauß den Prosanova-Pinguin gewannen, ging dieser an den Mann mit der größten Nase Hildesheims. Gefeiert wurde trotzdem, was das Zeug hielt.

Dann der Festival-Freitag: Von einem Vortrag über die Kulturgeschichte der Scheiße zum Frühstück über Behördengänge und die langersehnte Dreierlesung ohne Clemens J. Setz, der krankheitsbedingt ausfiel, zu einer packenden Dunkellesung mit Guy Helmiger, die dieser mit Grabesstimme beendete: Es werde Licht!

Zwischen Festival-Zentrale, Panthergebäude, Pinguinkomplex und einem mysteriösen Schlafzelt ist Vollzeit-Rush-Hour: Autoren, Kritiker, Kulturwissenschafts-Studenten und zwischendurch ein weißes Pferd verwandeln Hildesheim in einen Taubenschlag der Literaturszene.

 

Dann das Wochenende: Wolken und Wind, trotzdem sommerliche Leseinseln. Elefantenrunde, Fadenspiele und die Wacht am Totengrund. Wer sich aus dem Schlafsack schält, kann was erleben: Zum Beispiel eine Diskussion über Medienpolyvalenz und den Autorbegriff in der Frühstücksrunde mit Christian Schärf. Wem das zu theoretisch ist, der schläft aus und trifft sich bei der Insellesung wieder mit Prosanova-Autoren Andreas Stichmann, Sebastian Polmans, Konstantin Ames und vielen mehr auf der Wiese hinter der Kaserne. Auf der Elefantenrunde zum aktuellen Stand der Lesung im Literaturbetrieb wurden sich Stephan Porombka, Thomas Böhm und Jörg Albrechtn nicht recht einig: Ist Prosanova die Zukunft der Lesung? Oder multimedial inszeniert und durchchoreographierte Literatur nur eine Anwendungsart unter vielen? Eine voreilige Bilanz war vielleicht das Ziel, Konsens wurde nicht gefunden. Was aber auch gar nicht so schlimm ist.

Lino Wirag sammelt Assoziationen für das Fadenspiel...

... und setzt Hendrik Jackson und Uljana Wolf darauf an. Keks, Alter, Keks!

Vor dem zunehmenden Wind sodann die Flucht nach vorne zum Fadenspiel: Lino Wirag erstellte als Zeremonienmeister in wortsinnig aufgeheizter Atmosphäre einen assoziativen Textkörper, der von Uljana Wolf und Hendrik Jackson alsdann durch Kürzung in ein Gedicht verwandelt werden mussste: »auf dem waschbenn/kirschkernhagel« war nur eines von vielen komplex-surrealen Bildern, die sich auf diese Weise ergaben. Dann hastig zur zweiten Dunkellesung, diesmal mit Dieter M. Gräf, der mit derb-politischen Gedichten überraschte. Und die dritte Hauptveranstaltung, »Wacht am Totengrund«, kann man wohl am besten bildlich wiedergeben:

Mehr Bilder von der Prosanova 2011 gibt's in der Fotostrecke:

Vor dem Behördengang: Sie werden Ihrer Lesung zugewiesen!

Im Behördengang: Hendrik Jackson...

...Leif Randt...

... und Svenja Leiber!

Lieblingsbücher in der Leselounge

Der Poetree mit selbstgeschriebenen Schreibmaschinentexten

Christian Fillips, Elke Erb und Bo Wiget klären Haushaltsfragen

 
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