TUBUK

in Kooperation mit freitag.de

23.08.2010 | 11:23

Sommergeschichten bei TUBUK: In der Eisdiele mit Ulrike Almut Sandig

„Johnny dreht den Kopf. Aber nicht bis zu mir, sondern nur bis zum Eiswagen, der am Teichufer steht und ein paar Tretboote verdeckt.“ (Foto: Philippa Crabbe)

Die Leipziger Autorin Ulrike Almut Sandig gibt Auskunft über ihre Sommervorlieben und ruft dazu auf, einen ernsthaften Blick in die Schlagzeilen zu werfen.

Liebe Ulrike, in deiner Geschichte „Mond“ aus dem Band Flamingos bestellt die Hauptfigur eine Kugel Karamel, eine Tiramisu, eine Amaretto und eine Stracciatella. Welches ist deine Lieblingssorte?

Schokolade ist einer meiner Evergreens. Bei Vanille kommt es drauf an, aber einen guten Eisladen erkennt man ja nicht daran, wie viele knallbunt gestreifte Eissorten er anbietet, sondern wie das Vanille-Eis schmeckt. Überhaupt mag ich die einfachen Eissorten, auch wenn ein guter, achtjähriger Freund von mir immer vom Gurken-Eis schwärmt, das er auf seiner Thailandreise gegessen haben will. Und ich mag das Schild eines Leipziger Eisladens, das bezeichnenderweise in Kniehöhe unter der Durchreiche hängt und auf dem steht „Hundeeis im Angebot“.

Um bei der Geschichte zu bleiben: später geht es ja noch an den Badesee. Auch deine erste Wahl, oder gehst du lieber ins Freibad?

Ich wohne seit ein paar Monaten in direkter Nachbarschaft zu einem Freibad und nehme mir ständig vor, einmal hinzugehen, weil es da so schön ordentlich aussieht, weil sie einen Sprungturm haben und weil es eben um die Ecke liegt. Am Ende lande ich dann aber weder im Freibad noch im Badesee, sondern im Bodensee oder, so wie in dieser Woche: in der Ostsee. Ich will damit sagen, dass ich mehr Zeit zu Hause verbringen sollte.

Diesen Sommer schon mal einen richtig fiesen Sonnenbrand gehabt?

Ja. Panthenol hilft.

Was ist dein Lieblings-Reiseziel, wenn es um Sommerurlaub geht?

Die Ostsee. Ich bin sogar gerade da und beantworte die TUBUK-Fragen von einem gnadenlos überhitzten Hotelcomputer aus.

Und zuguterletzt: Was sollte man sich diesen Sommer auf keinen Fall entgehen lassen?

Einen Blick in die Schlagzeilen. Pakistan steht zu einem Drittel unter Wasser. Zehntausende sind von der Außenwelt abgeschnitten, bis zu eine Million Betroffene warten auf Hilfe, aber nach Angaben der UN konnten in den Flutgebieten erst rund 500.000 Menschen mit dem Notwendigsten versorgt werden. Trotzdem war gestern in der taz zu lesen: „Die Deutschen spenden zu wenig für die pakistanischen Flutopfer, viel weniger als nach dem Erdbeben auf Haiti oder nach dem Tsunami. Sagt Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Sagt die Diakonie. Sagt Caritas. Sagt so ziemlich jeder, der irgendwie damit befasst ist.“ Ich fordere also die Freunde und Freundinnen der guten Literatur auf, das Gegenteil zu beweisen. Damit Euer Geld auch da ankommt, wo es hingehört, überweist Eure Unterstützung am besten an das Bündnis Entwicklung Hilft. Das ist ein Zusammenschluss von Brot für die Welt, terre des hommes, der Welthungerhilfe, Miserior und medico international, die alle über das DZI-Spendensiegel verfügen, das eine transparente und effiziente Verwendung der Spendengelder garantiert. Alle Spendengelder werden ohne Abzug von Verwaltungskosten, das heißt zu 100 Prozent an die Bündnismitglieder und Bündnispartner weitergeleitet. Hier geht es zum Spendenformular.

Von Ulrike Almut Sandig gibt es nicht nur Sommergeschichten, sondern auch ein Sommergedicht: „Im Juli“, zu finden im Band Streumen, kann man sich als ganz besonderes Hörstück hier anhören. Und Ulrike Almut Sandigs Prosadebüt „Flamingos“ gibt es hier bei TUBUK, genauso wie ihre ersten beiden Gedichtbände Streumen und Zunder.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
TUBUK schrieb am 26.08.2010 um 12:55
Zum Thema: Jörn Dege im Kulturteil über Leipziger Lyriker: www.freitag.de...funkkontakt-bestehen
TUBUK
TUBUK bietet einen neuen Zugang zu Büchern aus der unabhängigen Verlagsszene und zu zeitgenössischer Literatur.
Mitglied seit:
2 Jahre 7 Wochen
Zuletzt aktiv:
29.02.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 37
Kommentare: 3
Mein Projekt:
Logbuch
22:45
jesper mikkel kjaer hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
22:44
Theda hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:31
lothar.ackermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:29
lothar.ackermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:27
Diander hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG