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in Kooperation mit freitag.de

12.08.2010 | 13:59

Wilde Geschichten: Ein Gespräch mit Constantin Göttfert

Constantin Göttfert pendelt momentan zwischen zwei Welten: er ist in Wien, Schwaz und Klagenfurt als österreichischer Nachwuchsliterat in Erscheinung getreten. Parallel studiert er am renommierten Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ebenfalls im Leipziger poetenladen ist jetzt sein zweiter Erzählband In dieser Wildnis erschienen, den wir zum Anlass für ein Gespräch genommen haben und außerdem als die perfekte Lektüre für Dachse empfehlen (siehe Bild!).

Hallo Constantin, die Erzählungen in deinem gerade erschienenen Buch „In dieser Wildnis“ kreisen um zwei großen Themen: Familie und Katastrophen. Wie kommt es gerade zu dieser Kombination?

Das liegt daran, dass diese zwei Themen direkt miteinander verbunden sind. Die Statistiken belegen ja eindeutig, dass die meisten Gewaltverbrechen innerhalb der Familie passieren. Allzugern möchten wir den Übeltäter, der die Katastrophe verursacht, im Fremden sehen, der von außen in unsere heile Familienidylle eindringt. In Wahrheit ist es jedoch so, dass diese „Katastrophenbringer“ bereits der sogenannten „heilen Familie“ innewohnen. Der typische Vergewaltiger etwa ist nicht der fremde Unbekannte, der eine Frau im Park anfällt, sondern der Ehemann, Freund oder Liebhaber dieser Frau. Das gleiche gilt für Kindesmissbrauch, körperliche wie seelische Grausamkeiten. Nicht der Fremde ist das Monster, sondern wir selbst sind das Monster.

Dein Buch ist ja im Leipziger Poetenladen erschienen. Trotzdem ist es nicht zu übersehen, dass die Geschichten alle einen starken Österreich-Bezug haben. Welche Rolle spielten diese beiden Orte beim Schreiben deiner Geschichte?

Dass meine Herkunft aus Österreich sich so stark auf die Texte auswirkt, war mir gar nicht bewusst. Ich habe die letzten drei Jahre in Leipzig gewohnt und dachte, dies würde sich möglicherweise auswirken. Wahrscheinlich hat es das auch. Die Themen meiner Texte sind aber, so denke ich, nicht nur auf Österreich bezogen. Ich habe viele Beobachtungen, die schließlich zu größeren Notizen und dann zu Texten führten, ja auch in Leipzig gemacht: auf Reisen, in Gesprächen und Begnungen.

Bist du jetzt im Sommer denn auch gerne in der „echten“ Wildnis unterwegs oder zieht es dich eher an den Strand?

Ja, auf jeden Fall. Ich liebe die Natur. Ich komme eben von einer Reise durch das tschechische Riesengebirge. Wenn man vom Gipfel des Sněžka über die Wälder blickt – das ist schon wunderschön!

Und hast du noch einen Tipp auf Lager, was man sich diesen Sommer auf keinen Fall entgehen lassen sollte?

Ja! Dorothee Elmigers Debütroman Einladung an die Waghalsigen.

Constantin Göttferts Erzählungsband "In dieser Wildnis" ist im poetenladen Verlag erschienen, hat 128 Seiten und kostet 16,80 €. Zum Buch bei TUBUK »

 
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