Tycho

Tycho's Piiiioooongs

01.07.2011 | 10:57

Der Zusammenprall.

Im Grunde dauerte alles nur wenige Augenblicke: Während der Kieler Woche befindet sich der Stand der Gosch Kette an der Kieler Wasser Linie, inmitten von vielen Jahrmarktsbuden. Es liegen dort zwei alte Schoner vor Anker, auf denen ebenfalls die lukullischen Gaumenfreuden von Gosch serviert werden: Teuer und für Kenner von zweifelhafter Qualität, kann man hier direkt am oder über dem Wasser sitzen und gehört für die Dauer des Verbleibens ein wenig dazu. Zur Kieler Szene der Schönen und Erfolgreichen. Darunter sind jene unauffälligen Kieler Bürger, die exzellent situiert scheinen, als auch eine Art Boheme Szene, die entweder durch maritimen Pseudoschick, den teuren Poloshirts und Nobeldruckhemden und Segelschuhe auffallen, als auch durch Tweed Pullunder, Clubsakkos und Golfbekleidung ins Auge fallen. Auf den Tischen befinden sich Weißweinflaschen, Champagner und Meeresgetier zur Belustigung. Kurz gesagt, man trifft sich hier, wenn man Rang und Namen hat.

 

Das interessante ist nun, dass sich zwischen Gosch Stand und den Verzehrschonern die Jahrmarktsschlange hindurch schlängelt mit all dem Pack, was sich so auf Jahrmärkten tummelt.

Zum Beispiel eine etwas ältere, schwer untersetzte, hypertonische Dame mit Lidltüte, die in ihrem Vorwärtsdrang plötzlich bemerkt, was beim Passieren des Gosch Standes auf den Teller liegt und in den Gläsern prangt. Die gut begüterten Hanswürstchen in den Club-Sakkos, die alternden Playboys mit Afro-Brasilianerinnen an ihrer Seite, begutachten jedoch ebenso, wer an ihnen vorbei zieht.

Im Grunde dauert alles nur wenige Augenblicke, doch sie scheinen sich, schaut man nur genau hin, ins unendliche zu strecken. Man schaut sich für einen Sekundenbruchteil gegenseitig ins Antlitz. Gewiss tun beide Parteien dies mit einem Ausdruck tiefer Verachtung. Man mag meinen, dass der eine Blick herab fährt, während der andere herauf reicht, doch das ist nicht nur unerheblich, sondern schlichtweg falsch.

Es ist ein Unverständnis. Es ist die Aufwiegung des ordinären Fischbrötchens gegen die Hummerhälfte bei Veuve Cliquot. Im Wesentlichen gibt es nämlich nichts, was die untersetzte Dame mit Lidl Tüte und Damenbart von dem alternden, haarlichtemPlayboy mit brasilianischer Leuchtreklame in ihrer Rollenfigürlichkeit zu unterscheiden vermag. Mehr noch, die Art der gegenseitigen, stereotypen Wahrnehmung, lässt sie beide in jenem Augenblick des scheinbar kulturellen Clash eins werden. Ja, sicher, das finanzielle Potential unterscheidet sie beide. Das Äußere. Aber eben nichts Wesentliches im gegenseitigen Augenblick. Stimmt mich das hoffnungsvoll? Ein wenig. Hoffnung worauf? Das ist die große, weil interessante Frage daran. Vielleicht ist es die strukturelle Gleichheit der gegenseitigen Wahrnehmung, die eine gleichartige, binäre Form des Sein Wollens offenbart. Und gleich dahinter logischerweise das Türchen aufsperrt, was wirklich gemeinsam sein könnte, wenn man schon nicht derselben Schicht angehört. Der Wunsch nach Gesellschaft? Nach Aufenthalt am Wasser? Der unverhohlenen Neugierde, wiewohl diese auch emotional gespickt sein mag, aufeinander?

Und zu was macht mich meine Beobachtung? Was ist für mich noch oben und unten, links oder rechts? Sind diese Gedanken gefährlich?

 
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Kommentare
koslowski schrieb am 01.07.2011 um 11:40
Dass Gosch und Lidl, Veuve Cliquot und Flens aufeinander neugierig sind, wäre ja eine optimistische Hypothese. Man trifft sich halt bei manchen Events, und da sind Momente mit flüchtigen Blicken aufeinander unvermeidlich.
Gutes Blog übrigens.
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 08:44
hallo Koslowski,

falls Sie mal die Kieler Woche besuchen mögen, kann ich den Flaschenhals bei Gosch nur empfehlen. Man kann da wirklich schön sitzen und die Szene beobachten. Eine Orangina in der Glasflasche ist für zwei Euro fünfzig Cent zu erstehen und ab und zu gibt es ja auch exzellentes Wetter während der Segelregatta.
luzieh.fair schrieb am 01.07.2011 um 12:02
Es gibt sicher Leute, die würden behaupten, die beiden (Hummerhälfte und Fischbrötchen, bzw. Prada-Tasche und Lidl-Tüte) sind durch eine...wie nennen die es noch...ach ja: Leitkultur miteinander verbunden.
Vielleicht ist es aber auch eine Leidkultur...man guckt sich abschätzig an und denkt sich: ach, der Arme: harte Schale-weicher Kern
...also der Hummer.
Rahab schrieb am 01.07.2011 um 12:11
ha!
das braucht kein event. eine rundfahrt bei lidl, aldi und real in Berlin-Zehlendorf reicht völlig. dann weißte, wer da einkauft. und was!
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 08:48
hallo Luzieh, hallo Rahab,

Leitkultur? Die Sylter Franchise Kette als Leitkultur, oder jene, die sich dort treffen, als Träger einer solchen? Tja, wen leiten die dann? Sich selbst vermutlich. Mit Leitkultur kann ich nicht so viel anfangen.

@Rahab

Kennste den versauten Witz über Real?
Einmal drin, alles hin!

chchch
luzieh.fair schrieb am 02.07.2011 um 22:11
"Mit Leitkultur kann ich nicht so viel anfangen."

Das solltest Du auch nicht...das sollte niemand.
Jan Fremder schrieb am 01.07.2011 um 13:53
@Tycho
Zitat: "Stimmt mich das hoffnungsvoll? Ein wenig. Hoffnung worauf?"

Hoffnung auf eine Entwicklung außerhalb von "Gated Communities". Das beschriebene Event zeigt den Unterschied zwischen eben D und Teilen der USA. Solange noch gemeinsam Veranstaltungen besucht werden, ist nicht alles verloren.
Lidl-Dame und Yuppie stehen nebeneinander, ohne dass der eine sich durch einen Kreis von Personenschützern abschirmen lässt und die andere sich auf ihn stürzt, um ihm die Brieftasche zu entreissen.
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 08:55
Hallo Jan,
right, die "Superreichen" tummeln sich wohl kaum bei Gosch. Trotzdem ist der Flaschenhals dort schon spannend wegen des finanziellen Gefälles.

Bei denen, die sich in die gated coms zurückziehen sind die Vermögensverhältnisse aber auch schon abstrakt und vielleicht sogar für die menschliche Existenz an sich kontraproduktiv im Sinne von "sich überall bewegen können". Quasi wie eine Art Behinderung an sich selbst.
ed2murrow schrieb am 01.07.2011 um 21:59
Hi Tycho,

gern gelesen. Weil das ist, was sich im Wintersport alljährlich in Zürs, St. Moritz und Zermatt zelebriert als Exklusiv (wörtlich: ausschließend) mit Mahlzeiten auf der Skihütte ab 150 CHF ohne Getränk(e) oder in Reisen auf die Seychellen bzw. Mauritius ab 8.000 Euronen all inclusive (wörtlich: alles einschließlich, Subtext: außer der Plebs). In einem Wort: Ausgrenzend.
Die Kehrseite - (Edel)Prostitution, Drogenmarkt at it's best, Versorgungshurerei. Wenn in Deutschland etwas in Mode kommt, ist es bereits hoffnungslos demodé. Wundert mich, dass Gorch Fock zum Skandalon werden konnte? Nicht wirklich.
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 09:01
Hallo Ed,

Ausgrenzend. Hmm. Die Kieler Woche ist zuallererst ein Volksfest. Freßstände, Jahrmarkt,...in Kiel schon sehr schön: Auf dem Rathausplatz ist so eine internationale Mampfmeile. Australien, Ghana bis Polen: Alkohol und Spezialitäten aus den betreffenden Ländern. Die Plebs nähert sich über Land und die gut betuchten Besucher über das Wasser.

Aber was ist dazwischen?
iDog schrieb am 01.07.2011 um 23:46
lieber Tycho, diese Gedanken sind nicht gefährlich, sie sind distanziert und orientierend, analytisch und in einer Weise vorgebracht, die jeder verstehen kann - ein sehr ausdrucksstarker Text ... ein Demaskierung der ordinären Aspekte eines gesellschaftsweiten Brainwashs vielleicht.
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 09:25
Hallo iDog,

also für mich selbst erachte ich die Gleichsetzungen schon für gefährlich, oder zumindest für eine Art politische Flucht nach innen. Kritikpunkt kann ja sein: Gleichmacherei. Einstampfen der Unterschiede. Im Grunde picke ich mir ja auch nur die Hypertonikerin und den alternden Playboy heraus. Das alles ist aber noch viel komplizierter oder komplexer. Glaub ich. Am Reich-Sein oder Arm-Sein an sich ist doch auch nichts gutes oder schlechtes.

Und hey, dieser alternde Playboy: Ich mache mich über den Mann lustig, aber ich kenne den ja gar nicht. Ich mache mich nur über das Äußere lustig.

Ein wenig Annäherung vermag ich erst in der Interpretation des Blickes zwischen ihm und der Lidl Dame vorzunehmen. Und selbst dabei steckt soviel von mir selbst drin: Von meinen Vorstellungen und Meinungen.
Tja, irgendwie muss ich dann aber doch die Kurve über den Selbstzweifel noch kriegen und Stellung beziehen.
Schwierig.
iDog schrieb am 02.07.2011 um 10:38
lieber Tycho, jedes Ding hat natürlich 2 Seiten. Ich habe das so gelesen, dass du eben nicht die 2 Klassengesellschaft betrachtest, sondern die zur Funktion eines Herrschaftssystems reduzierten Kontrahenten oder Stereotypen einer ausdifferenzierten Unterschicht von Abhängigen und Subalternen mit jeweils beschränktem Spielraum und propagiertem, um nicht sagen programmiertem Selbstverständnis - im extrem hier die selbstherrlichen Darsteller einer Yellowpress-Soap von Eintänzern und da die Abonnenten dieser "Wirklichkeit".

Indem du nun diese Positionen relativierst, und so habe ich das empfunden, wird ihre Funktion, welche erst den Durchgriff der Elite ermöglicht, als einerseits Pseudoantagonismus andrerseits als (Alb)Traummaschine klar.

Mit andren Worten: nicht du stampfst die Unterschiede ein, sondern du beschreibst bewusst oder unbewusst, dass sie rein strukturell-funktioneller Natur sind und sich möglicherweise in unfreiwilliger Auflösung befinden durch ihre sich verstärkende Offensichtlichkeit und ihren daher desillusionierenden Charakter.

Was unterscheidet schon das immer gleiche Publikum der Show von deren Darstellern. Du sagst es: der Aufdruck auf der Tasche, der Inhalt der Gläser ... und wenn man zynisch weiter gehen wollte, das zwanghafte Aufeinanderangewiesensein in scheinbar aussichtsloser Kreisläufigkeit des ewig unbefriedigten Wunsches nach ...
Tycho schrieb am 03.07.2011 um 23:42
Ambivalenz des Polysemiotischen? Aber dann ist's auch fast schon kaputt-analysiert. Immer wieder interessant dich zu lesen, iDog.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.07.2011 um 00:50
Hallo Tycho,

danke für diesen nachdenkenswerten Beitrag.

Ich frage mich dabei immer wieder (und die Frage stelle ich jetzt Ihnen, vlt. haben Sie eine gute Erklärung dazu), mit welcher Berechtigung Differenzen in Hierarchie gebracht werden?
Das Problem ist dabei, dass es nicht bei einer Feststellung von Unterschieden bleibt, sondern dass diese ständig bewertet werden, was zur Pathologisierung (und Hierarchisierung) von Differenzen führt.

VG
Tycho schrieb am 02.07.2011 um 09:45
Hallo Frau Smilla,

das mit den Hierarchien sehe ich folgendermaßen:

Hierarchien gibt es. Sie machen Sinn im Sinne von Möglichkeiten. Wie innerhalb einer arithmetischen Reihe. In der Eins kann die Drei mehrmals vorkommen.
Daraus aber Rechtsgüter abzuleiten widerstrebt meinem Rechtsverständnis und das ist ja auch nicht wirklich stets Gesetzmäßigkeit. Besonders bei abstrakten Vermögensverhältnissen, die erst im Vergleich immanent werden, wirkt es abstoßend.
Im Bildungsstand verhält es sich, meiner Meinung nach, ähnlich: Niemand muss mir automatisch sympathisch sein...Oberflächlichkeit ist die Ermangelung der Wahrnehmung der übrigen Achsen des Seins.

So kann eine San Barth Koks Party bestimmt super öde sein. Also die Möglichkeit dazu besteht durchaus und wird nicht genichtet durch das Potential einer solchen.

Dieser Akt der Bewertung. Oh ja. Genau das ist mein Problem. Alle Empirie wird bewertet. Ich jedenfalls bewerte ständig und am laufenden Band. Ich zimmere mir den ganzen Kram so zurecht, bis ich meine, mit meinem Bild der Dinge zufrieden zu sein. Und dann kommt im Gespräch jemand vorbei und tritt mir dieses Kartenhaus zusammen. Dieser neue Winkel der Betrachtung ist für mich wohl das wichtigste innerhalb von Kommunikation und Meinungsbildung.
Wahrheit. Oh je! Was ist wahr? Mir fällt es jedenfalls leichter, auszuschließen, also festzustellen, was garantiert nicht wahr sein kein.

Es gibt solche Momente, die ich durchaus magisch oder besonders finde, und zwar dann, wenn sich Menschen innerhalb eines scheinbaren Gefälles oder Steigung treffen und gezwungen sind, miteinander zu interagieren. Ob das nun finanzielle, intellektuelle oder andere Unterschiede sind. Ohja, und die bewerte ich durchaus und ordne das in Gedanken schon in Arten von Hierarchien zu: Der und die sind jenem überlegen, und so weiter,..doch das ist immer nur eine Funktion, ein bijektives Abbild einer Wertigkeit. Dem Menschen wird man damit nicht gerecht und ganz übel: Daraus dann irgendwelche Rechte oder Pflichten abzuleiten. Das ist misanthrop. Für mich wenigstens.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.07.2011 um 23:06
"Es gibt solche Momente, die ich durchaus magisch oder besonders finde, und zwar dann, wenn sich Menschen innerhalb eines scheinbaren Gefälles oder Steigung treffen und gezwungen sind, miteinander zu interagieren. Ob das nun finanzielle, intellektuelle oder andere Unterschiede sind. Ohja, und die bewerte ich durchaus und ordne das in Gedanken schon in Arten von Hierarchien zu: Der und die sind jenem überlegen, und so weiter,..doch das ist immer nur eine Funktion, ein bijektives Abbild einer Wertigkeit. Dem Menschen wird man damit nicht gerecht und ganz übel: Daraus dann irgendwelche Rechte oder Pflichten abzuleiten. Das ist misanthrop. Für mich wenigstens."

Ja, so ist es. Bijektives Abbild und vor allem dem Menschen damit nicht gerecht werden - da Kontexte immer relativ und/oder relational sind.
Und, egal, ob arm oder reich:
Kleine Menschen sprechen übereinander, mittelmäßige Menschen sprechen über das Wetter, große Menschen sprechen über die Zukunft.
Rosalix schrieb am 02.07.2011 um 10:01
Lieber Tycho! Ja, diese Gedanken sind es: gefährlich. In dem Moment in dem du anfängst Über das "Gleiche" das in jedem steckt, nachzudenken, wird es das. Wer ist nochmal der Mittelpunkt des Universums? War es der Hummer oder Zaphod Beeblebrocks. Der Drang sich selbst als etwas unverkennbar Unterschiedliches zu definieren, während man sich doch nur einer bestimmten Klasse zugehörig zeigt, ist immer irgendwie auch niedlich.
Tycho schrieb am 03.07.2011 um 23:49
Habe mir Zeit gelassen, weil ich d'rüber nachdenken musste. Dieses "hinter den Erzähler zurück treten" widert mich beim lesen oft an, wenn Bewertungen fallen. Das hat etwas vom "sich in den Schützengraben elegant zurückziehen"...und muss feige wirken oder zumindest zu vereinfachend. Neat? Jedenfalls folge ich dem Impuls es aus meiner Beobachtung zu beschreiben. Eher unreflektiert, mit dem Rüstzeug bis dato heraus. Deswegen ist es so interessant es zur kommunikativen Disposition zu stellen in Foren. Klassen? Hmm. Gleichheit suchend? Ja. Es eint vieles. Vielleicht viel mehr, als Umstände, die wahrhaftig zu divergieren taugen. Wenigsten dann, wenn man nicht gezwungen ist oder sich erfolgreich der Einordnung verwehrt.
lisi stein schrieb am 04.07.2011 um 13:38
@Tycho
Gosch In Binz: am besten Platz an der Strandpromenade in Binz eröffnete 2010 Gosch! Fast 19 lange Jahre musste der Ostseeurlauber darben ohne Gosch`s Fischbrötchen? Hat man wirklich etwas vermisst? Nein, es gibt eine wunderbare kleine Räucherei am Ende des langen Sandstrands. Familie Kruse betreibt dieses Refugium seit 2 Generationen, nachts fahren sie hinaus und holen den Fang, andere Familiemitglieder spalten das Buchenholz für die Räucherei, am kleinen Tresen wird das Brötchen frisch belegt und die Salatblätter waren nie welk.

www.kn-online.de/schleswig_holstein/aus_dem_land/221572-Edelimbiss-Gosch-Sylt-schmeckt-Rueganern-nicht.html

Bei Gosch: da wird zuerst einmal der Offroad-Schlitten gewendet, im Behindertenparkplatz abgestellt, die Halskette zurecht gerückt und dann ab zum "Fischbrötchen auf Salatblatt." Dafür knallen und zischen hier Prosecco und Champagner-Flaschen. Die gibt es bei Kruse nicht. Und ganz leise kann man vernehmen "bei dem waren wir in Sylt." Das adelt und zeugt doch von großer Kennerschaft im Gourmet-Zirkus.
Lidl, Aldi, Netto sind an der Peripherie mit den größten Parkplätzen für alle Urlauber auf der Insel, denn wer will schon jeden Tag "Fischbrötchen an welkem Salatblatt!"
Tycho schrieb am 04.07.2011 um 16:41
hallo Lisi,

bei der Kieler Woche habe ich auf dem Parkplatz des Wirtschaftsministerium geparkt. :D Da war die Schranke abmontiert und mein Merz war von innen völlig unpersönlich ohne irgendwelchen Krams im Innenraum. Schöpft weniger Verdacht! Will sagen, du musst schon Insiderwissen haben, um während der Kieler Woche überhaupt einen Parkplatz zu finden. Den besten Backfisch gibt's in Schilksee und zwar dann, wenn das Fett noch frisch ist. Und ja, die Fischbrötchen oder ganz allgemein Räucherfisch gibt's natürlich bei den Familienbetrieben und das ist dann keines Vergleiches würdig (Echte Köstlichkeit: Butterfisch...schmelze ich persönlich dahin mit Blick auf's Wasser~) mit der Massenware an irgendwelchen Franchise Ständen wie Gosch. Gosch war überhaupt irgendwie arm und völlig überteuert im Angebot. Weinschorle aus der Dose, trockene, verhunzte Scampi für acht Euronen. Selbst schuld, wer da zugreift. Die Sitzmöglichkeit auf 'nem Schoner ist allerdings sehr schön und auch die Szene dort ist natürlich aus oben beschriebenen Umständen heraus recht interessant. Bis nach Rügen habe ich es noch nicht geschafft. Aber als Cote d'Argent verwöhnter darf ich sagen, dass sich die Ostsee echt einen Platz in meinem Herz verdient hat. Es gibt unglaublich schöne Ecken dort oben und auch wirklich sehr schöne Strände. Das Wasser in Kalifornien war traumhaft. Fischkinderstuben und allerlei Gekreuch um Strandbewehrungen herum haben mich letztes Jahr, als ich super Wetter dort oben hatte, zum stundenlangen Aufenthalt im Salzwasser verführt. Rügen ist nochmal etwas anderes und ich werde mich bemühen, der Insel einen Besuch abzustatten. Ohne PKW natürlich. Kann man sich mal die zarte Schwarte auf einem Drahtesel abtrainieren.
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