13
]
Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.
Lukas, Kapitel 17, Vers 20.
Tja, und dann bin ich aus der Religionsstunde geflogen. "Kannst Du uns bitte verlassen und draussen vor der Tür bleiben?", sprach meine Reli-Lehrerin.
Verdammt und unschön.
Es wurde höchste für den heiß ersehnten Philosophie Unterricht.
|
|
"Aber wie konnte Maria denn ein Kind bekommen ohne Mann?"
Pater Braun konnte diese Frage nicht beantworten...der Engel hats verkündigt. Ach so. Anruf bei den Eltern. "Was stellt dieses Kind eigentlich für Fragen? Wie ich dazu käme? Einem Kind fallen solche Fragen doch nicht einfach so ein! " |
|
|
@rosalix,
Tja, das war früher echt doof, denn heute könnte das Kind dann mit Fug und Recht sagen: "in meinem Chemiebaukasten ist ein Bioklonset drin, ich mach damit auch immer Meerschweinchen und mein Papa bastelt heute einen extraintelligenten Bruder für mich..." Priester sind so aber nicht entstanden, das´s ma klar... @ Tycho, 1)ich wurde evangelisch erzogen. Der Pfarrer, der mich konfirmieren mußte, hatte trotz Ehefrau gleich mehrere Liebschaften im Kaff, was damals allerdings nicht so gut ankam, und mein Religionslehrer hat mich bis zum Abitur mit Philosophie vollgestopft und war letztlich dafür verantwortlich, daß ich mit Denken angefangen habe. 2)leider wird die Welt mit Philosophie aber nicht erträglicher, obwohl ich damals auch verdammt froh über dieses Fach war. Mit so richtig Gläubigen bin ich glücklicherweise nie in Berührung gekommen. Grüße Carl |
|
|
Stimmt..aber wir sind trotzdem beide am Thema vorbei: es geht um Innerlichkeit.
Alle Welt existiert so wie wir sie wahrnehmen nur innwendig. "Ich will mehr Zucker!" woher stammt diese Zitat?? |
|
|
Ja, Lukas eben. Und es ist das absolute Zitat aus der Bibel schlechthin, denn es ist die Wurzel, aus der alles andere entspringt. Wenn Gottes Reich, oder sagen wir mal, ein übergeordnetes Prinzip, nicht nur in einem, oder einigen inwendig ist, so ist es allen Menschen vorhanden.
Ab dort sind alle anderen Dingen zweitrangig, oder? Denn daraus folgt doch alles. Wie Weise, dass alles erstmal nur in Latein zu verbreiten,..am Ende hätte es noch Aufstände gegeben wegen Lukas... |
|
|
Hallo Tycho. Zu diesem Thema habe ich einen wirklich phänomenalen Buch Tipp!
Lese ich gerade mit großem Interesse. Der Egotunnel, von Thomas Metzinger www.amazon.de/Ego-Tunnel-Philosophie-Selbst-Hirnforschung-Bewusstseinsethik/dp/3827006309 |
|
|
duly noted. Da warte ich mal zart ab, bis das über die Landesbib verfügbar wird. Werde es auch höflich vorschlagen. Ich habe nämlich noch soviel Bestand zu lesen UND zu verstehen. Letzterem muss ich immer halbwegs versichert sein. Man will ja nicht im Vorbeigehen mal so das Schienbein weggetreten bekommen...
gee, thx, Rosalix! |
|
|
@Carl
ich wurde katholisch erzogen. Aber nicht wirklich. Mein Vater war im Priesterseminar und hat vorher den Absprung geschafft. Andere nicht. Bei denen war ich dann vorstellig geworden. Da habe ich dann rausgelassen, was das Produkt der Unterhaltungen zwischen mir und meinem Vater war. Ich glaube, der Falke drehte sich im, von mir als dreizehnjähriger,...unter Wohlwollen..., gelenktem Gespräch darum, dass das Mosaik selbst einen Ausdruck hat, der von Vielschichtigkeit und einer Art Rhizomatik geprägt sei. Wir sind alle Menschen. Was der Menschen Natur sei, hat Lukas gesagt. Und damit auch eben das, was das "Königreich" oder besser, die Ordnung, oder das Gefüge Gottes sei. Im Grunde genommen finde ich alle Religion okay und gleichermaßen fubar. Es kommt darauf an, wie es produziert wird, wie es polypisiert wird. Diese Ausstülpung machte mir zu schaffen. Grüße! alexander. |
|
|
Mit zehn Jahren, eine Jahr nach der Kommunion, hatte ich eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Religionslehrer: der Pfarrer hatte uns erklärt, dass es sich bei diesen ganzen Wundern, die in der Bibel beschrieben werden, um Gleichnisse handelt.
Sprich: niemand ist über irgendeinen See gelaufen und ein paar Brote und Fische machen einen Haufen Menschen nicht satt. Es wirkte immer so, als würde der Lehrer an das Glauben, was er da erzählt. Das fand ich komisch und sagte es ihm. Auch der Hinweis auf den Pfarrer brachte ihn nicht von seiner Empörung ab. Zwei Jahre später, in der siebten Klasse, trafen wir wieder aufeinander. Meine beste Freundin und ich waren beide gut. Wir hatten immer "nur" eine 2+ auf dem Zeugnis stehen. Nach einer weiteren Diskussion, über Gleichnisse und physikalische Grenzen, beschloss ich mich dem Ersatzunterricht "Werte und Normen" zuzuwenden. Promt hatten meine beste Freundin, die noch ein Jahr brauchte, um mir zu folgen, und ich eine glatte 1 auf dem Jammerlappen stehen. Das war witzig, weil wir schon gemutmaßt hatten, dass der Lehrer ihr keine 1 geben kann (ich fand, sie hätte das verdient), weil er sonst mir auch eine hätte geben müssen (sie fand das nur angemessen). |
|
|
@Luzieh
Es wirkte immer so, als würde der Lehrer an das Glauben, was er da erzählt. Ich fand es so, als würde der Lehrer oder die Lehrerin, im besten Fall, an das glauben, was er oder sie da so erzählt. Gerade dann, wenn es nicht um methodisch beweisbares handelte, fiel es mir persönlich besonders schwer. Wow --> Altes Testament mit zwölf. Das ist in ungefähr so, als würde man Porno mit vierzehn freigeben. Ne' dicke Ohrfeige. |
|
|
@tycho
Sieh's doch mal positiv: In der Verbannung solltest Du in dich gehen; du hättest nachfühlen können, denn Gott ist doch eine intime Erfahrung! :-) |
|
|
you see me banned? why is that, my dear?
|
|
|
banned from the classroom, these days
"solltest" als Präteritum zu lesen. |
|
|
there is and was no classroom at all, Miauxx.
|
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen