Bei Bundestagswahlen haben sich in den letzten Jahren die jüngeren Wahlberechtigten unter 30 Jahre weniger stark beteiligt als die älteren Wahlberechtigten. Nach den wichtigsten Gründen gefragt, nennen 70 Prozent der Bundesbürger als möglichen Grund, dass jüngere Wähler glauben, durch ihre Stimmabgabe nichts verändern zu können. 66 Prozent vermuten fehlendes Wissen über Politik als Grund – überdurchschnittlich häufig geben dies die unter 30-Jährigen selbst an. 57 Prozent glauben, dass jüngere Menschen Wahlen fernbleiben, weil das inhaltliche Angebot der Parteien sie nicht anspricht. Ebenso viele der Befragten – insbesondere die Jüngeren – vermuten generelles politisches Desinteresse der Jugendlichen. 46 Prozent vermuten das personelle Angebot der Parteien als Motiv für eine unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung der Jüngeren.
Danach gefragt, welche Maßnahmen nötig wären, um mehr junge Menschen zur Teilnahme an Wahlen zu bewegen, wird von den Bundesbürgern am häufigsten mehr politische Bildung genannt (79 %). 65 Prozent nennen ein besseres inhaltliches Angebot der Parteien als eine wichtige Voraussetzung. 63 Prozent – vor allem die Jüngeren – nennen Angebote der Beteiligung für Jugendliche, die frühzeitig Interesse für das Thema Wahlen wecken können, als nötige Maßnahme. Für 51 Prozent wäre ein attraktiveres personelles Angebot der Parteien nötig, um mehr junge Menschen zur Teilnahme an Wahlen zu bewegen. Eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre wird lediglich von 10 Prozent als wichtige Voraussetzung genannt, um die Wahlbeteiligung junger Menschen zu erhöhen. Die komplette Auswertung kann hier herunter geladen werden: www.u18.org/uploads/media/Ergebnisse_forsa-Befragung.pdf
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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