Wladimir Putin könnte bei der Präsidentschaftswahl am 4. März eine Stichwahl erspart bleiben, nicht aber das vielleicht schwächste Ergebnis seiner Karriere >> mehr
Nachdem es in Moskau zwei Wochen nationalistische Jugend-Krawallen gab, haben nun endlich Liberale und Intellektuelle ihre Stimme erhoben. Am Sonntag beteiligten sich auf dem Puschkin-Platz im Zentrum der Hauptstadt 2.500 Menschen an einer Kundgebung unter dem...>> mehr
Nachdem am Sonnabend 7.000 Fans des Fußballclubs Spartak auf dem Manege-Platz direkt vor dem Kreml eine nicht genehmigte Protestkundgebung zum Tod des Spartak-Fans Jegor Swiridow abgehalten haben, die dann von der Omon-Polizei aufgelöst wurd...>> mehr
Der staatliche russische Fernsehkanal NTW zeigte heute Abend in seiner Hauptnachrichtensendung Teile von Videos, die den brutalen Überfall auf den Kommersant-Reporter Oleg Kaschin dokumentieren. Die Aufnahmen stammen von einer Überwachungskamera. S...>> mehr
Hier ein paar Highlight seiner politischen Arbeit: - Afghanistankrieg 1980 (da war er KGB-Offizier - also mindestens indirekt involviert) - Verfolgung von Dissidenten (direkt beteiligt daran, die Opp...
@Tiefendenker: Ihr Putin-Sündenregister ist äußerst luschig zusammengestellt und teilweise falsch. 1) Wenn Sie den KGB-Oberstleutnant Putin für den Afghanistan-Krieg verantwortlich machen, müssten Sie auch Michail Gorbatschow an den Pranger stellen. Der war nämlich Generalsekretär der Kommunistischen Partei, als sowjetische Militäreinheiten gegen Demonstranten in Tbilissi (April 1989) und Vilnius (Januar 1991) vorgingen. Ist also Gorbatschow wie Putin ein übler Schuft? 2) Ethnische Säuberungen gab es in Tschetschenien nicht. Unter dem Bombenhagel auf Grosny starben in den beiden Tschetschenienkriegen 1994 und 2000 auch Tausende russischer Bürger. Der Großteil der russischen Einwohner der Kaukasusrepublik war bereits Anfang der 1990er Jahre aus Tschetschenien geflüchtet, aus Angst vor Gewalt durch tschetschenische Nationalisten. Gehört die Flucht von fast 300.000 Russen (Politisches Lexikon Russland, München 1994, S. 330) aus Tschetschenien also auch in das Kapitel „ethnische Säuberungen“? Stimmt es sie nicht nachdenklich, dass das Ergebnis von Putins angeblicher "ethnischer Säuberung" eine monoethnische Kaukasusrepublik ist, in der nur noch eine Handvoll Russen leben? Bitte mal nachdenken! 3) Sie werfen Putin „Gewalt gegen Journalisten“ vor. Putin hat sich zwar äußerst herablassend über die ermordete Anna Politkowskaja geäußert, es gibt aber kein einziges Dokument, keine einzige Zeugenaussage, welche belegt, dass Gewalt gegen Journalisten von ihm angeordnet wurde. Wie passt in ihr Bild die Tatsache, dass Putin im November 2011 den bei einem Überfall halb tot geschlagenen Journalisten Michail Beketow mit einem Preis für mutige Journalisten auszeichnete? 4) Wenn die Methoden und Ziele des KGB, wozu sie auch „Weltmachtstreben“ zählen, heute noch „tonangebend“ sind, warum hat Putin dann im Oktober 2001 die Militärbasen in Kuba und Vietnam geschlossen? Warum hat er sich dann persönlich dafür eingesetzt, dass die USA nach den Terrorakten in New York in Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan Militärbasen einrichten konnten? Warum wirbt Putin dann jetzt in der Duma, gegen den Wiederstand der russischen Kommunisten, für die Einrichtung eines Nato-Stützpunktes in der zentralrussischen Stadt Uljanowsk, von dem Nato-Flüge nach Afghanistan abgewickelt werden können?
Werter Herr Heyden, dass es in Russland Armut gibt, bestreite ich keineswegs, mit diesem Problem hat selbst die BRD zu kämpfen. Die BRD ist auch kein wohlhabendes Land, weil die Kommunen platt sind,...
Wenn Putins Herz für das normale Volk schlagen würde, dürfte er keine Gesetze auf den Weg bringen, welche die Einführung von Schulgeld und die Kommerzialisierung von Krankenhäusern möglich machen. Die Russen haben ihre Gegenstrategien, um sich über Wasser zu halten, mit nachbarschaftlicher und Familien-Hilfe, Datschen-Gärten und hier und da mal ein Schmiergeld. Darum kommen die Menschen immer noch über die Runden. Hätten die Menschen diese Fähigkeiten nicht, sähe es in Russland wirklich schlimm aus.
Geht es nun schon wieder los, dass man sich über Russland doe Münder zerreißt. Wir sollten und und das meine ich wirklich ernst, die Geschenisse dort sachlich betracht. Ob Putin ein Demagoge ist ist ü...
@ Tiefendenker, wo genau finde ich die Schlimmen Sachen von Putin? (Minute:Sekunde) @ Matto, haben sie schon mal etwas von Armut in Russland gehört? Nach Angaben des russischen Statistikamtes ist die Zahl der Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, von Januar bis September 2011 um 6,3 Prozent angestiegen. Heute müssen 20,2 Millionen von insgesamt 143 Millionen Russen mit umgerechnet 162 Euro im Monat auskommen. Bisher sehe ich nicht, dass Putin da wirksam gegen steuert. Das Argument, dass es in den 1990er Jahren alles noch viel schlimmer war, beruhigt mich nicht.
Mein Eindruck ist, dass die zornige Moskauer Mittelschicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Es gibt es ein starkes Kasten-Denken und eine Hochmütigkeit gegenüber den "bydlo", den einfachen, ungebildeten Leuten. Nicht ohne Grund heißt das populärste Moskauer Mittelschichts-Magazin "Snob". So etwas wie einen neuen Anton Tschechow, der für seine Sozialreportagen aus der Provinz angesehen war, gibt es nicht. Für die einfachen Leuten in der Provinz ist vor allem wichtig, dass der Schul-Unterricht nicht allmählich zur bezahlten Dienstleistung wird und das Geld für die Bewirtschaftung der Plattenbauten nicht von räuberischen Beamten und Geschäftsleuten ins Ausland transferiert wird. Solange die sozialen Probleme nicht in den Blick der zornigen Mittelschicht kommen, kann Putin ruhig schlafen.
Ich frage mich immer wider, warum wir so einen großen Wert auf die Geschehnisse in Russland legen, wenn es bei uns nicht viel besser ist. Warum werden denn die Demos, als Demos der Pelzmämntel beschri...
Lieber Matto, von den Kundgebungs-Rednern am 10. Dezember in Moskau war kein einziger Millionär. Oder können Sie einen Namen nennen? Auf der Kundgebung waren vielleicht ein paar Unternehmer. Der Großteil der Demonstranten gehörte aber zur Mittelschicht. Es waren Ingenieure, Büro-Angestellte, Programmierer, Designer, Architekten, Wissenschaftler, Dozenten und Studenten. Leute also, die sich vielleicht ein- zweimal im Jahr einen Urlaub in Spanien oder der Türkei leisten können und vielleicht auch eine Datscha und ein Import-Auto haben, mehr aber nicht. Es ist wohl wahr, dass diese neue Protestbewegung sich bisher nicht um soziale Fragen kümmert, aber dass Russland heute politisch nicht auf der Stelle steht, ist gerade auch diesen Mittelschichtlern zu verdanken. Selbst Putin hütet sich übrigens, die Demonstranten in Bausch und Bogen zu verdammen. Er habe in den Fernsehberichten über die Kundgebung viele "junge, intelligente Gesichter gesehen", tat der Ministerpräsident auf seiner jährlichen Fernseh-Sprechstunde kund.
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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