Erst amüsiert, dann befremdet, inzwischen entsetzt und besorgt verfolge ich seit einigen Tagen eine Gespensterdiskussion:
Am Freitag, den 6. Mai 2011, wurden auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses die Henri-Nannen-Preise vergeben. In der...>> mehr
Wie erfreulich, unsere Bundesregierung hat endlich mal eine zukunftsträchtige Vorstellung entwickelt. Sie strebt an, den Ausstoß von Kohlendioxid in unserem Land bis 2050 um 85 bis 90 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Wer deswegen erle...>> mehr
Kaum ein Jahresrückblick in den Zeitungen verzichtete darauf zu erwähnen, dass im Jahr 2009 in Berlin fast 300 Autos abgefackelt wurden. Und die Täter wurden einmal mehr als "linke Chaoten" bezeichnet. Warum eigentlich? Meiner Meinung...>> mehr
Die verbaden Entgleisungen des Thilo Sarrazin interessieren mich am heutigen Tag nicht mehr, sie wurden schon ausführlich genug diskutiert. Es gibt aber etwas, das mich am Interniew des Chefredakteurs von Lettre International mit dem Bundesbanker bew...>> mehr
In meinem Freundeskreis geht die Angst um: "Was geschieht mit uns, wenn das Atomkraftwerk Krümmel...?" - "Dann geht es uns so wie den Menschen 1986 in der Region Tschernobyl!" Plötzlich wabern Tod und Leid durch den Raum, Angst vor Krankheit und Tod ...>> mehr
Der Preis ist doch eine ziemlich Bekannte Auszeichnung, kein Wunder das zu dessen Rettung sogar Wolf Schneider bemüht werden musste. Ähnlich, aber diskreter, sagt und schreibt er ja manchmal noch und ...
Ich kritisiere nicht die Tatsache, dass man Wolf Schneider bemüht hat. Mir geht es darum, wie leichtfertig Journalisten, die sich für die allerbesten in Deutschland halten, die journalistischen Darstellungsformen vermischen. Dann auch noch aus Jux, weil es sich so nett liest, Literatur und Berichterstattung zu verquicken (was Hellmuth Karasek getan hat) ist indiskutabel. Wie glaubwürdig ist die Presse denn jetzt noch, die uns alle mit Informationen versorgen soll, die uns als Grundlage unserer politischen Meinungsbildung dienen?
Der Preis ist doch eine ziemlich Bekannte Auszeichnung, kein Wunder das zu dessen Rettung sogar Wolf Schneider bemüht werden musste. Ähnlich, aber diskreter, sagt und schreibt er ja manchmal noch und ...
Ich kritisiere nicht die Tatsache, dass man Wolf Schneider bemüht hat. Mir geht es darum, wie leichtfertig Journalisten, die sich für die allerbesten in Deutschland halten, die journalistischen Darstellungsformen vermischen. Dann auch noch aus Jux, weil es sich so nett liest - wie Hellmuth Karasek das getan hat - Literatur und Berichterstattung zu verquicken, ist indiskutabel. Wie glaubwürdig ist diese Branche denn jetzt noch, die uns alle mit Informationen versorgen soll, die uns als Grundlage unserer politischen Meinungsbildung dienen?
Die Reaktionen der Leute sind imgrunde dieselben wie bei jeder schiefgelaufenen Angelegenheit, keiner will es gewesen sein. Die erste Pflicht besteht für mich beim Schreiber selbst, ihm war doch klar ...
Sofern sich der Schreiber selbst beworben hat, stimme ich Ihnen zu. Aber ich weiß natürlich nicht, ob die Einreichung des Textes durch den Schreiber oder durch seine Redaktion erfolgte oder ob die Jury selbst gute Texte nominiert und dann prämiert hat. Jedenfalls empfinde ich diese Sache als so etwas wie ein Waterloo für die Qualität des Journalismus insgesamt.
Hallo Frau Schwarzer, für mich ein völlig neuer Aspekt, dass die Autos "aus Angst vor Veränderung" angezündet werden. Ich kann mich nicht wirklich in jemanden hineinversetzen, der öffentlich Dinge a...
Hallo, Frau Felicitas,
danke für Ihren Beitrag, denn er macht noch einmal deutlich, worum es geht. Phantasien zu haben, wenn man wütend ist, das ist gesund, solange man sie nicht in kriminelle Handlungen umsetzt.
Dennoch möchte ich auch hier die Dinge gern beim Namen nennen. Es handelt sich um Neid; und der wurde in alten Religionen als "Todsünde" bezeichnet. Das kann auch heutzutage noch Sinn haben, wenn man die Absonderung, die Gottesferne in völliger Verlorenheit als Sünde bezeichnet. Der Neidische hat seine Mitte verloren, den Sinn im Leben. Neid als ein Trieb, Menschen, denen es anscheinend besser geht, zu erniedrigen, sie oder ihr Eigentum zu vernichten, wirkt vor allem auf den Neidischen selbst destruktiv. Denn Neid baut nie etwas Erstrebenswertes auf, sondern zerstört nur und macht auch vor dem eigenen Glück nicht halt. Daher galt der Neid in alter Zeit auch als Folge einer anderen Todsünde: der Trägheit. Ihre persönlichen Ausführungen zeigen das sehr schön, denn Sie waren nicht träge, sondern haben sich etwas geschaffen. Und dann verschwindet der Neid.
Natürlich geht es außerdem noch darum, mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen. Die aber schafft man nicht durch Autosanzünden, sondern nur, indem man sich engagiert. Heute müssen zu den alten Waffen der traditionellen Arbeiterbewegung neue hinzu kommen. Darüber nachzudenken, ist meiner Meinung mit eine Aufgabe der Linken. Allerdings nicht deren allein. Denn wer in Not ist braucht Hilfe, von der gesamten Gesellschaft, also von uns allen.
Hallo Frau Raja, Verzeihung, aber lassen Sie Mitglied unserer Bevölkerung sich tatsächlich "richtig manipulieren"? Ich glaube, dass das vielleicht der Traum manches Politiker wäre, aber es bleibt ein Traum. Denn gegen Manimulationsversuche hilft selber denken - und das funktioniert in Deutschland bei den meisten doch ganz gut. Berlusconi ist ein Thema für sich, offenbar gefällt dieses Schlitzohr vielen Italienern. Zu vielen! Eigentlich sind Medien aber hier nicht unser Thema. Trotzdem: Jeder entscheidet selbst, welche Zeitung er liest, welches TV-Programm er sich anguckt oder ob er stattdessen ein Buch liest, ins Kino oder ins Theater geht. Und bisher hat mich noch niemand zu zwingen versucht, mir als Fahruntersatz einen riesigen Energiefresser zuzulegen; und niemand kann mich zwingen, wie angestochen zu rasen. Also brauche ich in Wirklichkeit auch kein Tempolimit, um gleichmäßig weg meine 100 oder sogar nur 80 zu fahren: Ich kann das ganz einfach tun, z.B. nur um mein Portemonnaie an der nächsten Tankstelle zu schonen.
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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